Innenansichten, Lauf der Dinge

normal ha ha

Wichtig ist, dass man diesen Basic-Kram ja immer machen kann. Gut essen, gut schlafen, sich gut versorgen und dann schauen, ob und wenn ja wie sich etwas verbessert.
Die Falle ist nämlich zu glauben, nur weil man “unnormale” Dinge erlebt hat und “unnormale” Lebensrealitäten daraus hervorgegangen sind, würden „normale“ Dinge nicht mehr reichen oder helfen.
Es wird erst kompliziert, wenn es sowohl hilft als auch nicht reicht.
Wenn aus A + B nichtgleich C wird, sondern ein anderes C. Ein “unnormales” C.

Ich war gestern um kurz nach 19 Uhr im Bett und schlief durch bis der Wecker um 7 klingelte. Als ich mich aufrichtete und der Schmerz meinen noch immer tief erschöpften Oberkörper zusammenpresste, wurde mir erst richtig bewusst, dass ich seit Freitag nicht geschlafen hatte.
Unsere Matratzensituation ist einfach ungut. Wir schlafen im Moment nicht gern, weil es Schmerzen macht zu schlafen.
Wir schlafen auch nicht gerne, weil es Erinnern macht zu schlafen. Weil es erinnerte Schmerzen macht zu schlafen.

Aber. Es waren fast 12 Stunden Schlaf und doch schaffte ich den Weg zur Schule nicht.
Ich hatte Schmerzen und einen detailreichen Artikel zu sexualisierter Gewalt an Kindern angelesen. Zonk – solche Fehler passieren mir eben doch auch noch manchmal. Die Schule ist anstrengend und ich schaffe es nachwievor nicht mich hineinfließen zu lassen. Da sind dissoziative Sollbruchstellen im Innen, gegen die ich ankämpfe. Da ist das Problem, dass die 90er ein Mode-Comeback erleben und der Anblick mancher meiner Mitlernenden mitunter ein Dauertrigger ist. Da ist mein Leistungsanspruch an mich und mein Kampf gegen die eigenen Grenzen.

Der Witz ist, dass A + B eben nie nur A + B ist.
A und B sind immer die Summe von etwas. Es reicht nicht, nur zu tun was A und B sind, um es zu einem “normalen” C werden zu lassen.
“Gut essen” und “gut schlafen” sind das Ergebnis von “gutes Lebensmittel” + “genug essen” und “gute Schlafmenge” + “gute Schlafumgebung”.
Ein normales C ist “gute Kompensationsfähigkeit”, während ein “unnormales” C mehr so etwas wie ein Bewusstsein ist. Ein Bewusstsein mit dem ich manches nicht wegkompensieren kann. Jedenfalls nicht bis zum “normalen Funktionieren” hin.

Jetzt steht hier so viel “normal”, dass ich fast schon wieder lachen muss. Weil mein Normal und meine Normierung ja nicht als normal gelten.
Was mir den letzten Stoß versetzt.
Zurück ins Bett. Wo ich doch wieder nur liegen und starren würde. Wie in den Nächten von Freitag bis Sonntag.

Vielleicht versuche ich doch noch irgendetwas zu tun, was mir die normale Tagesstruktur aufrecht erhält.

haha “normal”

hahaha