Während hinter ihr ein langer Vortrag über eine aufregende Situation, die planvolles Handeln erschwert, doch nötig macht, vom Schlauberg herunterkullert wie geronnene Milch, scannt sie den Bildschirm und verfolgt das Bild der Podcasttonspur. Es ist eine Episode in Flieder mit einem sachte schwingenden Faden in Orange.
“Ich muss was tun, wenn wir hier durch sind.”, legt sie langsam und bedächtig neben die Hand an der Laptopmaus, “Ich glaub, sonst überreize ich.”.
Mit einem letzten Klick werden die Spuren zusammengelegt und gespeichert.
“Ich will was Schnelles und Wuchtiges.”, kräht es dicht neben ihrem Denken in den gemeinsamen Äther. “Ich will… ACHTERBAHN FAAAAAAAHN”.
“Is klar. Wer kennt sie nicht – die Achterbahn in der Nachbarschaft?”, lächelt sie und pickt dem Kerlchen neben sich auf die Stirn. “Such dir was anderes, Kleiner.”.
Sie entfaltet den Körper und schaut in das aprilhafte Wetter hinaus.
Unter der Haut summt es und das linke Augenlid zuckt unangenehm.
“Hör auf zu kratzen.”. Von hinten greift eine Hand in ihr gedankenverlorenes Pulen an einem neuen Pickel.
Am Türrahmen steht jemand mit dem linken Fuß auf dem rechten und zählt auf: “Jacke, Schal, Mütze, Stulpen, Schuhe, Keksbeutel für NakNak*, Mittagessenbüchse, Handy, Portemonnaie”. Sie setzt Haken an jedes Stück und beobachtet das Jemand heimlich aus den Augenwinkeln.
“Guck weg.”, antwortet es mit einem Stachel in der Stimme.
“Äh kennst du das da wo so ne Rutsche is mit som Karuselldings und so?.”
“Kennst du deutsche Sprache?”
“Kennst du die Geschichte von dem Innen, das sich nicht bemüht hat ein bisschen offener und rücksichtsvoller zu sein?”, fragt es in ihren Hinterkopf hinein und kruschelt dem Kleinen durch die Haare. “Ist nicht so gut ausgegangen, weißt du?”.
Sie gehen spitzmäulig lächelnd auseinander.
“Ich weiß wo das ist, aber das ist ganz schön weit. Bis wir da sind haben wir vielleicht keine Kraft mehr für den Rückweg und den Abend.”. Sie schaut in die Runde und fummelt nervös am Jackenreißverschluss herum. Als niemand antwortet, beugt sie sich zu dem Jungen herunter und sagt: “Aber ich kenne noch einen Spielplatz mit Reifenschaukel. Das ist nicht schnell und wuchtig, aber wenn man die Augen zumacht ist es ein klitzebisschen wie Achterbahn.”, sie kneift die Augen zusammen. “Also jedenfalls wird mir da immer ein bisschen schwummerig.”.
Die Grummelsie grummelt und zappelt an der Tür herum. “Okay okay dann los jetzt.”.
Sie gehen schaukeln und sich schwummerig machen. Laufen 30 Kilometer zu Fuß. Weg.
Vorm Denken. Angst haben. Sorgen machen. Erinnern. Aufgeregt sein.
Ich komme gerade vom Jobcenter und habe eine Telefonnummer vom BAföG-Amt im Rucksack. Wenn wir eine Berufsausbildung anfangen, werden wir uns damit auseinandersetzen müssen, wie wir unseren Lebensunterhalt bestreiten. Ohne die Familie*.
Wie immer in Sachen “Auseinandersetzung mit der Verwaltung unseres Lebens” erlebe ich den Umstand einer noch lebenden und wirtschaftenden Herkunftsfamilie als Fallstrick.
Wir kennen die Optionen des elternunabhängigen BAföG und wir kennen all die anderen Möglichkeiten.
Auf der formalen Ebene ist alles klar.
Wir sind sicher. Wir bleiben sicher.
Aber der Gedanke. Die Erinnerung, dass es sie noch gibt. Viele Kilometer weg von hier. Ohne mich und trotzdem noch “meine Familie*”.
Ganz ehrlich: ich möchte lieber in den Bauch geboxt werden, als diesen Gedanken zu haben. Diese Erinnerung.
Und daneben wieder die Erfahrung in strukturellen Versorgungsoptionen nie ohne die Herkunftsfamilie auftauchen zu können.
Das Jobcenter schaute was von den Eltern zu holen ist. Das BAföG-Amt würde danach schauen wollen. Wenn es um Leistungen vom Landschaftsverband wegen des betreuten Wohnens in Familien geht, wird vielleicht auch danach geschaut.
Für die deutsche Behördenlandschaft sind wir das Kind unserer Eltern.
Das behinderte Kind unserer Eltern.
Wir sind nicht und können auch nirgendwo zur Anerkennung einfordern, dass wir auch das von den Eltern traumatisierte und behindert gemachte Kind waren. Und heute erwachsen sind. Mit dem Wunsch selbstbestimmt, autark und eigenverantwortlich zu leben und zu wirtschaften.
In den letzten Tagen bewegen wir auch unseren Antrag an den FSM in unseren Gedanken und der Wohnung hin und her. Lassen hier was liegen und verstecken dort etwas. Kratzen den ganzen getrockneten Frustschleim von unseren Herzen und registrieren am Ende doch erschreckt das Ausmaß der Verletzung, die all die bürokratischen, allgemein formalen Bezüge unserer Gewalterfahrungen im familiären Bereich hinterlassen (haben).
Geld aus so einem Fond ist nicht, was wir wirklich brauchen. Ist auch nicht, was wir wollen. Obwohl es so viel erleichtern würde, was sonst wiederum nur über mühsam langwierige Ritte auf Amtsschimmeln möglich wäre.
Es ist eine Abkürzung und zwar eine, die uns flauscht und die den Staat flauscht. Wir kommen an wichtiges Zeug – der Staat kommt aus der peinlichen Lage heraus ehemalige Opfer von Gewalt in der Familie strukturell und darüber insgesamt zu benachteiligen, denn da kann ja nun auch immer darauf verwiesen werden: “Wir haben ja Hilfe angeboten, aber irgendwie haben sich nur ein paar gemeldet und das ist ja dann auch nicht unsere Schuld, sondern liegt sicher am Bedarf…”.
Seit Jahren stemmen wir uns mit viel Kraftaufwand dagegen in sogenanntes “parent shaming” zu verfallen, um unserer Herkunftsfamilie nicht so viel Einfluss auf unser Leiden und Kämpfen zuzugestehen. Das ist zu einfach so zu reden. Jedenfalls in unserem Fall. Und dem unserer Geschwister.
Wir hatten noch jede Menge andere Menschen in unserem Kinder- und Jugendleben, die wir verantwortlich machen für das, was uns passiert ist. Und jede Menge beschissene Strukturen mit Auswirkungen, die uns nicht früh genug in gute und bedarfsgerechte Hilfekontexte brachte.
Und ich merke, wie es das System selbst ist, das gerne hätte, dass ich am Ende meine Familie bzw. mein familiäres Umfeld dafür verantwortlich mache, dass es mir heute so geht, wie es mir geht. Damit wir uns nicht umdrehen und das System fragen, warum es denn nicht einfach mehr für Menschen in Abhängigkeitssituationen ermöglicht.
Vielleicht.
Keine Ahnung.
“Das System” ist ja auch ein schwammiges Ding. Es ist ja nicht eine Behörde, oder ein Gesetz.
Es ist ja verboten Menschen zu verletzen. Es ist ja verboten Menschen auszubeuten. Es ist ja verboten geschehen zu lassen, was uns geschehen ist.
Aber Unrecht ist es erst, wenn das System davon weiß. Beziehungsweise: es anerkennt.
Und das geht erst, wenn man hingeht und etwas sagt. Und zwar so, wie es das System einordnen kann.
Auch, wenn man nicht in diese Ordnung passt. Auch, wenn man lieber Schmerzen haben will, als sich den Gedanken und dem Erinnern zu widmen, weil es mit jedem vergehenden Moment darin weniger normal wird und die Welt umstülpt.
Wenn ich Eines aus der Woche in die Therapiestunde hinüberretten wollte, dann war es, was ich dann doch eher fahrig herausfaserte als es stabil wie ein mittelgroßes Bäumchen in das Stück zwischen der Therapeutin und mir zu pflanzen: “Könnten Sie für uns in der Klinik anrufen und fragen, wie der Stand ist?”.
Eigentlich wollte ich nur das. Nur das. Weil ich in der ganzen Woche in einem matschigen weißen Rauschen herumgewatet bin und nichts spürte, was mich so fahrig und zwischen thematischer Superabsorbtion und völliger Depersonalisierung oszillieren ließ.
War es die Erkältung? Das “viel zu tun”? Das Warten auf Nachricht von der Klinik? Das viele “nicht allein sein”? Der Konflikt im Fotokurs?
Irgendwann hilft nur noch das systematische Ausschlussverfahren durch Stressorenabbau.
Gesund werden, anfallende Arbeiten durchstrukturieren, Klinikfrage klären, regelmäßiger reflektieren wie viel Kontakt mit wem wie lange wirklich okay ist und entsprechend regulieren, in den Fotokurs gehen und wenigstens für das Wesentliche miteinander sprechen.
Fazit dieses Vorgehens: Erleichterung
Veränderung des Befindens: Nein
Zwischendurch blitzen Paniken bis zu mir vor, die dann aber doch ohne Gesicht bleiben und genauso schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind. Seit Kurzem bricht etwas in meinunser Leben ein, dass wir als “Täterenergie” bezeichnen, weil es nicht genug ist für ein Innen. Weil es so viel Wucht und ES ist, das es nicht einmal Gedanken zu haben scheint. Das ist etwas, dem nicht mit einer Kognition zu begegnen ist. Und zu Selbstverletzung führt.
Während die Therapeutin meine Anmerkung eigentlich selbst in der Klinik anrufen zu müssen – aber…, mit einer Hand wegwedelte und dem Freizeichen zuhörte, dachte ich, wie praktisch das ist, dass sie mit den Rosenblättern in den letzten 3 Jahren schon so oft diese “Ich weiß, ich müsste das jetzt können, aber ich kann nicht und ich hasse mich dafür und orr wieso kann ich das nie und orr ich bin so scheiße – ich werde das können, weil ich bin so orr und arrgh und – naja –” – Kreisel miteinander hatten und deshalb für uns alle immer öfter ausbleiben können.
Als ich die Praxis verließ, dachte ich darüber nach, wie wenig mir die Fähigkeit zur Abstraktion dabei hilft Ideen zu entwickeln, wie eine Begegnung mit solchen “Täterenergien” oder auch aufblitzenden Paniken aussehen könnte.
Ich fragte mich, ob das matschige Rauschen im Innen Emotionen sind. Oder die Emotionen anderer Innens. Oder der Rand der Kognition. Oder das Ende der Worte.
Ich habe mich gefragt, ob ich Angst davor habe, in so eine Begegnung zu gehen und gemerkt: Nein. Eigentlich habe ich eher eine Furcht davor, dass es eine andere Art der Begegnung sein könnte, als die, die ich gewohnt bin: als Beobachterin – abstrakt, intellektuell, ordnend, Worte findend
In unserer Therapie gab es häufig Begegnungen, in denen sich abgesprengte Emotionen oder Innens im Status als eine Art emotionale Lawine entpuppten, die alles unter sich begruben. Und ich stand daneben. Dokumentierte das Geschehen Wort an Wort und legte Zeugnis darüber bei Therapeut_innen ab, welche die zum Teil verheerenden Auswirkungen über den Umstand der Existenz meiner Worte definierten – nicht über die Abwesenheit der Worte anderer Innens und ihrer inneren systematischen Zugehörigkeit.
Wir haben nie darauf bestanden in unserer Unterschiedlichkeit anerkannt zu werden. Als unterschiedliche Systeme. Als auch unterschiedliche Funktionssysteme. Beziehungsweise als Teile davon.
Die moderne Technik macht Vergleiche möglicher. Wenn ich heute Menschen sage: “Ich funktioniere nach Windows Vista – wo wir hinmüssen, gibts aber nur ein DOS-11.”, verstehen mehr Menschen als noch vor 10 bis 14 Jahren, was genau mein Problem mit der Ausführung einer Begegnung im Innen ist.
Es geht dabei nicht um eine Angleichung von Fähig- und Fertigkeitenniveau – es geht um die Produktion eines passenden Emulators für ganz spezifische Ansprechbarkeit eines ganz spezifischen Bereiches dessen, was erreicht werden will.
An einer Stelle geht es auch nicht um emotionale Phobie oder willentlich steuerbare Vermeidungsimpulse. Das kann ich sagen, weil ich einerseits eine Furcht empfinde – diese sich jedoch gar nicht auf das Traumamaterial bezieht, sondern auf eine allgemeine Veränderung meines Erlebens unter Einfluss eines Innens oder einer Energie aus einem anderen (Funktions)System. Es geht um einen Selbstschutzmechanismus, der, wie in der Psychologie üblich, mit Emotionen belegt wird – meiner Ansicht nach jedoch auch mit der Neuroplastizität des traumatisierten Gehirnes zu tun hat.
Um erneut die Metapher mit den Betriebssystemen von Computern zu bemühen: Nach den ersten Computerviren hat man sich zum Einen darum bemüht diese abzuwehren (Vermeidung), zum Anderen aber auch angefangen Programme zu entwickeln, die das Betriebssystem vor unerwünschten, weil schädlichen Veränderungen schützen (sollen).
In unserem Fall sehe ich die bloße Existenz unserer unterschiedlichen Funktionssysteme, als reaktive Schutzmaßnahme im Rahmen der Möglichkeiten.
Die Option einen Teilbereich (vielleicht eine einzelne Anwendung oder einen einzelnen Order) für die kognitiven, emotionalen, allgemein bioaktiven Aspekte der Traumatisierungen bereitzustellen, ohne den Rest zu gefährden, gab es nach einer Weile vielleicht einfach nicht mehr.
Es gibt neurologische Sollbruchstellen, die in die Lage versetzen können autark von einander zu funktionieren. Das Betriebssystem muss aufgrund der ursprünglichen Konzeption von ganzheitlich verfügbaren Ressourcen jedoch zwangsläufig jeweils ein Anderes sein. Das ist meiner Folgerung aus den letzten Forschungen nach eher effektiv lebenserhaltend, als phobisch vermeidend und damit in Teilen das Dilemma der DIS und ihrer Therapie.
Denn es geht um eine Balance zwischen der Anbahnung und Reizung des traumatisierten Gehirnes eine Reorganisation und Angleichung der verschiedenen Funktionssysteme vorzunehmen, gegenüber der Aufrechterhaltung grundlegender Funktionen, welche jedoch ganz direkt an Selbsterhalt ebenjener Systeme gebunden sind.
Für mich ist das zu trennen von willentlichen Entscheidungen oder emotional aufgeladenen Überzeugungen von uns Innens.
Es ist zu einfach zu sagen, es gäbe Innens, deren Stärke die Kognition sei und deshalb präferiert benutzt und phobisch vermeidend vor traumanahem – konkret re_agierenden Innens. Es ist zu einfach, weil es verkennt, welche grundlegenden Unterschiede es in den jeweiligen Betriebssystemen gibt und welche Optionen etabliert sind, um diese zu kompensieren.
Am Abend lag ich mit dem Hund auf dem Bett und verfolgte die langsam über unserem Kopf ziehenden Seidentücherfeen.
Ich bemerkte, dass ich nicht am Ende der Worte stehe. Wo ich stehe, beginnt nur das Leben und Funktionieren von anderen als mir und das matschig durch meine Wahrnehmung fließende Rauschen ist, womit ich selbst auch wieder neu anfangen könnte.
Der Frühling naht, die Babythemen nehmen zu. Und die Diätwerbung auch.
In den letzten Wochen denke ich selbst öfter darüber nach, eine Planung für die nächsten 3 bis 5 Jahre zu machen. Weil ich mir diesmal wirklich Hoffnungen auf den Ausbildungsplatz mache. Und merke, wie sich diese Hoffnung auf eine Gastfamilie und die Therapie überträgt.
Wenn ich nicht gerade Angst habe, dass das alles wirklich klappen könnte und entsprechende Ressourcen von mir abverlangt, dann denke ich mir, wie das laufen könnte.
Wir gehen 3 Jahre zur Schule und können dann richtig gute Sachen machen, mit denen wir Geld verdienen können. Dann ist NakNak* 10 Jahre alt und vielleicht nicht mehr “Border Collie-aktiv” sondern “normaler Hund- aktiv”.
Ich könnte über eine Schwangerschaft nachdenken. Über ein über 9 Monate in mir wachsendes Organ, das ich gebäre und dann als “Baby” bezeichne. Dann begänne ein neuer Alltag, der sich über verschiedene Entwicklungsdekaden des Babys verändert und der wiederum von uns Ressourcen abverlangt, denen wir uns hoffentlich bewusst bleiben können.
Während all dem wird sich die Rolle unseres Seins und unserer Traumatisierung verändern. Und vielleicht denke ich deshalb genau jetzt gerade darüber nach.
Im Moment muss die Traumatisierung für vieles herhalten, was wir nicht können oder schaffen. Oft geht es darum die Traumatisierung als das zu erkennen, was macht, dass sowohl die Dinge die uns schaden, weil wir sie nicht verhindern (Selbstverletzung, Essstörung, diverse soziale Schwierigkeiten), als auch die Dinge, die uns schaden, weil wir sie nicht verhindern können (Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Unfähigkeit in derzeit gegebenen Strukturen arbeiten zu können und deshalb auf Hartz 4 angewiesen zu sein) passieren.
Dabei ist es seltenst wirklich die Traumatisierung, die unsere Schwierigkeiten begründet, sondern unsere Versuche damit in einem spezifischen sozialen Kontext umzugehen.
Wenn man ein Kind gebiert, wird man zu einer Mutter und damit in eine soziale Rolle gedrückt, in der eine bestehende Traumatisierung und jedweder Umgang damit a) nur falsch und b) nur unzureichend sein kann. Weil Mütter allgemein in so ziemlich allem was sie tun in erster Linie als a) (auch) falsch und b) nur unzureichend gelten.
Obwohl und gleichzeitig gerade weil sie a) für alles rund um das Kind, sich selbst und ihren sozialen Kosmos (allein)verantwortlich sind und b) einem in aller Regel nur durch Kritik gestalteten Rahmen von den Erwartungen um das erfahren, was als “ausreichend” gilt.
Mutterschaft ist eine der sozialen Rollen, die man getrost als schizophren bezeichnen kann, ohne eine unangebrachte Pathologisierung vorzunehmen.
In unserer westlichen Gesellschaft ist Mutterschaft selten und dadurch etwas, das von Anfang an als etwas gilt, dass es zu perfektionieren und optimieren gilt. Und genau dort beginnt bereits die Arbeit daran Menschenkörper und ihre Arbeit am Wachstum eines Fötus zu kritisieren.
Wie oft lese ich in Foren von schwangeren Personen, die bei einem der tausend Checks und Tests und Untersuchungen im Hoheitsgebiet der Gynäkologie vom zu kleinen oder zu großen Fötus hören, von vielleicht nicht normgerechten Nackenfalten und so vielem mehr. Und dann sind da noch die ganzen Zahlen, die mit dem eigenen Blut in die Plasteröhrchen fließen, die vielleicht hier und da zu hoch oder zu niedrig, in den wenigstens Fällen aber einfach okay sind.
Und dann die Geburt. Unter der viele Menschen überwiegend Angst haben und nur wenige schlichte Neugier und Aufregung darüber, wie sie es schaffen mit der Herausforderung umzugehen.
Und dann die Menschen, die sich nie wohl fühlen können, weil sie permanent misgendert werden. Weil sie keine Frau sind und es doch niemanden schert, denn Schwangerschaft gilt als “Frauensache”.
Ich glaube, dass Schwanger- und Mutterschaft etwas ist, das, so wie es gerade behandelt wird, zu Gefühlen von „sich selbst fremd und fern sein“ führen kann und deshalb zwangsläufig zu etwas werden muss, dass sich unkontrolliert und fremdbestimmt anfühlt.
Und, weil es diese Abwertung bestehender ganz eigener Fähigkeit- und Fertigkeiten, wie Ressourcen gibt, auch noch das Gefühl, dass es eine stetige Kontrolle, Kritik und permanente Selbstoptimierung braucht, um überhaupt irgendwas annähernd in Richtung “okay” zu Stande zu kriegen.
Wie viele zu Eltern gewordene Menschen finden sich 10 Jahre später wieder in einer mittelgroßen Wohnung, in einem mittelsicheren Leben, in einem mittelständischem Bürgerleben und sagen: “Ich habe das nie gewollt.” – ohne sich gleichermaßen trauen zu können dem noch anzustellen: “Ich habe das aber gebraucht und ich brauche das auch jetzt um mich wieder neu zu entdecken.“
Ich schiebe meinen Kinderwunsch und meine Gedanken über das Leben in 3-5 Jahren nicht auf mein Alter und auf Hormone. Ich schiebe es auf mein Gefühl von mehr Sicherheit und mehr Nähe zur üblichen Norm, wenn ich mit einem Ein- und einem Auskommen rechnen kann.
Ich schiebe es darauf, dass ich in meiner Vorstellung mehr Optionen auf selbstbestimmte Entscheidungen habe, in denen ich mich von außen versichern lassen kann.
Wenn und falls ich das überhaupt möchte.
Und ich schiebe es darauf, zu wissen wie Wahnsinn funktioniert und wie wenig dieser in mir allein verankert ist, selbst wenn mir die ganze Welt das Gegenteil sagt.
Da ist ja nämlich auch noch die Idee vom Irre-sein als virulentes und vererbbares Ereignis.
Der Gedanke, eine psychische Belastung der Mutter übertrüge sich immer und in jedem Fall automatisch auf das Kind. Was übrigens ein sehr praktischer Gedanke ist, wenn man a) Kinder als hilflose durch und durch inkompetente und zum Selbstschutz unfähige Wesen betrachtet (sie in ihren Fähig- und Fertigkeiten also komplett missachtet und ignoriert) und b) die Mutter als mächtige Trägerin einer malignen Energie sehen will (noch jemand ohne Hexenassoziation?)
Und natürlich, wie immer, die Idee, dass eine Krankheit immer nur einen Hauptwohnsitz hat.
Es gibt zu wenig die sozialen Kontexte anerkennende Haltungen gegenüber Belastungen jeder Art. Ein Symptom ist noch keine Krankheit und nicht jede Krankheit zeigt sich in Symptomen an denen, die ein Leiden formulieren.
Wir leiden wie gesagt nicht unter der DIS. Wir leiden an den Traumaverarbeitungsversuchen unseres Gehirns, weil sie unser Er_Leben dysfunktional machen. Und darauf reagieren wir. Und so gestaltet sich unser Sein.
Es ist der Gestaltung des Seins anderer Menschen so so so ähnlich.
Es macht mich den Gedanken und Wünschen anderer Menschen so ähnlich.
Ich denke über eine Schwangerschaft nach, weil ich das gerne möchte. Ganz egoistisch. Weil ich neugierig bin, wie das so ist Mutter von einem lebenden Kind zu sein und die Entwicklung eines Menschen ganz direkt miterleben zu dürfen bis ich sterbe oder dieser Mensch stirbt. Oder ich es nicht mehr miterleben soll oder kann. Oder.
Die gesamte westliche Kultur um Mutterschaft ist nicht auf Menschen wie uns ausgelegt. Der ganze Zirkus in pastell und Schulddynamik meint uns nicht. Natürlich wird er nach uns greifen und natürlich gehen wir durch die gleichen Episoden wie ganz viele zu Müttern erklärte Menschen vor uns.
Aber wir haben nicht den Angstgegner “Schuld”, “Wahnsinn” oder “Isolation”.
Wir haben nur Angst vor der Angst.
Und wissen wie sehr uns das privilegiert.
Vielleicht ist das am Ende der einzige Unterschied, den die Traumatisierungen begründen.
Wir sind schon durch mit Schuld, Wahnsinn und Isolation.
Irgendwie.
Ich weiß es nicht.
Aber ich muss es ja auch noch nicht wissen. Im Moment kann ich einfach noch jede Menge Unkraut denken und in meine Fantasien mulchen.
(und noch mindestens 3 Wochen auf Rückmeldung zur Bewerbung warten T-T)
Wenn ich alt bin, werde ich eine schrullige Waldfrau mit WLAN in einer abgelegenen Hütte.
Ich mache meine Lebens- und Überlebensmittel selbst und wenn mich nach Killefit dürstet, bestelle ich bei Amazon.
Ich werde soviel Zeit-Raum-Kontinuum einnehmen bis meine Ränder bedeckt sind.
Was ich sagen möchte, das habe ich bis dahin gesagt und vielleicht werde ich verrückt, weil die Wörtersammlung in meinem Kopf nach und nach mit Stille zugewachsen ist.
Ich werde dem schrecklichschönen Krächzschreien der Schleiereulen auf meinem Dachboden zuhören und manchmal zu Cellomusik tanzen.
Wenn es regnet bleibe ich im Bett und wenn die Sonne scheint vielleicht auch.
Ich werde immer schlafen so viel ich muss. Und manchmal auch so viel ich will.
Was braucht der Mensch und was brauche ich?
Vielleicht brauche ich nur mich und meine Hassliebe mit der Stille und dem allumfassenden Ist dessen, was ist, was war und was immer sein wird.
Manchmal denke ich, dass ich mich vielleicht nicht finden kann, weil ich kein Spiegelbild habe und manchmal bemerke ich, dass ich eigentlich gar nie nach mir gesucht habe, weil ich mich nicht brauche und eigentlich auch nie auf mich verlassen konnte.
Ich war nie, wenn ich mich am meisten gebraucht hätte.
Ich bin die Stille und das Nichts. Das Ist und War und Wird.
Ich bin „die Andere“
Glücklicherweise kenne ich Menschen, die mit mir in “so einen Film” gehen. Feminist_innen. Menschenrechtler_innen. Gemochte.
Wir treffen uns, die Taschen voller Süßigkeiten und neugierig auf den Film “Suffragettes – Taten statt Worte”. Am Nebentisch sitzen drei andere Menschen, vielleicht auch Feminist_innen. Menschenrechtler_innen. Einander mögende. Nur 20 bis 30 Jahre älter. Mit einem Weinglas vor sich.
Wir wissen, dass wir uns auf eine weiße Geschichtserzählung einlassen, wagen aber die Hoffnung, den Rassismus der Zeit auf der Leinwand abgebildet zu finden. Wir, ich, als eine von drei Einsmenschen im Bunde, bilde mir ein viel über die Suffragettenbewegung zu wissen. Weil ich weiß, dass es weiße privilegierte Frauen waren, die dort, damals vor mehr als hundert Jahren für ein Frauenwahlrecht auf die Straßen gingen. Weil ich in den letzten zweieinhalb Jahren viel über feministische Geschichte gelernt habe und noch immer lerne.
Ich bilde mir Offenheit ein, bilde mir ein zu merken, wo mein Horizont endet und wo ich mich hinbewegen muss, wenn ich mehr sehen möchte.
Am Ende sitze ich in diesem Film und merke: einen Scheiß weiß ich.
Es wird keine Geschichte von einer gelangweilten unglücklichen Frau* erzählt, die eingesperrt im goldenen Käfig nicht im Kopf aushält, was um sie herum passiert und nach und nach auf die Idee kommt: “Och – Wahlrecht wäre nett. Gib mal!”, sondern die Geschichte einer Wäscherin, die sich nach und nach den bereits aktiven Suffragetten in ihrer Stadt anschließt und darüber Ehemann und Kind verliert. Die Geschichte von verschiedenen Frauen, die ins Gefängnis kommen, weil sie Briefkästen sprengten und Telegrafenleitungen kappten. Wo sie hungerstreikten. Zwangsernährt wurden. Nicht als politische Gefangene anerkannt wurden. Bei der Entlassung mit Blumen von der “Women’s Social and Political Union” empfangen wurden.
Der Kinofilm spielt 50 Jahre nach Beginn der eigentlichen Bewegung, die 1867 mit der Gründung der “National Union of Women’s Suffrage” durch Millicent Fawcett verortet wird. Ich fand aber auch noch andere Anfänge. Ob das alle sind oder ob es nur diese Geschichte ist, die es bis heute geschafft hat sich zu halten, weiß ich nicht und finde das schade. Einfach, weil ich es in den letzten 2 Jahren an jedem neuen Hashtag, jedem neuen Diskursherd erlebe, wie Geschichten sozialer Bewegungen geschrieben werden.
Der Film beginnt mit Einstellungen harter körperlicher Arbeit. Schaltet dann aber doch zügig zu den ersten eingeschlagenen Fenstern. Da steht eine Frau, holt faustgroße Steine aus ihrem Kinderwagen, wirft diese in ein Schaufenster und ruft: “Wahlrecht für Frauen!” und die Hölle bricht los.
Es gibt einen Tumult und das ist die erste Begegnung.
Das sind also diese Suffragetten. Steineschmeißerinnen mit Ausruf. Aha.
Während die Geschichte weiterplätschert und nach und nach mehr Charaktere einfädelt, merke ich, dass ich mich frage, ob ich verroht bin, oder was genau mich gerade an der Gewalt, die ich dort vor mir sehe, eigentlich nun so verwirrt.
Wir sehen wie die Frauen, denen durch Arbeiter_innenbefragungen des Parlamentes Hoffnungen auf ein Wahlrecht gemacht wurden, erneut enttäuscht werden – nach Jahrzehnten friedlicher Auseinandersetzung mit logischen Argumenten um die Herren der Schöpfung erst recht davon zu überzeugen, dass es sich bei Frauen erstens um Menschen handelt, die, zweitens, so eine verantwortungsvolle Sache, wie eine politische Wahl, verantwortungsbewusst und vernünftig ausführen können.
Sie sind wütend. Und werden deshalb von Polizisten niedergeschlagen und verhaftet.
Sie sind einfach nur wütend und enttäuscht und werden deshalb verprügelt und verhaftet – hallo?
Man darf im Kino nicht aufstehen und rufen: “Das ist aber ungerecht – die haben gar nichts getan.”
Die Menschen damals durften das auch nicht. Deshalb ist der Film einer, für den ich eine Triggerwarnung aussprechen würde. Nicht nur, weil es viele Szenen gibt, die Gewalt auch zeigen und spezifische Dominanzgesten einstreuen, sondern, weil das Unrecht eine_n förmlich anspringt, in den Film reinzerrt und die Handkamerasequenzen noch ihr Übriges dazu tun.
Es bleibt die einzige Szene, die für mich nahe an Wut kommt. Frauen in einer Demo, die einem Politiker “Lügner!” zurufen.
Wir sehen viele harte Leben. Viele harte Entscheidungen. Schmerz. Abhängigkeit. Zwänge. Not. Leiden. Ohnmacht. Bitterkeit, die nur Leben produzieren kann. Kampf. Und Weiterkämpfen.
Doch die Wut bleibt stecken.
Meine erste Suffragette habe ich in “Mary Poppins” gesehen und erst jetzt fällt mir das Muster auf, das auch in “Suffragettes – Taten statt Worte” durch einen Polizisten hineingetragen wird: die verwirrten Frauen (aus der Arbeiterklasse), die einer Ideologie zum Opfer fallen (oder wie in der Gesangsszene in Mary Poppins: hineingezogen werden), geführt von mächtigen, privilegierten Frauen, zu Gunsten eines entweder unsinnigen oder egoistischen Ziels.
Der Film schafft es nicht recht die inhaltlichen Debatten der Zeit aufzugreifen. Auch dafür bleibt nur eine Szene übrig: ein Dialog zwischen Polizist und Wäscherin, der in seiner Kürze aber griffig ist und eine gewisse Nachvollziehbarkeit ermöglicht: “Frauen sollten sich an Gesetze halten, auf die sie selbst keinerlei Einfluss nehmen konnten”.
Für einen Film, der zu Recht für das Unterschlagen der Beteiligung von people of colour, sowie Menschen, die sich nicht binär geschlechtlich und nicht heterosexuell verorteten, kritisiert wird, ist dies dann aber doch mehr Leistung, als ich ihm zugetraut hätte.
Ich verließ das Kino mit einem großen Bedürfnis viele Fragen zu googeln. In der Reflektion merke ich, dass es viel mit dem Begriff der “militanten Suffragetten” zu tun hat und damit, wie gewaltbereit und radikal diese Frauenbewegung von Großbritannien dargestellt wird – was mit meinem von einem Leben zwischen 1986 und 2016 geprägten Begriff von “politischer Militanz/Radikalität” zu tun hat und dem, was es vor mehr als hundert Jahren bedeutete als Frau kategorisiert zu werden.
Ich betrachte mir die feministischen Diskurse der letzten Jahre und merke die Wiederholungen. Die tausenden und abertausenden Worte, die mal lieb und kuschelig, mal hart und wütend – aber immer wieder mehr auf dem Papier, als in der Öffentlichkeit gewechselt werden.
Wir, wie und wo auch immer auf dem feministischen Spektrum verorteten Menschen, haben heute keine Emmeline Pankhurst, die von einem Balkon zu uns spricht – wir haben Medienspektakel, die Miteinander predigen und innerhalb der feministischen Diskursgruppen bestehende Fronten verhärten und Ausschlüsse vornehmen. Wir haben weiße cis hetero Frauen, die mit anmaßendem Stellvertreter-Wir über “den Feminismus” und “die Frauen” sprechen, die Vielfalt des Diskurses und die Bandbreite der politischen wie sozialen Forderungen, so wie ihrer Anteilgeber_innen, damit bedeckt halten.
Die Frage nach der Legitimation radikaler(er) Forderungen, die Frage nach der Logik hinter diversen Zusammenarbeiten zwischen Medienbetrieb und Politik (Staat) steht bis heute im Raum und bleibt bis heute fast unberührt.
Als gäbe es keine soziale Bewegungsgeschichte aus der man lernen könnte.
Der Kinoabend ist seit Stunden vorbei. Ich habe gegoogelt und gelesen.
Und habe erkannt: in dem Film sehen wir schon “die wütenden Frauen”. Wütender ging nicht. Lauter ging nicht. Man stufte sie als radikal und militant sein, weil viele andere ganz viel leiser waren. Sein mussten. Weil viel mehr Stille von ihnen erwartet und in ihre Lebensrealitäten gezwungen wurde. Weil “Frausein” und “still sein” auf eine andere Art als heute synonym miteinander galten.
Und am Ende – dem Ende, das der Film nicht zeigt! – , war es vielleicht dann nicht einmal das “laut sein” der Suffragetten, das Frauen das Wahlrecht gab, sondern ihr Verdienst im ersten Weltkrieg und das Loch, das durch tausende gefallene, verletzte, posttraumatisch belastete Männer* in der Gesellschaftsordnung entstand.
“Der Feminismus” hat viele Einflüsse. Die Leben und die Lebensrealitäten der Suffragetten und Nicht-Suffragetten der 1900er Jahre spielten dabei eine große Rolle. Um sich diesen Teilaspekten zu widmen, ist dieser Film ein guter Einstieg.
*ich schreibe in dem Text nur von „Frauen“ und „Männern“, weil in der Bewegung nur von „Frauen“ und „Männern“ gesprochen wurde – die Dekonstruktion von Geschlecht passierte erst später
Am Dienstag begannen behinderte Menschen auf Twitter unter dem Hashtag #beHindernisse über ihr Leben und ihren Umgang mit Behinderungen zu schreiben. Es gab so viele Tweets zu dem Thema, dass es in den Twitter Trends auftauchte. Mitten drin – nichtbehinderte Menschen, die andere zum Lesen des Hashtags aufforderten mit: „Guck, wie gut es Dir geht“.
Ich bin behindert. Ich werde behindert. Mein Umgang damit ist Teil meines Lebens.
Unter dem Tag beschreiben behinderte Menschen, was ihre Barrieren sind, was sie tun und was sie nicht tun, weil es für sie #beHindernisse gibt. Dabei geht es immer um diese Menschen. Um Sichtbarkeit und darum, dass der tägliche Anpassungs- und Kompensationskrampf behinderter Menschen ausgesprochen wird – nicht darum, anderen Menschen zu sagen: “Guck, wie gut es dir geht!“
Ich lese bis heute sehr viele Texte sowohl von als auch über behinderte Menschen, in denen es überwiegend darum geht, wie sie mit “ihrer Behinderung” leben, wie “normal” sie leben, wie ganz alltäglich ihre Probleme und Sorgen sind. Am Ende soll man glauben, der behinderte Mensch hätte nichts weiter in seinem Leben als einen kleinen harmlosen Rollstuhl, einen ganz leicht zu vergessenden Hörschaden, einen spannend mysteriösen Autismus, eine Ladung gar nicht soooo bedrohlicher Kreuzallergien oder oder oder
Ganz wichtig in solchen Berichten:
1 ) die Behinderung ist begründet in der Person (die Person allein hat/“besitzt“ die Behinderung)
2) die Behinderung ist gar nicht so gruselig, sondern alltäglich
3) die Person macht sogar noch Dinge, “die nichts mit ‘ihrer Behinderung’ zu tun hat”
Man braucht sich nun nur ein paar Tweets konkret betroffener Menschen durchzulesen um merken: “Oh wait – diese einen Rollstuhl nutzende Person wird von Bordsteinkanten, kaputten Aufzügen, und Menschen mit Vorurteilen behindert.”, “Oh wait – dieser Mensch ist so gewachsen, dass er Sinnesreize anders verarbeitet als andere Menschen – die Behinderung ist das Missverständnis, das ganz zwangsläufig folgt, wenn das Gegenüber nichts davon weiß und es keinen gemeinsamen Umgang damit gibt.” und bäm! Vorhang auf und Konfetti in die Luft! – ist “die Behinderung” ganz klar kein individuelles Problem, sondern einer der vielen Marker für gesamtgesellschaftliche Missverhältnisse und Missverstehen dessen, was eine Behinderung nun eigentlich ist.
Folgendes wird klar, wenn man sich näher damit befasst:
1) ‚die Behinderung‘ ist etwas, das zwischen einem Menschen und seiner direkten (sozialen) Umgebung besteht
2) dieser Umstand ist nicht von Gleichberechtigung und -befähigung geprägt, sondern von völlig selbstverständlich hingenommenen Missverhältnissen – gruselig.
3) eine behinderte Person kann ergo nie wirklich Dinge tun, die rein gar nichts auch mit einer Behinderung bzw. der Kompensation einer solchen zu tun haben
Missverhältnis? Ja – Missverhältnis!
(Chronische) Krankheiten und spezifische Entwicklungen bzw. medizinisch als unüblich kategorisierte Entwicklungsformen von Menschen werden als persönlich privates Ding betrachtet und so soll auch der Umgang sein. Hübsch jede_r für sich allein – in ganz schweren Fällen – wenn es wirklich gar nicht anders geht! mit spezieller Fachkrafthilfe, in höchst privatpersönlicher Umgebung.
Was ausbleibt ist die Frage nach der Norm. Dem, was wer warum als üblich einordnet und warum.
Als üblich oder „normal“ gelten genau eine Art des Gewachsenseins, eine Art des Befähigungsclusters, ein Set der Sprache dafür. Alles muss sich dieser Norm anpassen und daran orientieren. Darauf beharren okay zu sein, wie man ist und gefälligst auch so behandelt werden zu wollen, sich selbst zum Profi für die eigenen Bedürfnisse und Umgangsoptionen erklären und einzufordern darin auch von anderen Menschen anerkannt zu werden, Machtfragen zu stellen, gerade, wenn es um pflegerische und therapeutische Behandlung geht – das ist bis heute eine radikale Nummer. Vor allem in der Behindertenbewegung.
Warum?
Weil behinderte Menschen in vielen Fällen von anderen Menschen ganz global abhängig sind und klar ist: du solltest nicht in die Hand beißen, die dich pflegt, Hilfsmittel finanziert, Fähigkeiten einüben hilft und ganz erst recht – die Hand, die du erfassen möchtest, um gemeinsam und miteinander zu sein.Mal abgesehen davon, dass man als behinderte Person schnell als undankbar und “selbst schuld am eigenen Leiden” gilt, wenn man Hilfs- und Unterstützungsangebote kritisiert und/oder ablehnt. Um als behinderter Mensch radikal zu gelten, braucht es heute nur die selbstvertretende Forderung nach alternativen Hilfs- und Unterstützungsangeboten, die Menschenwürde und Selbstbestimmung wahren bzw. entwickeln helfen.
Wie wichtig aber genau diese Forderungen sind, zeigt sich für mich unter anderem in genau den Imperativen, die ich oben erwähnte. Behinderte sind nicht dazu da, damit du dich über deine Privilegien freuen kannst oder du mal wieder einen Anlass hast, dich in Dankbarkeit für den glücklichen Zufall zu üben, nicht im gleichen Maß behindert zu sein, wie die Person, die dich daran erinnert, dass du es nicht bist.
Behinderte Menschen sind nicht dazu da, dich gut oder schlecht zu fühlen.
Jede Behinderung hat auch mit dir zu tun.
Auch dann, wenn du selbst sie nicht als solche erlebst.
Jeden Tag #beHindernisse kompensieren zu müssen ist kein Einzelschicksal und kein allein individuelles Leiden. Jede Person kann jederzeit zu einem behinderten Menschen werden und braucht zu jeder Zeit andere Menschen, die mit ihr sind.
Sich erst einmal in Dankbarkeit für die eigene Funktionalität zu suhlen und andere Ablenkungsfelder zu beackern, lenkt nur von der Begegnung ab, die sich an einem respektvollen und achtsamen Miteinander im Hier und Jetzt orientiert und nötig ist, damit mehr als eine Entwicklungsform, mehr als eine Art des Funktionierens und so vieles mehr als üblich erfahrbar werden kann.
Es gibt gerade so eine Debatte darum, ob nur als Autist_in diagnostizierte Menschen an prominenter Stelle für Selbstbestimmung, Inklusion und Barrierefreiheit sprechen dürfen oder nicht und alles hängt sich an der Wichtigkeit einer Diagnose auf.
Ich habe bereits letztes Jahr in der Mädchenmannschaft geschrieben, dass Diagnosen Machtmittel, bzw. die Termini “Gesundheit” und “Krankheit” Machtbegriffe sind. Wer auch immer, wie auch immer Hilfe und Unterstützung sucht, braucht, möchte – fast egal, worum es geht! – braucht eine Diagnose. Wer gerade keinen entsprechenden Krankenversicherungsschutz hat, wer aus Gründen jeder Art keine Diagnostik aushalten kann (oder überhaupt auch gar nicht die Fähigkeiten dazu mitbringt bzw. Kompensationsmöglichkeiten aktivieren kann – auch diagnostische Verfahren sind nicht barrierefrei!), wer zu Recht das Stigma durch eine medizinische/psychologische Diagnose scheut, wer mit negativen Folgen in Beruf, Familie, Lebenskontexten zu rechnen hat – wird sich im Zweifel immer gegen eine Diagnostik entscheiden.
Und das ist okay!
Sowas nennt man auch “Selbstschutz” oder “Selbstfürsorge” oder “Umgang mit Behinderungen”
Für mich lesen sich Teile der Debatte wie folgt: “Ja, aber wenn dieser Mensch da doch gar kein_e Autist_in ist und diese Dinge sagt – dann könnte ja jede_r kommen!”
Ich kenne das auch aus der “DIS-Bubble”: “Ja, aber wenn diese Person da gar keine DIS hat sondern “nur ne DDNOS” oder “nur eine komplexe PTBS” – dann darf die jetzt hier nicht über einen Mangel von guten Traumatherapeut_innen reden und sagen, dass Menschen, die Gewalt erfahren haben, schlecht behandelt werden.”
Für mich sind folgende Punkte in dieser Debatte wichtig:
1) wer warum worüber wo spricht ist wichtig, weil Sichtbarkeit für bestimmte Themen wichtig ist, um Antistigmatisierungsarbeit anzustoßen
2) wer warum worüber wo spricht, bestimmen in aller Regel die Personen, die die Macht haben darüber zu entscheiden
3) diese Macht begründet sich in aller Regel durch eine günstige Position auf den Diskriminierungsachsen: Klasse, ‘Rasse’, Alter, Geschlecht, Befähigung, Berechtigung
4) diese Positionen führen dazu, dass bestimmte Perspektiven auf eine Problemlage zur Norm erklärt werden und jede davon abweichende als “fremd”
5) das “Fremde” zu betrachten fällt aus dieser Position heraus am leichtesten, wenn sie die bekannte (als “normal” gelabelte) Perspektive günstig, positiv, angenehm, verwertbar, mit wenig Schmerz und Eigenbeteiligung ergänzt
6) so wird sich folglich auch immer wieder den Stimmen gewidmet, die diese Marker erfüllen
7) und so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass minorisierte, mehrfachdiskriminierte Personengruppen, die obendrauf auch noch eine unbequeme Botschaft mitbringen, hinten drüber fallen und unsichtbar bleiben
Konkret heißt das: übers Down-Syndrom werden noch eine ganze Weile nicht die Menschen mit Trisomie 21 sprechen, die keine Lautsprache beherrschen und zusätzlich auch körperlich anders entwickelt sind. Über Autismus werden noch eine ganze Weile Menschen sprechen, die sprechen können, die den Stress des öffentlich wahrgenommen werdens kompensieren können – und nicht die, die nonverbal sind und 24/7 Unterstützung und Pflege brauchen, um in die Lage zu kommen selbstbestimmte Äußerungen über sich selbst tätigen zu können – einfach nur, weil ihr Leben, ihr Er_Leben und die Realitäten in ihrem Leben als “zu fremd” von “den Zuschauenden/Zuhörenden/Kund_innen/ der Zielgruppe” eingestuft werden.
Und dieser Umstand passiert noch vor der Frage: “Gibt es eine fachärztliche/psychologische Diagnose?”.
Die Wahl der öffentlich sprechenden Personen hat herzlichst Nullkommanullnix damit zu tun wie “echt” bzw. wie “wahrhaftig” das Problem ist, worüber jemand im Fernsehen, in der Zeitung, im Radio spricht, sondern damit wie “echt” bzw. wie “wahrhaftig” die beteiligten Journalist_innen und der Sender den Fall und das Problem einschätzen.
Manche sind da sehr akribisch, weil ihnen bewusst ist, wie groß der entstehende Schaden sein könnte, viele sind es hingegen leider nicht. Und wenn man sich den Medienbetrieb anschaut, weiß man auch warum.
Ich verstehe den Wunsch, gerade in der deutschen Behindertenbewegung, nicht mehr von nicht genau gleich betroffenen oder wenigstens gleich diagnostizierten Menschen vertreten zu werden. Ich finde es ja auch nicht gerade prickelnd als Mensch mit DIS von Popkultur, Psychotherapeut_innen und 2-3 Einzelpersonen vertreten zu werden, deren Perspektive teils maximal von meiner entfernt und alles andere als an strukturellen und/oder gesamtgesellschaftlichen Veränderungen orientiert sind.
Aber gäbe es das nicht, wüsste ich nicht welche Felder noch fehlen in der Debatte. Gäbe es diese Fürsprache nicht, wäre es noch schwieriger für mich auf Gehör zu stoßen.
Für mich ist es relevant zu schauen, ob es sich um (selbstvertretende) Fürsprache oder “Stellvertretersprech” oder “Statt-der-betroffenen-Menschen-Sprech” handelt.
Daran orientiere ich mich in meiner Kritik.
Es gibt genug Menschen, die gute stabile Fürsprache leisten und die man immer wieder um Kollaborationen bitten kann, um das Thema sichtbar zu machen. Das ist gut und wichtig, weil es einander ergänzen kann und nicht jede_r Aktivist_in alles gleichzeitig immer in jeder Ansprache unterbringen kann.
Bei “Stellvertretersprech” und “Statt-der-betroffenen-Menschen-Sprech” hört der Spaß für mich auf. Ich will keine “Downie-Mutter” mehr im Fernsehen sehen, es sei denn sie spricht über sich und ihren persönlichen Weg als Mutter eines behinderten Kindes. Ich will keine Sozialarbeiter_innen in der Zeitung lesen, die unbegleitete jugendliche Geflüchtete betreuen – es sei denn sie lassen eine flammende Rede über die empörenden Zwänge ihres Jobs vom Stapel oder sie sprechen über ihren persönlichen Weg an der Seite von Menschen, die auf sie angewiesen sind.
Eine Diagnose zu fordern klingt für mich nach einem Ausdruck des Wunsches ordentlich vertreten zu werden, wenn man überhaupt schon fremdvertreten werden muss. Und ehrlich gesagt erlebe ich das als peinlich, weil man genauso gut gleich sagen kann, dass man selbst bitte irgendwo mal sprechen möchte, weil man sich durch seine Diagnose als “echt” und “wahrhaft” erlebt.
Hier ist ein Link zur Speakerinnen*-Liste. Tragt euch ein (wenn ihr eine Frau* seid), gebt es weiter, netzwerkt, aktivistet – irgendwann gibt es dann vielleicht die Möglichkeit.
Eine Diagnose kann auch falsch-positiv sein. Eine Diagnose kann vielleicht aufgrund nur eines (warum auch immer temporär oder latent) fehlenden Merkmals nicht gestellt werden. Eine Diagnose ist das Produkt dessen, was ein anderer (meist privilegierterer) Mensch beobachtet und in Kästchen abhakt – was ist, wenn der mal nicht richtig guckt? Wenn der mal einen schlechten Tag hat?
Eine Diagnose ist das Produkt einer Abhängigkeitskette und am Ende vielleicht ein wissenschaftliches Glücksspiel, das im Fall des Falls dazu führt, dass eine autistische Person als nichtautistisch eingestuft wird – und keine Hilfe erfährt, weil es die, die diese Person braucht, nur für Autist_innen gibt – und keine Ausdrucksrechte in der autistischen Bubble erfährt, weil diese nur den Glücksspielgewinner_innen zugestanden werden.
Das ist Gewalt und das ist für mich einfach nur abstoßend.
Wer Hilfe und Unterstützung braucht, soll sie bekommen können. Wer etwas sagen möchte, das helfen könnte und wichtig ist und besonders Menschen mit einem bestimmten Phänotyp und Problemcluster betrifft, der macht Fürsprache und die ist wichtig. Auch dann, wenn die Person sagt: “Ich als selbstdiagnostizierte_r Autist_in, Schizophrene_r, Depressive_r, Mensch mit DIS/DDNOS/dissoziativen Störungen, Zwangshandelnde_r … persönlich empfinde dies und das und das und das als Problem und finde es wichtig, dass sich darum gekümmert wird.”
Vielleicht ist es dran sich zu überlegen, warum genau so wichtig ist, dass nur und ausschließlich eine Diagnose dazu führt, dass man einen anderen Menschen als sich selbst (mit Diagnose) in seinen Problemen ähnlich, anerkennt und ernstnimmt. Vielleicht macht man sich mal Gedanken darüber, wie man ohne gewaltvoll zu sein miteinander umgehen kann.
Keine 5 Senderminuten sind es wert, Menschen, die warum auch immer keine Diagnose, aber die (fast) gleichen Probleme haben, auszuschließen.
Keine.
Ich hatte gestern einen Schwuschtag. Schwusch – in die Stadt – Schwusch – Nähmaschine und beglaubigtes Zeugnis abholen – Schwusch Bewerbungsunterlagen fertig machen – Schwusch – jemand Fremdem helfen, indem ich den Mund aufmache und spreche – Schwusch in einem Stoffladen stehen.
Stoff ist teuer – das Projekt hat eine klare Kostengrenze insgesamt. Deshalb haben wir uns zu zehnt in den Körper gequetscht und versucht eine Entscheidung zu treffen. Da war die die gut rechnen kann, aber das nicht glaubt und deshalb immer wieder prüft, ob sie den Stoffbedarf richtig errechnet hat. Da war der, der letztlich am Besten weiß, mit welchem Soff wir alle gut zurecht kommen, dessen Finger über die Ballenkanten glitt. Das Jemand, dessen Modell des Projektes sich vor meinen Augen um die eigene Achse drehte. Die, deren Blicke über die Muster sprangen und die, die zwischen Hinteruns und mir hin und her abglichen, was okay sein könnte und was nicht – während zwei andere die Umgebung im Blick behielten.
Und dann landeten wir in etwas, das frappierende Ähnlichkeiten mit der Teeparty des verrückten Hutmachers hatte: die cis weibliche Handarbeitsbubble, in die man herzlich hineingezerrt wird, auch dann, wenn weder cis Frau ist, noch Tee mag noch sonst irgendwelche Kapazitäten hat.
“Wie finden Sie diese Kombination?”, fragte die Person am Kassentresen mich und hielt zwei wild bedruckte Baumwollstoffe aufeinander, die eine Person, deren linke Hand auf dem Kinderwagen neben ihr ruhte, während die rechte sich gerade von den Stoffen löste, anscheinend zu kaufen überlegte. “Für eine Jungs-Babyhose – ist das doch süß, oder?”.
Selbst, wenn ich allein* im Körper bin, wären das Fragen gewesen, die so ein Krack-Schwusch in mir auslösen, weil:
– wie soll ich etwas finden, was die Frau mir doch direkt vorführt? – wenn ich nichts suchen muss, kann ich auch nichts finden
– was geht es mich an, was wer wie kombinieren möchte? – Ich mache doch meine Sachen selber, gerade, weil ich selbst alles bestimmen kann
– was zum Henker zeichnet welchen Stoff denn bitte aus um als “gut für eine Jungs-Babyhose” zu sein?
und wieso sollen Babysachen immer süß sein? Und wie geht “süß” in Kombination mit aufgedruckten Baggern und Feuerwehrautos?
Ich stand da und sagte: “Hä?”.
Weil ich super kompatibel bin mit solchen Situationen und auch sonst ein glänzendes Beispiel für intelligente Konversation.
Die Person, die mich ansprach, redete nun schwallartig auf die Person am Kinderwagen ein und es begann ein ganz eigenartiges Ballett, das sich selbst in Konventionen versicherte, noch während es sich hart darum bemühte extrem unkonventionell zu sein. Das Baby begann zu weinen, erntete einen sexistischen Spruch nach einer Ungemachsvermutung der versorgenden Person, “Jungs kriegen ja auch schneller mal kalte Füße” und plötzlich ging es um mich, die “wohl auch mal Kinder haben wird, ODER?”
Ich, die erst zum zweiten Mal überhaupt ever in so einem Laden war und eine ganze Menge Energie überhaupt schon dafür aufgebracht hatte und jetzt völlig zerfasert im Innen war, stand da und wusste wieder nicht, was zu antworten ist.
Später sagte mir meine Gemögte, dass solche Phrasen als inkludierende Gesten zu verstehen sind: “Sie wollte dich am Gespräch beteiligen.”.
Aha.
Ich wuchtete einen Ballen von dem Stoff, der zuletzt für geeignet befunden wurde, auf den Tisch und sagte: “Erstmal hätte ich gerne 1,50 mal 90 hiervon.” und klopfte mir selbst auf die Schulter.
Ich ging, ohne die Frage beantwortet zu haben und fragte mich, wie es kommt, dass ein Kinderwunsch von als Frauen kategorisierten Menschen als so selbstverständlich gilt, dass man ihn sogar an völlig fremde Personen heranträgt.
Natürlich ist mir klar, dass dies kein Moment für eine ehrliche Antwort gewesen ist. Schon gar nicht in meinem Fall – aber ich fragte mich am Ende schon, wie man sogar Stoff und seine Auswahl mit mehr als den Dingen aufladen kann, wie den Fragen und Konflikten, denen wir uns gegenüber sahen.
Ich meine: da sind die Fragen um die Produktionsbedingungen des Stoffes, der Maschine und ihrer Anteile, da sind die Marker zur Nutzung des Stoffes selbst, da sind die Aspekte der Verarbeitung und die Praktikabilität des fertigen Stückes und dann die Kosten-Nutzen-Abwägung in Zusammenhang mit dem eigenen Budget … so viele Dinge über ich viel lieber mit einem_einer Fachverkäufer_in gesprochen hätte, um eine ordentliche Entscheidung zu treffen. Doch dann entpuppt sich diese_r als Eintrittsbegleiter_in in ein Normenland, das mich nicht einmal kennt bzw. sich fragt, ob ich eigentlich überhaupt wirklich bin, wofür es mich hält.
Nächstes Mal gehen wir jedenfalls in einen anderen Laden.
Das war mir zu schwuschig.