Die vierte Etappe

Die Stimmung ist im Erdgeschoss. Das ist vor allem deshalb traurig, weil ich heute morgen noch von Dächern gerufen hätte, wie cool es gerade ist, unterwegs zu sein.

Die Sonne wurde von Wolkendiesel gestreut, wir hatten 16 Grad, leichten Wind, okaye Wege. Haben auf Bäckerbrötchen spekuliert und sehr leckere, noch warme, bekommen. Die haben wir auf einem Wegstück durch Felder im letzten Morgendunst gegessen, NakNak* geschäftig um uns herumwuselnd. Und dann kamen wir durch ein Nazidorf. AfD-Plakate, altdeutsche Schrift überall, „unser Land, unsere Regeln“, „Deutschland, aber normal“ auf großen schwarzen Autos.

Das kam so unvermittelt, dass es uns sehr traf. Und die dunkle Wolke blieb hängen. Als wir durch die nächste Stadt fuhren, war der Wurm dann irgendwie drin. Niemand hat mehr gegrüßt, wir wurden zwei Mal vom Weg weggedrängt, ein Mal fast angefahren. Dann kam die Frage auf, ob wir, wie von der offiziellen Route vorgeschlagen durch Wolfsburg fahren oder nicht. Wollten wir nicht. Nicht am Sonntag~nach~mittag, nicht am Montagmorgen. Also sind wir einen Umweg gefahren. Der im Nichts endete.

Lichtblick: Ein Rentnerpaar, dem es genauso ergangen ist. Die kannten sich aber aus und haben uns unter ihre Fittiche genommen. Ihre E-Bike-fitten Fittiche. Also unbekannte Umgebung, fremde Leute, überangestrengtes Gestrampel ihnen nach und am Ende landeten wir auf dem einzigen Campingplatz auf der Ecke. Winzig, eng, hässlich, Schatten erst am späten Nachmittag. Und überteuert. Logisch.

Und der Knüller: Der Platz, zu dem wir morgen wollten und übermorgen wieder, weil wir dann auf dem Rückweg sein wollten, geht nicht.

Das heißt, dass wir die Strecke wechseln müssen. Was wiederum heißt spontan eine 2 bis 3 Tages-Strecke zu planen, was wiederum heißt, dass wir morgen Vormittag schön Zug fahren. Wenn wir das Rad, den Anhänger den Hund und alles reinkriegen. In jeweils 7 und 4 Minuten Umstiegszeit. Und das auch nur, wenn der Streik fertig ist, über den ich nichts gelesen habe, wie ich über auch sonst gar nichts irgendwas gelesen habe.

Weil ich mich ENTSPANNEN wollte. 😂

One thought on “Die vierte Etappe

  1. Wir drücken die Daumen das alles gut funktioniert! Es ist schön das du diese Reise machst! Bleib dran!
    Viele Grüße
    K.

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