Lauf der Dinge

Tag 32: der große Sprung

Am Abend von Tag 31 war klar: Bonn wäre die Stadt, in der das Rad einmal in die Werkstatt muss.

Das Knacken im Tretbereich kannten wir schon von Pitti und die Gangschaltung musste auch neu eingestellt werden. Nix mit „genug Fett reicht“.

Wir starteten. Die Laune auf mittelmies. In Bonn angekommen, gab es eine erste Erleichterung. Kein Termin nötig – das Team in der Radstation schob uns dazwischen. Der Himmel zog sich zu. Die Luft drückte uns nieder. Auf der Suche nach freiem Internet, schauten wir flüchtig durch die Altstadt. Bethoven. Vereinte Nationen. Haribo. Aha. Nächstes Mal mehr.

Das Gewitter kam. Eine Asthmaattacke auch. Klein, aber ausreichend. Bis Solingen würden wir es nicht mehr schaffen. Vielleicht schafften wir auch gar nichts mehr. Das neue Rad ist nachwievor ein unsicheres Ding, das uns erst noch von seiner Zuverlässigkeit überzeugen muss.

Es hat nicht einmal einen Namen. Es kommt einfach nichts. Vielleicht, weil es so ein gutes Rad ist. Neu gekauft als erstes, das wir besitzen. Ein Trekkingrad mit 27 Gängen, Federgabeln und sehr leichtem Rahmen. Vielleicht ist es zu gut für uns.

Gegen Mittag ist es fertig repariert und hat sowohl ein neues Innenlager als auch neue Pedale. Wir haben ein Loch in unserem Budget und wissen, dass wir jetzt entweder 5 sehr geknappste Fahrtage oder 2 Tage wie bisher haben können. Und wählen die 2 Tage.

Wir steigen in einen Zug nach Köln. Dort steigen wir in einen nach Hamm. Von dort fahren wir weiter auf einen Campingplatz neben einer Autobahn. 19 Uhr schaue ich zuletzt auf die Uhr und schlafe bis 5 Uhr 35.

Wir haben 116 km übersprungen und noch einen Tag zu fahren.