Fundstücke #83

Gespürt habe ich es schon am Mittwoch bei der Blutspende. Aber der übliche Huch-der-Arm-ist-voller-Narben-Sozialtanz hatte mich abgelenkt. Nun steige ich durch die Wildpflanzen vor unserem Haus und spüre den Schwindel wie Fahrtwind. Ich konzentriere mich auf mein Ziel. Freie Fläche für das vom Partner geschenkte Gewächshaus schaffen. Nächste Woche kommen Gemögte zu Besuch und dann bauen wir es auf. Bei dem Gedanken daran steigen kleine weiche Bläschen in mir auf. Das wird schön.

Also weiter. Ich greife nach den verblühten Pflanzen, ziehe sie aus dem trockenen Sandboden und schüttle sie vorsichtig aus. Entdecke Insekten, spüre F. wie einen Klumpen durch meine Adern wandern als sie_r Fotos macht und weiß nicht, ob ich mich übergeben muss oder gleich ohnmächtig werde, als ich aufstehe, um die Pflanze in die Schubkarre zu legen. Dann kommt der Menstruationsschmerz im Unterkörper und der Flashback im Oberkörper als real in meinem Bewusstsein an.

Ich bin verschwitzt, meine Füße stecken unbeweglich im letzten klassischen Schuhpaar, das ich habe. Es ist schwül, immer wieder kommen Nachbar_innen, die wir nicht kennen, mit ihren Hunden an uns vorbei. Schauen mich an, schauen weg. Gehen weiter. Ich denke mich flackernd zwischen Hier und Woanders, beobachte mich weiter nach Pflanzen greifend. Wieder stehe ich auf, wieder erfasst mich der Schwindel, diesmal wanke ich nicht. „Rein. Hoch. Ausziehen. Waschen. Abtrocknen. Anziehen. Wassertrinken. Hinsetzen. Pause. 10 Minuten“. Ich schlage die Worte zu Etappen des Handelns in den Treibsand meines Fühlens. Arbeite sie ab und merke wie sich an der inneren Gegenbewegung andere formen. R. auf jeden Fall, aber auch K. und W. „Klar“, denke ich, „alle, die Angst davor haben zu fallen, aus Angst, sie würden nicht wieder aufstehen (und abwehren) können.“

Das Wasserglas in der Hand betrachte ich die geschaffte Arbeit von oben. Es ist nicht mehr viel. Ich kann es noch vor dem Besuch schaffen. Und wenn nicht, dann muss der Aufbau etwas warten. In meinem Kopf entwickeln sich alternative Pläne, etwas Entspannung, in meiner Hand finde ich eine Schmerztablette.

Als die Hunde den Partner aus dem Bett genervt haben, stehe ich im Tomatenurwald. Es schmerzt weniger, der Schwindel macht mir keine Angst mehr. Später kann ich mich sogar hinlegen, ohne eine Erinnerungsmine auszulösen. Noch später anerkennen, dass ich mich gerade richtig gut schlage. Und noch später begreifen, woran ich mich erinnere.

Transfeindlichkeit tötet

Letzte Woche ist Malte getötet worden. Malte war 25 Jahre alt, ein trans Mann. Er hatte den CSD in Münster besucht. Die Party, die mal ein Aufstand war, weil Schwule und Lesben, trans Personen und andere queere Menschen strukturell wie sozial diskriminiert – und getötet wurden. Werden. Wie auch an diesem Tag.
Malte hatte zwei lesbischen Frauen beigestanden, als diese am Rande der Veranstaltung – am Rand ihrer Community, ihrer Bubble, ihrem safer space – sexistisch und queerfeindlich beschimpft wurden. Und erlag wenige Tage nach dem Angriff seinen Verletzungen.

Transfeindlichkeit tötet.
Wir Transpersonen wissen das. Wir wissen das ganz genau, denn als Community betrauern wir jeden Tag den Tod eines weiteren Mitglieds unserer Familie auf der ganzen Welt. Wir alle werden, ob lebendig oder tot, ausgegrenzt. Wir werden zu Witzfiguren gemacht, zu Ausgeburten kranker, unter- oder fehlentwickelter Hirne erklärt. Wir sollen nicht leben, wie wir wollen, wir sollen dankbar dafür sein, dass man uns am Leben lässt.
Transfeindlicher Hass ist noch die einfachste Erklärung dafür. Transfeindlichkeit als Begriff, der niedrigste Zugang, den wir bieten können, um begreifbar zu machen, dass der Hass, die Gewalt, der Ausschluss spezifisch ist. Gezielt. Willentlich. Absichtlich. Gewollt. Und bösartig.

Transfeindlichkeit ist wählbar und viel zu viele Menschen entscheiden sich dafür. Im Großen wie im Kleinen. Aus Eigeninteresse oder ideologischen Überzeugungen heraus. Oft unreflektiert, in der Regel aus Gewohnheit. Aus kultureller, sozialer Praxisroutine heraus.
Weil es geht. Weil es ihnen nicht weh tut und auch sonst niemand, die_n sie so gut kennen, dass sie merken, wie viel Schmerz sie damit zufügen.

Ich sehe mich nicht in der Pflicht, transfeindlichen Menschen ihren Hass aufzuzeigen. Sie darüber zu unterrichten oder zu be.lehren, wo sie meine Menschenrechte mit ihren Ideen von Geschlecht und Sexualität, von Identität und sozialen Rollen antasten. Wo sie Stuss glauben, der schon längst widerlegt ist; wo sie empfänglich für menschenverachtende Propaganda sind, weil sie auch rassistisch, ableistisch, klassistisch erzogen, unterhalten, gebildet worden sind und dem nur allzu oft nichts entgegensetzen. Wollen. Sollen. Müssen.
Es gibt viele trans Menschen, die diese Aufgabe sehr gut übernehmen und tragen. Gegen alle Widerstände, Bedrohungen, Gefahren für Leib und Leben. Ihnen zuzuhören ist wählbar und viel zu wenig Menschen entscheiden sich dafür.
Viele erwarten einen gewissen Ton. Eine gewisse Ansprache. Eine spezifische Performance. Denn tone policing ist die Waffe, mit der die meisten von ihnen selbst schon effektiv niedergestreckt wurden. Zum Beispiel als lesbische Frau, die etwas dagegen hat, dass heterosexuelle Männer ihr sexuelles Begehren als Beleidigung oder Zurückweisung einordnen. Oder als Frau, die sich gegen Gewalt an Frauen auf die Straße stellt. Diese Frauen wissen, dass es nicht lange dauert, bis irgendwer um die Ecke kommt und ihnen sagt, dass sie ihre Forderungen höflicher formulieren sollten, wenn sie etwas erreichen wollen. Dass sie gegen Rollenzuschreibungen verstoßen, wenn sie überhaupt fordern. Dass sie in einer patriarchalen Weltordnung zu viel verlangen, wenn sie als Menschen an.erkannt und entsprechend behandelt werden wollen. Nämlich als Subjekt mit immanentem Recht auf Unversehrtheit und Entfaltung der eigenen Identität, sowie der eigenen Fähig- und Fertigkeiten entsprechend.

Ich habe nicht grundlos Frauen, aktivistisch tätige Frauen, als Beispiel gewählt. Und dir lesender Person überlassen zu definieren, was für Frauen das wohl sind. Cis Frauen oder trans Frauen. Denn ich weiß, obwohl ich nicht in der Pflicht bin zu be.lehren, werde ich in diesem Text Wissen vermitteln. Müssen. Ich muss erklären. Wenn nicht mich, so doch mindestens, warum ich heute keinen Text über transfeindliche Männer schreibe, sondern über Frauen. Transfeindliche Radikale Feministinnen. „Genderkritische“ Frauen. Bewegte Frauen, die Angst vor Männern in Frauenkleidern haben. Müssen. Sollen.

Als trans Person mit Uterus er.lebe ich sowohl die Diskriminierung als trans Person als auch als Frau. Wenn es um (cis) sexistisch sexualisierte Gewalt geht, die die Idee von nur zwei echten Geschlechtern als Grundlage hat, fürchte ich sowohl Männer als auch Frauen. Egal, als was sie sich verkleiden oder ausgeben, um sich mir über meine Grenzen hinweg zu nähern. Ich weiß, dass der heterosexuelle cis Mann keine echte Strafe für seine Gewalt zu erwarten hat und ich weiß, dass die heterosexuelle cis Frau mit größerer Wahrscheinlichkeit solidarisch mit mir ist, wenn sie nichts von meinem Transsein weiß, ahnt, erkennt.
Während ich im umgekehrten Fall für beide da bin. Weil ich ihr Geschlecht, ihre geschlechtliche Identität nicht an Bedingungen knüpfe.

Mein cis Partner ist immer wieder fassungslos, wenn ich ihm Einblicke in die Schlachten von Terfs und Swerfs, Maskulinist_innen und dummen Propagandaschleudern gebe. „Was gehts die denn an?“, fragt er dann. Und ich spüre ein bisschen Neid, denn wow, wie muss es sich mit dem Gefühl leben, das eigene Geschlecht gehe niemanden etwas an? Sei eine individuelle Privatsache. Ein Raum, frei zur eigenen Gestaltung. Kein Gegenstand von öffentlicher Debatte um Echtheit oder Legitimität.
Seine Frage kommt mir aber auch unangenehm bekannt vor. Erinnert mich an bifeindliche Texte wie „Es ist mir egal, mit wem du schläfst.“ und an das eine oder andere Lady*fest, wo der Uterus als Zentrum der Weiblichkeit, des starken, wunder.vollen Frauseins gefeiert wurde. Also zu dem Organ erklärt wurde, was eine Person zur Frau macht. Frauen, die warum auch immer keinen Uterus (mehr) haben, wurden als Ausnahmen verhandelt. Als Exoten. Marginalien. Niemand stellte dort die Frage: „Was geht uns denn an, wer einen Uterus hat?“ Es blieb völlig außer Frage, ob ein Organ oder irgendeine andere körperliche, biologische Eigenschaft wirklich dazu taugt, eine soziale Rolle geschweige denn eine geschlechtliche Identität zu definieren. Vor allem, wenn man sich in Diskursen um geschlechtsspezifische Gewalt bewegt.

Was ich aus dieser feministischen Strömung mitbekommen habe, ist eine zuweilen extreme Definitionswut der Opfer, zur Erklärung der Gewalt, die sie erfahren haben. Es wurde und wird bis heute erschöpfend erklärt, warum und auf wie vielen Ebenen Frauen öfter und schneller zu Opfern von Gewalt durch Männer werden. Und beides wird nach großen weiten sozialen Betrachtungen und vielleicht auch noch umfassenden Erklärungen zu strukturellen Gegebenheiten auf die Körper, die Gene, die Biologie reduziert. Als könne sich Geschlecht nur im unbeeinflussbarsten Lebensbereich der Menschen manifestieren. Als sei Geschlecht genauso unverhinderbar wie Gewalt. Oder G’tt.

Komischer Schwenk, oder? Von Geschlecht als von Anfang an im Körper festgeschrieben zu G’tt. Der im Christentum oft als Mann interpretiert wird und nur zwei Arten von Mensch geschaffen haben soll – Mann und Frau. Man denkt sich heute oft, dass das Christentum mit diesem ganzen Kram doch nicht wirklich noch Einfluss hat, das stimmt aber nicht. Wir sind ein säkularer Staat, der von einer christlich demokratischen Union vertreten wird. In unser aller Kulturgedächtnis ist die christliche Lehre eingegraben und jeder Akt dagegen wird sozial sanktioniert. Manchmal absurd – zum Beispiel, wenn man einen Jahrmarkt im Winter auch Wintermarkt nennt, weil einfach nicht alle Menschen zu der Zeit Weihnachten feiern – und manchmal erbittert, unfair und gewaltvoll – zum Beispiel, wenn Menschen mit Uterus selbst darüber bestimmen, ob sie schwanger werden/sein/bleiben wollen oder nicht, weil es eben weder ein biologischer Imperativ ist, Kinder zu bekommen noch eine unbeeinflussbare, unverhinderbare Naturgewalt Hand G’ttes ist, die dort wirkt.

Wenn es aber um sexistisch begründete Gewalt geht, dann ist bei vielen (Trans Exclusive) Radikalen Feministinnen oft eine ganz ähnliche Denke vorhanden. Es ist immer das Patriarchat und deshalb sind es fast immer Männer, die sich als (unveränderbar) gewaltvoll darstellen. Die Wurzel (lat. „radix“ ⇾ radikal) ist damit eindeutig definiert und die Möglichkeit eine dualistische Erzählung aufzubauen auch. Da hat man dann in einer großen Menge ganz diverser Frauen die guten Frauen, die sich gegen die bösen Männer in einer großen Menge ganz diverser Männer stellen. Ich weiß, der Satz ist merkwürdig, aber es ist wichtig zu verstehen, dass es eine willentlich bösartige Unterstellung ist, dass „die (radikalen) Feministinnen“ etwas gegen „die (alle) Männer“ haben. Das stimmt nicht und sie verbringen enorm viel Energie darauf, das immer wieder zu kommunizieren. Den meisten weißen cis Feministinnen geht es um alle. Außer die am Rand. Die nicht so sind, wie sie. Zum Beispiel nicht weiß. Behindert. Arm. Nicht cis.

Und dort spielt sich ab, was ich meinem cis Partner zeige. Der zurecht nicht versteht, wie das kommt, dass ausgerechnet Feminist_innen sich transfeindlich zeigen. Den ich verschonen will zu wissen, was Kiwifarms sind und wie perfide christlich ((evangelikale) (ultraorthodoxe)) Propaganda im Internet zum Thema Geschlecht(errollen) manipuliert. Mit dem ich absichtlich selten darüber spreche, dass es noch verwirrender ist, wenn es lesbische Feministinnen sind, die sich ganz offen transfeindlich äußern. Oder wenn es lesbische Feministinnen sind, die therapeutisch oder beratend mit Opfern sexualisierter Gewalt arbeiten und ihre Transfeindlichkeit mit psychologischen Theorien stützen, die von weißen heterosexuellen cis Männern verfasst wurden.

Es ist der außerordentliche Verrat, der daran so schmerzt. Die so unfassbar, unnachvollziehbar grausame Verweigerung von umfassender Solidarität, die es so schlimm macht. Manchmal noch mehr als die Transfeindlichkeit des_der Angreifer_in. Denn die ist antizipierbar. Damit können wir rechnen und uns anpassen. Es klar, dass es für uns trans Menschen nur sehr wenige safe(r) spaces auf dieser Welt gibt, wo wir wirklich akzeptiert sind und unsere ganz eigenen Entwicklungsprozesse durchmachen können.
(Psycho)Therapieräume gehören häufig nicht dazu. Medizinische Praxen auch nicht. Die Kirche, die Synagoge, die Moschee, der Tempel auch nicht. Der öffentliche Raum erst recht nicht.
Ein Grund dafür ist Transfeindlichkeit, ein weiterer, dass sie von cis Personen noch nicht genug als Problem verstanden und behandelt wird.

Ich habe in den letzten Tagen häufig Tweets gelesen, in denen Malte gezielt als Mensch benannt wurde, um seinen Wert anzuheben bzw. seine Tötung als „wirklich schlimmes Verbrechen“ zu markieren. Auch so etwas ist transfeindlich. Denn es bedeutet, seine Identität zu verschweigen zu müssen, um ihm einen Wert zukommen lassen zu können. Nämlich die Anerkennung als Mensch.
Malte war nicht zufällig beim CSD. Malte war nicht nur als Mensch da. Er war als trans Mensch dort. Er hat als trans Mensch zu helfen versucht. Er wurde als trans Mensch angegriffen und getötet.
Vielleicht hat der Täter ihn nicht wegen seines Transseins getötet, das werden wir vermutlich nie erfahren, selbst wenn er gefasst wird. Aber die transfeindliche Rezeption des Angriffs wird das Leben von trans Menschen weiter verschlechtern und ihre Sicherheit entsprechend verringern. Bis sie ganz offen getötet werden, weil sie trans sind. Und nicht mehr nur, weil sie mit irgendeinem Eigentlich – nämlich dem „Eigentlich ein Mann/eine Frau“ oder „Eigentlich eine (durch die patriarchale Weltordnung entstandene Gewalt) psychisch gestörte/in die Abwehr des eigentlichen Geschlechts traumatisierte Person“ oder „Eigentlich eine biologisch fehlentwickelte Person“ – verbunden sind, das ihre Tötung „eigentlich nicht so schlimm“ macht und jede weitere Gewalt an ihnen legitimiert.

Das versuchen wir als Community zu vermitteln, wenn wir sagen, dass Transfeindlichkeit tötet.
Niemand sagt damit, dass andere Feindlichkeiten weniger tödlich sind. Oder dass Frauenfeindlichkeit nicht tötet. Wir sprechen für uns, weil wir noch nicht in einer Gesellschaft leben, in der wirklich alle Menschen gemeint sind, wenn wir schreien „Menschenfeindlichkeit tötet“.
Weil wir trans Personen noch viel zu vielen Menschen nicht wirklich und echt Mensch genug sind.

 

Bilden. Lernen. Solidarisch werden.
Mit Büchern, Zines und Kunst zum Beispiel aus dem trans*fabel Shop.

Zeitsplitterbomben

„Erinnerungen sind wie Zeitbomben“ – ein Zitat eines Zitates in der Podcastserie „Vor aller Augen“ der Süddeutschen Zeitung. Renate Bühn spricht über ihre Erfahrungen, es ist die 5. Folge. Endlich spricht ein Opfer und rückt die Taten und Täter_innen, die Ermittlungen und Strafprozesse aus dem Fokus.
Ich sitze am Bahnhof. Die Sonne scheint, hinter mir liegt eine Therapiestunde, ich fühle mich wie ein Zeitsplitterbombenopfer. Übersät, durchdrungen, übriggeblieben.

Am Ende war es darum gegangen, dass eigentlich immer das Gleiche passiert ist. Eigentlich wurde immer jemand verletzt und das wars. Ganz abstrakt ist das alles, was passiert ist. Eine Sache, ganz kompakt. Also eigentlich … nichts.
Die Haare auf meinen Unterarmen zittern im Wind wie die Halme des verbrannten Grases überall. Im Podcast sprach man über ungeahnte Ausmaße, über Materialmassen, die nur mit erheblichem Aufwand und persönlichem Einsatz händelbar seien, ich spreche mit mir selbst darüber, wie erbärmlich meine Erleichterung über den Gedanken ist, dass sich heute vermutlich kaum noch analoges Material im Umlauf befindet. „Terabyte von Material“, immer das gleiche und gleiche und gleiche, immer wurde jemand verletzt und das wars.

„Terabyte Nichts, oder was?“ Eine schwere Stirn schiebt sich in meine, zerbröselt meinen Fluchtweg in die Vermeidung.
Nein, nicht Nichts. Sowieso nicht. Aber vielleicht haben wir ein Splitter-, ein Fragment-, ein Müsliproblem? Ich fühle mich merkwürdig verbunden mit den Polizist_innen und ihren Helfer_innen in der Datenauswertung. Terabyte Splittermaterial von Gewalt, die über Stunden, Tage, Monate, Jahre passiert ist, landet Festplatte für Festplatte auf ihrem Arbeitsplatz. Ein Ding, eine Zeitsplitterbombe aus dem Leben eines Opfers, die beschriftet, gesichtet, sortiert, und archiviert wird; von mehreren Beamt_innen, die das Opfer nie kennenlernen werden, nie anders mit ihm zu tun haben werden, als in größter Not, schwerster Pein. Opfern, die für die Sortage mit dem Splittermaterial in ihnen drin vielleicht zur Psychotherapie gehen. Wenn sie einen Platz bekommen. Und dort sortieren dürfen. Können. 50 Minuten pro Woche, bis die Krankenkasse nicht mehr zahlt.

„Wir haben Terabyte Material in uns drin“. Das denkt R., ich fühle es. Wir spüren einander beim Trinken, trennen uns wieder, als eine Lautsprecherdurchsage durch die Kopfhörer schießt. Es ist immer das gleiche und gleiche und gleiche. Und es ist immer wieder etwas. Etwas noch mehr. Etwas wieder schlimmes. Etwas ((schon) (wieder)) unaushaltbares. Etwas anderes. Etwas mit jemand anderem und deshalb neu, anders, wieder gleich und gleich und gleich.
Und wir haben nur uns, das zu sichten. Zu sortieren. Nur unser Gehirn als Archiv zur Verfügung. Und die Splitter sind überall. Nicht alle kann ich fühlen. Von vielen weiß ich nicht einmal. „Und die meisten lässt du bei uns. Als wenn wir deine Polizei wärn, aber in Wahrheit sind wir …“
Sie sagts nicht. Denkts auch nicht. Kanns genauso wenig aushalten wie ich. Der Zug fährt ein, wir schalten um auf Musik.
calm like a bomb“.

die Entscheidung für das (eigene) Leben

Jemand hat mich gefragt, ob ich die Entscheidung für das Leben, das am Leben sein wollen, wichtig finde. Formuliert ist es als ein Satz, gefragt wird darin nach zwei Dingen. Das ist meine Antwort:

Ich war im Krankenhaus aufgewacht und wusste nicht, was passiert war. Doch überrascht hat es mich nicht mehr. Verängstigt. Besorgt. Erschreckt. Ich war Anfang 20 und das war der 5. oder 6. Suizidversuch, der so unerwartet endete, wie er geschah. Ich betrachtete die Infusionen, fühlte mich vergewaltigt, nachdem ich bemerkt hatte, dass ein Katheter in meiner Blase lag; dachte die gleichen Dinge wie jedes Mal: Ja, danke, dass ich das jetzt erleben darf.
Eine Ärztin kam, war nett und hilflos. Ich sagte meiner damaligen Therapeutin Bescheid, die war verständnisvoll und hilflos. Meine damalige Freundin war froh und hilflos. Meine Betreuerin holte mich ab und blieb un.be.greifbar für mich.

Ich war damals vor allem müde. Kaputt. (Le)Er(ge)schöpft. Eingeklemmt zwischen dem Versuch mich zu betäuben und gleichzeitig zu machen, was ich als das „nach dem Ausstieg“ verstanden hatte. Irgendwas mit krasser Freiheit und Selbstbestimmung und jetzt volle Power ins Leben bliblablö.
Die Hilflosigkeit der Menschen in meinem Leben machte mich wütend. Der Umstand, dass sie auf irgendetwas Äußeres zu warten schienen – irgendeine Erlaubnis, irgendeine Idee oder Lösung, die vom Himmel fallen sollte, jedoch nie fiel – und mich so lange zappeln, hängen, ließen. Ich verstand einfach nicht, warum sie mich immer wieder verlassen. Warum gehen sie weg von mir – warum gibt es in unserem Kontakt so etwas wie Feierabend, Therapiestundeneinheiten, einen Alltag, in dem ich nicht dabei sein darf? Warum lassen sie es zu, dass meine Woche aus 165 Stunden Not und 3 Stunden Kontakt besteht, in dem nichts gegen die Not getan wird? Werden kann? Soll? Muss?

Meine Suizidalität, dachte ich, sei daran schuld, dass sie alle immer wieder weggehen. Dass ich nirgendwo bleiben darf, wo ich sein will, sondern immer wieder hingeschickt werde, wo ich nicht sein will. Zum Beispiel die Psychiatrie, die Notaufnahme, das Gespräch mit irgendeiner Psychologin beim Krisendienst, die weder weiß, was eine DIS ist, noch die Kapazitäten hätte mich richtig zu behandeln, wenn sie es wüsste.
Also entschied ich mich dagegen. Ab sofort würde ich nicht mehr suizidal sein. Ich würde leben und das durchziehen. Ich würde mir eine Beschäftigung suchen, das waren dann meine Tiere, die Pflegestelle, die Therapie, die Betreuung, meine Freundin. Ich selbst spielte keine Rolle mehr darin. Ich hatte mich mit der Entscheidung suizidiert, und zwar auf die Art, die von außen mit Verbindung, Kontakt, allgemeinem Wohlwollen belohnt wird.
Und dann kam NakNak*.
Die mich gebraucht hat. Die mich gewollt hat. Und zwar ganz. Nicht nur irgendwie ein bisschen für kurz und andere Leute können sich eh besser um sie kümmern als ich, sondern ganz und gar. Für immer.

Ich entschied mich für sie und ihr Leben und damit auch für meins. Ich wollte, dass sie es gut hat und darüber lernte ich, was nötig ist, damit ich es gut habe. Ich lernte mit ihr in Kontakt zu gehen, mit ihr zu kommunizieren, auf ihre Gefühle zu achten und ihre Bedürfnisse zu erfüllen – und warum es mir so schwerfiel, das Gleiche bei mir zu schaffen.

Erst in der Auseinandersetzung mit Gewalt und Macht habe ich verstanden, wie radikal meine Entscheidung für mein Weiterleben war. Und wie sehr ich mich irrte als ich dachte, ich könne mich für das Leben entscheiden. Denn so funktioniert das Leben nicht.
Das Leben selbst ist keine Entscheidung. Leben ist. Leben ist Existenz. Leben ist Leben ist Dasein ist Präsenz ist Gegenwart. Hier, Heute, Jetzt ist Leben. Ob ich da bin oder nicht, ändert daran nichts. Leben ist immer, ich bin nur kurz. Sich für das Leben zu entscheiden, ist also nur eine Entscheidung für die Wahrnehmung der Gegenwart in aller Gleichzeitigkeit. Etwas, wozu wir komplex traumatisierten Menschen dauernd aufgefordert werden, um zu begreifen, dass wir gerade nicht sterben oder in Gefahr sind zu sterben.
Mir hat in all den Jahren nie eine Therapeutin mal gesagt, dass man in dem Moment das Leben auch mal in seiner Gänze zu erfassen versuchen könnte. Gegenwart wird oft extrem klein gedacht, weil wir Menschen so einen extrem kleinen Einflussbereich haben und uns nicht so gern damit konfrontieren wollen. Und naja, wer gerade aus einem Traumawiedererleben orientiert werden soll, di_er muss vielleicht wirklich auch nicht damit konfrontiert werden, dass das so ist. Aber mir hat erst das wirklich geholfen. Der Gedanke, dass ich selbst Leben bin, weil ich lebe und dass mein Er.leben etwas ist, das neben dem Er.leben ganz vieler anderer Menschen, Tiere, Pflanzen passiert. Gleichzeitig. Jetzt. Manchmal miteinander, manchmal getrennt voneinander.

Für nichts und niemanden außerhalb von mir ist wichtig, dass ich weiterlebe. Das Leben braucht mich nicht, um zu sein. Die Gesellschaft kann auf Menschen wie mich auch gut verzichten. Alles geht weiter, wenn ich nicht bin. Das Leben ist und ist und ist und wird immer sein. Das sagt aber nichts über mein Erleben des Zeitraumes, in dem es mich gibt. Oder darüber, was ich darin darf oder kann oder will. Wenn ich Gutes erleben will, dann kann ich Entscheidungen dafür treffen und mein Handeln danach ausrichten. Und überwiegend werde ich dann auch Gutes erleben. Nicht immer. Nicht immer sofort. Klar, wir Menschen sind einfach begrenzt und wir machen es uns mitunter unfassbar schwer die grandiose Schönheit, die Gutheit, die so umfassende Allesgleichzeitigkeit des Lebens zu fühlen und zu verkörpern.
Aber wenn ich mich nicht dafür entscheide, was ich erleben will, dann brauche ich mich auch nicht für mein am leben sein zu entscheiden. Dann ist es einfach nur anstrengender mürbender Kampf gegen meine eigene Existenz und damit ein unaushaltbarer Widerspruch zu dem Umstand, dass ich geboren wurde. Das ist auch Leben. Aber keins das ich er.leben wollte. Nicht mehr.

Also ja. Ich halte es für wichtig. Es war der wichtigste Entscheidungsprozess meines Lebens und ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

Freeze, Fight, Flight … and then fawn on

Mir ist ein Ende eingefallen. Ob es das Ende eines Males war, keine Ahnung. Sowieso irrelevant, eigentlich. Vielleicht.

Es ist ein Danach und das ist das Besondere. Kein Mittendrin oder Irgendwo, ein direktes Hinterher, dessen Schlimmheit ein diffuses, subtiles Irgendwas ist. Der Blick von oben auf den harten Tüll am Bund der hellen Socken, dessen Muster wie Sonnenstrahlen vom Knöchel abstehen. Die kugelige Plastikdose mit Schraubverschluss, in der dragierte Kaugummifrüchte liegen. Die Erlaubnis, sich welche zu nehmen. Das Danke. Die schwere Hand, die meinen Schädel in sich zerquetschen könnte, aber nur zweimal draufpatscht, wie auf die Flanke eines Hundes. Das Liebsein. Während der Kaugummi im Kopf kracht. Während seine Säure auf offene Stellen trifft. Während sich der Geschmack der Gewalt mit dem Geschmack der Süßigkeit vermischt. Während die Welt in ihren Angeln schwankt. Kein Weinen, kein Ausspucken, kein „Kann ich jetzt gehen?“ Stattdessen dem Täter in die Schuhe helfen, eine Schleife binden und die Jacke holen. Die Tür aufhalten und lächeln. Lächeln, über seine Bemerkungen kichern, den zweiten Kaugummi in den Mund stecken, lächeln, lächeln, lächeln

Fawning ist noch nicht oft Thema als traumareaktives bzw. gewaltreaktives Verhalten. Dieses eine spezielle Liebsein. Das sich kümmern. Nicht mucken, mitmachen. Immer verfügbar sein. Keine Grenzen haben, alles hinnehmen, alles aufnehmen. Alles tragen. Vor allem die Verantwortung, die sonst niemand trägt. Das Mitdenken. Die Hilfs_Bereitschaft, die Hilfe_Anforderungen im Keim erstickt.
Es ist ein Selbst_Schutzverhalten. Es ermöglicht ein Sicherheitsgefühl durch (vermeintlich) überschaubare Selbstwirksamkeit. Vermittelt das Gefühl (wieder) etwas unter zu Kontrolle zu haben oder haben zu können, wenn man nur an alles denkt.
Manche Kinder verbringen die Hälfte ihres Alltages in Misshandlungsfamilien mit dem Beschwichtigen, dem Versorgen, dem Helfen … der Fürsorge ihrer Eltern, damit sie sich nicht oder wenigstens weniger um die eigene Sicherheit sorgen müssen. Während sie selbst nicht (genug) von ihnen versorgt werden.

Wenn man als Mädchen eingeordnet dauernd lächelt, wird man belohnt. Mit Nichtangriff. Was nicht das Gleiche ist wie Nichtübergriff.
Wenn man als Mädchen eingeordnet immer lieb hilft, wird man belohnt. Mit Zugang. Was nicht das Gleiche ist wie Teilhabe.
Fawning ist die Strategie, in die traditionell Mädchen hineinerzogen werden, um sie zu schützen, weil sie ebenso traditionell nicht ermächtigt werden und also ohne jedes eigene Zutun geschützt sind.
Jungen, die immer lieb sind; die immer helfen, die immer da sind; werden in diesem Verhalten oft nicht als schutzsuchend erkannt, weil sie häufig schon nicht als schutzbedürftig erkannt werden. Denn Jungen sind ja keine Mädchen. Jungen, die helfen, sind einfach nett. Manchmal auch viel zu nett für diese Welt.

In meiner Erinnerung von diesem Ende geht es also auch ums Überleben. Und trotzdem beschäftigt mich seitdem das Gefühl des Mitgemachthabens. Weil es so kooperativ wirkt. So ver_bindend.

Ich weiß, dass ich daraus kein Einverständnis ableiten kann. Keine Zustimmung. Und erst recht keinen Willen oder Wunsch.

Aber. Es ist auch nicht die Abwehr, die ich selbst, hier und heute, empfinde.

Worte

Am Morgen lag ein Amselweibchen neben meinem Schreibtisch. Die Augen geschlossen, die Schnabelspitze in einer kleinen Blutlache. Tot.
Sie musste in den frühen Morgenstunden durch das offene Flurfenster und gegen das nur gekippte Bürofenster geflogen sein.
Ich legte sie mir auf den Schoß und öffnete mir einen Raum zu verstehen, was passiert war. Ein Unfall. Eine Tragödie. Etwas, was noch nie passiert ist, ist passiert und endete unglücklich. Tödlich. Endgültig. Für immer.

Ich wartete auf F.. Wusste, dass sie ein Foto machen wollen würde. Dass sie sie anfassen wollen würde. Wusste, dass „tot sein“ in ihrer Kinderinnenwelt etwas anderes ist. Dass sie einen unbewortbaren Unterschied zwischen all den toten Meisenküken, Spatzenkindern, Rehkitzen, den gestorbenen Hunden und Katzen, Igeln und Füchsen, die sie schon fotografiert hat und ihrem Sterben in Gewaltsituationen macht, aber beides „tot sein“ nennt.

Wir haben in den letzten Wochen viel mit F. gearbeitet, weil der Krieg viele Traumawahrheiten hochgespült hat. Viele Pflichtgefühle, Verantwortungsübernahmen, Verwirrung und Unsicherheit. Tod und Sterben tauchten dabei immer wieder auf und immer wieder die Idee, der Gedanke, das Konzept eines unendlichen Sterbens. Eines, das kommt und geht, passiert und in scheinbar anlassloser Geburt endet. Eben, das Sterben, das ein chronisch dissoziierendes Kind erlebt, das ohnmächtig wird, weil der Schmerz zu groß ist. Das den eigenen Tod entsprechend vielleicht gar nicht schlimm findet, weil es ein Ende von etwas ist, das es nicht selbst beenden kann.
Es verändert das eigene Leiden; es entsteht eine ganz andere Todesangst, wenn man weiß, dass es ein Ende gibt, das nicht wirklich das Ende ist. Eine ganz andere Bereitschaft zum Leben in Gewalt und unter Menschen, die sie ausüben.

Ich wollte ihr das nicht nehmen. Und hatte doch keine andere Wahl, denn wir leben nicht mehr unter Menschen, die uns in die Ohnmacht quälen oder wie selbstverständlich oder zwingend nötig verletzen. In unserem Leben heute, braucht sie die Sicherheit um diesen Ausweg nicht mehr. Es gibt andere Sicherheiten. Etwa die, dass sie überlebt hat. Dass es vorbei ist. Dass sie nie wieder so sterben muss wie früher, weil sie nie wirklich gestorben ist.

Unsere Therapeutin hatte immer wieder versucht, ihr das klarzumachen. In der letzten Stunde entstand ein kleiner Raum um die Worte Tod, Sterben und tot sein. Ein „Frau N. sagt …“ -Raum, der mit seinen Inhalten besteht, aber noch keine Verbindung mit den inneren Räumen hat.
Die tote Amsel hat die Verbindung hergestellt. Eine gleichzeitige Präsenz der Worträume ermöglicht und mit meinem Verstehen verknüpft.

Die Amsel ist tot. Für immer. Das ist deckungsgleich mit dem, was Frau N. über das Sterben, den Tod und das tot sein gesagt hat. Es ist nicht, was sich für F. wie Sterben und tot sein angefühlt hat.
Was F. über ihr Gefühl gesagt hat, ist ein Vergleich. Keine Benennung. Ihre Worte eine Art geistiges Pflaster, damit etwas ist, wo sie nichts hat, spürt, konkret beworten kann. Vielleicht, weil sie damals dissoziiert war, vielleicht weil der Schmerz keine andere Reizinformation mehr aufzunehmen möglich gemacht hat.
In jedem Fall ist es eine Kompensationsstrategie zur Vermeidung (gewesen). Sowohl in Bezug auf die Gewalterfahrung als auch die Dissoziation. Genau wie ich hat sie eine Lücke mit Worten geschlossen, weil es keine gab und vielleicht auch nie gibt.
Ich weiß, dass ich damit eigentlich einen Gegensatz beschreibe, aber es ist keiner. Nicht wirklich. Ich kann es nur nicht anders beworten.

F. hat das Foto gemacht. Einige Stunden später haben wir mit der Therapeutin gesprochen. Ich merke Verschiebungen und Auflösungen in mir, die ich nicht beworten kann. Muss mich immer wieder aus jugendlichen Furcht- bis Angstkreiseln lösen, die Therapeutin könnte von mir verlangen Worte zu finden, die ihr Verständnis ermöglichen. Immer wieder merke ich, wie sehr es mich be.trifft, belastet, verzweifelt mich nur über Worte verbinden zu können. Nie mein Empfinden, mein Verstehen konkret teilen zu können.

Trauma wird oft mit Sprachlosigkeit verknüpft. Irgendwie scheinen sich alle damit abgefunden haben, dass Überlebende immer auf einem Stück Sprachlosigkeit für ihre Wunde sitzen bleiben. Als müsse man einfach akzeptieren, dass man nicht alles benennen kann oder manches einfach mit Worten nicht zu fassen ist.
Ich hingegen finde eigentlich für alles Worte und denke mir welche aus, wenn es keine gibt. Aber das ist nicht das gleiche wie Verstehen, Verbindung – etwas sagen.

Worte sind wie Brotkrumen, dachte ich später an dem Morgen, nachdem mir aufgefallen war, dass die ersten Worte des Partners über die tote Amsel die gleichen waren wie meine: „Oh nein“.
Sie sind ein Hinweis. Eine Fährte.
Nicht mehr, nicht weniger.

Leider.

Antwort der “37°“-Redaktion zur Stellungnahme zu “Ich bin Viele“

Auf das Statement “unserer“ Intervisionsgruppe zur Doku “Ich bin Viele“ (ZDF, 37°) erhielten wir untenstehende Antwort, die wir kommentarlos veröffentlichen: “Liebe Frau Z., wir danken Ihnen herzlich für Ihre Zuschrift und Ihr Feedback zur Sendung 37 Grad „Ich bin Viele“. In unserem Film erzählen wir die Geschichte von Sabrina, einer Frau, die mit der “Dissoziativen […]

Antwort der “37°“-Redaktion zur Stellungnahme zu “Ich bin Viele“

Antwort der “37°“-Redaktion zur Stellungnahme zu “Ich bin Viele“

Auf das Statement “unserer“ Intervisionsgruppe zur Doku “Ich bin Viele“ (ZDF, 37°) erhielten wir untenstehende Antwort, die wir kommentarlos veröffentlichen: “Liebe Frau Z., wir danken Ihnen herzlich für Ihre Zuschrift und Ihr Feedback zur Sendung 37 Grad „Ich bin Viele“. In unserem Film erzählen wir die Geschichte von Sabrina, einer Frau, die mit der “Dissoziativen […]

Antwort der “37°“-Redaktion zur Stellungnahme zu “Ich bin Viele“

Interviewreihe „Viele Leben“ – Wir suchen Viele

für ein Interview im Audiopodcast „Viele-Sein“, dem Podcast zu Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur.

Die Stimmen von Menschen, die sich als Viele erleben, werden noch immer viel zu wenig gehört. Stigmatisierende Fernsehsendungen und Serien sowie Stillstand in der Auseinandersetzung mit Trauma und Gewalt als gesellschaftliche Themen sind die Folge.
„Viele Leben“ heißt die mehrteilige Interviewreihe und stellt die ganz eigenen Lebensthemen von Menschen mit (p)DIS in den Mittelpunkt.
Als ein Projekt der Initiative Phoenix e. V. soll es eine selbstbestimmte Raumnahme ermöglichen, die Perspektiven auf die Leben von Vielen erweitern und gesellschaftlichen Wandel mitgestalten.

Was möchtet Ihr mit.teilen?
Welche Gedanken multiplizieren?

Die einen machen Öffentlichkeitsarbeit, die nächsten merken, dass es leichter ist, offen mit ihrer Homosexualität zu sein als mit ihrem Vielesein; wieder andere teilen, wie es ist, als Überlebende_r im Sterben zu liegen.

Egal, was Euch bewegt – es kann auch andere bewegen!

„Viele-Sein“ begann als Own-Voice-Projekt von Hannah C. Rosenblatt und Renée W., die beide mit DIS leben und ihre Er_Lebensrealitäten mit.teilen. Inzwischen umfasst der Podcast mehrere Formate von Selbsthilfe bis zur Wissenschaft der Diagnose und inkludiert auch Viele mit anderen Diagnosen als der „dissoziativen Identitätsstörung“.

Interesse?

Meldet Euch per Mail an vieleleben@gmail.com und schreibt uns von Eurem Thema. Auch Fragen zum Projekt werden dort beantwortet.

Die Interviews werden via Zoom (ohne Kamera) oder draußen aufgenommen.
Alle Teilnehmer*innen können anonym bleiben.
Dieser Text kann gerne an andere Interessierte weitergeleitet werden. Hier als PDF runterladen.

Wir freuen uns auf Euch!

Hannah C. Rosenblatt