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liebes Tagebuch

Aufwachen, Herzrasen, Kloß im Hals, Schwindelgefühle. Irgendwo am Rand kruschelt der Hund und der Welt bekommt Farbe.
Durch die Wohnung taumeln, Kaffee ansetzen, Treppen runter, Hund laufen lassen. Unter den Blicken der Nachbarn auf diesen Klumpen Menschenmasse, der mich umgibt, werd ich schon wieder steif. Treppen rauf, Blick auf den Kaffee, einatmen, in den Waschraum, das erste Mal heulen.
Der Tag hat keine 20 Minuten und ist doch schon längst die Blaupause des Gestern, Vorgestern und Vorvorgesterns.

Ich bin wütend geworden und bin es noch. “Sie müssen lernen, was Ihnen gut tut” hat sie gesagt und in meinem Kopf hat es geantwortet: Fick dich Fick dich Fick dich Fick dich Fick dich
Was genau das sagen soll, weiß ich nicht- vermutlich soll es nur “kaputt” bedeuten. Zerstörung. Mach kaputt, was dich kaputt macht.

Ich bin müde, überreizt, ausgelutscht und leer.
Ich kann was auch immer mir gerade gut tut, weder aufnehmen, noch verarbeiten, weil ich keine Kapazität dafür habe.
Ich will einfach meine Sachen hier fertig kriegen, meine Wohnung aufräumen, saubermachen, meine Fotos sortieren, meine Kunst ordnen. Ich will meine Bürokratie vom Angsthaufen in “das hat jemand im Blick” Ordnern haben. Ich will hier einfach mal Grund und Ruhe drin haben. Ich will Ruhe von diesem Mist, ich hab keine Nerven mehr für “Kür”, für Anstrengung. Vielleicht auch für selber machen.

Ich bin auch wütend, weil ich mich nicht gesehen fühle. Mal wieder.  Und nicht “mal wieder” von der Therapeutin, sondern allgemein “mal wieder von einer außenstehenden Person, der ich sage, dass ich müde bin und das Gefühl habe, dass ich nicht mehr kann und irgendwie eine Pause/ Ruhe/ Grund brauche”.
Ja, nein, ich muss nicht jede Hochzeit mitnehmen, tue ich auch nicht.
Ja, nein, ich muss nicht alles perfekt hinkriegen, davon habe ich mich auch verabschiedet.
Ja, nein, ich muss nicht alles auf einmal schaffen- ich bin wahrscheinlich die letzte Person, die von sich denkt, dass sie irgendwas irgendwann mal zu Ende kriegt.
Aber ich muss diese Phase, diese Zeit von “Viel” doch wohl noch anders überstehen können, als mit einem lauwarmhalbgarem Brigitte online –Spruch, der mir an die Stirn geklatscht wird und da runtertropft.

Vielleicht gehts am Ende nur darum, dass ich das Gefühl brauche, nicht im freien (!) Raum herumzuschweben, sobald ich nicht mehr aktiv nach den Menschen grabsche, die ob nun beruflich, wie die Therapeutin oder privat wie meine Gemögte, Gemochten und Bekannten, wenig bis nichts dagegen haben, wenn ich das tue.

Ich weiß es doch auch nicht.
Ich soll alles bei mir suchen und finden.

Ich ich ich ich ich ich ich

In diesem Textstück kann jeder Satz von einem anderen Ich in mir drin kommen und ich würde es nicht einmal merken. Dagegen ankämpfen frisst Kraft. Äußern, dass es mir Angst macht, mich verunsichert, führt dazu, dass mir gesagt wird, ich soll mal darüber nachdenken mich zu stellen- was ich über “sich den Anderen stellen” denke, schlucke ich mir dann gleich mal wieder runter. Eh schon tausend Mal gesagt alles. Sinnlos sinnlos sinnlos das jetzt nochmal zu versuchen.

Alles sinnlos. Nicht egal. Nicht unwichtig.
Aber sinnlos.

 

Lustig.
Sehen und Hören sind Sinne, ne?