Fundstücke #74

„So will ich nicht sein.“ Das sagt Hannah immer wieder. Obwohl die Situation, in der sie das sagen wollte und auch gesagt hat, schon seit gut 3 Stunden vorbei ist. Draußen regnet es, eine große Fliege versucht sich durch die Schlafzimmerfenster zu bohren. Müdigkeit liegt wie eine Bleischürze auf mir. „So will ich nicht sein.“
Das sagt sie, weil sie nicht verletzen, irritieren, überraschen, überfordern, will. Weil sie „keine Situation entstehen lassen will“.
Ich hatte am Vormittag für unser nächstes Buch aufgeschrieben, wie Hannah entstanden war. Musste weinen, weil ihr keine Traumatisierung mit Todesgeschmodder und dramatische Szenen der Gewalt voranging, sondern einfach nur unsere Angst zu sterben, weil wir von jetzt auf gleich absolut allein auf der Welt waren. In der absoluten Frei_von_heit, wie sie viele Aussteiger_innen erleben, wenn ihre Verbündeten oder, wie in unserem Fall, Behandler_innen, nicht mehr (für sie) da sind oder sein können/wollen/dürfen.

Hannah kann Menschen. Sie ist unsere beste soziale Rechenmaschine und die einzige, die Ver_Bindungen nicht nur ertragen, sondern auch herstellen und gestalten kann. Was unser Leben nach der Gewalt angeht, trägt sie am meisten der Last, die damit einhergeht, es auch zu erhalten. Niemand von uns anderen hat Freund_innen. Niemand von uns kann Menschen. Wir haben Angst und können Menschen aushalten. Manche jedenfalls. Dass unsere Therapie einen anderen Menschen erfordert, war und ist bis heute eine der größten Barrieren der Traumatherapie für uns. Dass wir das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, Verbundenheit und Kontakt haben, ist für manche von uns der schlimmste Verrat voreinander. Dass der Freund in unserem Leben ist, liegt an Hannah und ihrem Brückenschlag zwischen ihm und uns.

Warum Hannah so ist, wie sie ist und wir nicht, können wir nicht verstehen. Aber sie ist da und ohne sie wären wir es nicht mehr.

„So will ich nicht sein.“, das fühle ich wie etwas, das von innen durch meinen Kehlkopf nach außen will. Als die Fliege neben dem Lichtkegel der Leselampe landet, rinnt es mir aus den Augen. „Du solltest nie sein“, denke ich in ihre Richtung. Weine fertig, gehe ins Bad, wasche mir das Gesicht.
„Und doch sind wir hier.“

Ahnung haben

Es ist April, es fühlt sich nach Juli an. Wenn die Bauern über die Felder fahren, ziehen sie Staub hinter sich her. Ich gieße jeden Abend unsere Beete und Beetchen, hoffe, dass das Wasser überhaupt weiter als einen Zentimeter in den Boden kommt. Mein bisschen Ahnung von Pflanzen und Draußen reicht, um zu wissen, dass die Bedingungen für Anfänger_innen gerade nicht ideal sind. Aber was ist gerade ideal. Was ist das überhaupt je, außer unsere Vorstellungen und Ideen.

Heute haben wir das Auto mit 6 Heidelbeersträuchern und 8 Zentnern Erde gefüllt. Das war toll.
Es fühlt sich erwachsen an, solche Dinge zu entscheiden. „Bapp! Hier kommt ein Strauch hin.“
Ein ganzer Strauch! Genau die Dinger, die man normalerweise irgendwo eingewachsen rumstehen sieht, ohne darüber nachzudenken, warum sie da stehen und nicht woanders. So ein Strauch ist etwas anderes als eine handvoll witzig geformter Samen, die man auf kahl vertikutierten Rasen wirft, begießt und hofft, dass nicht schon zur nächsten Mittagszeit gerösteter Kerncocktail auf dem Speiseplan der Vögel steht. Ein Strauch ist schon da. Fertig. Dem guckt man nicht mehr so wirklich beim Werden zu, mehr beim Sein. Das macht den Akt des Verpflanzens für mich so besonders.

Jetzt stehen sie da im Garten, neben dem Hochbeet, das ich diese Woche angelegt habe. Vermutlich falsch. Auf jeden Fall schief. Und voller Enthusiasmus, dass das schon irgendwie gehen wird, von mir betrachtet. Ich verwandle mich in eine Gartenversion von F., dem Baufreund. Den habe ich vermisst beim Bau. Sägen ist nach wie vor ein Thema für uns.
Immerhin gärt es nun im Bauch des Hochbeets. Man kann seine Hand auf die weiche Erde legen und sie ist warm. Wenn man sie mit Wasser beregnet, riecht es nach April.

Ich habe immer gedacht, Heidelbeersträucher hätten Stacheln und Erwachsene immer genaue Ahnung, von allem, was sie tun und entscheiden. Das haben sie nicht und das ist gut zu wissen.

Öffentlichkeitsarbeit zu DIS – der bessere Thread

Manchmal will ich zu viel von meinen Texten oder Twitter-Threads.
Dann erwarte ich, dass Leute ein Video schauen und einen langen Thread lesen und sich dann vielleicht auch noch dazu verhalten. Einerseits sehe ich kein Problem in der Erwartung – schließlich erwarten wir alle immer irgendetwas von einander und es gehört dazu, diese nicht immer und vollständig zu erfüllen. Andererseits war mir auszudrücken, was ich auszudrücken versucht habe, wichtig und ich war so glücklich, zu den Gedanken und Worten gekommen zu sein. Deshalb teile ich sie noch einmal hier und habe einige Änderungen und Hinzufügungen fürs Verständnis vorgenommen.

Gesehen hatte ich das aktuelle Video von Mailab, in dem es um Wissenschaftskommunikation ging und Virologen in ihrer Medienpräsenz verglichen wurden. Mai hat darin aufgezeigt, dass ein Problem der Wissenschaftskommunikation immer das ist, dass Wissenschaftler_innen (Forscher_innen, Expert_innen…) immer vom Gegenstand ihrer Forschung sprechen – das “What” und wir Laien aber vor allem an dem “So What”, also der Bedeutung des Forschungsgegenstandes für uns interessiert sind.

Mir hat diese Verdeutlichung Worte für die Parallelen in der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema DIS gegeben. So begann ich den Thread:

Kurz noch eins: Ich beziehe mich in diesem Text auf keine spezielle Veröffentlichung oder
Öffentlichkeitsarbeit zur DIS oder will mit diesem Text auf komplizierte Art ausdrücken, dass
jemand alles falsch macht oder schlecht “für uns Multis” ist. Die Ebene, die ich kritisiere
bzw. auf der ich mich abgrenze, ist eine andere und geht über Individuen hinaus.

”Seit Jahren werden Beiträge zum Thema mit „Es ist nicht wie bei Jekyll und Hyde“, „Es ist keine Schizophrenie“, „… sondern durch Gewalt entstanden“ eingeleitet. Dann gibts ein Fallbeispiel, ein Einzelfallportrait, ICD oder DSM werden vorgetragen und illustriert und fertig. Das liegt daran, dass für mehr oft kein Raum ist. Dem „What“ wird Raum in Form von Behandler_innen-Interviews und Studienlage gegeben (es wird also eine Datenlage präsentiert – Zahlen, Abstraktes) und das „So What“ sollen die Betroffenen sein.
Sie verkörpern die „Krankheit“ und damit – entsprechend der Kommunikation – auch immer ihre Ursachen. Also im Fall der DIS, toxischer Stress durch massive (organisierte, Rituelle, sadistische, langanhaltende) Gewalt.

Das Ergebnis dieser Kommunikation ist: „DIS = Krankheit (durch Gewalt)“ oder „Gewalt = DIS = krank“ oder „Gewalt = krank = DIS“
Es kann und wird so nie sein: Gewalt = „schlecht“ oder DIS = eine von vielen möglichen, und in an allen Menschen angelegte Anpassungsreaktion auf toxischen Stress.

Hinzu kommt: Öffentlichkeits/Aufklärungs/Antistigmaarbeit macht man immer für eine Gesellschaft.
In unserer Gesellschaft ist es schlecht, krank zu sein. Wer krank ist, ist mit Ableismus konfrontiert. Wer psychisch krank ist, zusätzlich noch mit Saneismus und das von allen Seiten, in allen Lebensbereichen.
Bereits das Konzept von Aufklärung – und also Aufklärungsarbeit an sich, ist ableistisch und klassistisch, denn in unserer Gesellschaft wird den (so eingeordneten) Kranken die Fähigkeit von Wissen und Wissensvermittlung nicht gleichermaßen zugesprochen, wie (als so eingeordnet) Gesunden. Zusätzlich dazu sind Mittel- und Oberschicht, die durch ihren leichteren Zugang zu Bildung und Aufstiegsmöglichkeiten durch Bildung, praktisch immer diejenigen, die in der Position sind, als Expert_in, Wissenschaftler_in, Forscher_in, Behandler_in…, aufzuklären.
Aufgrund dessen darf angenommen werden, dass ergo in dem vermittelten Wissen selten bis nie auch drin steckt, was diese Position verunsichert oder delegitimiert. Das wiederum macht das vermittelte Wissen für Unterschicht und Präkariat, (dessen Zugehörige, in Relation zu anderen Klassenangehörigen, häufiger die Betroffenen der Forschungsgegenstände sind) praktisch wertlos, denn es wird wie gesagt grundsätzlich sowieso nur das “What” vermittelt, aber das “So what” gebraucht – nach Möglichkeit angepasst an von Klassismus, Sexismus, Rassismus, Ableismus, Saneismus… geprägte Lebensumstände. Und das bleibt eben oft aus.
Karen, 32, promovierte Extraspezialistin an der Hochschule Schabala, knallgesund und gut versorgt, hat halt keine Ahnung, wie es ist, den Krebs, den sie unterm Mikroskop erforscht, zu haben, in dem Gesundheitssystem, der ableistischen Gesellschaft und der Armut, in der Friedrich 57, Frisör in Poppenhusen, lebt.
Dass es diese Unterschiede gibt, bedeutet nicht, dass Karens Forschung schlecht ist oder sie für speziell Friedrichs Leben eine Verantwortung trägt, aber es bedeutet, dass die Aufklärung über ihren Forschungsgegenstand im Blick haben muss, dass es Menschen wie Friedrich gibt und die Kommunikation das “So what” von ihm mitdenken muss.

Beim Thema DIS, ist es nun leider so, dass Popkultur und Verschwörungstheorien schneller als der wissenschaftliche Fortschritt war. Da gab es Filme, Romane, örtlich eingrenzbare Massenpaniken, die Schlagzeilen gemacht haben und entsprechend wilde Meinungsbildung in der Gesellschaft. Das macht heute den Grat zwischen Ableismus normierender (und ableistische/saneistische Normen verstärkender) Krankenschau  und Verständnisvermehrung durch Wissensvermittlung extrem schmal.
Die meisten Menschen, die sich heute aufklärerisch zum Thema äußern, sind engagierte_r Behandler_innen, eloquent und abgesichert (durch ding dong, hohen Bildungsgrad, sicheres Einkommen, Weißsein und einer Menge Freund_innen, die das alles auch haben) oder Journalist_innen, die_r in irgendeiner Form gestützt sind (oder sich so fühlen) (und oft die genannten Merkmale der Privilegierung haben) oder eben “wir Betroffenen”, von denen viele zwar auch Privilegien haben, es aber genau diese Betroffenen in der Regel nicht sind, die sich äußern oder den Druck verspüren, sich zu äußern. Aus meiner persönlichen Perspektive sind es immer eher Betroffene, die weniger privilegiert sind.
Das Problem für uns Betroffene in der Rolle der Aufklärenden ist: Wir gelten als krank. Und viele von uns sind arm. Manche auch behindert. Alle haben wir wenig bis keine Aussicht auf bedingungslosen Schutz vor Täter_innen oder Leuten, die es aus anderen (in der Regel niederen) Gründen in Ordnung finden, uns zu verletzen, zu demütigen, zu verleumden oder zu einem schlechten, für uns in der Regel direkt existenziell bedrohlichen, Ruf zu bringen. Ich persönlich kenne in der DIS-Aufklärung bzw. Öffentlichkeitsarbeit niemanden, die_r das nicht billigend in Kauf nimmt und halte das für ein Problem.
Zum Einen, weil es ungerecht ist – denn das bedeutet, dass unsere Aufklärungsarbeit immer mehr enthält, als die bloße Kommunikation von “What” und “So what”, nämlich auch noch die Kompensation aller Barrieren auf eigene Kosten, eigene Verantwortung und eigene Sicherheiten. Wir können nicht sagen: “Das ist unser Job.” Denn selbst, wenn wir es zu unserem Job machen würden, so ist es doch auch immer unser Leben, um das es geht. Ob wir wollen oder nicht. Mit allen Konsequenzen.
Und zum Anderen, weil mit der Bereitschaft in Kauf zu nehmen, dass Menschen ohne DIS, Menschen mit DIS (oder irgendeiner anderen sogenannten “Erkrankung”) als krank und quasi “übrig von der Gewalt” verstehen, auch alle Dynamiken und Umgänge der Gesellschaft mit eben diesen Eigenschaften aktiviert werden.

Ich für mich bin nicht krank, sondern angepasst an etwas, das zu erleben ich niemandem wünsche. Für mich ist Gewalt nicht unnormal, denn ich kann mich und mein Leben in Bezug zu dem anderer Menschen setzen. Ich sehe: Andere erlebten es auch und sie erleben es noch. Jeden Tag.
Würde ich machen, was übliche Öffentlichkeitsarbeit ist, würde ich die Vermeidungshaltung der Gesellschaft triggern und quasi noch während ich spreche, eigentlich schon nicht mehr sprechen. Und das würde niemandem weiterhelfen. Es würde an diversen Stellen sogar dazu führen, gewaltvolle Praxen zu unterstützen und Gewalt zu legitimieren. Hier wirds natürlich wieder akademisch. Man kann mich an dieser Stelle kritisieren und mir – ganz der eigenen Vermeidungshaltung entsprechend und dem (internalisierten) Ableismus freien Lauf lassend – unterstellen, meine Psychiatrie- und Behandler_innen-Traumata würden mir hier die Objektivität verunmöglichen und entsprechend ginge ich hier zu weit, wenn ich sage, dass es gewaltvoll ist, sich der Kategorien “krank” und “gesund” zu bedienen und entlang ihrer vermeintlich klaren Definitionen zu be.urteilen. Da mir hier Raum und Geduld fehlt diesen Punkt zu erklären, lasse ich nur einen Beleg dafür hier: Für so eingeordnete “Gesunde” gibt es keine geschlossenen Einrichtungen. Niemand, die_r als gesund gilt, muss um Selbstbestimmung, Würde und Glaubwürdigkeit fürchten. Wo und in welcher Form auch immer es so etwas gibt, ist es Gewalt. Punkt.

Die Abwehr einiger meiner Kritiker_innen ergibt sich aus der Annahme, Gewalt sei nicht normal. Es sei nicht üblich, dass Menschen einander unterdrücken, in ihren Freiheiten beschneiden, einander verletzen. “Gewalt ist nicht normal und deshalb sind wir dagegen (– wie wir ja immer gegen alles sind, das nicht normal ist).”

Ich sehe das so: Nur, weil nicht alle Menschen gleichermaßen in Form, Ziel und Ergebnis Gewalt erleben, ist Gewalt unnormal. Nur, weil nicht alle Menschen gleichermaßen angepasst auf ihre Gewalterfahrungen entwickelt sind und leben, sind einzelne Anpassungsformen unnormal – ergo krank.

Auf diesen Annahmen fußen aber viele (für mein Verständnis alle) Antistigma-/Öffentlichkeitsarbeiten. „Gewalt ist unnormal, Krankheit ist unnormal, DIS ist unnormal und auch noch krank, und jetzt kommt hier FilmTextBuch und zeigt euch… äh ja hier macht mal was gegen Gewalt. Guckt was sie anrichtet.“ Ganz ehrlich, für mich ist das, als würde ich eine Doku über nasse Lappen gucken, die mich gegen Wasser positionieren soll. So funktioniert das aber nicht. Ich brauche Wasser zum Leben. Und ja, auch wenn diese Wahrheit nicht gefällt: Wir als Gesellschaft brauchen Gewalt. Nichts, wirklich kein einziger unserer Bereiche im Leben ist frei davon. Selbst, wenn wir uns hinsetzen & ganz gewaltfrei miteinander sein wollen – wir werden welche ausüben oder ausgeübt haben und es nicht einmal gemerkt haben oder als solche einordnen, weil ihr Ergebnis uns nutzt. Diese Wahrheit und all ihre Implikationen sind ein tiefes Tal für alle, die wirklich und aus tiefstem Herzen gewaltfrei leben wollen. Ein sehr tiefes, glaubt mir. Aber es ist real und deshalb muss man das immer mitbedenken.

Ich will weder hier noch anderswo für alle Vielen sprechen, weiß, viele (die meisten, vielleicht auch alle) sehen das anders. Viele, die wir kennen, sehen sich als Ergebnis der Gewalt, als Mahnmal, als in der Verantwortung irgendetwas gegen die Gewalt, die sie überlebten und andere noch überleben müssen, zu tun. Bitte, fein. Aber.
Ich halte mein Vielesein für ein Ergebnis meiner Möglichkeiten der (individuellen) Ressourcenentwicklung in dieser Gesellschaft. Wir sind viele geworden, weil andere Möglichkeiten nicht zur Verfügung standen, Gewalt zu erleben, auszuüben und mitzutragen. Ich wurde, wir wurden nicht zu Brei geprügelt und jetzt probieren wir Brei-Leben. Der Druck unter dem wir zu Vielen wurden, ergab sich aus Widersprüchen. Aus Schmerz während man Schmerzen zufügte, aus Ohnmacht inmitten krasser Machtausübung. Aus Liebe für Leute, von denen man deutlich spürbar existenziell abhängig war. Aus dem Versuch mit Erfahrungen zurecht zu kommen, die für mich, für uns, ganz normal waren, während sie von Unbeteiligten als extreme Ausnahme angenommen werden. Der tiefe Konflikt in einer Gesellschaft zu leben, die sich Vielesein zuweilen fast showartig erklären lässt, gleichzeitig Tatort und Dschungelcamp zelebriert UND behauptet, Gewalt sei zu verurteilen.

Ich für mich sehe in dem Publikum, das ich mit üblicher DIS-Öffentlichkeitsarbeit erreichen kann, kein Publikum, das begreifen kann, was Gewalt überhaupt wirklich ist und wirklich bedeutet. Es reicht für mich nicht im Mindesten zu sagen: „Gewalt (also hier …dings… schlagen, “sexuell missbrauchen”, vergewaltigen und töten) ist schlecht, denn das macht krank, zum Beispiel mit DIS“.
Das „So what“ einer so gestalteten Arbeit würde am Ende also immer heißen: “Weiter so – nur nicht mehr so, dass niemand weiß, dass es sowas wie DIS gibt. Ach und alle sollen Gewalt (also schlagen, „sexuell missbrauchen“, vergewaltigen, töten) schlecht finden. Natürlich.”
Ich halte es für entsprechend verfehlten Aktivismus gegen Gewalt, sich nur um zwischenmenschliche Gewalt und ihre individuellen Folgen zu kümmern. Hartz 4 bedeutet auch Gewalt und hat 0,0 mit Geprügel zu tun. Heimzwang, Zwangseinweisungen in die Psychiatrie, Knastkultur ist auch Gewalt. Wenn dir einer sagt, du darfst nicht aufs Gymnasium, weil irgendjemand sagt, das dürftest du als Person mit Down-Syndrom nicht, dann ist das auch Gewalt. Und wenn eine Gesellschaft auch diese Formen von Gewalt in sich hat und trägt und kultiviert und in keinerweise zulässt, dass sich daran etwas ändert, dann wird sich auch für Menschen, die geschlagen, “sexuell missbraucht”, vergewaltigt und gequält werden bis sie eine DIS oder irgendeinander andere Anpassungsform entwickeln, um zu überleben nichts – aber auch gar nichts verändern.

Der Affront, der mit dem, was ich hier schreibe einher geht, ist natürlich erheblich viel größer als ein Heft, in dem Peter Meier sein Leben mit DIS beschreibt und die Krankenkasse anklagt oder ein Film über das Leben einer Person, die Viele ist und in die Kamera sagt, wie schwer es manchmal ist.
Was ich hier mache, bedeutet jeder Menge Leute an den Karren zu pieseln, weil ich sie und ihre Herangehensweisen nicht nur feiere, sondern auch als gewaltvoll beschreibe und zuweilen sogar gleichsetze mit dem, was sie verurteilen. Das ist unbequem, passt nicht in die ausgekügelt system- und ergo auch gewalterhaltenden Projekte und Projektchen, die sich im Engagement gegen Gewalt entwickeln konnten, aber es ist das, was ich sehe und finde und vertrete. Allein. Natürlich, ich will ja nicht, was alle wollen und ich vertrete nicht, was alle vertreten. Bis jetzt. Wer weiß, was sich daraus entwickeln kann. In manchen Projekten bin ich ja trotz und manchmal sogar wegen meiner (kritischen) Haltung erwünscht.

Die Frage, was man mit der eigenen Öffentlichkeitsarbeit erreichen will, ist für viele: „Ich will, dass die Gewalt aufhört“ oder „Vielesein, soll anerkannt werden“. Ich frage mich, wie man heute noch auf so ein Ziel kommen kann, in einer Welt und Gesellschaft wie unserer.
Was Menschen können, werden sie tun. Immer. Für mich ist immer die Frage, ob sie es auch tun würden, könnten sie anderes tun. Und ergo die Erkenntnis: In dieser Gesellschaft, hier und heute, können sie nicht anders – ohne rauszufallen, wie Leute mit DIS (oft) rausfallen. Und hier sehe ich eine, meine Schnittstelle.
Ich glaube, dass die DIS zu einer Perspektive auf die Gewalt, das Leben und die Gesellschaft führt, die sie selbst nicht entwickeln kann. Und ich glaube, dass meine oft als “Öffentlichkeitsarbeit“ bezeichnete Selbstvertretung daraus besteht, dieser Perspektive Raum zu verschaffen. Nicht mehr, nicht weniger.
Mein „So what“ meint immer alles. Auch die Gesellschaft als immer an der Gewalt beteiligte Instanz in jedem Aspekt des Lebens und das ist viel. Viel zu viel.
Ich werde nicht mehr miterleben, ob und wenn ja, was mein Zeug hier verändert, aber das muss ich auch nicht. Wenn es in der Welt ist, reicht mir das. Das ist schon viel, weil ich dafür bis hierhin überleben musste und damit klarkommen muss, dass es jetzt so ist wie es ist und, dass ich es nicht immer richtig gemacht empfinde, was Leute, wie ich machen, um auf Leben, wie unsere aufmerksam zu machen.
Demut im Aktivismus ist auch wichtig. Schwierig, schmerzlich, entgegen allen Wollens – aber wichtig.“

Danke, dass du bis hierhin gelesen hast.

 

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Dissoziation ist kein One-Size-Pullover – Ostern, 13 Jahre später

Im ersten Jahr, war es, als würde ich wie eine Fliege gegen die Fensterscheiben dotzen, ohne wissen, wieso überhaupt. Wieso ich so viel Energie aufbrachte, wo ich hinwollte, was ich erwartete. Erst einige Zeit später bemerkte ich überhaupt, dass ich das getan hatte.
Wir lebten damals in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es gab Schokoeier und mehr ruhige Alleinzeit mit den Pflegepersonen. Alles Dunkelbunte brummte von innen gegen meine Haut an.

Nach unserem Entschluss, es nicht „Ausstieg“ zu nennen, sondern „nicht hingehen – nicht mitmachen – DAS DA stumm schalten und weggucken“ zu machen, war es in den ganzen letzten Jahren auch immer genau so. Als liefe ein stumm geschalteter Fernseher in unserem Rücken. Dunkelbunt-TV, wenn man so will. Und mit jeder Distanzierungsübung ihrer Inhalte, rückten auch sie weiter weg. Und weiter. Und weiter. Bis wir sie auch nicht mehr als etwas fühlten, auf das man wirklich mal achten muss, anstatt es als irreal platt zu machen, zu bügeln und in einen Schrank am Anfang des Nirgendwo zu stecken.

In Wahrheit gibt es sie, aber in Wahrheit kann und will niemand etwas mit ihnen zu tun haben. In Wahrheit haben sie unsere Solidarität, unsere Kraft und alle Ressourcen der Welt verdient, aber in Wahrheit brauchen sie sie überhaupt nicht. In Wahrheit brauchen wir endlich wirkliche Ausstiegsbegleitung, aber in Wahrheit sind wir schon seit inzwischen 13 Jahren ausgestiegen.

Durch die aktuelle Situation können wir gut erkennen, dass es wirklich so ist, dass man immer der jeweiligen Situation angepasst dissoziiert. Die Dissoziation funktioniert bei uns nicht wie ein One-Size-Pullover. Hier einmal um die Dunkelbunten rum und fertig ist der Lack für immer und ewig. Es ist mehr wie eine Kaugummiblase, die man sich dann und wann wieder von der Haut puhlen muss, um eine noch größere zu machen, damit alles reinpasst.
Denn, es ist ja auch nicht so, dass diejenigen in der Blase sich nicht bewegen. Dass sie nicht reagieren.
Es ist ja so, dass wir diejenigen sind, die gelernt haben, dass sie und ihre Reaktionen in dieser unserer jetzigen Lebensrealität weder für uns, noch für andere okay sind. Dass sie uns gefährden und dass das, was sie mitbringen so etwas wie das goldene Ticket ins Balla-Land ist.
Wir sind die, die seit 13 Jahren Kaugummi fressen und schon längst automatisiert haben, Löcher zu stopfen, bevor sie die Blase zum Platzen bringen.

Und jetzt? Jetzt brummt es nicht. Jetzt bewegt sich nichts. Es schneit panische Schreie wie Pollenschirmchen ins Innere.
Was machen wir jetzt Was mache ich jetzt Was ist jetzt los Was bedeutet das jetzt Was mach ich jetzt Was machen wir jetzt Was bedeutet das jetzt Was machen wir jetzt Was mache ich jetzt Was ist jetzt los Was bedeutet das jetzt Was mach ich jetzt Was machen wir jetzt Was bedeutet das jetzt

Und ich pflanze Radieschen. Und ich baue einen Schutzwall für die Radieschen, damit die Spatzen sie nicht fressen, wie sie die Salatpflänzchen gefressen haben.
Was machen wir jetzt Jetzt pflanze ich kleine Kräuterpflanzen ein. Was ist jetzt los Jetzt pflanze ich das Bäumchen ein. Was bedeutet das jetzt Ich kann einen Käfer sehen, der durch die Blütendolde krabbelt. Was mache ich jetzt Jetzt rolle ich 50 Meter verknörgelten Gartenschlauch auf, um ihn morgen wieder abzuwickeln, denn ich habe ein Anschlussstück zu kaufen vergessen. Kaugummi Kaugummi Kaugummi

Es ist keine Verankerung im Außen oder in der Gegenwart, es ist die konsequente Verankerung in mir, die_r das Früher, das Alte überhaupt nicht kennt und Zeit spürt, statt sie zu berühren. In Wahrheit mache ich das hier also eigentlich konsequent falsch, in Wahrheit ist es das Einzige, das funktioniert und Funktion wird belohnt.

Was bedeutet das jetzt
Es ist und wird.
Heute säe ich Erbsen aus.

nichts ist wie sonst

Und dann war die Therapeutin in unserem Büro. Psychotherapie übers Internet.
Ich erzählte ihr, dass wir zum ersten Mal eine Podcastaufnahme neu anfangen mussten, weil ich nicht aus einem Gefühl heraus kam. Sorge, Angst, die Therapie und alles, was wir bisher darin erarbeiten konnten durch die Epidemie wieder zu verlieren. Und darüber natürlich grundfeste Panik, dass wieder alles so wird wie früher. Früher, als Suizidalität normal, Angst und Verzweiflung der einzige Motor für alles war. Sie sagte aus dem kleinen Browserfenster, dass man Erlebtes nicht verlieren kann. Dass das für unsere Gewalterfahrungen genauso wie für die Therapieerfahrungen gilt.
Ein beruhigender Gedanke.

Bis ich heute Morgen aufwachte und keinen richtigen Gedanken fassen konnte.
Ich konnte nicht arbeiten, konnte mir keine Meinung bilden, verwirrte mich selbst mit dem, was ich dann aber doch an halbwegs konsistentem Zeug von mir geben konnte.
Bis ich merkte, dass ich die Pizza nicht abholen konnte, weil mich das Wissen um die Veränderung im Ablauf ängstigte. Bis ich gerade verstand, dass ich innerlich so total verklemmt und verdreht bin, weil sich um mich herum alles verdreht und verklemmt.
Es ist echt nicht viel, was sich für uns verändert. Es ist nur das Einkaufen gehen und dass wirklich dauernd das Handy vibriert, weil uns Leute schreiben und es Arbeitschats gibt. Aber das ist für uns, so in der Form, in dem Rahmen und dieser Unmöglichkeit die Dauer einschätzen zu können, schon zu viel. Und selbst, wenn man daran jetzt etwas ändern könnte, wäre diese Änderung ja auch wieder eine neue Änderung.

Und Ostern. Das auch noch. Auch diese Konstante – weg. Auf ein Mal. Jetzt. JETZT kommt da Kontakt zu den Dunkelbunten zustande. Nach 18 Jahren. Jetzt kommt da an: Dinge sind anders und gelten für alle. Auch DIE. Und klar sind die jetzt panisch. Nicht nur irritiert oder verunsichert. Scheißpanisch. Nicht nur, doch sicherlich auch, weil wir ihnen nicht sagen können, was das jetzt bedeutet. Wie das denn jetzt läuft. Und sie können ja auch nicht einfach fragen oder beobachten, was die anderen machen. Sie brauchen Halt. Und den gibts nicht. Für niemanden. ALLE müssen jetzt durch.halten, aus.halten und diesen Zustand Tag für Tag er.tragen.

Es hilft zu wissen, dass wir nichts anders machen als sonst.
Andererseits machen wir gerade alles anders als sonst. Wir sind keine Einzelperson mit Hund mehr. Wir sind ein_e Partner_in in einem Team. Wir leben uns nach wie vor in einer neuen Gegend ein. Wir wachsen in den neuen Namen rein. Wir haben gerade unser erstes gemeinsames Zuhause mit jemanden angefangen. Nichts ist wie sonst.
Außer der Angst.

die Kinder, das Trauma, die erstaunlich schöne Merkwürdigkeit

“Vielleicht ist es das andere Level der Dissoziation.”, damit beende ich einen Gedankengang, den ich nicht einmal wirklich richtig abgelaufen bin, als ich von der Bushaltestelle nach Hause laufe.
Wir haben die neue Bekannte in der nächsten Kleinstadt besucht. In ihrem Haushalt leben zwei kleine Kinder.
Ich mag den Kontakt, weil er mitteltiefe Gespräche beinhaltet. Die Kinder und ihre Belange unterbrechen uns immer wieder – so kommen wir gar nicht an Abgründe heran, alles kann angefangen irgendwie liegen bleiben und uns später nochmal auffallen und dann mit einem schnellen Abschluss bedacht werden.

Ich fühle mich normal in dem Kontakt. Begrenzt wie andere Menschen auch, bedürftig, wie andere Menschen auch. Das durchgehende Begleiten der Kinder bei der Bedarfskommunikation und ihrer Erfüllung macht bei mir eine Reduktion auf. Nichts ist mehr wichtiger als der Moment. Jetzt muss geklärt werden, ob und wenn ja welche Süßigkeiten gegessen werden. Jetzt muss rausgefunden werden, was das Kleine zum Einschlafen braucht. Jetzt muss mal der Tisch abgewischt werden. Jetzt sortieren wir die Rosinen aus dem Studentenfutter. Jetzt können wir mal über Beetumrandungen und das Anziehen von Blumenkohl sprechen. Jetzt muss ich mal überlegen, ob ich auch was essen muss.
Ich merke, dass es nicht leicht ist, so zu funktionieren. Es ist anstrengend, sicherlich auch zehrend, vor allem über Jahre hinweg. Ich merke aber auch: Ich habe keine Angst. Ich bin handlungskompetent, mein Kampf um Wörter und Sprechenkönnen ist nicht da. Ich bin mir meiner selbst sicher. Ich bin ich und ich bin da.
In meinem Leben gibt es ansonsten keinen Bereich, der dieses Gefühl einfach so in mir auslöst. Überall sonst muss ich mir das erarbeiten, der Dissoziation abtrotzen, mich ganz bewusst in die Selbstwahrnehmung reindrängeln und dran festketten, in der Hoffnung, das irgendwann mit weniger Angst im Backend laufen zu haben.

Im Bus nach Hause dachte ich kurz darüber nach, was unsere Gewalterfahrungen als Kind in diesen Situationen mit uns machen. Sind wir besonders achtsam? Sind wir besonders empfindlich? Denken wir den sogenannten “Missbrauch” der Kinder immer mit? Werden wir stark getriggert? Verhalten wir uns deshalb irrational und merkwürdig?
Ich glaube, ja. Ja wir sind besonders achtsam. Ja, als die Bekannte uns mit dem älteren der beiden Kinder schon mal vor auf den Heimweg geschickt hat, habe ich gedacht: “Ja, und wenn ich jetzt eine Täter_in wäre, wäre das genau der Zeitraum, in dem ich DAS DA mit dem Kind tun könnte.”.
Ja, wir sind besonders empfindlich. Als die Bekannte das jüngere Kind vor uns wickelte, dachte ich an Grenzverletzung, denn es war vor uns entblößt, ohne irgendeinen Entscheidungsspielraum.
Also, ja, wir denken immer mit, dass diesen Kindern passieren könnte, was uns passiert ist und, dass wir die Person sein könnten, die ES tut. Es ist keine Handlungsoption – da springen keine Täter_innenintrojekte in uns auf und wollen etwas tun. Aber ja, wir sind stark getriggert und es springen Täter_innenintrojekte auf und beobachten ganz genau, was da gerade passiert. Was ich tue, was die Mutter tut, wie miteinander umgegangen wird, wie angstbefreit die ganze Situation ist und – und ich glaube, dass ist das Nachlassen der Dissoziation bei uns – wie viele Kinderinnens die Situation auch beobachten. Das ist für uns merkwürdiges Verhalten – für alle um uns herum aber ganz normal.
Ich merke, wie ich mich in Angstkreisel hineinsteigern könnte, weil da ja Täter_innenintrojekte sind und die ja böse sind und ich die ja im Grunde eigentlich abtöten muss, weil sie böse sind und scheiße und und und – das aber gar nicht tun muss, weil es trotz der für mich heftigen Merkwürdigkeit irgendwie doch auch völlig in Ordnung ist.
Sie machen nichts anderes als die (anderen) Kinderinnens und die machen nichts anderes als ich, wir Rosenblätter.
Da passiert nichts Besonderes und das ist total besonders. Für uns alle gleich.

Erstaunlich. Merk_würdig.
Schön.

R.

Erstaunlich ist, wie klar sie ist.
Ganz eindeutig ist Verzweiflung, die als Aggression gelesen wird, ihr Motor. Ohne Umschweife sagt sie, was sie aus_sagen will. Da ist kein Zögern, keine Pause, um die (soziale) Lage zu prüfen.
Wir sitzen der Therapeutin gegenüber, bis sie sich rausschält und sagt was ist, während ich noch nach Gedanken fingere, beobachte und überlege, mich in alle Richtungen absichere, keine Situation zu produzieren.

Ich habe schon oft gedacht, dass es merkwürdig ist, wie schief die frühen Hilfen gegangen sind. Sie hat nie irgendwas verschwiegen, hat nie irgendwas versteckt. Nie irgendwas verklausuliert oder anders gesagt, als sie das meint.

„Wie gut können Sie denn GoogleMaps – ich dacht, vielleicht brauchen Sie ewig, um da was einzugeben“. Während sie mit der Therapeutin über frühere gute Orte spricht, berührt mich das Trauma, das mich, uns Rosenblätter, hervorgebracht hat. Ich merke, dass ich ein Pflaster über viele von R.s Wunden bin. Dass sie es ohne mich nicht einmal ertragen könnte, ganz bewusst zu spüren, dass sie gerade mit „einem dieser Therapiemenschen“ spricht.

Zwischen unseren Leben liegen ungefähr 8 Jahre. 1, wenn ich mich nur auf die Rosenblätter als kompensatorisches System beziehe. Und doch ist es eine ganze Welt. Für sie ist jede Hoffnung auf Verstehen und Verstandenwerden tot. Sie sucht keine Freund_innen mehr, sie hat abgehakt, jemals nicht mehr (verlassen) alleinverantwortlich zu sein. Es ist gesetzt, dass nichts, was von ihrem „uns“ kommt, außen okay ist. Weder sie noch andere sind erwünscht, sie weiß das und spuckt auf die schmerzende Stelle. Sie kommt klar.

Wieder denke ich, dass es viel mit Performance zu tun hatte. Aggressiv gelesene Opfer sind schwerer als solche anzuerkennen. Es bietet keinerlei Raum für Mitleid oder Mit-Schmerz-Empfinden, wenn ein Opfer auf Rettung und Hilfe besteht, anstatt darum zu bitten und betteln.
Die Enttäuschung über den Entzug einer Unterstützung oder Hilfe und die folgende Überforderung und ihr Trigger in die Todesangst, bleibt viel eher unbemerkt. Jedes Helferversagen ist eine bestätigte Traumawahrheit mehr. Und zwar eine, die genauso nicht reflektiert und aufgelöst werden kann, wie jene, die in der ursprünglich traumatischen Situation nicht reflektiert und aufgelöst werden kann.

Die Erwachsenen haben an R. versagt. Das Hilfesystem hat an R. und ihren Schatten versagt. Jede Instanz außer sie selbst.

Die Therapeutin fragt, wie R. zu ihrem Ort kam und diese sagt, dass sie einfach über die Straße gelaufen ist. Die vierspurige Bundesstraße in der Nähe ihres damaligen Wohnortes. Und dass das ja das Ding war. Nach links war die Straße, nach rechts Bahngleise. Niemand außer ihr, war jemals da. Und würde jemand kommen, dann … – ich denke das nicht weiter, mir reicht es zu spüren, wie grundlegend gut sich diese Möglichkeit für sie anfühlt. Wie sicher.
Die Therapeutin sagt Dinge, die R. überfordern, da ihr Erfahrungswerte zur Analyse fehlen. Ich merke wie R. ihren, meinen, unseren Autismus nicht kompensieren kann. Sie nimmt, was die Therapeutin sagt, kann nichts damit anfangen und weiß sofort, dass es mal wieder nichts war, von ihr mal wieder nichts kam, was okay ist, weil es hilfreich ist. Ich kann keine Übersetzung zaubern, die ihr diesen Aspekt erleichtert. Weiß auch nicht genau, was die Therapeutin jetzt sagen wollte und was wir machen sollen. Die Stunde ist um, wir gehen nach Hause.

R. kommt klar, ich komme nicht mit. Merke, wie ich wieder als einzige Option übrig bleibe.
Sie ist weg und mit ihr alle Erinnerungen an die Gegend damals.

hier ist ein guter Ort

Ich gehe aus der Stunde und hab sie dabei.
Ich hatte am Ende gezogen. Wollte nicht gehen. Nicht so. Nicht jetzt. Nicht so. Hatte geredet, über Belanglosigkeiten, um daneben weiter in Anwesenheit der Therapeutin nach einem Ort zu suchen, an dem sie bleiben können. Einfach, damit ich sie nicht mitnehmen muss. Nicht jetzt, nicht so.
Ich bin noch nicht bereit, habe keinen Plan, keine Idee, keine Genehmigung von Innen für meine Reflexe. Nein, deine Vermeidungssuppe ess ich nicht, sagt R. und versperrt mir den Lösungsweg.

Ich habe keine Angst. Rede mir gut zu. Gehe auf S. Zehenspitzen durch den Abend.
Ihr Gestank drängt meine Suche an. Ich merke, wie nicht bereit ich bin. Wie ich kotzen will und nicht kann, wie ich weinen will und nicht kann, wie ich in die Praxis zurück will und nicht kann. Wie ich mehr Sicherheit, mehr Unterstützung möchte und nicht bekommen kann. Wie ich auf mich allein gestellt bin und mit jedem Moment, das Gewicht auf mir mehr wird.

Und dann, wie es wieder leicht wird. Wie ich aus der „Hannah-K. lässt sich ein“-Hülle rausschlüpfe und in die „Hannah-K. kriegt das schon hin“-Hülle reingehe. Wie ich den Impuls, mich gnadenlos zu überessen umschiffe, wie ich meine Mails checke, den nächsten Tag plane, den Sprachkurs mache, ein Video gucke, mich umdrehe und in die Leere meines Ich denke, bis ich einschlafe.

Am Morgen danach, das Gefühl des Versagens. Es geht mir gut, ihnen geht es schlecht, wir haben keinen Ort für sie, wir haben sie nur benannt. Innens und ihre Geschichten hochzuspülen und dann nichts mit ihnen zu machen, war noch nie hilfreich. Entweder wir, ich, versuchen sie zu fühlen und mit uns zu verbinden oder wir lassen sie im Schwan verschwinden. Für immer. Integration oder Dissoziation.
Zwischenschritte sind extrem schwer für uns. Die Woche zwischen den Stunden ist zu lang, wenn wir sie nicht irgendwo unterbringen bzw. mehr Abstand zwischen uns herstellen.
In der Zeit werde ich überschwemmt von Erinnerungen, mit denen ich allein bleiben muss. Manchmal, weil sie auszusprechen oder in irgendeiner anderen Form nach Außen zu bringen, das sichere Therapiesetting erfordert, manchmal, weil es Dinge sind, die nichts mit der Gewalt zu tun haben, sondern mit dem Lebenszeitraum, in dem es michuns noch nicht gab. Und ich nicht weiß, was es auslöst, wenn ich über diese Dinge spreche. Innerlich wie äußerlich. Falsche Nachfragen sind genauso gefährlich für mich, wie die falsche spontane Idee oder Frage oder darauf folgende Erinnerung.
Gefährlich, weil ich nie sicher vorhersagen kann, wann es mich raushaut. Aus meinem eigenen Er_Leben. Wann kann ich nicht mehr kompensieren. Wann greifen meine Strategien nicht mehr. Das weiß ich erst, wenn es zu spät ist. Ich bin nicht triggerfrei. Ich kann nur besser alltagsdissoziieren als andere von uns. Das macht mich nicht belastbarer als sie.

Ich schreibe der Therapeutin eine E-Mail mit einer Idee, noch während ich mit R. verhandle und dann auch sie wieder ganz deutlich spüre. Erneut gegen Brechreiz anatme, mich häuten, weg- in weißes Nichts – laufen will, denke: „Das ist mir zu viel so allein.“ und NakNak* auf meinem Schoß seufzt, während sie den Kopf auf die Tischplatte legt. Es ist mir zu viel, dass das Leben einfach so weitergeht und ich sie, die Anderen, bei mir habe.

Mit dem Klick auf den Sendebutton ist das alles wieder weg. Sie, R., die Erinnerungen.
Es ist Alltag. „Hannah-K.-kommt-klar“-Hülle. Ich kaufe Brötchen zum Frühstück und denke „Wenn ich das jetzt nicht aufschreibe, dann ist es für immer weg. Ich kann wählen, was mir wegfällt. Wer mir wegfällt. Welche Spuren ich mir lege, um in einer Woche wieder da zu sein, wo ich jetzt bin. Ich kann meine Hülle wählen. Zufall ist nicht zuverlässig.

Hier ist ein guter Ort für die „Hannah-K.-setzt-sich-mit-den-Anderen-auseinander“-Hülle.“

das Ende ist real

Neulich sah ich ein Video von einem Kolibri, der in einem Blütenblatt badete.
Grad lag ich im Bett und weinte. Meine Tränen sammelten sich in den Ohrmuscheln und ich dachte an Ertrinken. Und wieso? Weil ich mir das angewöhnt hab. Als Trost. Ist alles nicht schlimm, kannst ja sterben. Stress? Nicht schlimm, irgendwann ist ja eh Schluss. Angst? Alles gut, ist eh alles nur auf Zeit. Sorgen? Ohnmachtgefühle? Hilflosigkeit? Alles keine echten Probleme, das Ende ist real. Immer.

Ich bin nicht suizidal. Ich bin auch nicht „high functional depressiv“. Ich bin nur bindungsgestört. Meine Bindung ans Leben ist verkorkst und das hat irgendwie weniger mit den Menschen in meinem Leben zu tun als mit den Begleitumständen.
Immer, wenn ich mich gerade eigentlich ganz wohl fühle, passiert so etwas wie heute abend.
18 Uhr Mail von der Betreuerin. Hallo guten Tag, hier Dinge, die ihnen Todesangst machen. Gute Nacht, bis Morgen. Und meine Ver_Bindung reißt ab, als wäre sie nie gewesen. Vorsichtshalber. Sicherheitshalber. Ich erinnere mich daran, immer aufs Sterben gefasst zu sein. Wie auf Regen oder, dass der Bus vielleicht nicht pünktlich kommt. Das beruhigt mich. Das gibt mir Halt. Das ist so sicher. Tod lügt nicht, Tod irrt nicht, Tod ist weder gerecht noch ungerecht. Sterben ist vielleicht nicht schön, sterben tut vielleicht weh und ist schlimm, aber tot sein nicht. Das ist man einfach und es bedeutet nichts mehr außer sich selbst. Das ist so beruhigend.
Und wie unfassbar schön ist es, dass das Leben so ein klares, eindeutiges Sein in all dem Chaos, dem Prozess und Passieren für einfach alles und alle bereithält?

Ich bin einfach zu schnell überfordert vom Leben. In mir kleinem Rosenblatt kann niemand baden, denn ich breche immer gleich weg. Bin, wenn man so will, vielleicht eher ein Mimosenblatt. Ich hasse diese Eigenschaft. Hasse mich dafür, so zu sein. Denke, dass ich nur das zu bieten hab: Loslassen, Haftung verlieren, Verschwinden. Tot spielen, weil es so gut tut, sich einzubilden, dass all die großen schlimmen schmerzhaften Dinge des Lebens in Wahrheit überhaupt nichts bedeuten. Außer den Moment, in dem sie geschehen.

Andererseits kann ich mir selbst die Ohren vollheulen. Hannah kann das nicht.
Vielleicht ist das auch etwas, das nur sich selbst bedeutet.

Autismus und Trauma(therapie)

Unsere Form der Orientierung passiert am Handeln anderer Menschen.
Die Traumakomponente dabei ist die Furcht vor dem Fehler, da der Fehler als Ursache von Gewalt und damit Schmerz, (Lebens)Gefahr und Mangel erlernt wurde.
Die Autismuskomponente ist, dass zu Handeln für uns aktiv und bewusst eingeübtes Copy & Paste ist. Immer noch. Während die meisten Menschen diese Strategie anwenden, wenn sie neue Dinge lernen und einüben, wenden wir das bei praktisch allen Tätigkeiten an. Dabei geht es – besonders heute, wo keine akute Gewalt mehr droht – nicht um den Versuch ein „richtiges“ oder „perfektes“ Ergebnis zu erreichen, sondern darum, es richtig zu machen. Denn auch mit der Art, wie man handelt kommuniziert man mit anderen Menschen. Aus unserer Sicht kommuniziert man darüber besonders Zugehörigkeit und Anerkennung, manchmal sogar Wertschätzung, für den Umstand der Zugehörigkeit oder auch der Notwendigkeit von Zugehörigkeit in diesem Kontext.

Die fragmentierte Selbst- und Umweltwahrnehmung mit der wir leben, stellt bei diesem Unterfangen oftmals die eigentliche Behinderung dar. Wir brauchen länger als andere Menschen, um komplette Handlungsstränge zu erfassen, zu prozessieren, mit unseren Fähig- und Fertigkeiten abzugleichen und sie 1 zu 1 zu kopieren. Sich selbst nicht kontinuierlich spüren, erfassen und reflektieren zu können, bedeutet zusätzliche Zeit- und Raumaufwendung. Noch mehr, wenn es um Aktivitäten geht, die kritischer Prüfung bedürfen, weil sie MIssbrauchspotenziale enthalten oder zu direkten und indirekten Schäden an uns oder anderen führen.

Anpassung ist ein Vorteil in evolutionären Prozessen. Anpassung geht über „Unauffälligkeit“ weit hinaus.
Anpassung kann auch bedeuten so auffällig zu sein, wie andere eine_n haben wollen oder (für ihr Gewaltkonzept) brauchen. Anpassung kann auch bedeuten, immer weiter leben, überleben zu wollen und Sterben zu verhindern, weil sonst niemand anderes in der direkten Umgebung sterben will, sterben erlaubt oder Suizid duldet.
Es ist nicht zu unterschätzen, an wie vielen Punkten Zugehörigkeit und dazu nötige Anpassungsleistungen zutiefst menschliche Instinkte überblenden. Vor allem dann nicht, wenn man es mit Opfern von (organisierter) Gruppengewalt zu tun hat.

Auch hier müssen wir uns mit zwei Seiten befassen.
Auf der Traumaseite steht ein abhängiges Kind, das instinktiv (aber vielleicht doch auch sehr sehr früh bewusst) weiß, dass es Bezugspersonen braucht, um zu üb.er_leben und sich an die Gruppengewalt (die Familiengewalt)-Kontexte anpasst, um das eigene Leben zu schützen und auf der Autismusseite steht ein Kind, das diese Anpassung nicht schafft, weil es nicht alle sozialen Hinweise, nicht jede Ebene der Kommunikation und Interaktion so erfasst, dass die Anpassung zufriedenstellend (im Sinne von umfassend, „nahtlos“) passiert.

Man darf nicht vergessen, dass Anpassung an soziale Kontexte, zwischenmenschliche Interaktionsmuster und -praktiken die Zugehörigkeit kommuniziert. Und auch, ob man diese Zugehörigkeit stärken, wertschätzen oder herausfordern will. Zugehörigkeit trägt in nicht unerheblichem Maße zur Identitätsentwicklung bei. Wer zur Familie gehört, ist Familie. Wer zur Gruppe gehört, ist Gruppe.

Zugehörigkeit kann man gut vorzeigen. Vor allem mit einem umfassenden Repertoire von verbalen Skripten und Handlungsabfolgen in einem sozialen Kontext, dessen Kommunikation von Unschärfe und Ungenauigkeit geprägt ist. Häufig reichen nachgemachte Gesten ohne jede eigene, innere, emotionale Verbindung, damit sie ihre Funktion bei anderen Menschen (unbewusst) erfüllen. In der Regel reicht eine bestimmte Begrifflichkeit zu verwenden, um etwas zu beschreiben und dem Gegenüber damit zu sagen: „gleicher Kontext“, „gleiches Thema“, „Ich weiß, was du meinst“, „Ich weiß, wo du (inhaltlich) bist.“

Die Einsamkeit, die wir oft empfinden, speist sich aus genau diesem Umstand.
Wir fühlen uns nicht zugehörig. Wir fühlen uns wenn überhaupt verbunden. Und diese Verbundenheit produzieren wir über Kognition.
Die Person hat mich geboren – sie ist meine Mutter. Diese Person hat meine Mutter schwanger gemacht – das ist mein Vater. Diese Personen dürfen Dinge über mich bestimmen, die ganz konkret und direkt meine Er_Lebensqualität auf einem Spektrum von angenehm, gut, nährend bis unangenehm, schlecht, mangelnd beeinflussen und das ist (in wechselndem Rahmen) ausschließlich über folgende Gesten, Worte, Wortabfolgen, Mimiken steuerbar.

Als Kind und Jugendliche mussten wir mehr leisten als heute, weil wir mehr Autoritäten unterworfen waren. Die ganze Welt bestand für uns aus Menschen, die wir in ihrem Bezug zu uns erfassen und ertragen mussten. Heute als erwachsene Person dürfen wir Unverbundenheit mit Fremdheit synonym verwenden und unsere Energien in den Ausbau unserer Kontakte und Bindungen fließen lassen.

Das erscheint uns an manchen Stellen, wie ein Entwicklungsschritt, den andere Menschen in der Zeit zwischen 10 und 20 Jahren machen. „Hier bin ich, ich bin so, ich gehöre zu dem und dem und das das und das nicht.“.
Wir sind in einigen (psychischen) Entwicklungsschritten erheblich verzögert. Schon der Umstand erst mit 21 zu erfassen und zu begreifen, dass jeder Mensch einen eigenen inneren Kosmos hat, der bei allen anders ist und es entsprechend gar nicht unser Ziel sein muss, unseren zu verändern, um weniger einsam und fremd mit ihnen zu sein, deutet darauf hin.
Die Trauma-Erklärung dafür ist: „Abgrenzung – ihr habt gelernt, dass ihr nichts eigenes haben dürft und deshalb habt ihr nie eine Grenze zugelassen (durftet keine Grenzen entwickeln) zwischen euch und denen, die euch überlegen waren (also allen/der ganzen Welt)“
Unsere Erklärung damals: „Da ist ein Unterschied, der uns trennt, was uns gefährdet und wo wir, egal was wir mit welchem Drive versuchen, nicht drüber kommen, sondern nur überdecken können. Wir gehören nicht dazu, aber alle Kognition sagt, dass wir es tun. Hier passiert ein unaushaltbarer Widerspruch, den wir weder kommunizieren noch auflösen können.“ blieb unverstanden, weil sie immer wieder von „autistisch“ zu „neurotypisch“ zu „traumatisiert“ übersetzt wurde.
Bibel-religiöse Menschen können verstehen, was für fatale Probleme dadurch entstehen, wenn etwas zu oft in zu weit auseinanderliegende Sprachen übersetzt wurde.

Unsere Geschichte enthält lange Abschnitte psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Es hat nicht geholfen die eigene Alexithymie niemals ausdrücken zu dürfen bzw. nicht als solche anerkannt zu wissen, weil die allgemeine Übersetzung ausschließlich „Bedrohung für andere“ (krasser Fall von Psychopathie/ verletzt ohne Mit_Gefühle/ wurde auf Gefühlskälte programmiert (traumatisiert)) oder „absolute Zerstörung des Eigenen“ (armes traumatisiertes Huschi ist völlig zerstört/dissoziiert von den eigenen Gefühlen/darf (durfte) nicht mal was empfinden) für ihre Auswirkungen bereithält.

Die Anpassung an die Lebensumstände der Psychiatrie und der Behandlungskontexte der Psychotherapie decken wir noch heute an unerwarteten Stellen auf.
Zuletzt am Begriff der Reorientierung.
Da wir schon so lange in Therapie sind, schon so viele Fremdwörter benutzen, um bestimmte Themen zu umreißen und Gespräche schneller an ihren Punkt zu bringen, wird schnell vergessen, dass wir in der Regel skripten, wenn wir Lautsprache verwenden. Das bedeutet, dass wir (Fremd)Wörter verwenden und das auch inhaltlich angemessen, sie aber mitnichten auch immer mit uns in Verbindung bringen können, wo die Verbindung auch wirklich ist.

Am Beispiel der Reorientierung ist das meiner Ansicht nach besonders fatal, macht doch die Re_Orientierung einen erheblichen Teil dessen aus, was nötig ist, um erfahrene Traumatisierungen zu verarbeiten und zu integrieren.
Erst nach bald 18 Jahren Traumatherapie zu verstehen, dass Re_Orientierung nicht nur meint, dass alle von uns wissen, welches Datum wir haben und, dass wir der Familie*° nicht mehr ausgeliefert sind – als Information! – ist eine solche unerwartete Stelle.
Eine mit erheblichen Auswirkungen und Krisenpotenzial.