nah dran

Wenn ich lese: “Mir fehlen die Worte.”, “Ich bin sprachlos.”, “Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.”, denke ich: “Ist okay – ich brauche auch keine Wörter von dir.” oder: “Schon gut, für mich musst du auch keine Wörter haben.”. Aber dann kommt ja noch der ganze Rest. Die ganze Hilflosigkeit. Der große  Schreck und die Versuche mich daran teilhaben zu lassen.

Nur weil wir uns fast das Leben genommen – was ist das eigentlich für eine bescheuerte Formulierung? “Das Leben genommen”. Als könnte man durch Regale gehen und sich Leben nehmen.
Als geschähe Leben nicht einfach so. Oder eben nicht. Oder eben nicht mehr.

“Nur, weil wir uns so unkontrolliert vor der Entscheidung des Weiterlebens oder nicht mehr Lebens  empfunden haben.”, so ist es richtig formuliert.

Mich überrascht die Angst um uns. Und die Bindung, die zu uns aufgebaut wurde.
Und sie erschreckt mich. Macht mir Angst. Tritt genau diesen einen unheimlichen Schritt zu nah und greift nach etwas von uns, dass es nicht gibt. Nie gab. Vielleicht nie geben wird. Und vielleicht auch nicht gewollt ist, weil es als unaushaltbar erlebt wird.

Ich würde gerne sagen: “Hey – es ist nur Suizidalität. Es ist nur eine Entscheidung. Kopf hoch – es geht nur um Tod.”, aber ich weiß, dass ich das vor einer Wand sagen würde, die weiß vor und unter dem Leben in unserer Zeit, unserer Gesellschaft, unserer Kultur vor sich hin rauscht, wie die vielen Bäche durch die Alpen.
Es ist genau die Wand, die wir manchmal auch als Kluft zwischen uns und dem Rest der Welt erleben.

Weil wir erlebt haben, was wir erlebt haben. Weil wir wahrnehmen, was und wie wir wahrnehmen. Weil wir in unseren Fähig- und Fertigkeiten mit anderen Begrenzungen als die Mehrheit der Menschen umgehen.

Zwischendurch passiert es noch, dass Menschen mit uns in Kontakt treten und in Austausch gehen möchten, weil sie denken, wir wären besonders (stark/mutig/whatever). Was dann immer wieder passiert ist Stille. Das Moment der fehlenden Worte und die Angst vor dem Schweigen. Die vielen vielen Worte, die uns nichts sagen, doch für diese Menschen zentnerschwer mit Bedeutung beladen sind.
Und dann die Enttäuschung, wenn sich herausstellt, dass wir einfach nur sind. Dass es uns einfach nur gibt und das schon die ganze Besonderheit ist.

Ich blätterte heute durch “Sensation des Alltäglichen”, einem großartigen Fotoband von Anja Conrad und dachte: “Genau das ist es. Nichts weniger. Dieses Leben.”.

Manchmal frage ich mich, ob es Menschen gibt, die uns kennen und denken: “Wär mir genauso gegangen an deren Stelle.”. Heimlich unterstellen wir das auch Menschen. Wissen es aber nicht. Weil sie uns lieber sagen, wie sprachlos sie sich vor dem schockartigen Bewusstsein um unsere Not, unsere Verzweiflung, die Nähe zum radikalen Ende empfinden.
Ich würde gerne sagen: “Sagt uns einfach, dass ihr unsere Not auch nicht ertragen wolltet/würdet/könntet. Weil sie ist und war und bleibt, bis sie zu Ende ist.” und kann es doch nur schreiben.

Ich wünsche mir mehr von dieser einen Ehrlichkeit, die genauso wenig Rücksicht auf uns nimmt, wie die Entscheidung zum Suizid keine Rücksicht auf irgendjemanden oder irgendetwas außerhalb eines sich Suizidierten nimmt.
Woran sollen wir denn glauben, wenn wir nur von Füllwatteworten umgeben werden, aus Angst man könnte – ja was? Uns beeinflussen? Uns indirekt in den Suizid treiben? Uns verletzen? Aus Angst man könnte selbst bemerken, welchen einen Schritt genau man zu nah an und in uns hinein getreten ist?
Geht es am Ende nicht vielleicht genau darum die Erkenntnis zu vermeiden, wie sehr man sich mit uns verbunden fühlt und dennoch scheut in etwas gemeinsam zu sein, was einem selbst fremd ist, weil man auf der anderen Seite der Kluftwand steht?
Ist es Angst unser Schweigen, unsere Sprachlosigkeit, unsere Suche nach Worten am eigenen Selbst zu fühlen?

Ist es Angst vor dem Leben, wie es für uns ist?

Jenes Leben, das wir uns jetzt, wo die Entscheidung gegen einen Suizid zum jetzigen Zeitpunkt getroffen wurde, neu anzusehen versuchen.
Jenes Leben, in dem wir ein Medikament nehmen, das uns beruhigt und hilft aus dem ständigen Hyperarousel zu kommen. In dem wir auf eine Antwort auf unseren Antrag auf Wiederaufnahme in einer Klinik für Psychotherapie warten und streng mit uns sind, wenn von hinten nach vorn die Argumente kommen, wir würden so etwas doch gar nicht brauchen/müssen/dürfen/sollen/hätte würde wenn/ jatta jatta jatta. In dem wir uns erlauben, die deutsche Gebärdensprache zu lernen. In dem wir (Sensation des Alltäglichen!) zwei Mal am Tag essen. In dem wir uns eine Jahreskarte für die Stadtbücherei erlauben.

Und ab und zu, kurz, schmerzhaft, unheimlich und nah, an den Rand der Kluft zwischen uns und der Welt treten.

wenn man lebt, kann man lernen

Es ist Mittwoch und gestern haben wir uns aus der hiesigen Psychiatrie entlassen lassen.
Noch fließen Medikamente durch den Körper, die machen, das sich die Finger-, Zehen- und Zungenspitze taub anfühlen und wir uns tatsächlich einen Timer stellen müssen, damit wir uns selbst Schritt für Schritt durch den Prozess des “aufs-Klo-gehens” und “Nahrung* bereitens” zu hieven erinnern, wie einen nassen Mehlsack durch Treibsand.

Wir sind nachwievor so betrübt wie das Meerwasser vor Fukushima. Aber die Zeit zum nächsten Workshop, die Zeit zum nächsten Fotokurs, die Zeit zum nächsten Podcast ist nicht mehr so lang, dass der Gedanke, man könne sich ja bis dahin umbringen, damit es weniger lang dauert, keinen Raum mehr finden kann. Zu voll gestapelt ist der Kopf bereits wieder mit Folien, die zu füllen sind, mit Fachliteratur, die aufzufrischen ist, mit dem dicken Panzer, den wir brauchen, um zurecht zu kommen.

Heute morgen wachten wir mit Fieber und Husten auf und freuten uns darüber.
Offensichtlich hat uns etwas in der letzten Woche gut getan und psychophysisch soweit entlastet, dass sich der Körper neben allem auch ein Fieber zu leisten in der Lage sieht. Vielleicht war es der Schritt NakNak* vorrübergehend in Obhut von jemandem zu geben. Vielleicht war es der viele Schlaf. Vielleicht das psychische Einknicken und stückweise Runterbrechen auf das, was hinter uns funktionierenden Rosenblättern als rudimentäre(re) Schleife immer mitläuft. Vielleicht aber auch die Erfahrung, dass die Therapeutin solidarisch bleiben konnte, der Mensch (rätselhafterweise) irgendwie jeden Tag? für uns da war und wie noch immer verlässlich ist, womit man seine (Klein-) (Kinder-) Jugendzeit überstanden hat.

Wir haben aus den Tagen im Krankenhaus die Einsicht mitgenommen, dass wir wahrscheinlich nie eines der ungehörten kindlichen Gewaltopfer waren, sehr wohl aber eines der unverstandenen und mit (trotz der) besten Intensionen miss_be_handelten.
Menschen brauchen mehr als stereotype Schablonen um Schlüsse egal welcher Art aus dem Verhalten und Beworten anderer Menschen zu ziehen. Sie brauchen Zeit. Sie brauchen direkten Kontakt. Sie brauchen eine Routine miteinander, um individuelle Normen/Muster_Schablonen zu kreieren.
Und genau das ist es, was von Geburt an misshandelte Menschen zum Verhängnis wird. Denn: es gibt kein Vorher und kein Nachher.

Wir haben verstanden, dass wir diesen Teil unserer Traumatisierungen hier über das Blog wenn nicht reinszenieren, so doch Raum dazu übriglassen und zwar über die Kommentarfunktion und die vielleicht nicht häufig genug geforderte Reflektion derer, die sich an uns richten.
Entsprechend schließen wir die Kommentare hier bis auf weiteres und erleben das als gleichzeitig schade, wie wichtig.

Einerseits gab es hier nie eine Flut von Kommentaren – andererseits gibt es hier jede Woche mindestens einen übergriffig wie unangebrachten Rat_Schlag, verbale Verletzungen und immer wieder auch Kommentare von Menschen, die geflissentlich übersehen, dass das Blog von Vielen in über 900 Artikeln bereits vieles von dem was als fehlend angemerkt wird, besprochen hat.
Es wird gern vergessen, dass wir gerade 29 Jahre alt sind und unsere konkreten zwischenmenschlichen Gewalterfahrungen im Rahmen organisierter Gewalt gerade einmal 8 Jahre her sind.
Wir sind keine Person, die durch ihre Traumafolgestörungen aus scheinbar geordneten Bahnen gefallen ist.
Wir leben, wachsen, entwickeln uns. Über das Blog tun wir das quasi in aller Öffentlichkeit– und sind gleichzeitig noch so weit davon entfernt, uns selbst erfassen und halten bzw. tragen zu können.

Heute morgen habe ich gespürt, wie viel von unserem Alltag in Krisenzeiten wie jetzt von einem völlig fremden inneren System getragen wird und ganz ehrlich: nach inzwischen 13 Jahren unter der Diagnose der dissoziativen Identitätsstruktur war und ist das das Letzte mit dem ich gerechnet hätte.
Dabei ist es so logisch: Man kann nicht bewusst für Dinge sein, die unbewusst sind bzw. die unbewusst im Sinne von “in einem dissoziativem/dissoziiertem Zustand” getan werden.

Je näher wir an Routinen und geordnete Bahnen kommen, desto mehr bricht auf und in sich zusammen, weil immer weniger Energie in Dissoziation, als in Assoziationen am eigenen Sein fließt. In diesem Jahr haben uns die Aufnahme des Vorstudiums an der Kunstschule, das Hineinfuchsen in die Rolle eines Wissen vermittelnden Menschen, der bestätigte Verdacht des auch autistisch seins, einen erheblichen Schritt näher an das, was man “geordnete Bahnen” nennen könnte, gebracht.
Genauso wie die Erkenntnis weder Inklusionspüppi noch feminist riotgrrrl zu sein. Weder Freundin noch Feindin zu sein. Weder Mann noch Frau zu sein. Im stetigen Zweifel ein Mensch zu sein. Nicht zu sein, was andere in und an dem sehen, zu sehen glauben, was ist und als Schluss ins eigene Bild von “Hannah C. Rosenblatt” hineinmeißeln, ohne sich selbst, ob der eigenen Fähig- und Fertigkeiten als Meißelnde_r zu hinterfragen.

Wir haben uns, obwohl nachwievor depressiv, instabil und in einigermaßen desolatem Zustand entlassen _müssen_ , weil uns das von außen unreflektierte Unverstanden sein, in einen Zustand triggert, der über “dysfunktional” hinaus geht und nicht kompensierbar war.
Wenn die, die einem helfen wollen/sollen/möchten nicht verstehen können/müssen/sollen, dass sie nicht verstanden werden und nicht verstehen, dass ihnen genau das gesagt wird, dann ist es vielleicht, wenn nicht das überhaupt grundlegende Drama der Irren ™, so doch auf jeden Fall unser ganz persönliches.

Wir denken darüber nach, in wie weit der Autismus und auch unser viele sein – zu allererst aber doch unser in Gewalt aufgewachsen sein, uns zu einem Menschen macht, der Unterstützungen und Hilfen jeder Art, nicht ohne Erklärungen und grundlegendes Verständnis ihrer inneren Mechanik anzunehmen in der Lage ist.
Wo beginnt eigentlich der Wunsch nach dem Verstehen der Hilfe und wo geht es viel mehr um ein so tief verwurzeltes Misstrauen in die menschliche Spezies, dass wir uns ausgeliefert und dem Tode nahe fühlen, sobald wir nicht mehr verstehen, was warum und wie genau passiert?
Und was ist es, was da wie eine Sirene meine Innenansicht benebelnd schreit, in dem, was wir “das Inmitten” nennen, ohne selbst konkret zu wissen, was wir damit meinen?

Mir ist heute eingefallen, dass wir nicht für Menschen schreiben und doch immer versucht haben für das Verständnis von Menschen zu schreiben.
Ein anderes Innen lehnte sich zu mir und legte eine Erinnerung dazu.
“Ich kann jetzt noch nicht sterben, weil ich noch nicht verstanden habe, wie die Menschen funktionieren.”.
Das hatte die 16 jährige „Darkcloud“ ihrer Lehrerin anvertraut. In einem dieser nahen Momente. Damals. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie, als alles – zumindest äußerlich – noch tausend Mal schlimmer war, als heute.

Heute steht in unserer Nicht-Suizidvereinbarung: “Grund für die Bindung [an den Vertrag] = Wörter/ Kommunikation finden [mit Therapeutin, dem Menschen, der Begleitenden]” und als vielleicht das “rosenblattsche inner perpetuum mobile” die Erinnerung “Wenn wir den Vertrag brechen, werden wir nichts mehr lernen (finden) können”.

Vielleicht ist es also gut, wie wichtig, wie lebensrettend, dass wir uns dem Unverständnis der Menschen hier immer wieder ausgeliefert haben.
Vielleicht hätten wir die Teilchen so nicht verbinden können.
Vielleicht, lapidar gesagt, mussten wir halt 8 Jahre auf die Fresse fliegen, Rat_Schläge einstecken und an unserer Fähigkeit der Kommunikation ver_zweifeln bis wirs endlich kapiert haben.

Man lernt halt nie aus.
Wenn man lebt.

eye contact

heißt ein Fotowettbewerb, zu dem ich 4 Arbeiten eingereicht habe.
Mich beschäftigt die plötzliche Präsenz von Augenkontakt und seiner Bewertung in meinem Leben. Vor der Autismusdiagnostik habe ich nie darüber nachgedacht, ob und wie oft und wie wirklich ich Augenkontakt aufnehme und halte.
Ich mag es nicht angeguckt zu werden, weil es mich beklemmt. Das fremde Auge auf mir entfremdet und verzerrt mich. Ich werde zu dem, was ich abwerte und habe keinen Raum für das, was andere von mir sehen. Ich bin nicht mehr ich, wenn man mich betrachtet.
Ich mag es nicht Menschen anzugucken, weil es mich von mir abtrennt. Wenn ich Menschen anschaue, werde ich verwundbar als hätte ich keine Haut, die mich davor bewahrt in alle Winde verweht zu werden. Irgendwie fehlt mir etwas, das mich zusammenhält, wenn ich Menschen so nah komme.
Das ist kein neues Wissen für mich – aber, dieses Wissen mit dem Wort „Augenkontakt“ zu verbinden, ist neu für mich.

Der Wettbewerb hat mich gefordert. Ich wollte mir beweisen, dass ich auch Menschen portraitieren kann. Wenn man eine Feder bei Windstärke 4 und einen Bussard mit einem KIT-Objektiv ordentlich abgelichtet bekommt, dann muss das doch gehen.
Dachte ich.
Ich traf also Menschen und fotografierte sie.
Und traute mich nicht Vorgaben zu machen. Gestellte, konstruierte Bilder seien nicht gut, habe ich gehört, gelesen, bei YouTube gesehen. Man sollte locker ins Gespräch gehen, Witze machen, irgendwo sein, wo die zu fotografierende Person gut sein kann.
Also sollte man genau machen, was ich noch nie konnte und auch noch nicht richtig verstanden habe, wie das überhaupt gehen soll.

Ich habe keine schlechten Fotos gemacht. Keines ist unscharf, fehlbelichtet oder flach. Aber es sind nur zwei wirkliche “Hannah-Fotos” entstanden.
Zwei. Von über vierhundert.

Ich hatte die Kamera noch zwei Tage, bevor ich sie wieder in der Schule abgeben musste und dachte darüber nach, ob eines der gemachten Bilder wirklich das zeigt, was Augenkontakt für mich ist.
Es war keins dabei.

Und dann habe ich mich selbst fotografiert, kam mir awkward vor und hoffte meine Wohnung mit meiner selbst gebastelten Softbox* [*drei weiße Styroporboxen, in die ich eine Tageslichtleuchte gestellt hatte] nicht in Brand zu setzen.
Ich war nicht locker, hab keine Witze gemacht, war in meinem Arbeitszimmer. Es war so, wie ich es brauche: fast ganz dunkel, still und mit einem klaren Rahmen.

waagererechtes Schwarz-Weißfoto. drei Viertel der Fläche sind Haare (dunkler Grund mit hellen Strähnen drauf) die von oben links nach unten rechts in sachten Wellenlinien verlaufen. im unten linken Viertel ist der Gesichtsbereich mit einem offenen Auge, dessen Iris nach oben rechts gerichtet ist

Es ist mein Blick an etwas vorbei, über etwas drüber, auf etwas, das niemand außer mir sieht.
Nicht dominant, nicht versteckt. Präsent, doch nicht inmitten.
Das Foto erzählt keine Geschichte und zeigt auch keine tiefe Wahrheit. Es ist einfach nur mein Blick in dem Kontext, in dem er ist.
Es gefällt mir.
Für den Gewinn des Wettbewerbs hat es nicht gereicht.
Aber für ein Foto, das ich als erstes richtig hart erarbeitetes Werkstück in meine Mappe aufnehme.
Die Eröffnung der Ausstellung “eye contact” ist am 2. 11. 2015 um 19 Uhr im Projekthaus von PhotoWerk Berlin.

Blitzlicht

Jahreswechsel.

Ich glaube, ich bin noch nie so wütend, traurig und beschämt ins neue Jahr gegangen.
Tausende Menschen sind auf der Flucht und das Land, in dem ich lebe, schließt die Grenzen. Ständig begegnet mir Alltagsrassismus und, weil ich ein blütenweißes Toastbrot bin, komme ich mir falsch vor, den immer wieder anzusprechen. Awkward white tears – ich weiß. Sie sind aber trotzdem da.

Ich merke, wie genervt Menschen von mir sind – und kann nicht reagieren.
Ich merke, dass ich meinen eigenen Selbsthass zunehmend unkontrollierbarer erlebe – und kann nicht reagieren.

Im Grunde hasple ich seit Wochen von Handlung zu Handlung, scheitere, rapple mich auf, zerre an mir, mich zusammenzureißen und weiter zu machen.
Hier ein Autsch – da ein Erstarren durch den Schmerz hindurch. Einfach immer weiter machen. Komm schon, das ist alles nicht neu. Hatten wir alles schon mal – ist gleich vorbei – dann gehts weiter weiter weiter.

Ich hab den Drang einen Laut rauszuschreien und kann damit nichts anfangen.  Möchte mich Menschen mitteilen und spreche gefühlt nur Mist aus.
Meine Wochen sind so unruhig und chaotisch – machen mich unruhig und chaotisch.

Eine gute Sache passiert und zieht gnadenloses Chaos mit sich.
Aktuell: meine Zähne.

Wir haben mindestens 2 Jahre durchgehend Zahnschmerzen gehabt und uns durch viele Behandlungen gequält, die allesamt nichts brachten, weil sich die leichte Angst bei der Zahnärztin zu waschechten Panikattacken und Vermeidungsverhalten entwickelt hatte. Endlich fanden wir erst Erleichterung durch eine Wurzelspitzenresektion in einer Operation und erhielten gestern eine Komplettsanierung des Gebisses wiederum unter Vollnarkose.

Und wer sitzt Stunden später vor seiner Suppe und kann sie nicht essen, weil sich die Zähne anfühlen, als wären sie nicht mehr da, aber gleichzeitig doch anwesend? Richtig.
Da ist etwas Fremdes in meinem Mund und das nennt sich “keine Schmerzen” und das geht einfach nicht wieder weg.
Ich merke so einen Impuls mich zu verprügeln, mir so richtig tief weh zu tun, weil es so dumm ist zu fühlen, was ich gerade fühle. Und daneben drängt der Impuls sich einzurollen und zu warten. Sich zu absorbieren und einfach in ein Detail hineinzukriechen bis nichts und niemand mehr an mich herankommt.

Stattdessen begebe ich mich unter Menschen. Jetzt bloß nicht isoliert werden. Wenn ich jetzt noch wirklich den Faden verliere, dann wird es wirklich gefährlich. Ich weiß nicht, welche Gefahr das ist, aber ich merke sie wie sie in meinen Nacken atmet.
Und was passiert Frau Rosenblatt, wenn sie unter Menschen geht? Richtig: sie verhält sich nervig bis awkward, verärgert diese Menschen und spürt mit jedem Wort, das sie äußert, wie die Ablehnung ihrer Person näher rückt.

Und dann geht es wieder los. Dieses bescheuerte Spiel um die Gunst von Wesen die unverständlich, überreizend und unangenehm wahrgenommen werden, zur Rettung des eigenen Lebens, vor etwas, das man gar nicht benennen kann.

Und wenn ich müde davon bin und nur noch heulen will, weil ich selbst nicht weiß was los ist und was besser hätte würde wenn könnte sollte müsste, weiß ich nicht mehr, was ich sagen soll.

Shana tova.

schwanger gehen

Ich denke darüber nach, einen Brief zu schreiben.
Dann sitze ich an meinem Tisch. Neben mir steht mein Kaffee. Und alles verschwimmt.

Ich spiele Runde um Runde Candy Crush. Trinke einen Schluck. Beantworte Emails. Recherchiere für einen anderen Text. Stunden später möchte der Hund raus. Wir gehen in den Wald. Ich laufe hinter uns her und versuche jeden verlorenen Gedanken einzufangen.
Dann essen wir. Fressen wir. Überfressen wir uns bis sich der Bauch vorwölbt und die Schwangerschaft mit diesem Thema nach außen tritt. Dann weint jemand. Dann kotzt jemand. Dann sitze ich vor meinem Laptop und fische in der Kotze nach den Worten, die in meinen Brief hinein könnten.
Ich spiele Soda Saga. Spiele Candy Crush. Spiele social bei Twitter. Bearbeite Fotos. Fresse. Kotze. Heule.
Entdecke auf der Uhr die Nacht.

Ich verschließe meine Augen und warte auf den Schlaf. Denke an Sex und lache mich aus. Warte.
Denke an nichts. Verschwimme im Nichts und warte auf mein Aufwachen.

Liebe Mutti. Mami. Mama. Mam. Mutter. Frau. S.
Hallo, ich bin verrückt schon gewusst?
hello hello hello long time no see special new informations hello hello hello

“Wie sag ichs meiner Mutter?” ist so ein Satz aus der “unerwartet schwanger/HIV positiv/Erwartung enttäuscht” – Ecke.

Mein Kaffee ist kalt und ich breche in Tränen aus, weil ich aufgewacht bin, ohne es zu merken.
Der Kühlschrank brummt, die Kaffeemaschine klickt und röchelt, der Laptop summbrrrrtbrummt und das Telefon siept. Das Blut in meinen Ohren spielt weißes Rauschen und ich betrachte die Worträume in meinem Kopf.
Sie sind zu groß für das Außen. Zu viel.

Hast du zufällig schon früher gewusst, dass ich autistisch bin? Hast du zufällig deshalb

Das Zeitmädchen setzt sich neben mich und starrt mich durch seine weißen Augen an.
“Sie wird das nicht verstehen. Egal, was du schreibst.”.
Es fällt in sich zusammen. Ist wieder weg.

“Warum willst du das überhaupt aufschreiben? Am Ende steht für Außenstehende wieder nur: “Ich bin anders als andere. Ich bin besonders.”. Das hat keinen Wert für uns.”. M. schaut auf meine Finger und klopft unter ihr Kinn. Das Geräusch poltert durch das Rauschen und zieht eine Linie zwischen Wohnungslärm und Kopfkrach.

“Ich möchte ihr sagen, dass besonders sein scheiße ist. Dass es das für uns schon immer war und immernoch ist. Dass wir es Last empfinden, weil so viele Menschen mit einem Besonderssein immer und immer und immer Erwartungen an uns stellen, die wir immer und immer und immer enttäuschen. Ich möchte Leuten eine reinhauen, die sich für wertlos halten, weil sie nicht besonderisiert werden.
Und ich möchte eine Antwort auf die Frage, ob es vielleicht nie möglich war uns nicht zu miss-be-handeln. Ich muss wissen, ob wir heute wären, auch wenn sie uns nicht geschlagen, gedemütigt, ausgenutzt hätten. Ich muss wissen, ob – wenn ich schon ganz ganz früher normal gewesen wäre – vielleicht die Versuchung geringer gewesen wäre, sich an Menschen zu wenden, die davon profitieren.”, antworte ich und drücke die Worte an meine Brust.

“Du möchtest wissen, ob du etwas hättest richtig machen können.”. Seine Stimme schiebt sich unter mir her. “Herzchen – das hatten wir alles schon.  Etwas richtig machen, gabs damals nicht als Option. Nie. Wir hätten das normalste Kind der Welt sein können und das wäre noch falsch gewesen.”. Er berührt seine Lippen. Löst sich wieder auf.

“Du wirst nicht von ihr bekommen, was du brauchst. Sie kann das nicht. Niemand kann das. Wir sind jetzt allein damit und werden das für immer sein.”, sagt sie. “Wenn du dagegen ankämpfst, tut es weh.”. Sie hebt einen Flügel für mich und lässt mich in ihren Federn sitzen. “Wenn du loslässt, dann können wir uns davon entfernen. Wir nehmen Abstand davon und lassen es wo es ist. Wir können jederzeit wieder hier hin zurück. Nichts wird sich verändern.”.

Ich kann nicht loslassen.
Ich spiele. Fresse. Kotze. Wache. Warte.
Liebe Mutti. Mami. Mama. Mam. Mutter. Frau. S.

Jemand malt mich, um Abstand zu mir zu bekommen.
Mich loszulassen.
Mich zu verlassen.

Es wäre schön, wenn ich meiner Mutter eine unerwartete Schwangerschaft mitteilen könnte.
Das wäre so normal für mein Alter, mein Geschlecht, mein Das,waswäre,wenn.

wn

rück_Weg

Auf dem Rollkoffer steht die Tasche mit zwei Taschen drin. Auf meinem Rücken trage ich den Rucksack und spüre das Laptop, wie die Art Rückendeckung, die mir oft im Bahnhofslärm fehlt. Quer über die rechte Schulter trage ich den Fotorucksack und die kleine Kameratasche. Über die linke Schulter habe ich noch einen Fotokoffer auf die rechte Seite gezogen.

So taumle ich ins Reisezentrum der Bahn und versuche die Satzfetzen und Lautabfolgen in meinem Kopf zu etwas zu legen, das ich der Person am Schalter sagen kann.
Als ich spreche, klinge ich wie eine Kassette im Walkman, wenn man läuft und die Person in DB-Uniform wird besonders freundlich und kleinschrittig.
Am Ende purzle ich durch die Nummern und Ziffern, die sie mir sagt und bedanke mich fröhlich für die schönen Stempel, die sie auf mein Zugticket gemacht hat.

Ich denke darüber nach, ob ich stolz bin.
Wir haben eine Woche Berlin gepackt. Eine Woche sind wir zwischen Reizüberflutung, anrührenden Begegnungen und diesem einen stillen Fiepen im Innen hin und her gestolpert.
Irgendwann höre ich auf darüber nachzudenken, weil mir auffällt, dass ich mich verteidige, rechtfertige – ja, am Ende bei Personen entschuldige, die mich (und sich) hassen und als Schleifstein missbrauchen.

Als wir im Ausweichzug sitzen, lasse ich meine Augen auf den vielen Taschen ruhen und denke: “Alles Equipment sich die Welt anzusehen”
Vor der Abreise habe ich einen Vortrag von Temple Grandin über Autismus (englisch) gehört, in dem sie sagt, dass viele Autist_innen Schwierigkeiten mit gleichzeitiger Rezeption haben, weil ihre Sinne sehr empfindlich sind und die Reizverarbeitung oft anders ist.
Wie ich so in meinem weichen Bahnsessel sitze und die Fotoausrüstung betrachte, bin ich dankbar, dass ich weniger Probleme mit der Überreizung über den visuellen Kanal habe. Ich frage mich, ob ich zu fotografieren aushalten könnte, wenn ich auch noch sehen würde, wie ich es höre und fühle.

Irgendwann zieht sich mein Magen zusammen und ich denke zurück an das Moment im Bahnhof, als unsere Begleitung anbot, für uns Kaffee zu kaufen.
Wie sie bin ich traurig, dass uns so viele Kilometer trennen. Wo trifft man schon mal jemanden, der viele und auch autistisch ist. Dessen: “Bei mir ist das …” und “Ja, das hab ich auch…” nicht so klingt, als würde es mein Erleben an sich reißen und in Kontexte stellen, die gar nicht passen.

Ich merke, dass sich etwas verändert hat in den letzten Tagen.
Vielleicht will ich uns wieder mehr Ego(s)zentrik erlauben. Will Leuten sagen, dass sie sich von uns fern halten sollen, wenn sie nicht anerkennen (können, dürfen) wollen, wie beschissen “besonders sein” ist. Wenn sie nicht anerkennen können, dass unsere Erfolge und Triumphe nicht mit den Erfolgen und Triumphen anderer Menschen vergleichbar sind – egal wie viele Gemeinsamkeiten es gibt. Wenn nicht anerkannt wird, dass so etwas wie die letzte Woche ein Knochenjob für uns war, den wir nicht geschafft hätten, wenn da nicht so viel für uns gemacht worden wäre.

Am Ende richte ich meine Worte an eine unbestimmte Masse und frage sie:
“Ist dir bewusst, dass du von unserer Er-Lebensrealität – von uns – von diesem Innen eines Menschen und dem Leben um ihn herum, nur deshalb erfahren hast, weil wir 24/7 seit 2007 Netzcontent produzieren? Ist dir klar, dass du von uns nie etwas gewusst hättest, hätten wir nie unbezahlt gearbeitet, ungeschützt und ununterstützt angefangen, etwas öffentlich zu tun, von dem wir denken, dass uns das liegt? Ist dir klar, dass wir hier etwas teilen, einfach damit es jemand finden kann, wenn etwas Ähnliches gesucht wird?”

Für mich in die Antwort aus dieser Masse irgendwo klar: (beschämtes) Schweigen, hämische Unterstellungen, ob einer Erwartung auf eine Reaktion, die ich nicht habe und direkte Wortmeldungen, die mir ihren Dank für das Blog aussprechen.

Ich freue mich, dass es Menschen gefällt, was ich hier mache. Dass es zum Nach_Denken anregt. Etwas auslöst, das konstruktives Handeln zur Folge hat.
Aber ich brauche keine Dauerbedankungen und Aufmerksamkeit, die sich auf die Person bezieht, die wir als Einsmensch bilden.
Wir sind nicht wichtig für das, was hier steht.

Wir sind nur wichtig für das, was wir hier sagen.

“Das Blog von Vielen wird sich verändern.”, denke ich, als wir uns ins Bett legen und die Stille des Bullergeddo belauschen.

keine neue Hölle

Eine Woche später habe ich neue Wörter für das, was passiert ist.
Erstaunlicherweise haben diese Wörter keinen Bezug zu Wahnsinn oder Irre, sondern sagen am Ende nichts anderes, als das, was ich empfunden habe.

Zusammenbruch und Abschottung
Meltdown und Shutdown

Nicht: “akute Psychose” und auch nicht: “schizoider Wahn”.

Morgen ist der erste Kontakt danach.
Einerseits merke ich, dass ich mir Sorgen darüber mache, wie viel mein Wort über dieses Ereignis zählt, andererseits merke ich eine Art ruhige Bestimmtheit, die sehr klar nur das zu gelten gedenkt, was in Frage zu kommen erscheint.

Man kann viel aus Krisen lernen und das sage ich nicht, um unser derzeitigen einen Sinn zu geben, sondern weil es so ist.
In Krisenzeiten versagen Schutzschilder und in unserem Fall ist das vielleicht der einzige Zustand, in dem wir Aspekte von uns, unserer Wahrnehmung, unserem Denken und Werten wahrnehmen können, ohne, dass sie durch jeweilige Funktionen nach außen verändert sind.
Jede depressive Krise verzerrt die Kognitionen und Aktionen, zu denen man fähig ist – das ist das Wesen der Depression: der neuronale Scheintod.
Abschaltung zur Sicherung des Überlebens.

Depressionen sind der neurologische Winterschlaf vor Überforderungen, Einsamkeit, Trauer, Verlust, Angst. Depressive Gehirne können aufwachen, wenn sie positive Bindungserfahrungen machen, wenn sie mit genug Melatonin versorgt werden, wenn sie nicht hungern oder dursten müssen. Wenn sie sich erholen können. Wenn sie es sich erlauben dürfen, ihre unverarbeiteten Datenknäule als körperliche Bagatellen sichtbar zu machen.

Wir sprechen seit Wochen von Überforderungen und einem undefiniertem Zuviel.
Sagen immer wieder, dass wir zeitweise keine Fähigkeiten haben zu sprechen. Wir sagen: “Wir können nicht entspannen.”. Wir sagen: “Wir können nicht schlafen.” Sagen: “Wir erinnern.”.
Und unsere Therapeutin fragt: “Warum?” und “Was bedeutet das?”.
Mitunter reißen die Tobenden an ihren Ketten und schreien sie an. Sie reißen an der Barriere zur Präsenz, weil “Warum?” die falsche Frage für uns ist.

Es ist nicht die Frage, warum wir in eine Krise rutschen, wenn wir erfahren, dass unser Denken und Wahrnehmen schon immer grundlegend anders war, als bei anderen Menschen. Wenn wir merken, dass unsere berufliche/finanzielle Situation nicht von uns allein zu verändern ist. Wenn wir merken, wie viel Innen wie sehr anders ist, als wir. Die Rosenblätter, die in den letzten 4 Jahren dieses fragile IST gehalten und getragen haben.

Es ist nicht die Frage nach der Bedeutung der Ereignisse – es ist die Frage nach dem Ausdruck der Ereignisse.
Es ist die Frage, warum das Schweigen im Reden so laut ist.

Und warum das Schweigen in seiner ständigen Präsenz nicht gleichsam problematisiert wird, wie die Kapitulation vor der Überforderung.

“Das Schweigen der Opfer”, ist eine der Formulierungen aus der Massenpresse, die mich am meisten verletzt hat, nachdem ich meinen Moment des Bewusstwerdens der eigenen früheren Opferschaft erlebte. Viel Zeit verging, bis ich meine Äußerungen als Reden ohne Aussage enttarnte. Lange hat es gedauert bis ich verstand, dass mein Reden entstand, weil niemand unser Sagen versteht.

Eine spezielle Hölle ist die, die man nicht in der gleichen Sprache abbilden kann, wie sie die Menschen um einen herum verwenden. Eine spezifische Frustationsquelle ist es, wenn immer wieder Worte stehen und sein sollen, die nicht passen.
Es überfordert, ängstigt, löst Trauer und Einsamkeitsgefühle aus, diese Hölle zu spüren und nicht verlassen zu können.

Neben all dem merke ich Veränderungen, die für andere Menschen Fortschritte heißen.
Der Umstand, dass uns die Therapeutin inzwischen wichtig genug ist, dass wir uns so (über)anstrengen, wie wir uns (über)anstrengen, dass sie begreift, was wir zu sagen aus uns rauswürgen. Solche Kraftakte haben wir für andere vor ihr nicht auf uns genommen.
Von anderen haben wir uns finden lassen – haben Waffen nieder- und Schutzschilde abgelegt und angefangen zu reden.  Da gab es Entlastungen, da gab es Entwicklungen. DAS DA hat sich aber immer erhalten. Unbewortet.

Und die eigenen Ränder, die als wahrhaft anerkannt werden. Nicht als subjektive Grenze und nicht als Ende des WIR, aber als Anfang von dem, was nicht mehr WIR ist. Da ist das Bemerken, dass “die Anderen” erheblich weniger Angst davor haben abgelehnt zu werden, als nicht zugehörig zu sein.  Da gibt es so eine Ahnung von einem Bewusstsein um sich, das ist, auch, wenn man gemieden wird.

Vielleicht gehe ich deshalb morgen da hin, obwohl ich es lieber vermeiden würde.
Weil sie mir das Gefühl geben, ich könnte alles im Außen verlieren und wäre trotzdem noch da. Weil sie mir mit ihrem ruhig bestimmten Wissen vermitteln, dass es nichts Neues wäre. Nichts, was sie nicht schon viele Male überlebt hätten.
Keine neue Hölle.

#6

Bank221

„Ich würde wirklich gern mit meiner Mutter sprechen.“
– „Warum?“
„Weil es angeboren ist.“

– „Es wird nichts verändern, Hannah.“
„Ja. Vielleicht.“