Schlagwort: Asperger-Syndrom

Traumascheiße

Es ist mittags, halb 1, ich fühle mich nach halb 1 in der Nacht.
”Das Runterkommen fühlt sich genauso scheiße an, wie das Aufrechthalten”, denke ich und beschließe, dann jetzt doch zu bloggen. Obwohl ich weiß, wer das alles liest, obwohl ich weiß, dass jede_r darauf reagiert, obwohl es nichts mit ihnen zu tun hat. Zur Zeit ist es kaum möglich, irgendetwas im weitesten Sinne “unbe(ob)achtet” zu tun, das ist so. Vielleicht hört das bald auf, vielleicht müssen wir später – mit mehr Kraft, mehr Haut, mehr Grenze – deutlich machen, dass das passiert und tief reintriggert. Wer weiß, jetzt nicht, nicht noch eine Baustelle öffnen. Obwohl und obwohl.
Jetzt ist Donnerstag. Gestern hat uns der Freund nach mehr als einer Woche voller Arzttermine, Arbeitstreffen, Festival-Workshop-Reise und Therapiestunde abgeholt. Wenn ich so darüber nachdenke, kommt mir das wie ein Traum vor. Das alles. Es war einfach so viel, so viel zu viel des Guten, Interessanten, Aufregenden, Neuen, Wichtigen. Es ist noch nicht realisiert, nicht verarbeitet. Jetzt will ich mich eingraben, fern sein, versorgt sein, schlafen, mich Gedanke um Gedanke abarbeiten, lochen, einordnen. Stempel drauf, Echtheitszertifikat drüber.
Aber.
Es fühlt sich scheiße an.
Traumascheiße.

Es ist die alte Dynamik: Alles ist aufregend, ich könnte auf einer Egowelle hoch zehn schweben, weil ich noch da bin, alles geschafft habe – nicht gestorben bin und alles immer noch da ist – doch alles Wasser steht mir am Hals und begräbt mich zuweilen unter sich. Vornehmlich dann, wenn ich allein bin. Mit meinen Gedanken, meinem Sein, mir – uns.
Und weil ich so aufgerieben bin, weil ich gerade nicht mehr so ganz richtig gut kann, ist es keine Option mehr, mit Menschen zu sein, mit jemandem zu reden, sich damit zu befassen. Niemand kann gerade etwas für mich tun, ohne, dass es meine wunden Stellen aufreibt oder mich zu sehr berührt.
Ich hasse das. Ich hasse mich, wenn ich so bin. Ich will nicht so zart, so sensibel sein. Will mich an die Wand schmeißen, damit das von mir abplatzt und meinen unzerstörbaren Kern freilegt. Meine Härte, meine Stärke – das, was unendlich hochfahren kann, ohne müde, hungrig, durstig, schmerzig zu werden.

Und während ich das so aufschreibe, denke ich, dass das einfach genau das Problem ist.
Dass mein “Hochfahren” eins ist, das meinen von Trauma und Scheiße gestählten Kern erfordert und nicht einfach so ein zwei Hautläppchen weniger, auf die man mal kurz gut verzichten kann.
Es ist einfach kein aufregendes Abenteuer, eine lange Reise mit interessantem Input und ach ja uff, ist es nicht immer irgendwie anstrengend. Es ist immer – immer noch, nach so viel Traumatherapie – sofort eine traumafunktionelle Handlung. Ein Überleben.
Sicher eins, das Spaß macht, ganz sicher eins, dem ich mich auch entziehen könnte, wenn ich das wollte. Es ist kein Gewaltwiedererleben – aber es ist nachwievor ein Wie-auch-im-Trauma-üb_Er.Leben.

Vor allem für die, die ich jetzt – immer noch – in mir schreien spüre.
Scheiße ist das.
Traumascheiße.

der Monsterzyklus

Tag 21, Woche 3 nach dem Umzug.
Es ist der 33ste Tag meines Zyklus und ich spüre das wie etwas, das von innen an jede einzelne Zellwand trommelt. Solche Monsterzyklen sind untypisch für uns geworden. In den letzten Jahren können wir unsere Regelblutung als „regelhaft“ bezeichnen und das ganz klar an Therapiefortschritten und einer dadurch allgemein verbesserten Lebenssituation festmachen.
Es ist nicht mehr normal für uns über Wochen und Monate hinweg, konstant gestresst, angespannt, beuruhigt oder vielleicht sogar (todes)verängstigt zu sein und wie super ist das, wenn es bedeutet, nicht mehr ständig mit Sorgen um eine unerwartete Schwangerschaft oder ernsthaften Erkrankungen befasst zu sein?!

Jetzt passieren viele Dinge gleichzeitig. Nichts davon ist ungewollt – außer der Stress, den es auch bedeutet. Auch Spaß, Glück, Erfolg, das freudige Verfolgen gewünschter Prozesse ist Stress. Wir verdrängen das gern. Ich ganz besonders, denn ich möchte vermeiden, vor anderen Menschen, aber vor allem mir selbst zu wirken, als wäre nie irgendwas einfach problemlos.

Die Realität aber ist die, dass wir mit einer tiefgreifenden Stressverarbeitungsstörung und einer generell nicht neurotypischen Art der Reizverarbeitung leben. Für uns ist nichts jemals einfach „problemlos“ im Sinne von „nicht beachtenswert“ oder „vernachlässigbar“. Selbst dann nicht, wenn wir so tun, als ob es doch so wäre. Wenn es eine Konstante gibt auf die ich mich in Bezug auf meine Möglichkeiten des Funktionierens verlassen kann, dann ist es der Umstand, dass meine Fresse mehr Bodenkontakt als empfehlenswert ist bekommt, wenn ich so handle, als gäbe es die Grenze zu unserem individuellen und jeden Tag etwas anderem „zu viel“ nicht.

Trotzdem wirkt in mir natürlich meine Sozialisierung. Selbst in mir, die nie die Gewalt der Anderen erlebt hat, wirken schädigende Ansprüche an mein Funktionieren. Ich erwarte von mir eine Verfügbarkeit und entsprechend auch eine Produktivität, die mein „zu viel“ konsequent ausblendet.
Eine Strategie, um mich damit zu konfrontieren ist der „braindump“. Das bloße Runterschreiben der Dinge, die ich gerade in mir und meinem Tagesgeschehen jongliere. Was mich beschäftigt und auch, was mich ängstigt oder besorgt. Diese Liste hat für mich an guten Tagen 3 bis 5 Items – seit Februar diesen Jahres umfasst diese Liste konstant 15 und mehr. Und zu welchem Zeitpunkt fällt mir das auch endlich auf? Richtig – ein halbes Jahr später, als mein Zyklus mich zu blutlüsternden Gedanken verleitet, die sonst nur Graf Dracula hat. Und das, obwohl ich mich regelmäßig damit konfrontiert habe, dass gerade alles ganz schön viel, und oft viel zu weit über „zu viel“ hinaus ist.

Es liegt übrigens auch nicht ausschließlich an der Dissoziation, dass das so ist. Die ist ja immer nur die Reaktion auf etwas. In meinem Fall die Unfähigkeit, mit den Konsequenzen von Unproduktivität, Planänderungen und Versagen umzugehen. Zum Einen sehe ich mich selbst einfach lieber als produktiv, kraftvoll und kompetent, zum Anderen bin ich mental nicht so flexibel, wie es Planänderungen oder (unerwartete) Veränderungen in der Regel erfordern. Selbst dann nicht, wenn ich mich ganz easypeasy offen special tiefenentspannt und enttraumatisert darauf einlasse. An dieser Stelle renne ich gegen eine Mauer, die gegen ganz doll wollen und super hart anstrengen immun ist. M.Eine Behinderung.

So wie meine Umwelt in der Regel mit m.einer Dysfunktionalität nicht gut umgehen kann, kann ich es auch nicht. Und genauso wie meine Umwelt auf dieses Problem reagiert, reagiere ich selbst mir gegenüber auch: Wenn ich das Eine nicht schaffe, dann muss ich das Andere schaffen. Alles ist nicht schlimm, so lange ich noch irgendwas anderes schaffe. Als Trostpreis, als Teilnehmer_innenurkunde im Alltagsfunktionieren.

Das zu wissen und zu spüren, dass mich so ein selbstverliehener Trostpreis auch tatsächlich tröstet, ist schmerzhaft für mich. Kein Wunder, dass ich das lieber dissoziiere.
Denn das Nachdenken darüber, was man anders machen könnte, wie es anders laufen sollte, wäre wieder ein Item mehr auf der Liste. Ein Ding mehr im Bereich jenseits des zu vielen.

Folgerichtig baue ich jetzt mal noch ein paar Regale zusammen, der Kühlschrank kommt heute und dann können hurra hurra endlich noch ein paar weitere Kisten geleert werden…

der Stoff, aus dem Gegenmodelle gemacht werden

Am Abend lag ich um 9 im Bett und dachte im Gleichstrom des Simmerns in mir, dass das der beste Umzug in meinem Leben ist. Weil er traurig ist. Weil er anstrengend ist. Weil er mit vielen Neuanschaffungen verbunden ist, die sehr aufregend sind. Weil er in eine Stadt führt, wo noch keine Auffangnetze installiert sind. Weil er in eine Beziehungsebene führt, die wir so noch nie gelebt haben.

Und, weil wir zum ersten Mal nicht aus Angst, sondern aus freiem Willen und innigem Wünschen umziehen.

Konfrontiert mit unserem Sperrmüll, alten Zettelagen und so manchem bisher unbekanntem Versteck für Dinge, die von Kinderinnens sind, habe ich das Gefühl, dass ich mehr über uns verstehe. Vielleicht auch: erstmals verstehen kann, denn wir ziehen jetzt um und nicht vor 5 oder 6 Jahren, als ich vielleicht die gleichen Beobachtungen hätte machen können, aber noch nicht so einordnen.

Warum sind wir so oft unorganisiert – weil wir ständig nicht nur organisieren, sondern auch kompensieren. Nicht nur uns und unsere Wahrnehmung, sondern auch unsere Umgebung, in der so viel Zeug einfach nur ein bisschen funktioniert, wenn Sonne, Mond und Sterne gut stehen und der Zufall den Wind günstig dreht.
Wir ersetzen jetzt viel und das ist heftig, aber auch gut. Und wiederum etwas, das zu ein bisschen überraschenden Beobachtungen führt.

Wir sind gar nicht mal so echt okay mit Gestückel und “Hauptsache es erfüllt seinen Zweck”. Wir sind okay damit, wenn man uns nicht beurteilt aufgrund unseres Besitzes. Es gibt durchaus Gefallen an schönen Dingen, die nicht schön sein müssen, um zu funktionieren. Macht uns das bürgerlich oder materialistisch? Wie genau wird das definiert und wo genau verläuft da eigentlich die Grenze, an der sich viele Leute in unserem links-radikal-alternativem Umfeld stoßen und reiben?

Und welche Rolle spielt in dem, was mir jetzt an unserem Gefallen bemerkenswert erscheint, eigentlich der Umstand, dass wir teils aufgrund unserer traumabedingten Anpassungsbereitschaft und teils aus der realen Armut heraus, nie die freie Wahl hatten, die nicht alle, aber doch viele in unserem Umfeld hatten?

Wären wir nicht so früh aus der Herkunftsfamilie gegangen, hätten wir diese freie Wahl auch nicht gehabt. Selbst dann wäre sie traumabedingt gewesen. Freier als arme Leute hätten wir uns entscheiden können, aber eben auch nur in dieser Hinsicht.
Es bedeutet etwas, wenn man immer mit dem Gefühl durchs Leben geht, man müsse froh und dankbar und deshalb anspruchs-, wunsch-, und willenlos sein, weil man noch lebt. Weil man in Deutschland lebt, in einer Wohnung, mit den Fähig- und Fertigkeiten und am Ende auch dem Besitz, den man hat.

Es bedeutet etwas, wenn man das eigene Amlebensein mit der Überzeugung trägt, es würde nur aus einer Ausnahme heraus überhaupt (weiterhin) gewährt und könnte bei jeder Gelegenheit, ob selbst verantwortet oder nicht, genommen werden.

Es bedeutet, eine Traumawahrheit am Leben zu erhalten, weil man kein Gegenmodell hat.
Vielleicht nie gelebt, nie gefühlt, nie gedacht hat.

Ich glaube nicht, dass wir mit dem Umzug automatisch in ein Leben mit so einem Gegenmodell kommen, aber ich hab das Gefühl, dass wir über den Kontakt und das Miteinander mit dem Freund öfter als vorher bemerken, dass wir diese Traumawahrheit nachwievor im Körper und auch in der Seele haben. Denn er ist ja einfach da und diese Existenz ist so fraglos und auch ausnahmslos, dass es stark kontrastiert, wie wir uns und unsere Existenz empfinden.

Das alles im Kopf, wird es manchmal auch zu Gefühl und das ist neu.
Und damit etwas, das es zum besten Umzug macht. Ich fühle, dass sich etwas verändert und bin dabei. Es tut weh und ich bin da. Wir ziehen hier weg und ich fühle das auch.

Ich glaube, dass das der Stoff ist, aus dem Gegenmodelle gemacht werden.

wenn was ist

Der Knopf an dem Beistelltisch ist rotorange und unter ihm ist eine androidhafte Gestalt mit Schwesternhaube abgebildet. Ich habe nichts zu tun. Liege hier rum, denke über die Tiefe dieser Grafik nach, höre den schnellen Gummisohlenquietscheschritten der Pfleger_innen über den Stationsboden zu.

Wenn was ist, soll ich mich melden.
Ich weiß nicht, was “was” hier bedeutet. Wenn mir der Puls im Hals flattert, wird er abgezählt und neben den aus meinem Arm gequetschten Blutdruckwert geschrieben. Dann werde ich wieder alleingelassen. Wenn es in meiner Brust wieder sticht, drückt, beengt und das Atmen schwer wird, dann wird der Puls abgezählt, der Blutdruck erquetscht und danach schließt sich die Tür wieder.
Mehr habe ich nicht. Nicht kommunizierbar und wenn, dann ist es innerlich. Psychisch, autistisch, traumatisch.

Ich traue meiner Wahrnehmung nicht. Weiß, dass ich weit über meine Kompensationsmöglichkeiten hinaus überreizt bin. Sensorisch wie geistig, wie psychisch. Ich, wir, haben nicht ein einziges Mal geweint, haben es nicht einmal versucht. Alle Geräusche der Welt sammeln sich in meinem Kopf und verdrängen jeden noch so kleinen Raum. Allein der Umstand, dass wir gerade nicht funktionieren müssen, verhindert einen explosiven Meltdown.
Was bleibt, bin ich. Der funktionale Shutdown.
Mein Sein ist das Schwingen. Vor und Zurück. Auf und Ab. Rein und Raus. Ich bin nicht durchlässig. Aber ich funktioniere so, als sei ich es.  Ich schwinge mit. Mit den Menschen, die mit mir sprechen und dem Innen, das sich unter meiner hauchdünnen Oberfläche zu einem undurchdringlichen Stein zusammengedrückt hat.
Dann und wann sickert Hannah bis zu mir und findet sich so normal wie lange nicht. Fühlt sich gut in dem Plauderkontakt mit der Mitzimmerbelebungsperson, badet in der Zeit mit dem Freund, C. und F., die zu Besuch kommen. Dass sie rausschwingt, was das Außen auf meine Oberfläche wirft, weiß sie nicht. Das merkt sie erst jetzt beim Lesen dieses Textes.

Wenn was ist, ist jemand da. Vielleicht ist man zu nichts anderem im Krankenhaus.
Dass man nicht alleine ist mit etwas, das man nicht so richtig versteht, das eigene Leben als bedroht empfinden lässt und manchmal auch mit Schmerzen einher geht.
Es ist so wie unser Da_Sein. Nur anders.

Dass was ist, erfahren wir, als wir entlassen werden.
Als etwas ist, da gibt es keinen Knopf zum Drücken.
Nur unser Da_Sein und die Freund_innen, die das aushalten.

so nah dran

4 Uhr 30. Von draußen rieseln kleine kühle Winde auf meine nackte Haut. Den Kopf noch voller Schlaf gehen wir mit NakNak* raus, wieso weiß ich eigentlich nicht. Aufstehen, Hund, Kaffee, das kommt nach Aufwachen und das Immernochleben fühlen.

Heute bekommen wir unser Zeugnis. Unsere zwei Zeugnisse. Berufsabschluss und Fach-Abitur.
Wir machen uns seit Wochen Sorgen, wie das wird. Kommt der Begleitermensch? Nein. Er muss zu seinem scheiß Ausbeuterjob, bei dem er auch nicht zu sehen bekommt, zu was seine Arbeit konkret am Ende führt.

Mein Kaffee dampft, das Draußen hat klare Umrisse. Ich sitze am Fenster und frage mich, ob wir in der neuen Wohnung wohl auch irgendwo am Fenster sitzen werden, um Kaffee zu trinken und uns mit dem anbrechenden Tag bekannt zu machen.

Dann wasche ich ab, sauge Staub, räume Dinge herum, bringe zu kleine Kleidung, in die ich letztes Jahr noch so dringend hineinschrumpfen wollte weg. Ich will nie wieder so schrumpfen. Ab sofort gilt das Einsiedlerkrebsprinzip: Was passt, das passt.

„Wir müssen nicht mehr zur Schule. Nie wieder.“ Das sage ich M. und denen um sie herum, die seit dem letzten normalen Schultag nicht mehr aktiv im Außen waren. Nicht einmal zu den Prüfungen. „Ihr könnt ab jetzt andere Sachen probieren.“ Ich verspreche ihnen, dass sie sowas, wie die letzten Jahre nie wieder ertragen müssen. Wir besiegeln es mit von ihnen in den Container gedonnerten Glasflaschen.

Wir haben uns eine neue Hose und ein neues Oberteil gekauft. Gestern die 3 Schuljahre langen Haare abschneiden lassen. Als ich aus der Dusche ins Warten auf den Freund steige, ist es eine Bewegung ohne jede Kraftanstrengung.
Wir warten, trinken Wasser, bemerken, dass wir noch nichts gegessen haben, vergessen es wieder bis der Freund da ist. Bevor wir in der Schule ankommen, fahren wir Müll zum Wertstoffhof und als wir in der Schule sind, haben wir eine Ansprache mit Powerpoint-Präsentation verpasst. Es wird viel geklatscht, ein Foto gemacht. Wir haben NakNak* auf dem Schoß und flatterfuchteln einfach raus, was raus muss. Es tut so gut wie Furzen wegen Bohneneintopf.

Später sitzen wir in einem Klassenraum und essen Melone. Dann bekommen wir unsere Zeugnisse. Und werden mit dem neuen Namen aufgerufen. „Das sind wir“, sage ich den anderen so als würde ich ein Netz aufs offene Meer werfen. Und als wir die Mappe, eine Rose und ein Geschenk in der Hand unseren Lehrer_innen danken, merke ich, wie ich selbst das Netz bin, aus dem auch die anderen gemacht sind.

Es geht schnell vorbei, niemand muss etwas aushalten, wir gehen einfach wieder auf unseren Platz.
Wir sind, reden mit den anderen Leuten, wünschen allen, dass es gut für sie weitergeht.

Der Freund ordnet den Glamour der Veranstaltung im Spanplattenbereich ein, ich lache und denke, wie gut das zu uns passt. Funktionell, vielfältig, einfach. Er versteht jetzt wieder etwas mehr von dem, was es uns abverlangt hat und irgendwie tröstet das etwas, das ich vorher gar nicht als tröstlich erlebt habe.

Wir gehen sehr lecker essen, laufen an den Händen durch die Altstadt.
Es ist schön und so nah an uns dran.
So, als meint das alles uns und niemand anders.

Lebensaufgaben

“Man nennt es manchmal “Lebensaufgabe”. Das, womit man im Leben immer wieder konfrontiert ist, bis es vorbei ist. Interessanterweise ist, die Lebensaufgabe zu schaffen selten das, wofür man irgendwann eine Lebenswerk-Ehrung erhält. “

Und dann ist mein Gedanke auch schon wieder vorbei.
Wir sitzen in der neuen Wohnung. Unserem neuen Büro.
Es ist viel lauter als bei uns, unten vor dem Fenster fahren Laster und Kleinwagen von links nach rechts, von hinten zwitschern Vögel dagegen an. Der Freund telefoniert unten und das Klicken meiner Tastatur platscht von Wand zu Wand, denn hier ist noch nichts, außer dem Sofakissen auf dem ich sitze und dem Fußhocker auf dem das Laptop auf dem umgedrehten Besteckkasten steht. Und der beißende Kampfergeruch von dem Polsterreinigungsschaum, den der Freund gestern auf dem Futonbezug verteilt hat.

Hier ist nichts wie zu Hause und das ist anstrengend.
Es ist anstrengend zu zweit, zu viert und obendrein noch mitten in der PMS-Phase des Zyklus zu sein.
Nach 3 Tagen Podstock, nach 6 Wochen Prüfungsphase, nach 3 Wochen Prüfungsvorbereitungsphase. Manchmal merke ich ganz dicht hinter mir, wie es etwas kippelt und ausrasten könnte, aber keine Energie aufbauen kann. Das ist noch schlimmer als wenn es einfach ausbrechen würde, denn es bleibt und wabert und zieht und zieht und zieht an meiner Kraft, statt sich einmal einfach zu entladen und dann wieder abtauchen zu können.

Vorne in der Hecke stecken Gespinstmottennester. Gestern haben wir Brennnesseln aus dem Boden gezogen, die uns bis zur Schulter reichten. Wir haben den Rasen gemäht und gemotorsenst. Wenn wir hier wohnen, wird es neue Routinen geben und ich freue mich auf den Moment, in dem sie einfach da sind.
Im Moment bringt jeder Tag etwas Neues und es ist spürbar schlimmschön.
Wir würden es nicht anders haben wollen, aber wir brauchen es anders und das in der Art zu spüren und im Innen als real zu erleben ist krass. Neu. Schlimm.
Und schön, denn um dahin zu kommen haben wir viele Jahre an uns gearbeitet.

Wir haben noch 6 Wochen vor uns, in denen einfach gar nicht mehr so sein wird, wie in den letzten Jahren.
Ich habe Angst vor einer Erschöpfungsdepression im August/September. Weiß, dass sie kommen wird. Weiß, was ich dann machen muss. Weiß, dass es trotzdem schlimm sein wird und gleichzeitig nicht zu verhindern ist.

Niemand krempelt das ganze Leben um und ist hinterher nicht tief erschöpft.
Niemand schafft eine Lebensaufgabe und ist dann nicht überfordert vor der nächsten.

Fundstücke #70

Ich habe einen amerikanischen DIS-Podcast im Podcatcher, in dessen Beschreibung steht, dass sie dissoziative Symptomatiken und Wechsel nicht rausschneiden. Für die Authentizität.
Das und anderes haben mich dazu gebracht, mich zu fragen, wie authentisch wir hier sind. Und ob das überhaupt geht – authentisch sein, ganz man selbst sein, wenn man gar nicht so recht weiß, wie man denn ist.

Wenn ich einen Podcast aufnehme, dann will ich ihn gut machen, denn ich mache das auch für andere. Und wenn ich etwas gut machen will, dann schneide ich raus, was mir ungut erscheint. Heulen zum Beispiel, weil ein Thema so unfassbar berührt und traurighilflos macht. Wechsel zu Innens, deren Emotionalität ein Thema in den Hintergrund drängen würden. Oder auch Wort- und Sprachlosigkeit, deren Stille zu einer großen Anstrengung für Hörer_innen werden würde.
Vermutlich bin ich also nicht authentisch in der Sache. Vielleicht ist dabei nur authentisch, dass ich das überhaupt mache und so viele andere Betroffene nicht. Denn irgendwie sind wir, bin ich, immer irgendwie die Person, die Dinge tut, obwohl und obwohl.

Das war auch Thema neulich.
Obwohl.
Bloggen, podcasten, workshoppen, für Geld monologisieren vortragen, ein Buch veröffentlichen, rausgehen und Dinge machen, Leute treffen – obwohl bei uns nicht alles gut ist. Obwohl wir auch Angst haben. Obwohl wir auch nicht von uns denken, dass wir die beste Person für das sind, was wir bewirken möchten. Obwohl es schwer ist.

Das sind keine Dinge, die uns abhalten etwas zu tun. Ehrlich gesagt sind das sogar Dinge, die so tief in mich hineingefräst sind, dass sie zu kompensieren ein Teil meines Ich, unseres Rosenblätter-Ich, sind.
Aber sie haben den gleichen Stellenwert wie den Ärger darüber, dass ich meine Schreibfehler in den Texten immer erst Stunden nach der Veröffentlichung sehe oder wie das Gefühl aus der DIS-Blog-Szene ausgeschlossen zu sein, weil mehr als “Gut gemacht”, “Danke” oder Quark von dem klar sein muss, dass wir ihn nicht freischalten, bei uns nicht kommentiert wird.

Es gibt so viele hätte würde könnte wenn’s in unserem Leben. Wir kommen nicht hinterher damit und die Konsequenz dieser Unübersichtlichkeit und unserer Unzulänglichkeit Dinge anders zu machen ist, die Dinge zu machen, die wir machen wollen und zwar so wie wir wollen.
Das ist die Authentizität, die wir leben. Glaube ich.
Dass wir Dinge tun, um sie zu tun, nachdem wir uns entschlossen haben sie zu tun. Nicht trotz oder obwohl da auch Angst, Unzulänglichkeits- und Isolationsgefühle sind, sondern, weil sich diese Gefühle nicht damit verändern, dass wir nichts tun.

Wir machen sie nicht (mehr), damit Dinge besser werden. Wir machen sie, um sie gut zu machen. So gut wir das eben hinkriegen.

Und ja, ich glaube unsere Flashback-Reaktionen aufzunehmen, emotionale Innens andere Leute anpöbeln zu lassen oder Kinderinnens an PC und Handy zu lassen, führt nicht dazu, dass wir etwas gut machen.

Ich glaube auch, dass viele Leute Authentizität mit Nahbarkeit verwechseln.
Viele bezeichnen Menschen authentisch, mit denen sie sich verbunden fühlen. In denen sie sich selbst irgendwie erkennen können. Wir erkennen uns selten in anderen Menschen, und wenn dann nur in Stückchen. Wir ver.binden uns bewusst und auf Grundlage von wohlüberlegten Entscheidungen. Gefühle haben dabei keine leitende Funktion, sondern eher eine beratende.
Wir haben noch nie einen Podcast oder ein Blog abonniert, weil wir authentische Leute lesen oder anhören wollen, sondern, weil wir gut präsentierte Inhalte lesen/anhören wollen.

Vielleicht macht uns das komisch und unnahbar. Vielleicht sind wir auch so.
Keine Ahnung.
Es ist auch nicht relevant.

Wir sind nicht, was wir machen.
Wir sind angstvoll, unzulänglich und oft einsam – und wir machen Dinge.
Gleichzeitigkeit zu leben ist authentisch.

„how autism feels from the inside“

„Sometimes, like, you make plans, but, again, these promises and plans always go into chaos.
Its like – I think according, like, to Nietzsche, that life you think has one circle, but no, there are added circles to extra added circles, which create chaos. And than you – its sort of like you’re drowning.“

Ja, „like you’re drowning“, als würde man ersticken. Die Welt verliert alles Licht, jede Richtung, jeder Kontext verliert sich in Mustern, Kreisen, Ebenen. Als würde man das Sterben leben. Ohne Sinn, ohne Halt. Und dann kickt die Traumascheiße. Die Erinnerung daran, wie das war, als man kurz davor war zu ertrinken. Als man kurz vor dem Ersticken war. Als Leben um das Sterben, das beinahe, das ersehnte, das unkontrollierbare Sterben kreiselte.
Und dann ist es bei uns kein Tagtraum, sondern das Leben von jemand anders. Ein anderer kleiner extra hinzugefügter Kreisel, der die Lücken schließt, Kontexte verbindet, die Zeit, den Moment, das Alles festhält und in sich zu etwas verbindet, das er_lebbar ist.

Behinderungen sind nicht sekundär. Nicht für uns. Wir sind die Behinderung, unser Menschsein ist auch, behindert zu sein. Ist wir sein. Deshalb sagen wir „behinderte Menschen“.

Ich mag, wie unsere Perspektive, der Perspektive von Jordan in dem Film, einen kleinen Kreisel hinzufügt und die Verbindung die self advocacy ist. Kein Chaos.

Weltautismustag #4

Der vierte Weltautismustag mit dem Wissen um den eigenen Autismus.

Was kann ich dazu schreiben. Eigentlich nichts. Wir sind nicht nur autistisch. Ich denke, dass an so einem Tag nur die sprechen sollten, die ausschließlich das sind. Autist_innen.
Ich weiß, woher ich diesen Gedanken habe und weiß, dass ich ihn nicht haben muss. Er ist trotzdem da und wirkt. Dieser Text ist ein Versuch daran vorbei zu kommen.
Denn es ist unser „nicht ausschließlich autistisch“-sein, das die Diagnose so lange verunmöglicht hat und es auch heute noch erschwert, als auch autistische Person verstanden und anerkannt zu werden.

Es gibt enorm große Schnittmengen zwischen Autismus und dissoziativen Störungen (aufgrund traumatischer Erfahrungen). Sich auf gleich zwei so umfassenden Spektren verorten zu wollen, ist eine Herausforderung und nachwievor sind wir damit (gefühlt) völlig allein.

Durch unsere schulische Ausbildung haben wir viel Raum, uns damit auseinanderzusetzen, worin unsere Lern.Be.hinderungen und unsere Kompensationsstärken liegen. Wir haben gelernt, dass wir eine Stärke für Details und Analysen hochkomplexer Zusammenhänge haben, gleichzeitig jedoch Schwierigkeiten so schnell Verbindungen herzustellen – und beizubehalten – wie in der Schule und auch manchmal im Alltag erforderlich.

Wir bewegen uns geistig wie sozial nie im großen Ganzen – sondern immer im präzise durchanalysierten und scharf beobachteten Moment. Wir können darin mehr aufnehmen als andere Menschen, viele Verläufe und Möglichkeiten gleichzeitig berechnen, abwägen, einordnen, können sie aber oft nicht als das kommunizieren, was hinter unseren Analyseergebnissen (und entsprechendem  Re_Agieren) steht.
Wir können sehr gut schreiben und gut sprechen, etwas für andere Menschen verständlich zu sagen jedoch, raucht uns sehr schnell, sehr tiefgreifend aus.
Wir sind konsequent wie eine Guillotine im freien Fall, wenn wir uns etwas vorgenommen haben und gleichzeitig ohne jede Struktur, was ebenjene Vorhaben bzw. ihre Umsetzung angeht.

Die Gegensätzlichkeiten und Widersprüche in unserer Interaktion und Kommunikation sind in einer Linie mit der Art, wie wir gestrickt sind und das ist eine merkwürdig guttuende Erkenntnis.
Wir sind “geistig behindert” und gleichzeitig hochbegabt. Kriegen nichts auf die Kette und haben gleichzeitig das Potenzial sogar mehr zu können bzw. zu schaffen, als viele andere Menschen.
Wir sind eine Person, ein Einsmensch, und gleichzeitig viele. Viele Seelen, viele Leben, in einem Körper.leben.

(Diese) Gleichzeitigkeit mitzudenken, zu erleben und zu empfinden ist, was uns ausmacht.
Ob das eine rein autistische Geschichte ist, wissen wir nicht. Die Dinge, die wir in den letzten Jahren über Autismus gelesen haben, befassten sich nicht bzw. wenn, dann eher am Rande mit solchen Aspekten.
Meistens ging es um autistische Kinder. Um autistische Kinder in der Schule, im Defizit, im Zentrum der Angst vor sozialem und ökonomischen Abstieg der Eltern. Es ging um neuere Studien zur genetischen Grundlage des Autismus, um mögliche Risikofaktoren während Schwangerschaft, Geburt und frühster Kindheit.

Zur Lage und Lebensqualität komplex traumatisierter Autist_innen oder autistischer Menschen, die komplex traumatisiert wurden, haben wir noch immer keine Veröffentlichung gefunden. Keine, außer unserer eigenen, von denen wir bis heute nicht so recht wissen, ob sie nachvollziehbar, sinnig, ~wertvoll, konstruktiv für irgendetwas oder irgendwen nutzbar sind.

Am Weltautismustag wird in Amerika nachwievor die (von Autist_innen scharf kritisierte) Organisation “Autismspeaks” beworben, die ein Puzzleteil als Logo hat. Die Ironie ist groß. Sagt man doch auch über Leute, die viele sind, sie wären innerlich ein Haufen auseinandergerupfter Teile, die zusammen ein Ganzes ergeben.
In unserem vierten Jahr mit Autismusdiagnose und dem inzwischen siebzehnten Jahr DIS-Diagnose denken wir beides gleichzeitig in uns und fühlen uns damit isoliert. Weggerupft.

Wir sehen nachwievor keine Inklusion von autistischen Menschen in der Traumaforschung und von anerkannt traumatisierten Menschen in der Autismusforschung.
Wir sehen nicht, dass sich Traumaspezialist_innen für die Neurodivergenz und ihre Auswirkungen auf das Gelingen oder Nichtgelingen von Traumatherapie interessieren. Sich fort- und weiterbilden, sich dazu entscheiden, anzunehmen, dass auch behinderte* Menschen von Traumatherapie profitieren können, wenn man es ihnen ermöglicht.
Wir sehen nicht, dass der institutionellen Pflege und Versorgung von autistischen Menschen die Idee von Selbstermächtigung innewohnt. Sehen noch bei viel zu wenigen Menschen das Bewusstsein dafür, dass man bei bestimmten Heil-, Hilfe- und Förderungs.be.handlungen das Potenzial einer grundfesten Traumatisierung autistischer Menschen mitbedenken muss.

Wir sehen nur einen Haufen Puzzlestücke, die sich hier und da um einzelne Aspekte klumpen, die letztlich nicht den Menschen dienen, um die es geht.
Und wissen auch in diesem vierten Jahr der Auseinandersetzung nicht, ob mehr Awareness das Einzige ist, das gebraucht wird, um das zu verändern.

die Reibe, die Schule, die Selbst_Verletzung

Es gab Reibekuchen. Das Reiberaspelding steht neben der Spüle. Bereit abgewaschen und wieder in die letzte Ecke gestellt zu werden. Weit weg. Aus dem Blick. Aus dem Sinn.
Als meine Narben noch hart waren, hatte ich beim Rüberstreichen manchmal gedacht, dass ich sie mal als Reiberaspel benutzen könnte. Oder als Waschbrett. Waschbrettbauch, Waschbrettarme, Wäsche würde nie ein Problem für mich sein.
Heute sitze ich in der Küche und denke darüber nach, ob ich mir den Traumascheiß runterratschen könnte, wie das Außen einer Karotte.

Wir sind seit mehr als einer Woche zu Hause. Alleine. Wir haben zu oft weder gesprochen, noch in Worten gedacht. Nicht mal beim Schreiben ehrlich gesagt.
Es tut uns nicht gut. Nicht so. Das alleinsam sein, obwohl man in der Schule sein oder wenigstens etwas für die Schule tun müsste. Wir würden mehr für die Schule machen, müssten wir nicht mehr dahin. Komisch, aber isso.

Heute sind wir in der Schule verabredet, um zur Schule zu gehen, aber keine Schule zu haben. Nur lernen. Keine Schule. Das geht. Glaub ich. Die Starre ist noch nicht wieder da. Ich habe keine Angst, fühle mich nur bedrängt. Unsicher, weil ich nicht weiß, was ich erwarten kann. Neben dem, was ich erwarten muss und mir schon beim Gedanken daran die Überforderungsübelkeit in den Bauch rauschen lässt.

Hätt ich eine Mutti würd ich sie fragen, ob sie mit mir kommt. Mir die Hand hält, mir das Gefühl gibt sicher zu sein. Ganz generisch. Hab ich aber nicht. Nicht mehr und eh nie so. Wär meine Mutter hier, wüsste von all dem, sie würde sagen “Nu komm.” oder “Nu mach” und ihren Kopf in einer vagen Bewegung durch die Luft schwenken wie so ein Weihrauchdings in der katholischen Kirche.

Ich weiß nicht mal wovor ich Angst habe. Niemand da sieht mich so jung und nichtig, hilflos, ohnmächtig, wie ich mich fühle. Sie sehen mich als Erwachsene und gehen entsprechend mit mir um. Sie wissen nicht, dass sie mich damit überfordern. Nicht, weil ich in Wahrheit ein Kind bin, sondern weil mich von einem Kind in vielen Dingen nur das Alter unterscheidet.

Wie oft habe ich mich früher nach solchen Schulverquerungen verletzt, um mich selbst davon zu überzeugen, wie wirklich schwach, verletzbar, grundfest unsicher ich tatsächlich bin. Wie wirklich unerträglich die Dissonanz, die Inkongruenz zwischen dem ist, wie ich auf andere Menschen wirke und dem, wie ich bin.
Komisch, wie ich heute vor allem diese Gefühle von Verletzlichkeit und profunder Eigentlichgarnichtsicherheit aus mir rausschneiden will.

9 Uhr 22. Der Heizungsmensch war da. Die Wohnung wird wieder warm.
In einer halben Stunde muss ich los.
Die Reibe bleibt wo sie ist.