die Akzeptanz – #AutismAcceptanceMonth

Ich schrieb etwas von peinlo-Notizen und einem dräuenden Drama in meinem Hinterkopf. Später in dieser Woche brach es dann aus.
Wie hatte ich es nur tun können. Was habe ich mir nur gedacht. Habe ich allen Ernstes geglaubt, so kann es gehen. Warum kann ich mich nie einfach normal benehmen. Warum habe ich mich nie im Griff.

Es ist keine Traumaschleife. Da steht kein Täter_innenintrojekt in mir und greift mich an. Keine Flashbacks, kein Geschrei, kein Blutvergießen. Es sind die Fragen, die mich schon mein Leben lang begleiten. Ganz ruhig. Sachlich. Ernsthaft forschend, aufrichtig bemüht. Die Aggression liegt in der Enttäuschung. Das Drama darin, dass ich es zu mir selbst bin. Während ich es gleichzeitig besser weiß – ohne es je wirklich besser machen zu können.

Ich bin damit aufgewachsen zu glauben, dass ich bin wie alle anderen und mich einfach nicht genug im Griff habe. Und immer wieder und wieder und wieder wurde meine Identität, mein Hannahsein, darüber desintegriert, dass Funktionalität von mir erwartet wurde, die ich nicht herstellen oder aufrechterhalten oder von allen als solche erkennbar zeigen konnte.
Zu wissen, dass ich nicht bin wie alle anderen, ist darin wirklich kein Trost, kein Triumph, keine Hilfe. Im Gegenteil.

Es ist unfassbar schwer, etwas zu akzeptieren, das die Umwelt nicht auch akzeptiert. Es ist nur logisch, dass ich bis heute darum ringe, mein autistisches Funktionieren als meinen individuellen Default, mein trotzdem okayes Normal zu akzeptieren, denn auch heute ist es nicht akzeptiert. Es kann einfach noch nicht akzeptiert werden. Es gibt so viele noch unreflektierte Normen, die die Akzeptanz von neurodivergenten Menschen allgemein verhindern. Wie soll ich es dann je schaffen?

 

jedenfalls, krank

Als endlich nicht mehr besetzt ist, fühlt sich das Sprechen an, wie durch eine Blasenentzündung hindurchzupinkeln. Es zieht, ich will nach jedem Stückchen Druck aufhören, es wird nicht leichter, hört nicht auf unangenehm zu sein, als ich den Satz beendet habe. Wieder fragt mich die Sprechstundenhilfe nach Details meines Zustandes, diesmal lasse ich sie absichtlich auflaufen. Beschließe einen brennenden Brief zu schreiben, wenn es mir wieder besser geht. SIE SIND NICHT MEINE ÄRZTIN – ES GEHT SIE ÜBERHAUPT NICHTS AN WIESO ICH EINEN TERMIN WILL Mit roter Tine. Knallroter Tinte. Und der Information, was das für ein Übergriffsempfinden auslöst. Was das für Stress auslöst, der völlig unnötig ist – und den viele Patient_innen vielleicht auch nicht haben – aber ich habe ihn. Und er ist unnötig. Unnötig belastend.

Nachdem ich zuletzt Kontakt aufnahm, weil ich mein Schmerzproblem nicht mehr auszuhalten fürchtete und einen Termin 3 Wochen später bekam, rief ich nun wieder an. Ibuprofen-Gastrits. Und das Schmerzproblem.
Das vielleicht auch nur eine Depression ist. Oder ein kleines Burnchen. Ein Burnerle sozusagen. Oder eine völlig normale Reaktion auf den Zustand der Welt und die Ohnmacht des Einzelnen.

Das Zauberwort war wohl „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ und nicht „Zu meinen Schmerzen am ganzen Körper sind nun auch Schmerzen im Körperinneren gekommen“. Ich könne in 30 Minuten dran kommen. Also los. Hoffen, dass meine Kasperkarre mich so schnell da hinbringt, Angst, was wohl passiert, wenn ich zu spät bin. Im Rucksack meine peinlo-Notizen, im Hinterkopf ein dräuendes Drama um meine Anstellerei, meine Einbildung, meine Undankbarkeit, meine anmaßende Ressourcenverschwenderei.

Ich zwinge mich ins Sprechen, ecke oft an die Grenzen des Verstehens der Ärztin. Aber das Ergebnis ist gut. Sie lässt mein Blut untersuchen, verschreibt mir ein Magen- und ein anderes Schmerzmittel. Empfiehlt mir eine Neurolog_innenpraxis ~ in der Nähe ~, 35 km von meinem Wohnort entfernt. Falls ich doch nur depressiv bin. Krank bin ich jetzt jedenfalls. Eine Woche.
Der Pfahl durch meine Körpermitte hält mich aufrecht auf der Fahrt nach Hause.

Wo ich erstmal lache, als mir der Anrufbeantworter der Neuro-Praxis sagt, dass sie Aufnahmestopp für neue Patient_innen haben.

Online-Gruppenangebot für von Trauma betroffene Menschen

Die Traumatherapeutinnen Meike Märtens und Rebekka Leitlein bieten eine Onlinegruppe mit Imaginationsübungen an.

Ziel der Termine sind Stabilisierung und Ressourcenaktivierung.
Themenschwerpunkte sind u.a. Geborgenheit, ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft, eigene Ressourcen
erkennen lernen und stärken.

Die wöchentliche Online–Gruppe besteht aus 10 Terminen à 90 Minuten (inklusive Pause)
Beginn: Dienstag, 19. April 2022
Ende: Dienstag, 21. Juni 2022
Uhrzeit: 19:15 – 20:45 Uhr
Ort: online per Zoom

Mehr Informationen und Preise in diesem PDF
und auf der Webseite der Praxis.

 

Fundstücke #79

Immer wieder scanne ich mich auf Mitleid. Mit jeder WhatsApp-Nachricht, jedem Kontakt – Wie sprechen wir hier miteinander? Warum helfe ich? Helfe ich? Unterstütze ich? Mache ich unsere Hilfe langfristig unnötig?
Als wir uns zum zweiten Mal treffen, scheint erneut die Sonne auf den Parkplatz vor der Erstaufnahmeeinrichtung. Ein heller Smart mit ukrainischem Kennzeichen, vollgepackt hinten, eine Tiertransportbox vorne. Aus einem großen Reisebus steigen dick angezogene Menschen aus und tragen pralle Plastiktüten hinein. Dazwischen der Ruf eines unsichtbaren Vogels.

Dieses System ist so brutal wie die Gewalt, vor der der Zaun, das Checkpoint-Häuschen und der erste deutsche Ausweis schützen sollen. Und wir können nur schauen, ob wir es mit Wunscherfüllung, Unterstützung, Vernetzung ein wenig aushaltbarer für sie machen können.

Ich bilde mir ein, dass meine Erfahrungen der Hartzjahre ein wenig helfen können. Die innere Einordnung, der von sich selbst dissoziierte Umgang mit stillstummen Mächten, die weder Gesicht noch Körper, aber die totale Macht über Menschenleben haben. Vielleicht hilft es, wenn ich weitergebe, was ich gelernt habe. Vielleicht hilft, was mir geholfen hat. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht wirkt es paternalistisch. Und wie vergleichbar ist Hartz 4 als chronisch erkrankte/schwerbehinderte Person, mit dem Asylantragsverfahren als Schwarze Person? Ich muss noch so viel lernen.

Wieder treten die beiden erst auf meinen Partner zu. Lassen sich von ihm an- und begleiten. Ich versuche nützlich zu sein, indem ich organisatorischen Killefit mache. Tüten mit Schuhen und Kleidung vom Laden ins Auto tragen, rausfinden, wo wir essen können, welches Bekleidungsgeschäft es noch in der Gegend gibt. Der Lärm in der Mall reißt meine Energiereserven an sich, wie ein Durstiger das Wasser. Ich bin froh und dankbar, dass mein Partner den Wunsch zu unterstützen mitträgt. Dass wir nach Bremen fahren, obwohl das Benzin gerade sehr teuer ist. Dass auch er seine begrenzten Kraftressourcen mit den beiden teilt. Dass er spürbar beginnt darüber nachzudenken, wie wir als weiße Menschen helfen können, ohne zu demütigen.

Es gibt so viele rechtliche Fragen und Unsicherheiten. Es ist frustrierend, dass wir uns im Moment nur in Scheiße sicher sein können:
Sie werden lange warten müssen und es wird scheiße schwer und zehrend bis sie wenigstens in Teilen selbstbestimmt leben können.
Und Rassismus.

Sie sind überrascht, dass wir so nett zu ihnen sind. Einer öffnet sich ein bisschen und vermittelt uns einen Hauch des Drucks, der auf ihm liegt. Immer wieder sagen sie Danke und prallen an die Grenzen dieses Wortes, wie ich an die juristischen Kontexte, die verhindern, dass ihnen einfach alles zukommt, was sie brauchen und möchten.
Sie brauchen so viel mehr Schutz als einen Zaun, so viel mehr Familie, Gemeinschaft, Kollektiv als einander. Es fühlt sich nicht schaffbar an. Nicht in Deutschland. Nicht heute. Nicht morgen.

Zu wissen, dass wir nicht allein helfen müssen, hilft.
Und dass es eigentlich nicht um Hilfe geht, sondern um die Durchsetzung von Menschenrechten. Das am meisten.

Wofür

Kleben blieb, dass sie sagte „Vielleicht ist es gut, wenn Sie sich in Erinnerung rufen, wofür sie da raus sind“.
Weil es ein wunder Punkt ist. Etwas, das mir lange das Gefühl gab, ich könne meine Situation nicht mit der von Menschen vergleichen, die aus komplett abgeschlossenen Gemeinschaften oder Gruppen ausgestiegen sind.

Ich bin da nicht raus, weil ich einen Vergleich angestellt habe und fand: „Ja, nee, draußen ist schon besser für mich. Da bin ich frei, Freiheit ist cool, ich will coole Freiheit.“ Am Anfang meines Lebens „draußen“ stand keine Möglichkeit mir aufzuzählen, was ich jetzt alles darf und vorher nicht. Ich durfte immer alles tun oder nicht tun. Die Grenzen unter denen viele Aussteiger_innen aus „high controlling groups“ gelitten haben, habe ich gesucht, habe ich verlangt – ziehe ich mir heute in mein Leben um Halt und Orientierung zu haben. Mein Leben im Kontext organisierter Gewalt war nicht die Hölle und hat sich, was den täglichen Energieaufwand, die Zermürbung, die seelenzerquetschende Inkongruenz zwischen mir und dem Rest der Welt betrifft, ehrlich gesagt nur im Framing des Leidens darunter unterschieden. Jedenfalls soweit ich mich daran erinnere.

Viele sprechen von ihrem Ausstieg als eine Art Ausbruch aus einem Kerker – ich habe viele Jahre nur in einem Hundekäfig schlafen können, weil es der Rahmen war, in dem ich überhaupt Entspannung finden konnte. Ruhe im Kopf, Orientierung in meiner Körperlichkeit, Pause vom ständigen Greifen nach Dingen außerhalb von mir, um mein eigenes Ende zu fühlen.
Ich litt nie unter der Todesangst anderer Aussteiger_innen, die sich mit freiem Willen oder freien Entscheidungen eingestellt hat. Mir hat nie jemand verboten frei zu denken oder frei zu wollen – ich wurde immer nur für falsches Handeln, falsches Wollen umgebracht. Das ist ein Unterschied. Und ja, ich sehe, wie perfide das ist. Wie elaboriert bösartig das ist, gerade weil das außerhalb solcher Kontexte auch passiert.

Ich bin nicht für irgendetwas ausgestiegen und bleibe auch nicht für irgendetwas ausgestiegen. Ich bin wegen etwas ausgestiegen und das ist im Moment ein Problem, weil es sich bedroht anfühlt.

Vor einigen Jahren formulierte ich, dass das Leben immer nur sich selbst für sich selbst will. Weil das so ist.
Mir war klar, dass viele Menschen diese Formulierung nicht verstehen würden, weil sie sich selten, manche auch nie, mit solcherlei in sich geschlossenen, sich selbst brauchenden, selbst befriedigenden, selbst erschaffenden Systemen befassen. Dabei ist daran überhaupt nichts geheimnisvoll oder kompliziert zu verstehen – es ist nicht einmal besonders, sondern vielleicht einfach viel zu naheliegend, um es zu bemerken. Oder auch zu sehr im Widerspruch mit der Norm, in der alles Sinn und Zweck über sich selbst hinaus haben muss, um als etwas behandelt zu werden. Ein Menschenleben zum Beispiel. Oder ein Lebensziel.

Ich wusste, dass ich sterben würde, würde ich in diesen Kontexten bleiben. Entweder durch jemanden, die_r sich nicht genug im Griff hat oder durch mich selbst, weil ich mich nicht genug unter Kontrolle hatte, um mein eigenes Nicht_Handeln vorherzusehen oder zu beeinflussen. Und ich wusste, dass ich lebe. Dass das ein eigener Wert ist. Eine eigene Ressource. Dass ich, um zu leben, am Leben sein muss.
Und dass ich diesem Kontext nicht geben können würde, was er von mir braucht, fordert, erzwingt, wenn ich tot bin.

Mein Ausstieg war also nie die totale Abgrenzung von diesen Leuten und dem, was sie tun oder glauben, sondern das einzige Mittel, dass ich noch hatte, um zu tun, was sie von mir wollten. Es war eine täter_innen- eine kontextloyale Entscheidung.
Keine Umarmung meiner individuellen Freiheit. Keine Selbstermächtigung. Keine heroische Selbstrettung. Keine Entscheidung aus einem wundersam erhalten gebliebenem Körnchen Selbstwert. Ich hatte einfach nur Glück, mit meinen Überlegungen zufällig die eine logische Lücke in dem ganzen Gebilde gefunden zu haben und damit keinen Grund anzunehmen, dass irgendjemand etwas dagegen haben könnte.

Ich habe die Intentionen dieser Menschen nie verstanden. Selbst heute, wenn mir außenstehende Menschen erzählen, ich sei so sehr angelogen worden, sie hätten immer nur ihre eigenen Ziele verfolgt – ich verstehe es nicht. Für mich handelten sie logisch im eigenen Bezugsrahmen. Sie haben mich also nie angelogen. Sie wollen eine bessere Welt möglich machen. Das wollen viele andere Menschen mit anderen Mitteln auch tun. Wo ist also die Lüge? – In jedem anderen Bezugsrahmen, außer dem, in dem es passiert ist.
Zu welchem Bezugsrahmen gehöre ich? In welchem Kontext hat mein Leben nur eine Bedeutung für sich selbst? – Bis jetzt nur in meinem eigenen. Und in dem sind die Bezugsrahmen anderer Menschen und Gruppen für mich eher Räume, die ich vereinzelt betreten darf. Mal nur kurz und für den Zeitraum einer Arbeit oder gemeinsamen Tätigkeit – und mal über Jahre hinweg, sodass ich das Gefühl habe, ich gehöre dazu, dürfte Wurzeln schlagen und mich verbinden, obwohl ich weiß, dass Verbindung nicht das gleiche wie Verschmelzung ist.

Und das ist das einzige, das mich heute trägt. Dass ich weiß, dass selbst, wenn wir wieder zurückgehen, um das im Moment praktisch 24/7 in mir hallende Schreien, die Todesangst, die Albträume, dieses fahrig zittrige Greifen nach Halt zu beenden, es nicht bedeuten würde, einen Bezugsrahmen zu betreten, mit dem wir 1 zu 1 verschmelzen würden.

Es wäre alles anders und alles gleich.
Wozu also der Aufwand.

Sein kommt vor Werden

Für die Transformation von Konflikt braucht es mehr als den Willen zur Transformation. Mehr als die Einsicht, dass zu transformieren fruchtbaren Boden für weitere transformative Prozesse bereitet und deshalb erstrebenswerter ist als die Wiederholung im neuen Gewand.

Ich denke das so vor mich hin und streife R.. In ihrer Unnachgiebigkeit, ihrem Beharren finde ich keinen Raum zur Transformation. Vielleicht kann sie mich irgendwann als sich selbst einordnen und dann aufhören, mich als Erwachsene_n abzulehnen. Kann das reichen, um den Konflikt zu transformieren? Oder wäre das bereits etwas Transformiertes?

Vor mir liegt ein Haufen dichter Humus. Ich greife hinein und krümle die Brocken auseinander. Seit der Verabschiedung am Anfang der Woche tut mir alles weh. R.s nähere Anwesenheit lässt meine Muskeln erstarren. Bis es mir auffällt, ist es zu spät, Muskelkater incoming. So haben wir die letzten Tage verbracht. Steifness und Streching, Sadness und Rage of the doom. Nachrichtenvermeidung, Gartenarbeit, Verlagsarbeit. Dazwischen Kontakt mit einer der jungen Personen, die uns letzte Woche im Zug angesprochen haben.
Wenn ich einen Moment für mich hatte, dann dachte ich ans Schwangerwerden und ob ich meinen Kinderwunsch von mir wegtransformieren muss, weil es zu spät ist. Nicht nur Kein-Bock.auf-durchmedikalisierte-Risikoschwangerschaft-Blabla-zu spät, sondern Zeitfenster-der-Transformationsoptionen-des-Partners-und-der-Welt-zu spät.
Es gibt keine Antworten. Nur Bewegung.
Vielleicht bin ich, die_r mit Zukunftsplänen ihre_seine Ängste transformiert, mutig. Und vielleicht braucht es mich so mutig, um woanders Transformationsprozesse zu schaffen.

Ich greife in das wilde Beet und ziehe eine Erdbeer-Mutterpflanze hervor. Wie kleine braune Sonnenstrahlen stehen ihre Triebe vom letzten Jahr von ihr ab. An ihren Enden haben sich ihre Kinder unabhängig von ihr gemacht und Wurzeln geschlagen. Die Sperlingsgang hockt in der Hecke und wartet darauf, dass ich ihr Revier verlasse, um in Ruhe fressen zu können.
Im Hochbeet ist mehr Platz, im wilden Beet noch immer kein Humus entstanden. Ich gieße die frischen Anlagen und verliere mich eine Weile im Funkenregen des Wassers vor dem blauen Himmel, der Unendlichkeit des Seins.

Dann steht NakNak* auf ein Mal vor mir. Mein altes kleines Ömchen, das betulich einen Kontakt einfordert, um dann ihr Revier abzulaufen.
Sein kommt vor Werden, denke ich und spüre dem ersten Sonnenbrand in meinem Gesicht nach.

die Verabschiedung

Gestern machten wir etwas Besonderes. Etwas, das wir erst ein Mal und dann doch nicht machen mussten, konnten, durften.
Wir verabschiedeten eine Behandlerin. Eine Unterstützerin, eine Begleiterin, seit gut 18, knapp 19 Jahren.
Ich verdanke ihrer Arbeit, ihrer Präsenz, ihrer Erreichbarkeit viel. Vielleicht mein Leben. Das kann man so genau nicht mehr sagen, ich sage es trotzdem. Denn für mich ist egal, wer es denn nun genau war – sie, meine Therapeutin, der Begleitermensch oder die Therapeut_innen vor ihnen – ich lebe noch und ich täte es nicht mehr, wäre da niemand von ihnen gewesen.

 

Sie war nicht die Behandlerin unserer Wahl und sie hat uns auch nicht nach Wahl behandelt, als wir uns kennengelernt haben. Es waren überforderte Menschen, die uns zusammengebracht haben und eine bittere Versorgungsrealität, die uns zusammenhielt.

Sie hat mich nie geschützt und nur ein Mal war das etwas, das mir geschadet hat.
Sie konnte nicht wissen, dass ich in der Klinik, in die sie mich einwies, sexualisiert misshandelt werden würde. Sie hätte mich vor einer psychiatrischen Heilbehandlung schützen wollen müssen und das hätte erfordert, die Psychiatrie als gewaltvollen Ort, als absolute Institution zu verstehen – und abzulehnen.
Und eine Alternative anbieten zu können.

Es hat 10 Jahre gedauert, bis ich verstand, dass sie mir wichtig ist und bis heute, dass ich ihr vertraue.
Jetzt, wo sie mir keine Gefahr mehr sein kann.

Ich glaube, dass es wichtig ist, diesen Umstand zu benennen. Denn ja, so tief, so heftig, so lange hat die Helfergewalt in mir gewirkt und gleichzeitig hat es nicht verhindert, dass ich ein tragfähiges Arbeitsbündnis aufbauen konnte. Ja, im Kontakt war ich immer dissoziiert. Ja, ich habe ihr gegenüber nie alles mit_geteilt. Ja, ich habe aktiv und bewusst verhindert, dass sie weiß, wie es in mir aussieht, wenn wir einen Termin mit ihr hatten – und erst bei unserem Abschied habe ich erwähnt, dass es für mich immer Arbeit war, überhaupt in die Praxis zu kommen. Aber das hat keine Rolle gespielt und das war eine wichtige Erfahrung für mich.

Viel zu viele Behandler_innen haben mich mit ihrem Verständnis von Vertrauen und Zugewandtheit bedrängt, verwirrt und überfordert. Haben nicht verstanden, dass ihnen nicht zu vertrauen weder eine Aussage über sie noch über meine Fähigkeit zu vertrauen ist. Haben nicht begreifen können, dass sie eine soziale Barriere erschaffen, wenn Vertrauen eine Bedingung für die gemeinsame Arbeit sein soll.
Mein Verhältnis zu Menschen, die mich einweisen könnten, ist einfach nicht unbelastet. Die Gewalterfahrung zu wenig als solche bewusst, als dass ich davon ausgehen kann, dass irgendjemand überhaupt versteht, was daran die Gewalt ist und was davon verletzt wird.
Und was die Wunde, das Trauma, daran ist.
Und weil das so ist, ist der Umgang damit, die Heilung wie die Kompensation von Triggern, von Flashbacks wie der Notwendigkeit, sich dem immer wieder auszusetzen, wenn man medizinische Versorgung nicht vermeiden will kann, sehr einsam.
Nicht „einsam im Regen stehen-einsam“ sondern „allein im Vakuum-einsam“.
Trauma-einsam.

Ich bin heute an einem Punkt, an dem ich vor Menschen darüber sprechen kann, was Helfergewalt ist und was sie macht.
Dass sie so etwas wie mein Verhältnis zu dieser Behandlerin macht, habe ich dabei selten thematisiert. Denn die Conclusio darf nicht sein: „Ja gut, das war mal scheiße, aber ging ja dann doch.“ Sie muss sein, dass eine Einweisung in die Psychiatrie, egal warum und wie legitimiert, mit Verlusten einhergeht, die nie wieder aufzufüllen sind. Nicht mit einer guten Anschlussbehandlung und auch nicht mit einem Reframing des Aktes als lebensrettend. Und, dass diese Verluste nicht nur die AbEingewiesenen betrifft, sondern alle Menschen dieser Gesellschaft.

Jetzt muss ich mir eine_n neue_n Behandler_in suchen.
Weiß, dass ich mit vielen Absagen umgehen muss – und vielleicht sogar niemanden finde, die_r wenigstens ein Grundverständnis von Komplextraumafolgen, DIS, Autismus hat. Weiß aber auch: Ich bin nicht zuständig für Fort- und Weiterbildung, für Qualitätssicherung, für das Aushalten dessen, was es bedeutet, wenn Behandler_innen am lebenden Objekt ihre ersten Erfahrungen sammeln. Solche Arbeitsbeziehungen kann ich nicht er_tragen. Will ich nie wieder er_tragen müssen.
Es wird nicht einfach.

Aber das war es vorher auch nicht.

 

 

 

der Himmel ist über den Lebenden

„Der Himmel beginnt, wo die Erde aufhört. Kannst du das fühlen?
Wie deine Füße die Erde berühren, aber nicht die Erde sind.
Wo du dich mit dem Planeten verbindest, ohne ein Teil von ihm zu werden.
Wie leicht es ist, den Kontakt herzustellen.
Du musst nichts Besonderes machen, merkst du das?
Fühl mal, wie das einfach passiert.“

Ich höre ihnen zu. Spüre, wie sie spüren. Wie sie sich der Welt versichern und ineinander halten. „Sie sind frei beweglich“, das hat die Therapeutin stark betont. Ich bin steif und wund. Sitze im Zug nach Hause von einer Stunde, die so schlimm entgleist ist, wie lange nicht mehr. Ich habe keine Angst mehr, aber die Angst hat mich. Schrille Todesangst. So hochfrequent, dass sie kein heftiger Ausschlag ist, keinen Krater schlagend in mir wirkt, sondern wie eine gleißende Schnur alles durchdringt. Alle Energie ist in der Angst. Da ist nichts mehr übrig, um zu sagen: Ich habe Angst. Nichts mehr, um zu weinen, nach jemandem zu greifen, die Augen zu öffnen und Trost in der Omnipräsenz des Himmels und der Schwerkraft zu finden.

Es ist vorbei, sage ich mir am ersten Bahnsteig. Die Therapie. Ich stecke meine Nase in eine der Bäckertüten. Der süße Duft des Brotes krabbelt in mich hinein, bis ich nicht mehr einatmen kann. Als zwei junge Menschen auf mich zukommen, greife ich nach meiner Maske. Fühle die Scham, wie einen Sog in die Tiefe. „Do you speak English?“ Ich nicke und werde zum Streckengeleit. Sie kommen aus der Ukraine. Wollen nach Bremen. Die Bahn hat viele Baustellen und Verspätungen. Wir setzen uns zusammen. Sie sind tief müde, ich blute aus Wunden, die niemand sehen kann, der Zug fährt durch den Sonnenschein.

Auf der letzten Etappe wird eine 3G-Kontrolle angekündigt. Ich frage die beiden Menschen, ob sie die Corona Warnapp kennen, ob sie einen Test gemacht haben oder einen Impfnachweis besitzen. Nein, nein, nein, scheiße. Sie sind Schwarze Menschen. Die Angst, die bei den Worten „checking your verification“ in ihnen hochkriecht, ist ein Sturm, der nur von ihrer Haut bedeckt wird. Ich sage, dass meine Station gleich kommt, dass ich aber bleiben kann, wenn sie meine Unterstützung in der Situation wollen. Sie sagen ja, ich bleibe. Warte. Schreibe an meine Kolleg_innen, ob sie wissen, ob geflüchtete Menschen 3G erfüllen müssen, um zu einer Unterkunft zu kommen. Schreibe dem Partner. Warte. Die Unruhe zieht mich leer, bis ich ins Handeln falle.
Ich laufe den Kontrolleuren in die falsche Richtung entgegen. Der Krach im Zug ist wie ein Meer ohne Oberfläche. Als ich zurückkomme, palavert ein Coronaclown unsinniges Zeug mit einem anderen Coronaclown. Zum ersten Mal seit Pandemiebeginn ist mir so jemand in meiner Umgebung nützlich, denn sie werden sich nicht beschweren, wenn zwei Leute neben ihnen möglicherweise nicht geimpft oder getestet sind.

Und dann läuft alles ganz unspektakulär. Der Kontrolleur schickt seine Sicherheitsleute weiter und sagt mir, dass er eine Ausnahme macht, bevor er, ohne das Wort an die beiden Leute zu richten, weitergeht. Ich übersetze, teile meine Nummer und die Masken, die ich heute nicht mehr brauche. Wir trennen uns an meiner Station, ich wünsche ihnen alles Gute, ohne jede Vorstellung, was das sein könnte.

„Der Himmel ist alles, was du fühlen kannst, wenn du einfach so dastehst.“
„Sterben wir alle?“
„Ja. Und jetzt leben wir, merkst du das?
Der Himmel ist über den Lebenden.“

Grenzen

Die Sonne geht gerade auf, Wolken schleichen um sie herum, am Horizont steht eine Gruppe Wild.
Ich fahre zur Schwimmhalle, blinzle mir Fetzen aus den Augen. Der Impuls ist, sich zu verkriechen. Einrollen, verstecken, dunkel, still, nichts und niemand. Ich spüre ihn genauso deutlich wie den monolithen Leuchtturm in mir, der mich in die Selbstfürsorge leitet.

Das Wasser ist kühl, im Becken schwimmen außer mir nur drei andere Menschen. Das Morgenlicht wird zu hellen Rhomben, Drei- und Vielmehrecken auf der Oberfläche. Ich schalte meine Augen aus, um nicht die Orientierung zu verlieren.
Zwei Wochen war die Schwimmhalle geschlossen, weil so viele Mitarbeiter_innen krank gewesen sind. Ich liebe, wie anstrengend es nun wieder ist, mich vorwärtszubewegen. Meine Glieder schreien mich an, ich fühle mich ihnen näher als vorher. Die dumpfen Erinnerungen auf meiner Haut werden zu Schatten und verlieren ihre Macht über mich. Und endlich kann ich es loslassen. Das drängende Gefühl, mich um etwas kümmern zu müssen, was seit mehr als 25 Jahren nicht mehr bekümmerbar ist. Das Gefühl des Versagens, das damit verbunden ist. Das Gefühl der Überforderung vor einem Anspruch, der vielleicht nur von mir ausgeht, aber irgendwie doch nicht so richtig vom Außen zu lösen. Die Furcht vor Gesprächen, die dem Geständnis der Nichtversorgung von Kinderinnens folgen könnten.

Meine körperliche Anstrengung gleicht meiner psychischen. Ich fühle mich rund in mir und kann leichter mit der Eckigkeit der Welt umgehen. Ihre scharfen Kanten müssen im richtigen Winkel auf mich treffen, um nicht an mir abzurutschen, ich muss nur meinen Sicherheitsabstand zu ihr bewahren. Grenzen setzen, vielleicht.

In Gedanken suche ich meine Körpergrenzen ab und stolpere in die Geschichte meiner Narben. Ja, auch das war Kongruenz, Metapher, reale Invasion. Selbstverletzung, Angriff, Zugriff. Aus- und Nutzung. Leute, die Kinder schneiden, Kinder, die sich schneiden. Wenn man das übereinander legt, gibt es nicht nur Gegensatz und Ausschluss, sondern auch Gemeinsamkeit. Kongruenz. Rundsein. Identität.

Auf dem Rückweg scheint die Sonne. Nicht mehr lange, dann können wir wieder mit dem Fahrrad zur Schwimmhalle fahren. Ein Kinderinnen schickt mir seine Freude über den Gedanken durch ein Fuchteln. Manche Grenzöffnung ist okay.

Rache wäre leichter

Ich hatte keinen Anlass zu glauben, dass R. jemals etwas anderes wollen könnte als Rache. Vielleicht sogar blutige Rache. Zerstörerische, giftige Rache ohne Bewusstsein für ihre Folgen, ohne Willen zur Anerkennung von Ursachen oder der eigenen Verortung in Zeit und Raum.
In den letzten 18 Jahren hatte ich vor allem Hartes, Unnachgiebiges gespürt. Die generalisierte Ablehnung von Erwachsenen, die Abwehr von Nähe, die Vermeidung von allen, die nach ihr zu greifen versuchten, um ein eigenes Ziel zu erreichen. In ihrer Härte war sie nie Godzilla, der durch die Einrichtungen stampft, die sie zerstampft haben – aber schon ein Mädchen mit Todesblick und undurchdringlichem Geist. Ein Dorn, dessen Stich so wehtun sollte, dass er nicht ignoriert werden würde.

Und dann antwortet sie der Therapeutin, dass sie eine Entschuldigung will. Und das Versprechen, dass etwas dafür getan wird, dass sich ihre Geschichte nicht im Leben anderer Jugendlicher wiederholt.
Am Abend zuvor hatte ich schon die Idee in mir bewegt, den Brief zu schreiben, den R. nie schreiben konnte. Dann aber erinnerte ich mich daran, wie es mir nach dem Klinik-GAU ging. Wie unfassbar bitter mich die Erkenntnis traf, dass es den Menschen leider so unendlich egal ist, wie es mir ging, was ich dachte und wie ich gelitten habe, weil sie mich zur alleinverantwortlichen Quelle dieser Gefühle erklären können – und vielleicht auch müssen.

Denn das Schlimme an sogenanntem „institutional betrayal“ ist nie nur, dass Institutionen (Kliniken, (Wohn-)Einrichtungen, Firmen…) manchmal ihre Versprechen brechen, sondern auch, dass sie keine Verantwortung dafür übernehmen. Und dass es niemand von ihnen erwartet. Dass sie nichts und niemand dazu zwingt, wenn ihr eigenes Gewissen, ihre eigenen Werte, ihre Mitarbeiter_innen und Verantwortlichen es schon nicht tun.
Und dass das nur in bestimmten Aspekten problematisiert wird. Gibt es Blutvergießen oder systematische Vernachlässigung, Abrechnungs- oder Steuerbetrug, Etikettenschwindel oder Zwangsüberarbeitung, kann geklagt werden. Gibt es psychische Gewalt, autoritär begründeten Zwang oder Handlungen aufgrund von etwa Sexismus oder anderen *ismen, gibt es diese Möglichkeit einfach nicht. Denn das Wort der Opfer ist weder den Täter_innen noch dem Staat etwas wert, um Unrecht an_zu_erkennen und (Wieder-)Gutmachung zu bieten.
Das verkleinert das Leiden der Opfer nicht. Im Gegenteil kommt dadurch eine Ebene hinzu, die nichts mehr nur mit den konkret Beteiligten zu tun hat, sondern mit dem gesamten sozialen Kosmos. So hätte ich natürlich nach dem Klinik-GAU die Ärztin anzeigen können und mich in ein entwürdigendes – und mich voraussichtlich weiter demütigendes – Justizgemetzel stürzen können, aber die Falschbehandlung passierte durch ein Team unterstützt und von einer Struktur geschützt. Und die wären nicht auch zur Verantwortung gezogen worden, weil Verantwortung in solchen Häusern bis zur Nichtigkeit diffundiert ist. Am Ende kann in diesen Institutionen niemand Verantwortung übernehmen, weil sie niemand alleinig hat oder übernimmt und die kollektive Anerkennung einen Gesichtsverlust bedeuten könnte. Welcher in der Regel deshalb als ehrverletzend empfunden wird, weil man Patient_innen/Kund_innen/Nutzer_innen nicht als gleichwertig anerkennt.

Wir, R., ich und alle, die vor mir von und in Institutionen verletzt wurden, haben Entschuldigungen verdient, da bin ich mir sicher. Aber gewollt habe ich nie eine.
Wirklich aufrichtige Entschuldigungen haben etwas mit Frieden in allen Facetten zu tun. Mit Befriedung von Konfliktgräben, mit Befriedigung von sozialen Grundbedürfnissen und der Wiederherstellung eines friedlichen Miteinanders. Ihre Funktion ist also vorrangig die Veränderung der Qualität des Miteinanders.
Ich aber will nie wieder irgendetwas mit diesen Einrichtungen und ihren Vollstrecker_innen Mitarbeiter_innen zu tun haben. Ich brauche sie nicht, um meine Punkte zu validieren, ich will nicht hören, was sie über meine Punkte zu sagen haben. Ich sehe sie als gesellschaftlich gewollte Werkzeuge der Gewalt und Ausgrenzung, als Zubringer des Kapitalismus und gescheiterten Versuch einer Utopie, die sich ihrer eigenen Ableismen nie bewusst werden wollte. Sie sind Abgrenzungsgegenstand meiner heutigen Lebensrealität geworden und als nichts anderes will ich sie je wieder sehen.

Aber R.s Unnachgiebigkeit betrifft keine Psychiatrie oder Klinik für Psychosomatik. Sie betrifft keine Individuen und zieht keine Grenzen an sich selbst.
R. geht es ums Prinzip. Um eine Ungerechtigkeit, die weder sie noch andere verdient haben und von der sie weiß, dass sie niemandem gewünscht wird.
Das ist so viel schwieriger als Rache, weil es zwei Dinge bedeutet:
Erstens: Kontakt und den Wunsch zum Miteinander
Zweitens: Eine Arbeit, deren Ergebnis nur schwer messbar ist und also in der Regel kaum als Wert geschätzt wird. Was letztlich dazu führen kann, dass schon der erste Punkt nicht zustande kommt.

Unabhängig davon, wie ich es schaffen kann zur Erfüllung ihres Wunsches beitragen, hat er mich berührt. Denn dahinter kann ja kaum mehr als die Annahme stehen, dass man einander grundsätzlich friedlich gegenüber stehen will und dies ein gemeinsamer Wert ist.
Vielleicht war sie nie unnachgiebig uneinsichtig, sondern hatte ganz schlicht – völlig banal und logisch nachvollziehbar – nie die Chance auf ein Miteinander, in dem ihre „untragbare“ Frustration als in einem realen Sachstand begründet anerkannt wurde.
Sie hat Recht und sie weiß das. Sie ist wütend darüber, dass diesem Recht keine Wirkung folgt und weiß, dass ihre Wut abgelehnt wird. Wie sollte sie je nicht für immer und ewig todesfrustriert sein?

Ich weiß noch nicht, was wir jetzt machen. Hab selber Angst vor ihrer Wut, ihrem Frust, weiß ja selbst, dass es mich gibt, weil es sie gab und passierte, was passierte. Frage mich, ob es den Versuch wert ist oder der Sache nötig.

Ein Wunsch nach Rache wär jedenfalls irgendwie leichter. 😅