Fundstücke, Innenansichten

drin drin drin

Zwischendurch denke ich Sätze, die mit “Im Gegensatz zum Rest der Welt, weiß ich…” beginnen und weiß doch, dass ich den Rest der Welt weder kenne, noch dieser irgendetwas mit mir anfangen kann. Ich bestrafe mich für den Gedanken irgendwas zu wissen, denn tatsächlich weiß ich gar nichts. Tatsächlich ist dieser Satz ein Zitat aus einer Serie. Tatsächlich ist dieser Gedanke kein Gedanke, sondern ein durchweichter Fetzen auf der Suppe in meinem Kopf.
Rederest. Gesprächsrand. Plapperschnipsel.

Inzwischen sind die Gefühle bei mir angekommen und ich verstehe, was mich so verwirrt.
Es ist die Abstoßung innerhalb der ultimativ nahen Verschmelzung, die mit der Verletzung durch die Person einher ging. Es ist das “Ich hasse dich/verachte dich/entwerte/demütige dich”, das Abstoßung bedeutet, noch während der An_Griff meine Seele und damit mein Inneres berührt, was eine Verbindung bedeutet.

Es ist, was jedes Geschlagenwerden mit mir gemacht hat. Einerseits spürt man den Hass und andererseits spürt man die Verbindung.
Man kann nicht weg – kann nicht unsichtbar sein, obwohl es der Hass in der Person verlangt und als Botschaft in jede Zelle hineingraviert.

Mir ist aufgefallen, dass ich wieder einen Menschen verloren habe, gerade als es darum geht vor einer ersten Chance zu stehen, die mehr Selbstständigkeit, mehr Wertschätzung unserer Arbeit, mehr Unabhängigkeit für uns ganz greifbar zur Folge haben kann.
Ich frage mich, ob wir etwas reinszeniert haben und wenn ja, was.

“This is not for you.”, fliegt an mir vorbei und kleistert sich zwischen meine Gedanken an einen Rest der Welt, der irgendwo dort draußen ist und noch viele weitere Menschen für mich enthalten könnte.
Mein Warten ist eine Wiederholung. Ich stehe hier wie damals mit meinem Rucksack in der Hand und  dem Weh im Inmitten und warte darauf, dass mein Ummichherum bemerkt, dass ich zu gehen im Begriff bin. Für immer und ohne Wiederkehr auf dem Weg zu etwas von dem ich nur weiß, wie es nie wieder werden soll.

“Ich werde dich nie wieder in mein Leben lassen”, überlege ich hinauszustoßen und hinterlasse bereits damit einen nicht revidierbaren Abdruck in mir drin.

Gewalt ist eine Spirale und ich bin mittendrin drin drin drin

6 thoughts on “drin drin drin”

  1. AchAch. Da tut mir mein Herz weh. :/
    Ich frage mich, ob “Ich hasse/ verachte/ entwerte/ demütige dich” nicht vielleicht bedeutet:
    „Ich hasse /verachte /entwerte /demütige gerade mich selbst.“
    Und wenn, ob das irgend etwas einfacher machen würde.

  2. Zwei Verständnisfragen:

    a) re-inszeniert oder rein-szeniert?

    b) habt ihr einen Menschen verloren oder hat er euch verloren?

    …und nebenbei…danke dass ihr mich teilhaben lasst diesen euren/deinen Blog zu lesen. Seitdem reflektiere ich wieder mehr (mich und) meine Umwelt.

  3. a) re-inszeniert (eine frühere Situation selbst wiederhergestellt und so neu zu erleben auferzwungen)
    b) ich glaube nicht, dass man es als Verlust empfindet, wenn wir nicht mehr sind – auf unserer Seite ist hingegen einer. Wobei ich auch nicht weiß, ob da wirklich die Person oder das „mit der Person verbindende“ als verlustig empfunden wird.

    und nebenbei: Bitte – dafür ist es da

  4. Für mich macht das Motiv einen großen Unterschied. Und deshalb ist für mich auch auf gar keinen Fall Wunde gleich Wunde. Aber das mag für dich anders sein.

  5. wenn dir einer mittm Trecker übers Blumenbeet fährt und dir dann sagt: „Ich wollte nur mich damit kaputt machen“ – macht das deine Blumen wieder heil und deine Trauer um diese weg?

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