Chancen

Es sind ganz junge Füße, die mich durch die kalte Dunkelheit zu dieser Musik- und Kunstschule tragen. Ich merke das an dem Schwung im Schritt. An der Musik in meinen Ohren. An diesem ganz zarten Glimmen unterm Sternum. An dieser Fragenschleife: “Und dann darf ich das lernen? Also so richtig lernen? Und dann darf ich da was machen? Und dann ist das richtig echt? Und dann…”. An den großen Augen, deren Iris mich fast verschlucken.

Wir bekommen über 80% Rabatt, weil wir von Grundsicherung leben. Der Kurs geht, wenn alles klappt, 12 Monate. Am Ende könnten wir eine Mappe haben. So eine Richtige. Nicht so eine peinliche: “Ach nett, Sie machen also kleine süße Zeichnungen in ihrer Freizeit.” – Mappe, wie wir sie jetzt haben.
Es ist eine Chance.
Wenn sie uns vom Jobcenter als solche anerkannt wird und davor bewahrt, Bewerbungstrainings oder andere Maßnahmen machen zu müssen. Denn arbeitsfähig in dem Sinne sind wir inzwischen wieder. Maximal 4 Stunden am Tag – davon 3 am Stück. Die 4 te geht für den Weg hin und zurück drauf.
Die 4 Stunden, die uns noch zur “normalen Arbeitsfähigkeit” fehlen, die brauchen wir dann zu Hause, um die vorangegangenen 20 Stunden zu be.greifen, in den Mund zu stecken und nochmal zu essen.

Ist halt so. Wir haben die 50% im Schwerbehindertenausweis nicht, weil das Foto von 2004 darin so schön ist.
2004 da hatte das Innen, das sich zwischen die Mütter und Klein.Kinder setzte, um im Schulgewusel anzukommen und die Lautstärke mit den Haarspitzen zu erfühlen, das letzte Mal über eine Zukunft als um des Begreifens Willen lernende Person nachgedacht.
Jetzt krabbeln ihm Kinder mit Kekskrümeln auf den Kullerbäuchen um die Füße herum und könnten aus ihm selbst gekommen sein.

Der Leiter des Kunstbereichs ist nicht sehr angetan von den Zeichnungen. Er mag so gern lieber abstrakte Kunst, dass er uns markiert, wann die Kurse für figürliches Zeichnen sind. Das Innen zittert. Drückt sich die Wunschäußerung raus, alle Kurse des Angebots einmal zu probieren. Er reagiert nicht. Springt auf ehemalige Schüler_Innen zu, die zu Besuch kommen.
Der Leiter der Fotografiekurse kommt an den Tisch. Auf dem Bildschirm ist unser Fotoblog zu sehen.
Das Kinderinnen, das die Fotos macht, schiebt sich zaghaft zwischen das junge Innen, mich, den Schatten der Anderen und das Heute, das plötzlich so viele Gesterns gleichzeitig ist.

“Die Motive sind mir zu lieblich, aber dein Auge ist gut. Die Aufteilung, die Gestaltung, die Farben. Sehr gut. Du hast das drauf. Oh hier die Langzeitbelichtung – sehr sehr schön …” Er scrollt und ich frage das Kinderinnen, ob ich ihn etwas fragen soll. Oder, ob es ihm etwas zu den Fotos sagen möchte. Ob es Fragen zu seinem Kurs hat. Ob es den probieren möchte. Ich frage das mit der Generalschlüsselfrage: “Ist er ein Mensch*?” alles gleichzeitig und mein kleines Herz nickt eifrig. “Hier – niemand macht sich die Mühe so nah an die Wasseroberfläche zu gehen, um so etwas zu fotografieren- das ist sehr gut”, sagt er und erzählt dann, das man sich Kameras ausleihen kann, um bestimmte Dinge zu probieren. Manches von dem, was unsere Kompaktautomatikknipse nicht kann.

Das kleine Herz zappelt unter meinen Federn umher und strampelt sich heraus. Steht mit offenem Mund hinter den Augen und fuchtelt mit den Armen. Meine Wörter legen sich um seine Bewegung und klumpen aus dem Uns heraus. Der Leiter des Fotokurses hört zu. Schaut auf die Fotos. In unser Gesicht. Lächelt seine Augen zu einer dicken Linie zwischen vielen kleinen.

Dann verabschieden wir uns von ihm und folgen dem Kunstleiter durch die Ateliers.
Unser Schritt ist eckig geworden.
Wir sehen junge Menschen. Teenager. Kunst, die uns gnadenlos die Inspiration ins Hirn pumpt und an etwas zerrt, dem immer – dem seit mehr als 13 Jahren ein “hätte” oder “wäre” oder “wenn” vorausgeht.

Ich erinnere, was eines der anderen Herzen in der Therapiestunde aus sich herausstachelte: “Wenn ich nur länger durchgehalten hätte. Wenn ich nicht krank geworden wäre.”, und einfach nicht weiß, dass es in dieser Welt des Heute damit sagt: “Wenn ich die Gewalt, den Schmerz, die Qual, die Not, die Folter, die Ausbeutung nur länger durchgehalten hätte. Wenn ich keine (psychiatrische) Hilfe bekommen hätte.”.
Ich weiß: Es hat auch Recht.
Auf eine dieser perversen Arten, wie sie nur das Leben hervorbringen kann, hat es recht. Wenn wir nur bis zum Abitur durchgehalten hätten. Wir hatten die Chance singen, tanzen, Kunst machen und vieles mehr zu lernen. Wir hätten so viel mehr lernen können als das Notwendigste für Überleben und Realschulabschluss.

Wir kennen diese “Eigentlich wollen wir ja keine Elite sein”- Gymnasiumattitüde, die dann doch Markenkleidung trägt und Privat- oder Kursunterricht, wie den, den wir hier gerade mit unserer Besichtigung stören, erhalten kann. Neben Schüler_Innennachhilfe und Taschengeld, um am Wochenende ins Kino zu gehen.
Wir haben nicht dort reinpassen können und mussten das auch nie.
Aber da war die Chance.
Und wir haben sie nicht genutzt.
Warum auch immer.
Egal wie nachvollziehbar die Entscheidung war, wegzugehen und einen anderen Weg zu wählen.
Die Chance blieb ungenutzt und sie wird nie wiederkommen.

Unser Rundgang endet in einem Raum, in dem die Kurse für figürliches Zeichnen stattfinden. Es gibt einen Leuchttisch und die roten Haare des Innens lecken ihre Hitze bereits wieder in alle Richtungen. Mit einem Leuchttisch, kann es Trickfilmbilder besser zeichnen.
Wir fühlen uns durch den Raum, in dem viele Teenager sitzen, miteinander reden und uns verstohlen anschauen.
Mein Blick fällt auf das Grafiktablett eines der jungen Menschen dort.

Das Teil kostet neu über 800€. Frau Rosenblatt sabbert das Gerät seit der ersten Version durch das Internet an und fühlt jedes Mal den Schmerz des Wissens, dass es mehr kostet als das, was sie zum Leben vom Staat erhält. Weil das ihr Leben in einem Monat kosten darf.
Und dann liegt es einfach da.
Achtlos neben Wassergläsern abgelegt und mit Aufklebern verziert.
Es kostet so viel wie 100 Monate Kunstkurs für eine Hartz 4 Behinderte mit Splitter-Ich.
Würde der Kurs soviel kosten, wie es der Staat für Bildungsausgaben unter Hartz 4 vorsieht: 533 Monate.

Es liegt dort rum und würde es aufstehen und uns sagen: “Siehste- das haste nu davon!” – es wäre nur logisch.

Im Flur vor dem Raum liegt eine braune Labradorhündin und schläft mit dem Gesicht zwischen den Pfoten.
Wir tauschen Floskeln mit dem Kunstleiter und torkeln mit unseren Eindrücken im Kopf in die Kälte hinein.

Ich denke an den Artikel zum 10 jährigen Bestehen der Hartz 4 Gesetze, den wir uns seit Wochen aus dem Herzen rausschreiben wollen und daran, dass so viele Menschen von unserer Armut erfahren und dennoch denken, es hätte für uns jemals ein
“vor Hartz 4” gegeben. Ein “vor der Armut”. Ein “bevor es alles schwierig wurde”. Oder zumindest so mit uns sprechen.
Vielleicht, weil es so normal ist, dass jede_r mal ein “Früher war alles besser” hatte.

Wir hatten das nicht.
Wir hatten nur Chancen.
Und die haben wir nicht genutzt.

Weil wir statt auf ein Über.Morgen hinzuleben, ein Heute erkämpfen mussten.

Wir haben kein greifbares “wenn es vorbei ist”. Keine realistische Vorstellung, wie das Morgen nach dem Überleben, nach der Armut, wie das Ende des Hoffens erreicht werden kann. Wir wissen nur: das Bedürfnis der Therapeutin, der Welt, den Augen, die auf uns drauf schauen zu sagen, dass es in unserem Leben eine strukturell produzierte und aufrecht gehaltene Todesangst gibt, die für andere Menschen einfach nur “Hartz 4” heißt – das wird morgen wieder überlebt sein.

Genau wie alle Gewalt, Schmerz, Qual, Not, Folter und Ausbeutung, die wir überlebt haben bis wir 21 Jahre alt waren.

 

 

über Dinge sprechen, die mir wichtig sind

auch ein Wunsch für das neue Jahr, der nun in seine Erfüllung überzugehen beginnt

Wir sprechen mit den Sommers über das Viele sein und das Viele-Sein!

Aber das tun wir nicht in einer very special Veranstaltung, die sich wieder kaum eine selbst betroffene Person zu besuchen leisten kann, sondern in Form eines Podcast.
Des wohlgemerkt ersten öffentlichen deutschsprachigen Podcast zum Thema DIS, der von Vielen für Viele und Personen, die sich für die Er-Lebensrealität von Menschen, die Viele sind, interessieren, gemacht wurde.

Wir laden die Episoden, die alle 4 Wochen erscheinen werden, bei Soundcloud hoch und binden sie auf der Homepage ein. Jede Menge Möglichkeiten also keine Episode zu verpassen und uns Rückmeldungen zu schreiben.

SCN_0138Ich bin ziemlich stolz auf das, was wir da ohne jede Vorkenntnis in Sachen Audiobearbeitung und Podcasting als Format gemacht haben und im Hinblick auf das, was wir da an inneren und äußeren Bewegungen zu stemmen schaffen.

So – nu aber klicke di klick! rüber mit euch zu “Viele- Sein – ein Podcast über das Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur” und los gehts!

außer…

mehr Kunst machen, habe ich mir gewünscht
und gedacht
ich versuche einfach mehr
ich habe mir Tintenfedern gekauft und Tusche
und gemerkt, dass es gut funktioniert
obwohl ich linkshändig arbeite
ich hab ein Skizzenbuch gekauft
und gedacht, dass ich alle Techniken,
die mit dem üblichen Skizzenblock nicht gehen,
probieren werde
und dann habe ich Acryl mit Serviettentechnik
Wasserfarben und Liner,
Tusche und Bleistift,
Buntstift und Fasermaler,
Tee und Bleistift,
vermischt
und dann
muss ich versuchen nicht zu weinen,
weil mir auffällt, was alles möglich ist
außer
auszudrücken, was unter meiner Haut erinnert wird

“Was solls?”

Manchmal trifft es mich, wenn mir jemand sagt,  eine Lebensrealität wie meine wäre ihm fremd.
Da zucken Schultern und ein Mundwinkel wandert in die Höhe. “Was solls?”, denkt es vor sich hin und das Thema verdunstet.

Ich will nicht sagen: “Es soll dich treffen, wie es mich be_trifft.” und viele Gegenübers von mir wollen das auch nicht hören.
Mitleid, Schuld, Betroffenheit, das will man nicht. Das würde nämlich ein Miteinander, eine Mit.einander.verantwortlichkeit bedeuten.
Bezug und Bindung implizieren.

Ein Kind aus meiner Grundschulklasse hat über uns gewohnt.
Man konnte hören, wenn es misshandelt wurde.
Durch die Heizungsrohre.
Wie das so ist im Platten- und Altbau.

Wir haben nie miteinander darüber geredet.

Das Schreien und Weinen meiner Geschwister donnerte durch die gleichen Heizungsrohre, wenn sie misshandelt wurden.

Wir haben nie Worte darüber ausgetauscht.
Vielleicht hatten wir damals einfach noch keine.
Vielleicht haben wir einfach auch vergessen, wann wir aufhören konnten die Luft anzuhalten, um den Heulrotz im Kopf zu behalten.

Unser Haus hatte 5 Etagen mit 9 Parteien.
9 Universen, die nebeneinander her durch die Zeit flogen und nur über die Heizungsrohre miteinander verbunden waren.

“Was solls?” hat damals vielleicht die Themen “Einmischen”, “Kinder schützen”, “gegen Gewalt sein”, “für eine bessere Welt sein” verdunsten lassen.
Vielleicht ist “Was solls?” die Lebensrealität, die ich einfach nicht leben kann, weil es mich konkret betrifft und andere nur dann berührt, wenn Schreie aus ihren Heizungsrohren dringen.

 

 

auftauen

Da lieg ich im Bett mit den heißen Körnerkissenschuhen an den Füßen, der heißen Körnerkisseneule auf dem linken – die heiße Körnerkissenrobbe auf dem rechten – Knick zwischen Oberschenkel und Becken und veratme den Schrei in meinem Kopf zu einem wattigen Hintergrundrauschen.
Ich fühle mich stark und schwungvoll. Allgemein auf eine Art “an”.
Ich fühle meine Ränder im Moment sehr gut und ich habe fast Spaß an meinem Mut mit ihnen irgendwo entlang zu kratzen.

Es ist der Wind, die Winterkälte und vielleicht auch die Erinnerung daran, dass es total egal ist, was ich tue. Wie ich es tue. Ob es nun gut ist oder schlecht, ob und was andere über mich denken – völlig egal.
Ich merke, ich kann jederzeit sagen: “Ja, ich bin ja auch scheiße. Passt schon alles.” und fühle mich damit so frei von den Urteilen und Bewertungen anderer Menschen über mich. Dass ich scheiße bin, muss mir ja niemand mehr sagen. Weiß ich ja schon. Und wenn ich für andere nicht scheiße bin, dann ist es ja schön für diese Personen. Ist ja nicht meine Sache, wer was wie findet für sich. Es hat nichts mit mir zu tun.
Hach. Geil.

Ich drehe meinen Kopf zur Seite und lege meine Stirn an NakNak*s Schulter.
Die Schindeln am Hausdach klappern unter den Sturmböen.

Im Innern meiner Zehen knackt das Eis auf. Um meine Mitte herum steigt Dampf hoch.
“und jetzt taue ich auf” denke ich und vielleicht lächle ich genauso wie der Schneemann Paul in der Frühlingssonne.

Und dann sterbe ich in die Nacht hinein.

 

 

 

Grund- und Machtbedürfnisse – Religion und Gewalt

Als eines dieser weiß-säkularen Privilegien erlebe ich jede Art der “Religionskritik”. Auch in Form von Comics, Karikatur, Rede und Schrift.
Was aus dieser “Kritik” entsteht, ist eine Verschmelzung von Gewalt und Glaube. Religion wird einzig zum Instrument von Zwang, Ausnutzung von Unbildung (spannend, was immer wieder so als “Bildung” und “Wissen” in dem Kontext anerkannt ist!).
Nicht etwa zum Teil einer Lebensauffassung, inneren Haltung, vielleicht auch Identität und Kultur, über die sich zu äußern und zu werten vielleicht in allererster Linie Sache derer ist, die sie leben (wollen!).

Ich habe kein Verständnis für „Religionskritik“ von Personen, die nicht der „kritisierten“ Religion angehören.
Schon gar nicht habe ich Verständnis für Satire, die nach rechts buckelt und nach minorisierten, unterdrückten, rassierten Personengruppen tritt.
Satire ist für mich ein Mittel nach oben zu treten, um nach unten eine Hand zu reichen.

Ich habe kein Verständnis für die “Religionisierung” von Gewalt, die die (weiße) (säkulare) Presse vornimmt, um greifbare Slogans unter ihre Leser_Innenschaft zu spucken.

Für mich ist diese Mischung genau das, wovor ich Angst habe, wenn ich mich mit dem Thema ritueller Gewalt auseinandersetze – vielleicht sogar in Form eines Vortrages vor Menschen, die keiner Religion angehören.

Ich weiß, dass da kein Verständnis für den Glauben, kein Verständnis für bestimmte Werte und Handlungen ist – so schon, ganz ohne tatsächlichen Zwang oder die Art Gewaltanwendung, wie sie im Rahmen ritueller Gewalt passiert. Es gibt Menschen, die denken, ihr Kopf, ihre Seele und Kultur sei frei und ohne Zwang, weil sie studiert sind, weil sie Demokrat_Innen sind, weil sie so sind, wie eine Mehrheit der Gesellschaft, in der sie sich bewegen. Für diese Menschen gab es noch keine Auseinandersetzung, wie frei von Religion und auch auf eine Art ritueller Gewalt*, man tatsächlich ist, wenn man an Karfreitag nicht arbeitet oder am 25. und 26. Dezember die klitzekleine Welt um sich herum stillsteht.

Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft wir unser jüdisches Leben nach überstandener organisierter (darunter auch ritueller) Gewalt mehr oder weniger verteidigen mussten.
Erst gegen Unterstellungen, wir wären ins Leiden sozialisiert und hätten uns deshalb einer Religion angeschlossen, die uns mit ihren über 600 Gesetzen unterjocht; später gegen die Unterstellung sich mit der Religion eine heile Welt zu zimmern, um in einer (besseren) (Sub) Kultur leben zu können.
Nachgefragt wird da natürlich nicht. Ich bin ja religiös und erzähle deshalb sowieso nur Schwachsinn, dem man nicht zuhören muss.

Weiß(christlich kultivierte) Säkulare sind es inzwischen immer öfter, die mir ihren Antisemitismus ins Blog rotzen, die mir rassistische Karikaturen ins Facebook klatschen und mich überdenken lassen, wie weit vom Fenster entfernt ich meine Menora aufstelle. Säkulare sind es, die sich mir gegenüber erhöhen, weil sie Studien und Beobachtungen über die Auswirkungen von Religion auf Wirtschaft, Infrastruktur und Länderentwicklung kennen.
Und ich bin froh, wenn mal in einer (großen) Stadt bin, die einen leicht zu findenden Koscherladen hat. Wenn es möglich ist, in einem Job zu arbeiten, in dem ich während Shabbes nicht arbeiten muss. Wenn ich die Möglichkeit habe mich mit anderen jüdischen Menschen auszutauschen ohne, dass es an einem very special place oder an einem very special Feiertag ist.

Säkulare haben eine Ersatzreligion und das sind Wissenschaft und “Objektivität”.
Doch zugeben kann das natürlich niemand.
Weil: “Wissen(schaft) ist die Abwesenheit von Glauben.”
Auch da bleibt unhinterfragt, warum man an Zahlen, an Wissen(schaft) (gerade auch, wie sie heute produziert und praktiziert wird) glaubt und nicht an seine eigenen Sinne(swahrnehmungen).

Zu glauben, ist meiner Ansicht nach ein menschliches Grundbedürfnis. Religion, wie Wissenschaft, wie Bildung allgemeinerer Natur, ist an der Stelle einfach eine Möglichkeit sich dieses Bedürfnis zu befriedigen.

Menschen zu töten, Menschen zu verletzen, Menschen zu unterdrücken ist kein Grundbedürfnis.
Das ist Wille zur Macht. Der braucht Gewalt.

*hier im Sinne eines religiös begründeten, aber in letzter Instanz kult.ivierten Handlungsimperativs
*Nachtrag: auch sehr spannend in dem Zusammenhang: der letzte Soziopod „Medien, Macht und Märsche