51

Es baut sich aus ihr zusammen und klemmt sich in das Hierjetzt. Greift nach der Kleidung, stakst ins Haus.
Es knackt im Dach, als die Sonne darüber hinweg zieht.
Aufmerksam schickt es Blicke durch die Räume, findet trockene Kleidung und huscht hinein, als wäre es ein Versteck.

Es nimmt ihren Faden in die Hand und öffnet eine weitere Dose. Frisst, würgt, frisst weiter. Übergibt sich. Frisst die eigene Kotze. Wirft sich in das TickTack der Küchenuhr und spürt dem Brennen im Gesicht nach bis es einschläft.

Als ich aufwache, kommt es mir vor, als würde die Uhr alles, was in meinem Kopf zu wachsen versucht, wegsensen. Gedanken zerbrechen bevor ich sie berühren kann, jeder Muskel, den ich ansteuere ist entweder weg oder nicht dort, wo ich ihn mir denke. Ich habe keine Ahnung, was ich hier mache, aber jeder Kontext, in dem es wichtig ist das zu wissen, erscheint mir, als hätte es ihn in Wahrheit nie gegeben.

Ich öffne eine Konserve mit Erbsen und Möhren und lege sie mir in Reihen auf den Küchenboden. Eine nach der anderen lege ich hin und weiß nicht einmal wieso. Es ist kein Spiel, kein Spaß oder Zeitvertreib, das kann ich spüren.
Doch als nur noch Flüssigkeit in der Dose ist, ist der Faden verschwunden, an dem ich mich ohne es zu merken, die ganze Zeit festgehalten habe. Nun esse ich Erbse um Erbse, Möhre um Möhre.

Tick – Tack – Tick – Tack

One thought on “51

  1. die Sprache, die Du findest, um das alles zu beschreiben ist wunderschönschrecklich….

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