Ist dir der Begriff „Trauma“ zu groß, ist dein Verständnis von Gewalt zu klein.

„Mir ist da das Wort „Trauma“ oft zu groß.“
Wir sprechen über Autismus und Trauma, ich darüber, dass es mich fassungslos macht, dass viele Autismustherapeut_innen mit Opfern von Peer-Gewalt („Mobbing“) arbeiten, aber sich primär auf deren Autismus konzentrieren.

Auf dem Weg nach Hause merke ich, dass ich wirklich Glück hatte.
Ein Haufen feministisch bewegter Frauen haben mich in den letzten Jahren therapiert und begleitet. Oft transfeindlich feministisch bewegte Frauen und in der Regel auch sexarbeit-feindlich feministisch bewegte Frauen, aber immer Frauen, denen klar war, dass meine Verfassung, mein InDerWeltSein ausschließlich mit meiner Verwundung zu tun hat – aber nie der wahre Grund für die Gewalt an mir war.
Ich musste niemals – wirklich, bei aller Falsch- und Schlechtbehandlung, die ich erfahren habe, niemals! – damit umgehen, dass jemand versucht hat, mir zu vermitteln, dass ich mich anders verhalten, anders mit den Menschen umgehen soll, die mich als Person absichtlich verletzen, damit sie mich nicht (weiter) verletzen. Vielen autistischen Kindern und Jugendlichen, die in der Schule gemobbt werden, passiert das aber und ich halte das für absolut miese Drecksscheiße, die nur von Erwachsenen kommen kann, die Kinder nicht als Täter_innen und Mobbing nicht als Gruppengewalt anerkennen können und/oder wollen. Und also bei aller guten Intention und Zugewandtheit trallalala – keine echten Verbündeten der Kinder und Jugendlichen sind.
Das sind in der Regel die gleichen Erwachsenen, die Wunden erst bei fließendem Blut oder maximaler Dysfunktion eines Menschen – also gewissermaßen im Katastrophenfall – als solche überhaupt verstehen und das Konzept von psychischer/emotionaler Gewalt nicht verstanden haben. Und oft – zumindest meiner Erfahrung nach – sind das Leute, die entweder selber als Kinder und Jugendliche (mit)gemobbt haben oder denken, dass sie nicht gemobbt wurden, weil sie alles richtig gemacht haben. Also Leute, die gewaltlogische Schlüsse nicht als solche reflektiert haben und heute entsprechend opferfeindlich denken und be_handeln.

Wer „Trauma“ für ein großes Wort hält, hat es nicht verstanden. Denn groß ist nie das Trauma selbst, sondern seine Ursache und/oder seine Nichtheilung/Nichtverarbeitung. Jedes aufgeschlagene Knie beweist das. Man knallt hin – das passiert halt, ist banal. Man hat eine Wunde, ein Trauma, und die heilt. Das juckt, man kann erstmal vielleicht nicht so gut laufen, muss sie regelmäßig säubern und trocken halten und irgendwann ist wieder gut. Trauma geheilt, bumms. Hier ist also erst einmal nur die Wirkung groß.
Aber, was, wenn man geschubst wurde. Wenn jemand wollte, dass man Schmerzen hat? Dann ist doch das Trauma nicht nur das kaputte Knie. Dann ist doch die Erfahrung, dem Willen eines anderen Menschen ausgeliefert zu sein, ganz klar auch etwas, das weh tut. Das kann man doch nicht weglassen aus der Wundversorgung oder nicht anerkennen, dass sich die Auseinandersetzung mit der anderen Person auch auf die Wunde, das Trauma und dessen Heilung auswirkt.

Und jetzt schaut bitte mal darauf, wie mit Kindern umgegangen wird, die einander absichtlich schubsen … mobben … oder sonst wie verletzend miteinander umgehen. Was, wenn nicht opferfeindlich – und also „täterlich“ – ist es in solchen Zusammenhängen dem Opfer primär zu vermitteln, dass es sich davor nur schützen kann, wenn es sich nach Schema x verhält, auf Anzeigen y achtet und so weiter. Die Wirkung kann nur die von victim blaming sein. Sie kann nur sein, dass der Eindruck entsteht, es sei von größerer Wichtigkeit, sich nicht der Versorgung der Wunde zu widmen, sondern der Verhinderung von weiteren.

Das Problem ist, dass Schutz nicht das gleiche ist wie ein Leben ohne Gefährdung. Auch der resilienteste Mensch, mit den besten Selbstschutztechniken und -mechanismen in sich, lebt nicht sicher. Lebt nicht entspannt. Kann sich nicht entfalten. Kann niemals erfahren, wie es ist, sicher zu sein – er kann immer nur wissen, wie es ist, geschützt zu sein. Und das ist etwas völlig anders. Ein völlig anderes Er_Leben.

Die Anerkennung einer Verletzung ist für Opfer nicht nur wichtig, um sich selbst zu verstehen oder irgendwie ein bisschen geplüscht zu werden, um sich selbst (wieder) (in einem sozialen Status) zu versichern. Sie ist auch für alle anderen Menschen um sie herum wichtig.
Es ist unfassbar wichtig für menschliche Gesellschaften von verletzenden, schmerzenden und gefährdenden Dingen zu erfahren – nur so kann sie Strategien entwickeln, um diese Dinge effektiv zu umgehen, einander im Schmerz zu verstehen, einander in der Heilung zu unterstützen und auch um in konsensorientierte Verhandlung darüber zu kommen, welche Art des Umgehens wie ins Miteinander eingepflegt sein muss, damit sie effektiv und effizient sind.

Opfer und Täter_in nicht eindeutig zu benennen, weil man denkt, das wäre zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen irgendwie die zu große Rolle, weil sie noch nicht die Reife von Erwachsenen haben oder weil man die Gewalt nicht als „wirklich krass“ einordnet (weil man sie selber nicht so schlimm findet und nur, was man selber für schlimm findet als Gewalt anerkennt) oder weil man annimmt, dass der soziale Kontext eine_n dann für überdramatisch und also nicht ernstzunehmen hält oder weil man fürchtet mit dieser Einordnung ein Urteil zu fällen – führt dazu, dass Gewalt an sich nicht konkret genug definiert wird.
Und alles, was nicht eindeutig definiert ist, bleibt unsichtbar. Unerkennbar. Unbenennbar. Unveränderbar.

Wir haben in unserer Gesellschaft ein Gewaltproblem und sind selbst schuld daran.
Wir machen einander abhängig davon, immer von allen als Nichttäter_in und nur in absoluten Ausnahmefällen als Opfer gesehen zu werden, weil wir als Gesellschaft einfach noch nicht kapiert haben, was Gewalt ist, wie sie wirkt und was sie für uns bedeutet.
Wäre das anders, hätte niemand je ein Problem damit, jemanden als Opfer anzuerkennen, wenn sie_r verletzt wurde – oder als Mit.Täter_in, wenn sie_r verletzt hat bzw. beigetragen hat zu verletzen.
Wir hätten Wund_Versorgungskompetenzen. Ganz allgemein. Wir gingen in den Kindergarten und lernten nicht nur das Wort „Entschuldigung“ wie eine „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte in unser Verhalten zu integrieren, sondern auch (Wieder)Gutmachung. Wir lernten, dass wir einen direkten Einfluss auf das Befinden eines anderen Menschen nehmen können – im Guten wie im Schlechten – und dass es in unserer Verantwortung liegt, sich darum zu kümmern. Sich zu interessieren. Auch dann, wenn keine Autorität (eine erwachsene Person, ein_e Richter_in) uns dazu auffordert.

Es ist unser Gewaltproblem, das die Anerkennung von Traumata erschwert. Es ist unser Gewaltproblem, das die Therapie der Traumafolgestörungen zu einer special Spezialisierung macht. Es ist unser Gewaltproblem, das verhindert, dass wir alle in Frieden und Zufriedenheit, Glück und Bedingungslosigkeit miteinander leben können.

Niemandem ist damit geholfen so zu tun als wäre es nicht da.
Niemandes Hilfe ist wahrhaft, wenn sie nicht aus diesem Bewusstsein heraus geleistet wird.

 

tl,dr: Ist dir der Begriff „Trauma“ zu groß, ist dein Verständnis von Gewalt zu klein.

Nachtrag: Vergebung

Der Begriff „Vergebung“ kreuzte nochmal unseren Weg. Im SWR Nachtcafé vom Freitag ging es um die Frage „Vergeben und vergessen?“ und jemand fragte uns in einer E-Mail nach unserem Bezug zu dem Begriff.
Dazu einige Worte.

In Bezug auf die Gewalt, die uns willentlich und wissentlich angetan wurde, ist Vergebung die einzige Möglichkeit der mentalen Emanzipation von den Täter_innen in Bezug auf ebenjene Gewalttaten an uns.
Vergebung setzt in dem Kontext das umfassende Begreifen der Unveränderbarkeit dessen, was passiert ist, voraus. Und das ist extrem schwer. Vor allem, wenn ein gutes Drittel der Inneren noch gar kein lineares Verständnis von Zeit und sich selbst, also uns – mir – haben. Also Dinge weder als beginnend noch endend begreifen (können).

Aber da, wo diese Anerkennung funktioniert – alles, was ich als jeden Veränderungswunsch und -willen vergebens anerkennen kann – da kann ich Vergebung schaffen und er-tragen.
Vergebung ist etwas, das die Täter_innen nicht braucht. Und alles, bei dem ich die Täter_innen heute nicht brauche, will ich in meinem Leben haben. Ich will nicht über meine Erfahrungen schweigen, weil sie das (vielleicht) wollen – ich will aber auch nicht offensiv darüber reden, weil sie das vielleicht stört. Ich will mein Leiden unter der Gewalt früher ausdrücken, weil es etwas mit mir gemacht hat, mein Ich, mein Sein, einfach alles, was mit mir zu tun hat, geformt hat – aber nicht, um sie zu beschämen, sie bloßzustellen oder sie irgendeiner Verurteilung zuzuführen (und mich damit über sie zu erheben oder mich in einem Opferstatus zu versichern), sondern, weil ich es erlebt habe und das nicht mehr zu ändern ist. Weder von mir noch von den Täter_innen.

Ich habe es sehr leicht dabei, denn mir ist die Gewalt als Kind, Jugendliche_r und junge Erwachsene_r passiert.
Wann immer ich damals glaubte, dass ich die Täter_innen brauchte, dann war das auch so, denn die Täter_innen waren mir ganz real immer überlegen, selbst wenn sie nicht von meinem Leiden unter ihrer Gewalt profitiert haben. Ich wurde nicht besiegt. Ich wurde nicht gebrochen. Ich war nie ein Gegner, ich war nie ein vollständiges, heiles, identes Selbst. Es ging niemandem jemals um mich, sondern immer nur um das, wozu mein Körper und meine Körperfunktionen be_nutzbar waren.
Das, was mir passiert ist, hat niemals je ein persönliches Band, eine innige seelische Verbindung hergestellt, sondern immer eine dingliche, sachdienliche. Ich war nicht mehr als ein Objekt für sie und sie kaum mehr als eine Macht über mich für mich.
Wenn ich die Taten vergebe, dann muss ich nicht viel persönliches dissoziieren, um mir auf meine Akzeptanz der Unveränderbarkeit des schrecklichen Geschehens keine Reaktion der Täter_innen zu wollen oder zu wünschen, denn da war nie viel assoziiert.

Für mich ist Vergebung ein mentaler Modus, in den ich mich bringe, um mich meines Erwachsenseins und meiner Selbstbestimmung über mich zu versichern. In oder kurz nach Flashbacks wie dem, den ich im letzten Text andeutete, bin ich definitiv nicht in diesem Modus. Da bin ich klein, ohnmächtig, zerstört, in Todesangst und brauche (eine Erinnerung an und allgemeine Sicherheit über) (innige seelische) Ver_Bindung. Da höre ich Kinder nach einer bindungsbereiten Person schreien, da spüre ich, wie Schreien überhaupt alles ist, was überhaupt drin ist. Da ist nichts mit „Ich erwarte keine Reaktion“ oder „Ich kann auch ohne Reaktion von außen akzeptieren, dass alles ist, wie es ist.“

*

An der Stelle lohnt sich auch ein Blick darauf, dass der Begriff der Vergebung manchmal auch missbraucht wird. Besonders wenn Gewaltüb.erlebende dazu aufgefordert werden, doch endlich zu vergeben, findet man in der Situationsanalyse vor allem die Vermeidungs- und Abwehrstrategien der Fordernden vor dem Bindungsbedarf der Üb.erlebenden. Und zwar oft aus dem Unwillen zu akzeptieren, dass sich die Üb.erlebenden (noch) mit den Täter_innen verbunden fühlen und zwar so sehr, dass sie bestimmte Dinge nicht schaffen (können). Zum Beispiel die Gewalt als Gewalt und damit falsch anzu.erkennen oder die Täter_innen als Täter_innen und damit als Menschen, die (falsches) getan haben. Oder dass sie nur Dinge tun, von denen sie wissen, dass die Täter_innen, sie tolerieren (würden). Und wenn das Dinge sind, die die persönliche Integrität weder fördern noch intakt lassen, dann kann es für Außenstehende, welche die Problematik dieser Verbindung (die in dieser Konstellation auch eine Abhängigkeit ist) mit.erleben, unaushaltbar schwer sein, im Kontakt mit den Gewaltüb.erlebenden zu sein oder zu bleiben.
Also denken sie an Optionen, es der betroffenen Person (und sich selbst) leicht.er zu machen und fordern oder schlagen vor doch zu vergeben, weil es ja nun auch nicht mehr zu ändern sei oder das die einzige Möglichkeit sei „damit abzuschließen“.
Da missbraucht man also ein Konzept der Bewältigung durch Akzeptanz von Vergangenem als Konzept der Beendigung von Aktuellem. Was vielleicht oft in Hilflosigkeit begründet, aber deshalb nicht weniger falsch ist.

In diesem Verhalten zeigt sich auch die falsche Annahme, dass sich traumatisch bedingte Zustände, Krankheiten, Ängste, Empfindungen und Wahrheiten auflösen, wenn man das Trauma nur als vergangen und die heutigen Reaktionen darauf als unnötig oder schädigend oder problematisch (für die Leute um sich herum und das Leben, das man heute führt) begreift.
Tatsächlich aber ist für viele Gewaltüb.erlebende – besonders für die Menschen, die in einem 24/7 (potentiell) traumatisierenden Umfeld aufgewachsen sind – die mit „ihren Täter_innen“ Bett, Nahrung, Wohnraum teilen mussten – nicht unbedingt das Trauma das, was es zu begreifen gilt, sondern das Leben. Ihr Leben. Ihre Grundbedürfnisse, ihr Selbst, ihr Sein und ihre Möglichkeiten darüber zu bestimmen.
Ja, sie müssen ihre Traumatisierung auch an.erkennen und begreifen, aber da das so üblich war, so normal eingebacken in ihre Existenz, ist das oft gar nicht „der Knoten, der alles zum Problem werden lässt“, sondern der Umstand, dass sie etwas darüber fühlen, denken, annehmen oder auch ablehnen könnten. Dass sie ihr Trauma als etwas einordnen könnten, dass gar nichts mit ihnen zu tun hat bzw. als etwas, das nicht sie ist, sondern etwas, das ihnen passiert ist und etwas mit ihnen gemacht hat.

Sollte man verstanden haben, wenn man mit komplex traumatisierten Menschen zu tun hat.

*

Anders stehe ich zu Vergebung um Gewalt, die verhinderbar ist.
Ich weigere mich zu akzeptieren, dass die Gesellschaft, in der ich lebe, hinnimmt und davon profitiert andere Menschen, Gesellschaften, Kulturen, Länder, Staaten auszubeuten und gewaltvoll zu unterdrücken.
Das ist verhinderbar – das ist veränderbar.
Entsprechend vergebe ich mir nicht, wie ich konsumiere, wie und mit wem ich wann wie wo nicht aktiv genug geholfen habe, die Dinge zum Besseren zu bewegen oder wenn ich Unrecht nicht mindestens angesprochen habe.
Manchen Menschen erscheint das schräg, denn in dieser Gewaltdynamik bin ich weder offensichtliche_r Täter_in noch Opfer. Aber ich bin darin verwickelt – damit verbunden – und sehe mich entsprechend in der Verantwortung etwas dagegen zu tun. Aus dieser Position heraus ist Vergebung falsch, sowohl mir selbst als auch den aktiv gewalttätigen Menschen gegenüber, denn Gewalt zu verhindern, ist nie vergebens.

täter_innenloyale und -identifizierte Innens zivilisieren

[CN: Zivilisierung.
In diesem Text schreibe ich, dass Zivilisierung ein gewaltsames Konzept ist, das sich durch unsere Gesellschaft zieht und beeinflusst, wie wir mit täter_innenloyalen und -identifizierten Anteilen in Menschen, die Viele sind, aber auch Aussteiger_innen, umgehen. Nicht jede Gewalt, nicht jede Tat, die im Namen der Zivilisierung getan wurde, ist vergleichbar mit dem, worauf ich mich hier beziehe. Das ist mir bewusst und wird von mir bedingungslos anerkannt. Im Kern betrifft Zivilisierung jedoch immer die gleichen Aspekte, weshalb ich in diesem Text keine Abgrenzung von z. B. Kolonialverbrechen oder rassistisch motivierter Gewalt vornehme.]

Wir sind am Ende der vierten Staffel Star Trek „Voyager“ angekommen. Seit 9 Monaten wird Seven of Nine, eine Borgdrohne, nun schon von Captain Janeway und ihrer Crew re-assimiliert. Re-kolonialisiert. Re-zivilisiert. Und nun ist sie an dem Punkt, nicht mehr zurück zu den Borg zu wollen, sondern sich der Erde, dem Heimatort ihrer „natürlichen Rasse“ und der Vorstellung dort zu leben, zu öffnen.

Der Strang rund um diese Figur erinnert mich an unsere Ausstiegsarbeit und die Themen, die immer wieder aufkommen, wann immer es um täter_innenloyale, um täter_innenidentifizierte, um in Gewalt- und Traumawahrheiten verhaftete Innens geht.
Wir haben ihnen zwar nie die Identität beschnitten, wie Janeway als sie Seven of Nines Namen zu „Seven“ kürzte, weil ihr das besser gefiel, aber unsere dunkelbunten Innens schlafen auch in ihren Alkoven, fern ab von allen anderen und wir finden das ganz richtig so, denn das ist ja ihre Natur, nicht wahr? Sie sind nicht wir, weil sie keinen Wert auf ihre Individualität legen, sich nicht über sentimentales Geschwätz verbinden und in aller Regel mit den Dingen befasst sind, die relevant sind. Fürs Über_Leben. Was für uns auch wichtig ist, aber erst, wenn es wirklich wichtig ist. Beziehungsweise: Wenn wir einsehen, dass es das ist, weil uns etwas oder jemand überwältigt und hilflos, weil ohnmächtig macht. Nicht einfach so. Nicht, wenn wir gerade leben. Eigenmächtig. Kontrolliert. Sinneseindrücke wahrnehmend, befühlend, in uns und unser Bild von der Welt hineinwebend, wie es uns gefällt.

Wenigen weißen Menschen ist klar, wie schlimm das Konzept der Zivilisation eigentlich ist. Dass es eher etwas mit Formung nach Abbild, mit Folgsamkeit durch Unterwerfung zu tun hat, als mit einer Veredelung des Menschen als Gruppe oder einer Annäherung an Perfektion – an das Beste für alle. Wann immer jemand zivilisiert wird, wird sie_r zur Anpassung gezwungen, was jede individuelle Entscheidung und auch jede individuelle Weiterentwicklung aus allen dem Individuum inne liegenden Möglichkeiten heraus, ausschließt.
Und ja, auch einem Ausstieg aus gewaltvollen Kontexten, aus Sekten, aus Gruppen, deren Verbindung über die Dynamiken und Logiken der organisierten Gewalt entsteht, in die zivile Gesellschaft, die „normale“ Welt, hinein, ist ein Prozess, an dessen Ende ein gewisses Maß an Zivilisierung erwartet wird, um jemandes Integration beurteilen zu können. Und zwar nicht, weil alle Menschen immer wissen, dass sie Aussteiger_innen, Outlaws, Unnormale, Andere assimilieren zivilisieren wollen, sondern, weil sie gar kein anderes Instrumentarium für den Kontakt miteinander haben. Oder anwenden können. Vielleicht.

Es erscheint uns natürlich, dass unser Bild von der Welt richtig ist, weil wir nicht glauben, was täter_innenloyale oder -identifizierte Innens glauben und dieses Nichtglauben von unserer direkten wie indirekten (sozialen) Umgebung als richtig, als wahr, bestätigt wird. Nicht, weil irgendwer wirklich weiß, was zu glauben richtig ist oder falsch. Nicht, weil es so etwas wie „das richtig wirklich Wahre“ außerhalb individueller Vorstellungen überhaupt gibt. Sondern einfach nur, weil wir uns mit genug Menschen über eine Idee, eine Annahme verbinden und gegenseitig versichern können, passiert das in uns. Wir glauben einfach, dass wir Bescheid wissen.
Und alle, die nicht auch so sind, die nicht so verbunden sind mit uns, die unser Denken und Glauben nicht teilen, die sind uns vor allem deshalb fremd. Und nicht, weil sie anders aussehen, andere Dinge (nicht) können als wir, weil sie mächtig sind, wo wir ohnmächtig sind oder weil sie eine andere Sprache sprechen. Sie könnten andere Dinge wollen, andere Ziele verfolgen als wir. Sie könnten uns schaden, unsere Macht begrenzen, sie könnten tun und lassen, was sie wollen und das darf niemand. Außer denen, denen wir dies gewähren. Oder denen, die uns aus ihrer Macht über uns gewähren lassen.

Von aller Gewalt, die wir an uns selbst ausüben mussten, um der Gewalt durch Familie und Täter_innengruppe zu entgehen, ist diese die eigentlich schlimmste. Denn sie ist – in dieser Zeit, dieser Gesellschaft, dem Momentum, das wir in der Menschengeschichte haben – alternativlos. Widerstand ist zwecklos – und war nie möglich. Wir wurden assimiliert und in das Gewaltkollektiv hineingeboren, noch bevor uns irgendjemand körperlich oder psychisch versehrt hat. Niemand von uns ist einfach richtig. Wir werden alle von irgendwem oder irgendwas für richtig (genug) erklärt und erklären unsererseits andere für richtig (genug), um ein Überleben zu sichern, das wir für wertvoller, richtiger, vielleicht auch wichtiger halten als das anderer.

Ich merke, dass ich etwas Falsches tue, wenn ich dunkelbunten Innens widerspreche. Ich merke, dass ich ihnen keinen Lebensraum, kein gutes Leben biete, wenn ich ihnen vermittle, dass ES, DAS, hier und heute nicht mehr passiert und sie heute, hier, jetzt, weder gewollt noch gebraucht werden. Dass ich sie der Verstümmelung aussetze, wenn ich sie dem Heute und dessen Kontexten aussetze. Ich weiß, dass es einer abstoßend überheblichen Großzügigkeit der Überlegenen entspringt, wenn ich ihnen anbiete, sich neue Betätigungsfelder, neue Aufgaben, neue Überzeugungen und Weltbilder zu suchen – aber nicht das, was sie kennen und ihr Leben lang wollten.

Diese Erzählung über die Integration täter_innenloyaler und/oder -identifizierter Innens ist ziemlich weit verbreitet. Es gibt wenig Beschreibung von bedingungsloser Akzeptanz, geteiltem Trauma, Perspektivübernahme und der Inklusion von Täter_innenloyalität und Opferschaft in ein Leben danach. Oft, weil man dadurch mit der Zivilgesellschaft bricht. Weil man allgemeine Heilungserwartungen, Heilungsansprüche, enttäuscht, weil man anfängt etwas zu glauben, das etwas anderes, etwas eigenes ist.
Viele haben die Idee, wer dunkelbunten Innens zustimmt, stimme Täter_innen zu. Stimme Menschenverachtung, Brutalität, Gewalt zu, delegitimiere die Not der Opfer, negiere Freiheit und Selbstbestimmung als Wert an sich.
Auch das hat etwas mit dem Glauben Bescheid zu wissen zu tun. Mit der Annahme, man wisse schon, was in einem Menschen vorgeht, der Kinder vergewaltigt oder welche Interessen die Vertreiber von Gewaltdokumentation in Wahrheit haben. Die meisten täterloyalen und -identfizierten Innens werden (~irgendwie~) als Täter_innen gedacht – oder als Kinder, die Täter_innen sein wollten. In beiden Fällen werden sie nicht als eigen gedacht und das ist ein Fehler für mich. Denn das kann nur passieren, wem Täter_innenschaft als wesensfremd, als unnatürlich erscheint. Als fremd. Als Ausnahme. Als unvereinbar mit Opferschaft, mit Normalität, mit Gleichheit.

Nun bin ich in der Situation, in der ich nicht umhinkomme mir Welt_Ansichten und Wertkonzepte dieser Innens als mir als Einsmensch eigen anzuerkennen. In der ich nicht umhinkomme zu bemerken, dass mein (Über_)Leben in dieser Gesellschaft gefährdet ist, wenn ich mich nicht in Wort und Tat von ihren Werten und Glaubenssystemen distanziere – sie jedoch gleichzeitig in mich aufnehme, wie es meine Traumaheilung erfordert. Eine extrem widersprüchliche Situation mit erheblichem Potential, erneute Dissoziation erforderlich zu machen.
Einfach, weil es um Anpassung geht.
Nicht um Weiter_Entwicklung.

Autismus und Dissoziation – Resilienz ist keine Eigenschaft

Wir wurden gestern auf dieses Video von Dr. Mike Lloyd von der CTAD Clinic in Großbritannien aufmerksam gemacht.
Er geht in dem Video ganz allgemein darauf ein, dass Menschen selbstverständlich sowohl autistisch als auch dissoziativ sein können und was das für die Aussage „Wo DIS da Trauma (durch (organisierte (Rituelle)) Gewalt)“ bedeutet.

Zwei Aspekte des Videos finde ich bemerkenswert.
Der Erste ist mir gerade zu schwer er.greifbar und ich gehe später noch einmal umfassender darauf ein – vorerst so viel: Er bestätigt meine Aussage, dass in dieser Welt, unserer von überwiegend neurotypischen ausschließlich für neurotypische Menschen gemachten Lebensumgebung jede einzelne Aktion, jede Interaktion, jede Kommunikation, jedes Erlebnis jeder Art für autistische Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit traumatisch ist als für neurotypische Menschen.
Das ist für mich insofern schwierig als dass es Traumawahrheiten so alt wie ich selber in mir bestätigt („Die Welt will mich töten“/“Es ist (zu) gefährlich zu leben (Ich sollte es besser gar nicht erst versuchen.)“/“Ich bin 24/7 bei egal was ich mit wem wie wo warum mache, möchte, will gefährdet.“/“Zu leben bedeutet Schmerz – Mit anderen Menschen zu leben bedeutet Agonie, die niemand sieht, niemand versteht, niemand nachfühlt, niemand glaubt.“)
Und es bestätigt eine Verklemmung, die wir in Bezug auf uns selbst als sowohl von Gewalt traumatisierte Person als auch autistische Person in der Selbstvertretung erleben, weil wir von anderen Vielen oft als Vertretung von Menschen, die Viele sind gedacht werden: Wir können unsere bis heute bestehende Gefährdung der Traumatisierung durch unser autistisches Er_Leben in dieser Welt nicht ausdrücken, ohne möglicherweise zu schmälern, was Menschen, die ausschließlich durch Gewalt traumatisiert wurden, berichten und fordern.

Und wir können entstandene Traumatisierungen, die etwas mit unserem autistischen Er_Leben und anderen Menschen zu tun hatten, nicht ausdrücken, ohne dass diese Menschen als Gewalttäter_innen an uns gedacht werden, mit aller Bewertung, die dieser Rolle gemeinhin zukommt. – Ja, wir können verstehen, dass es besonders hier im Blog oft auch schwer ist zu differenzieren, was wir wann mit Gewalt meinen, wann geht um Macht und wann um Überlegenheit, Gewalt im Sinne von „Auf die Fresse/die Seele/die Identität“ bliblablö – aber
Bottomline bleibt: Wir trauen uns nicht unserem autistischen Er_Leben den Raum in Bezug auf unsere Traumatisierung zu geben und auch hier darüber zu schreiben, weil wir Angst vor der Instrumentalisierung durch Leute haben, die die Erzählung von Vielen, die (organisierte (Rituelle)) Gewalt erlebten delegitimieren wollen, aber auch weil wir nicht den Eindruck entstehen lassen wollen, dass es so etwas wie „ursachenlose DIS“ oder „in einem Menschen selber begründete Traumata“ gibt.

*

Okay, zweiter Punkt: Resilienz.
Dr. Llyod sagt in dem Video, dass es für autistische Menschen schwerer ist zu Hilfe zu kommen und damit implizit auch: Resilienz zu entwickeln. Dabei finde ich bemerkenswert, dass er ausschließlich andere Menschen bzw. die Ver_Bindung zu anderen Menschen als Resilienzfaktor bzw. Quelle von Hilfe zu betrachten scheint, was ich mir spontan nur damit erklären kann, dass er ein neurotypischer Mensch ist. Denn ja, vermutlich sind andere Menschen für die meisten neurotypischen Menschen einfach das Go-To in all times for everthing. Für Freude, für Trauer, für Gemeinsamkeit, für Trost, für Beruhigung, für Versorgung…
Und derart eingebunden, verbunden miteinander Belastendes, Schwieriges, potentiell Traumatisches durchleben zu können, ohne verletzt zu werden oder zu bleiben, begründen sie mit einer persönlichen Eigenschaft. Resilienz nämlich. Dabei ist sie doch nur vorhanden, wenn diese Verbindung überhaupt besteht – unter anderem, weil es genau auch diese Verbindung zu anderen Menschen braucht, um ein selbst, eine Identität und also eine Verbindung zu sich selbst zu entwickeln und diese stabil zu er_halten.
Die neurotypische Erzählung von Resilienz unterschlägt also gewissermaßen, ihren Grundstoff: Bindung
Und in der Folge auch die Fähig- und Fertigkeiten, die zur neurotypischen Bindungserstellung und -pflege erforderlich ist.

So kann der Eindruck entstehen, autistische Menschen seien einfach nicht resilient vor belastenden Ereignissen und deshalb eher gefährdet traumatisiert zu werden. Was in dem Moment widerlegt ist, wenn man autistische Menschen nach ihren Quellen von Trost, Beruhigung, emotionaler Versorgung und ihren Arten des Mit_Teilens fragt – und diese als gleichermaßen wirkend wie den interpersonellen Kontakt neurotypischer Menschen miteinander bewertet.

Resilienz ist keine persönliche Eigenschaft, die man erlernt oder entwickelt. Sie ist etwas, das sich aus dem kongruenten Interagieren mit der direkten Mitwelt ergibt und ich glaube, dass das etwas ist, das neurotypische Menschen von autistischen – aber auch anders neurodivergenten Menschen! – lernen können und auch müssen, um zu verstehen, wie man (besser) unterstützen im Notfall, aber auch (besser) verstehen kann im allgemeinen Alltag.

Dazu ist erforderlich was auch Dr. Lloyd in dem Video tut: Wertschätzen und Integrieren, was autistischen Menschen, die sich als Viele erleben aus eigener Perspektive mitteilen. Einerseits weil die Studienlage sehr dünn ist, andererseits aber auch, weil selbst Studien mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von den Menschen gemacht worden sind, die mit dem Thema der Studie leben. Es also immer gewisse „Übersetzungsverluste“ gibt und damit auch einfach nie „alles auf dem Tisch ist“, was wichtig zu wissen und zu verstehen ist.

Eltern, die ihre Kinder hassen

Diesmal ist es kein Schnelldurchlauf, sondern eine Zeitlupe und das Quietschen meiner Nackenmuskeln. Gedämpfter Straßenlärm, das Atmen der Therapeutin mir gegenüber.
„Meine Eltern hassen mich.“ „Ich glaub, er wollte mich umbringen.“ So schieben sie sich zusammen. Sie von links aus der Sitzung mit der Autismustherapeutin, er von weiter weg aus der Traumatherapie. Keine Kinder mit großen feuchten Augen, die einem das Mitleid aus dem Herzen zapfen wie den Sirup aus dem Baum, sondern bodenlos hoffnungslose, verdreckte, abstoßende … Ichs in einem Zeit-Raumempfinden von vor über 20 Jahren.
Ich bin so weit weg, dass ich sie wahrnehme aber nicht spüre. Sie bleiben Fremde für mich. Sind Einheimische in einer Welt, die ich nur begleitet aufsuche, um zu vermitteln, dass ES vorbei ist und DAS DA nicht wieder passiert. Jedenfalls nicht so. Nie wieder so.

Diesmal habe ich keine Feldnotizen. Kriege meine Gedanken nicht um die Dimension ihrer Not, weil es nicht um Mangel geht, sondern um etwas, das über das Tabu der Gewalt an sich hinaus geht.
Gegen Hass kann man nichts machen. Der ist nicht in Liebe zu verwandeln. Nicht einmal in achtsame Zuwendung oder Fürsorge. Hass ist absolut, deshalb kann man aus ihm heraus so einfach gewaltvoll sein. Braucht fast so wenig Anstrengung wie aus Ignoranz oder Todesangst.
Und ja, was anderes sollte ein Kind über die Motive von jemandem denken, der es praktisch zu zerreißen versuchte, als dass es um einen Tötungsversuch ging?

Elternschaft ist ein Status, kein Zustand.
Liebe, Achtsamkeit, die Fähig- und Fertigkeiten sich selber zu regulieren, um die eigenen Kinder zu begleiten, Fürsorge, Mitgefühl, Geduld – ja nicht einmal das Interesse am Mensch „Kind“ sind nicht einfach so da, nur weil man ein Kind geboren und es am Leben erhalten hat. Am Ende sind alle Eltern einfach nur Leute, die sich an jemanden gewöhnen, den sie selbst gemacht bzw. für immer in ihr Leben eingeladen haben. Sie bedeuten für ihre Kinder nichts, weil sie Eltern sind, sondern weil sie überlegen sind und mit jeder ihrer Entscheidung für oder gegen den liebevollen, achtsamen, interessierten, fürsorglichen Umgang eine Entscheidung über das Über_Leben treffen. Wenn Eltern hassen sind ihre Kinder nicht nur machtlos, wie es Kinder nun einmal sind. Dann sind sie ausschließlich über die Gewalt an sie gebunden, denn das ist alles, was Hass will und braucht. Dann ist das eigene Kindsein kein Zustand, sondern ein Status, der keinerlei Bedeutung für das Leben mit den Eltern hat. Es macht dann also weder einen Unterschied noch ein Kind zu sein, noch das Kind dieser Eltern zu sein. Man könnte auch ihre Haustür, ein Stück Klopapier, der Biomüll von letzter Woche sein.

Ich kann mich nicht erinnern schon mal davon gelesen zu haben. Hassende Eltern.
Natürlich wird das oft unterstellt, wenn jemand das eigene Kind getötet hat. Oder anderen zum Töten überlassen hat. Oder sich einfach nicht gekümmert hat. Es ist so leicht zu glauben, dass man nur tötet, was man hasst. So viel leichter als sich Mörder_innen zu widmen. Gewalttäter_innen. Leuten, die getötet haben, ohne so richtig klar zu haben, warum eigentlich.
Wir leben in einer Zeit in der Mütter nicht bereuen dürfen Kinder bekommen zu haben. Wo soll da der Raum für das Thema „Hass auf die eigenen Kinder“ herkommen? Wie soll das kein Tabu bleiben?

Und dann bin da auch ich selbst. Die_r mit dieser kindlichen Wahrheit in Kontakt geht und weiß, dass es für immer eine innere, eine vielleicht ausschließlich traumalogische Wahrheit bleibt, weil wir nie den Tag erleben werden, an dem sie uns sagen: „Ja, wir hassen dich.“ oder „Nein, wir hassen dich nicht.“

Noch so eine Opfersache mit der man Ende völlig allein zurückbleibt.

Behinderung #4 – Behindertenfeindlichkeit – #DisabilityPrideMonth

Ableismus hat große Schnittmengen mit Behindertenfeindlichkeit und wird deshalb oft gleichgesetzt.
Ich mache das bewusst nicht. Denn für mich gibt es einen Unterschied zwischen *ismen und *feindlichkeiten und ich halte es für wichtig, das nicht auszublenden.

Die Überschneidung von Ableismus und Behindertenfeindlichkeit liegt in der Idee vom Menschen ohne Makel und der Masse als normgebende Instanz. Behinderte Menschen sind weiter vom Bild des Menschen ohne Makel entfernt als die Mehrheit der Menschen und sie sind nicht eben jene Mehrheit der Menschen. Sie haben also in den herrschenden Verhältnissen keine Chance selbst normende Instanz zu werden und folglich das Maß, an dem sich bei allgemeinen, alltäglichen, ableistischen Überlegungen orientiert wird, zu sein.
Deshalb wirken die meisten im Alltag vorgenommenen ableistischen Annahmen und Überlegungen behindertenfeindlich. Mit ihnen werden Ausschlüsse (die häufig weder gerecht noch gerechtfertigt sind) legitimiert, die ihrerseits wieder zu behindertenfeindlichen Handlungen und weiterführenden Annahmen verleiten, welche hochskaliert, in die Gesellschaft hineintraditionalisiert und so von allen Menschen internalisiert zu einer allgemeinen Etablierung von negativen (weil behindertenfeindlichen) ableistischen Strukturen werden … können.

„Können“ deshalb, weil es einen Unterschied zwischen Denken und Handeln gibt.
Es ist eine Wahl feindlich zu sein. Es ist eine Wahl Gewalt auszuüben. Auch dann, wenn sie nicht als solche bewusst ist. Auch dann, wenn sie nicht bestraft wird, weil sie Teil des Alltags, der Strukturen, der allgemeinen sozialen Praxen ist.
Und es ist eine Wahl, wie sie geframed und kritisiert wird.

Ob man sie akademisch erforscht, bewortet und auf einen Stapel Schriften deuten kann, um sie (Menschen, die sich als nicht behindert einordnen bzw. so eingeordnet werden) als real existierendes Problem zu belegen oder ob sie in integrativen Kontexten direkt mit.erlebt wird, ist ein Unterschied. Und zwar einer, der häufig mit anderen Intersektionen von Diskriminierung zu tun hat.
Aber die Adressaten sind immer die gleichen. Es ist immer die Mehrheit, die behinderte Menschen als Maß der von Menschen zu erwartenden Fähig- und Fertigkeiten ausschließt. Weil sie es kann und weil sie es will.
Und die Kritik wird ihr gefällig geäußert und angepasst.
Das zeigt sich an der Akademisierung des Aktivismus, an der immer stärker herausgearbeiteten Vertretung von Partikularinteressen und der Entpolitisierung des Inklusionsbegriffs.

Es ist ein Problem – und eine ableistische Annahme – zu denken und zu vertreten, um es zu lösen, müsse nur allen Menschen erklären, was sie wann wie warum behindertenfeindliches tun und dass sie das tun, weil es Ableismus gibt mit dem wir alle leben.
Das hat in Bezug auf Sexismus nicht funktioniert, es funktioniert nicht in Bezug auf Rassismus und auch zu Klassismus wird es nicht funktionieren.
Weil Gewalt, Feindlichkeit, eine individuelle Wahl ist und ein *ismus eine kollektive Praxis braucht, um alle glauben zu lassen, er sei gewählt.

Um *ismen zu verändern, brauchen wir alle.
Um Feindlichkeiten zu transformieren jede_n Einzelne_n.
Es ist also ratsam Gewalt an behinderten Menschen als Akt der Behindertenfeindlichkeit und nicht des Ableismus zu framen und zu hinterfragen, ob das Konzept der normenden Mehrheit eigentlich je nicht feindlich sein kann.

Menschen töten – Ableismus legitimiert #DisabilityPrideMonth

So schlimm es ist, dass in Ahrweiler behinderte Menschen in ihrem Wohnheim ertrunken sind (Link zum t-online-Artikel dazu) – bitte schreit nicht einfach nur „Ableismus tötet“.

Diese Menschen sind ertrunken, weil sie niemand gerettet hat.
Diese Menschen sind ertrunken, weil eine Naturkatastrophe passiert ist, in der alle Menschen, die sie hätten schützen können (und sollen), sich selbst geschützt haben.

Da kam kein Ableismus vorbei und hat sie getötet.
Da stand kein Ableismus und hat alle umgeboxt, die ihnen helfen wollten.
Hier sind die Folgen sozialer Ideologie mit den Umständen einer Naturkatastrophe zusammengekommen und Menschen starben.
Nicht mehr, nicht weniger.
Es bringt überhaupt nichts die Systematik hinter den Verhältnissen als einzigen Grund für Behindertenfeindlichkeit bzw. die Tötung von behinderten Menschen aufzuzeigen.
Denn ein System ist einfach nur ein System. Ein Konzept. Eine Idee. Eine Tötung jedoch ist immer eine Tötung.
Behinderte Menschen werden immer von anderen Menschen misshandelt, gequält, ausgegrenzt, diskriminiert, getötet, vernachlässigt, hilflos belassen, in ihrer Selbstbestimmung, ihrer Freiheit, ihrer körperlichen Integrität verletzt.
IMMER.
Den Täter_innen ist in ihren Taten sicherlich immer eine Verhaftung in ableistischen Überzeugungen und Wertvorstellungen nachzuweisen, es ist aber nicht der Ableismus, der macht, dass sie Gewalt ausüben – es ist Ableismus, der sowohl ihnen als auch der ableistischen Gesellschaft um sie herum, die Gewalt legitim erscheinen lässt und durch seine Präsenz in den Strukturen oft auch ermöglicht.
Es ist unerlässlich diese Differenzierung vorzunehmen, denn nur so kann die Verantwortung für die Taten bei den Täter_innen, bei den Ausübenden, den Vollstrecker_innen verortet werden.

Wird ständig eine Idee, ein Konzept, das – trotz aller Eignung für Gewaltausübung! – nicht einfach verboten werden kann, als Grund für (tödliche) Gewalt dargestellt, wird die Verantwortung von den Individuen, die Gewalt getan haben, weggenommen.
Und das kann nicht das Ziel sein.

Behinderung #2 – das soziale Modell – #DisabilityPrideMonth

„behindert sein – behindert werden“ zeigt zwei Modelle von Behinderung auf.
„behindert sein“ gehört zum medizinischen Modell, das im letzten Text beschrieben wurde. Danach ist ein Mensch behindert, wenn dessen Körper, Seele oder das, was mit dem Wort „Geist“ oder „Kognition“ oder auch „Intelligenz“ beschrieben wird, von der medizinisch definierten Norm abweicht.
„behindert werden“ gehört zu einem Modell, das ich hier „soziales Modell“ nenne, um zu vereinfachen. Danach sind Menschen einfach wie sie nun einmal sind und werden von Normvorstellungen und ihrer Um- bzw. Durchsetzung im Alltag behindert.

Tatsächlich werden hier von mir drei Aspekte unter einen Begriff gefasst.
Diese Aspekte sind:

  • Behinderung als Resultat sozialer Interaktion
  • Behinderung als Folge von Ausdifferenzierung anhand erbrachter Leistungen
  • Behinderung als Folge kapitalistischer, rassistischer, ableistischer, sexistischer, adultistischer, ageistischer Gesellschaftsordnung

Behinderung als Resultat sozialer Interaktion

Soziale Interaktion nimmt bei den meisten Menschen den größten Anteil ihres täglichen Lebens ein.
Es ist eine soziale Interaktion, wenn wir einander „Guten Morgen“ sagen, es ist aber auch eine soziale Interaktion, wenn wir uns überlegen, wen wir zu einer Geburtstagsfeier einladen und wen (warum) nicht. Und es gehört zur sozialen Interaktion, wie wir einander „Guten Morgen“ sagen – aber auch warum.

Behinderte Menschen enttäuschen mehr oder weniger zwangsläufig bestimmte Vorstellungen, die sich Menschen, die ihre Behinderungen nicht (genauso) erleben, von ihnen machen. Das betrifft oft die Fähig- und Fertigkeiten, manchmal aber auch die Vorstellungen von sich selbst und die Ambitionen, die sich daraus ergeben.
Zum Beispiel erwarten viele Menschen, die ohne Probleme oder viel Anstrengung laufen können, dass alle Menschen laufen können und wenn es jemand als Sport macht, dass die Leute sich wünschen am schnellsten zu laufen. Treffen sie dann auf einen Menschen, der nicht oder nur mit großer Anstrengung und vielleicht auch Verletzungsgefahren laufen kann, wird ihre Erwartung („Alle Menschen können laufen“) enttäuscht und sie bezweifeln, ob der Mensch überhaupt Sport machen kann oder sich generell dafür interessiert.

Solche Situationen werden oft im Netz besprochen, weil sie emotional verletzen und kränken. Manche behinderten Leute sagen dann so in etwa: „Boa, diese Nichtbehinderten sollten mal ihren Ableismus klarkriegen!“, weil sie sehen, dass es um Erwartungen an Fähig- und Fertigkeiten geht. Die Erwartung an sich jedoch „produziert“ noch keine Behinderung.
Eine Behinderung durch soziale Interaktion entsteht in der Regel durch den Versuch bestehende (soziale) Normen zu festigen, obwohl sie (von behinderten Menschen) infrage gestellt werden. Zum Beispiel, indem man viele Begriffe und Kategorien für behinderte Menschen erfindet („Rollifahrer“, „Blinde_r“, „Autist_in“ … „behindert“) und dann zum Beispiel sagt: „Ach für Blinde ist Kino halt nix, da muss man sehen können“ oder „Ach, die Person hat eine Lernbehinderung – da brauchen wir ja gar nicht erst anfangen über eine Berufsausbildung oder ein Abitur nachzudenken.“

Behinderung als Folge von Ausdifferenzierung anhand erbrachter Leistungen

Beim Begriffspaar „Leistung“ und „Ausdifferenzierung“ denken viele Menschen sofort an Schule, aber vielleicht auch an Sportwettkämpfe oder die berufliche Karriere. Ich persönlich denke sofort an das Hartz-4 System und an die Struktur von Krankenkassen.
Wer bestimmte Leistungen nicht erbringt – und dabei geht es nicht darum, warum nicht! – wird in aller Regel nicht belohnt oder dazu ermächtigt, sie zu erbringen.
Bei diesem Aspekt ist mir wichtig aufzuzeigen, was konkret der „Behinderung produzierende“ Teil davon ist. Es ist nämlich keineswegs so, dass eine Schule zum Beispiel einfach nur die Benotung abschaffen und das Gebäude, wie den Unterricht barrierefrei gestalten müsste, um inklusiv zu sein! Es gibt Schulen, weil es ein Arbeits- und Gesellschaftsleben gibt, das nur bestimmte Leute, mit bestimmten Fähig- und Fertigkeiten und einem bestimmten Leistungsniveau durch Mitwirkung teilhaben lassen will (und kann).
Wer nicht leistet, wird ausgesondert. Das kann die Sonderbeschulung meinen, kann aber auch ein Leben ohne Arbeit, abhängig von Leistungen wie Hartz 4 oder in einer Form von Rente sein.
Es kann aber auch die Ausladung von einer Geburtstagsfeier meinen, weil es eine Person nicht schafft laute Musik, andere Gäste, freundliche Unterhaltung zu kompensieren, nachdem sie sich für die Beschaffung eines Geschenkes verausgabt hat. Leistung hat nicht nur etwas mit Gewinn oder Ertrag zu tun!

Die Behinderung entsteht also durch Ausschlüsse, die gemacht werden, weil Menschen bestimmte Leistungen nicht (wie vorgesehen) erbringen.
Hier gibt es eine Verschränkung mit dem dritten Aspekt.

Behinderung als Folge kapitalistischer, rassistischer, ableistischer, sexistischer, adultistischer, ageistischer Gesellschaftsordnung

Viele Menschen nehmen an, dass bestimmte Strukturen ganz einfach aus dem Menschen natürlich inne liegenden Ideen entstanden sind.
Tatsächlich aber dient jede Struktur dem Erhalt, der Sicherung und dem Zugewinn von Macht durch Überlegenheit durch Einhaltung und also Bestätigung von Normen, die von der Mehrheit (also einer mengenmäßig überlegenen Gruppe!) der Menschen ohne Probleme eingehalten werden können. Egal, ob wir uns Schulen anschauen oder Eiscafés, ob wir ins Vereinswesen oder das Versorgungsamt schauen, ob wir unsere eigene Clique betrachten oder die unserer Eltern – immer kann man herausarbeiten, dass es da Normen gibt, die vorgeben, wer profitiert und wer nicht – und dass es in der Regel von Nachteil (und also auch behindernd) ist, nicht zu profitieren.

Bestimmte *ismen sind in unserer Gesellschaftsordnung so fest verankert, dass sie maßgeblich darüber entscheiden, wem was wann unter welchen Umständen und zu welchen Bedingungen zugestanden wird. Diese *ismen sind Rassismus, Sexismus, Ableismus (wozu auch Saneismus gehört), Ageismus, Adultismus und Kapitalismus.
Jeder *ismus ist ein abgeschlossenes Konzept. Das bedeutet, dass es sich immer von etwas abgrenzt und also Menschen mit bestimmten Eigenschaften ausschließt. Dieser Ausschluss ist das „Behinderung produzierende“ Moment und wir haben in unserer Gesellschaft nicht einen einzigen Aspekt des Lebens und Miteinanders, in dem niemand ausgeschlossen ist.

Bevor du diesen Text aber mit dem Gedanken verlässt: „Aha, also sind wir alle behindert, ja klar.“ und mir einen Vogel zeigst, bitte noch ein Mal kurz konzentrieren.

Es gibt Ausschlüsse, die kann ich gut verkraften. Ich muss nicht zu den Partypeoples gehören. Mir geht auch überhaupt nichts ab, wenn mir jemand nicht zutraut Olympiagold im Kugelstoßen zu holen. Aber es gibt Situationen, in denen so viele Ausschlüsse passieren, dass ich existenziell bedroht bin, weil ich nicht als behinderter Mensch, sondern nur als behindert oder schlimmer noch als Behinderung gesehen und behandelt werde.
Das kann zum Beispiel passieren, wenn man als schwarze behinderte Frau ein Kind alleine versorgt.
Weil viele Menschen annehmen, behinderte Menschen seien nicht sexuell attraktiv glauben sie auch, dass sie keinen Sex haben. Und wer keinen Sex hat, kann nicht schwanger werden. So kommt es vor, dass Menschen davon überrascht – und bürokratische Strukturen gesprengt – werden, wenn behinderte Menschen zu Eltern werden. Und wenn diese dann ganz spezifische Problemlagen haben, weil sie an anderen Stellen, etwa von Krankenkassen, dem Versorgungs- oder Integrationsamt ausgeschlossen werden – ihnen aber aufgrund ihrer sexistischen Rollenzuordnung als Frau oder Mann auch spezifische Anforderungen zu erfüllen abverlangt werden, die sie nur mit Unterstützung schaffen können.

In dieser Lage ist es nicht nur Ableismus das Konzept, das den Ausschluss und dadurch eine Behinderung produziert, sondern auch Kapitalismus (denn Versorgungsämter beispielsweise teilen Gelder (also Kapital) zu) und andere *ismen, die den Zugang zu dieser Struktur gewähren oder auch nicht. Das ist dann häufig Ageismus bzw. Adultismus – denn nicht die Kinder stellen die Anträge, sondern die Eltern bzw. gesetzliche Vetreter_innen – aber auch Rassismus. Der zeigt sich darin, dass Menschen, die nicht weiß sind, seltener gesagt wird, dass es Antragsmöglichkeiten gibt oder ihre Anträge weniger oft genehmigt werden, weil es die Annahme gibt, die Antragsstellenden würden lügen oder übertreiben, um sich staatliche Leistungen zu erschleichen, die ihnen nicht zustehen.

Wie man also sieht, ist das soziale Modell von Behinderung eines, in dem nicht die behinderte Person im Fokus steht, sondern die sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen sie lebt. Mit diesem Modell über Behinderung nachzudenken ist komplex und geht nicht ohne auch über die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft nachzudenken.

Ableismus #3 – Ableismus wird gemacht – #DisabilityPrideMonth

Wenn man den eigenen Alltag auf Ableismus absucht, dann fällt vielleicht erst einmal gar nicht so viel auf. Ableismus ist ja schließlich sowieso nur eine Idee, also etwas, was im Denken von Menschen passiert. Wonach sucht man also eigentlich? Wie sieht Ableismus aus?

Ableismus ist ein Konzept, das sich in verschiedenen Handlungen des Alltags zeigt. Ob wir Regeln aufstellen oder Häuser bauen, ob wir Dinge kaufen oder verkaufen, ob wir lernen oder lehren – immer ist Ableismus mit eingeflossen. Nicht immer jedoch war das schädlich oder gar gewaltvoll. Es ist wirklich wichtig immer zwischen Ableismus als Konzept und Behindertenfeindlichkeit als ableistische Gewaltpraxis zu unterscheiden. Denn auf das eine (die Gewalt) kann man verzichten, ohne das andere (die Überlegung, was man können muss, um etwas zu benutzen oder teilhaben zu können) ist es unmöglich die Inklusion aller Menschen zu erreichen.

Nun ist es so, dass manche Aktivist_innen sich sehr stark dafür machen, dass bestimmte ableistische Begriffe und Schimpfworte nicht mehr verwendet werden. Manche Begriffe sind praktisch Wortfossilien aus der Zeit der Nazis und deshalb doppelt nicht erwünscht und manche tragen neben der oft intendierten Beleidigung einer Person auch mit, dass man sie für komplett wertlos hält, was eine Bewertung über das Verhalten einer Person hinaus ist und damit im Grunde ein massiver Angriff.

Meiner Ansicht nach hat es keinen Sinn, an der Schimpfwortpraxis zu schrauben, wenn die Überzeugungen und das tägliche Leben es ganz logisch erscheinen lassen, einander wegen bestehender Fähig- und Unfähigkeiten zu beleidigen oder abzuwerten und sich im Folgenden nicht einmal mit der so entstandenen Verletzung auseinandersetzen zu müssen. So begegnet uns immer wieder mal ein Tweet von jemandem, die_r nicht mehr ableistisch beleidigen möchte – aber schon bitte gerne beleidigen, wenn jemand irgendwas nicht hinkriegt oder bei dem Versuch ungeschickt wirkt oder länger braucht als man selbst oder es vielleicht auch einfach oft falsch macht.
Was das eigentlich gewaltvoll ableistische Moment ist.
In so einer Situation will man jemanden beleidigen oder abwerten, weil sie_r etwas nicht („richtig“) kann. In dem Moment ist es total egal, ob man die Person „bananiger Wulstling“ oder „Kackbratze“ nennt – man verletzt sie, weil man sich selber überlegen fühlt. Weil man etwas kann, was diese Person nicht kann und man mit der Gewalt- und Traumawahrheit aufgewachsen ist, dass wer überlegen ist verletzen kann (weil sie_r glaubt, sie_r darf).

Ableismus ist also nicht einfach da, Ableismus wird gemacht. Von uns allen.
Aber nicht in einem neutralen Raum, sondern in unserem Alltag, der von vielen anderen kulturellen und sozialen Praxen (der Gewalt) mitbestimmt wird. Wollen wir nicht mehr gewaltvoll ableistisch handeln, müssen wir Gewalt verlernen.

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