Die zweite Etappe – Radtour 2021

Um kurz nach 2 Uhr morgens war NakNak* ausgeschlafen. Das hatte damit zu tun, dass sie seit der Ankunft auf dem Zeltplatz nur ein Mal zum Fressen und ein Mal zum Pieseln wach war. Nun quäkte sie durch die Nacht und kraxelte über die knisternde Schlafmatte, wollte trinken, dann pieseln, dann die Brust, dann das Gesicht gekrault bekommen. Mir schlief ständig etwas ein, irgendwann auch ich selbst.

Am Abend hatten wir ein freundliches Paar beim Abendessen getroffen und am Morgen frühstückten wir auch zusammen. Sehr bedachte Menschen waren das. Die Art Menschen, die sich die Shirts bügeln und ihre Wasserflasche nach jeder Benutzung ausbürsten. Deren Schuhe immer sauber sind, deren Waschmittel wie Parfüm funktioniert. So. Irgendwie sauber. Aufgeräumt. Geordnet.

Es war angenehm Ihnen zuzuhören und zuzugucken. Es war wie der Vaude-Werbefilm mit älteren Wander_innen, den ich bisher noch nicht gesehen habe.

Später kam der Partner mit Bubi und unserem Impfausweis, dann mussten wir feststellen, dass wir das Abenteuer „QR-Code“ alleine bewältigen mussten, denn es war schon später am Morgen und das Rad passt nicht ins Auto. Also ging es nach einem Kaffee und ein bisschen Quatschen weiter.

12 Kilometer bis zur Apotheke, in der es dann aber ganz fix ging, den Code zu bekommen. Die Apothekerin war nett, sie fand NakNak* süß und hat uns eine gute Reise gewünscht. Auf dem Weiterweg merke ich, dass wir überhaupt nicht gewohnt sind die Coronapandemie mit anderen Menschen zu durchleben bzw. Alltag mit ihnen zu machen. Und die Unsicherheit durch die Leute, die die Krankheit/das Virus leugnen, die hängt auch noch über allem.

Heute schaffen wir 30 Kilometer durch Sand, Kies, Schotter und Buckelpisten. Einige davon wandern wir, NakNak* trippelt vor uns her wie früher als Junghund. Die Grillen zirpen, durch manche Alleen zu laufen bedeutet in vielstimmiges Gezwitscher einzutauchen. Die Sonne scheint, es gibt etwas Wind. Ich muss mich motivieren, bin angestrengt, aber auch zufrieden damit wie es ist.

Wir radeln in die Verfolgungsjagd einer wunderschönen grauen Britisch Kurzhaarkatze hinein, die an einem Bäumchen endet, vor dem ein Zaun steht. Zwei Eichhörnchen wackeln in der kleinen Krone umher, die Katze klettert ein Stück hoch, springt dann wieder ab. Schaut mich an, wackelt mit dem Schwanz. Wir fahren weiter.

Nachmittags kommen wir auf dem Campingplatz an. Eine Erfahrung über die wir morgen mehr schreiben.


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