Lauf der Dinge

Freitag

“Es geht um Kontrolle”, denkt sie und betrachtet die wachsenden Schaumberge im Waschbecken.
“Jo – Kontrolle, die du nicht mehr hast. BÄM BÄM BÄM”, keift es ihr zwischen die Hirnhälften und drückt auf die Augäpfel.

“Tja. Hatte ich denn überhaupt mal Kontrolle über irgendwas? Ich mein – hey hey ich habe nicht den Eindruck, aber wenn du meinst… Tell me more. Was denkst du denn bitte, hatte ich mal für Kontrolle?”. Sie greift ins warme Wasser und fängt an die Wäschestücke durchzuspülen.
Geistig legt sie sich in den Lavendelduft unter ihrer Nase und macht sich weich. “Nachher kommt A. und unterstützt mich. Bald gleich nachher wird es anders sein, als jetzt.”. Ihre Zweifel und die Scham, um alles von diesem Tag, lässt sie im Waschwasser ertrinken. “Ich höre jetzt einfach zu und wasche das hier und wasche mich und warte.”, flötet, fast: säuselt, sie sich ins eigene Denken.

Hinter ihr bleibt es still.
Klatschend landet das Schmutzwasser auf der Beckenoberfläche.
“Ey das ist so widerlich. Du bist so BÄM BÄM BÄM”, setzt es wieder ein.
“Tja. War denn jemals etwas von mir oder um mich herum, nicht widerlich für dich? War ich denn jemals irgendwie okay für dich?”. Sie dreht sich nicht um. Erwartet Stille. Atmet tief und betrachtet ihre Wäsche.

Ein Blitz fährt durch ihren Bauch.
BÄM BÄM BÄM BÄM BÄM BÄM

Sie ruft den Hund zu sich ins Bad. Sitzt und wartet und streichelt und atmet.
“Es geht um Kontrolle.”, denkt sie und betrachtet das Erinnerte um sich herum. “Aber nicht um meine.”.

2 Gedanken zu „Freitag“

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