Die Helfer_Innen und die Hilfe, DIS?, Lauf der Dinge

8 Tage

Wir erfuhren vor 8 Tagen, dass unser Herz ein Problem hat.
Es ist sind 8 Tage Erinnern an die Zartheit der eigenen Existenz. Die Bestätigung darüber, wie empfindlich die eigene Physis dann letztlich doch auch ist.
Es regen sich Erinnerungen an die eine andere Art existenzieller Bedrohung in uns, die sich wie eine dichte Wand von links und rechts heranschiebt.

Es ist eine andere Ebene, wenn es um den Körper geht und wir vermeiden diese auf eine andere Art, als die Ebene, die mit sozialen Rollen, Mächten und Überlegenheiten zu tun hat. Jede Macht, jede Gewalt, bezieht sich am Ende auf einen Körper. Der Körper ist die Basis. Ist der Körper nicht, ist der Geist nicht, der gedemütigt, unterdrückt werden könnte. Dann ist die Seele des Anderen, das eigene Ge-Denken.

Mein Körper bin ich, doch mein “ich” ist “wir”. Wie “ich” ist dann mein Körper?
Seine Form, seine Bekleidung, seine Wirkung ist und wird vom Außen aufgeladen, bewertet. Seine Bewegungen und Reaktionen werden gedeutet und von Anderen mit etwas verknüpft, was sie für Willen, Entscheidung oder auch Intension halten.
Und mein Herz? Mein alles unter der Haut?
Es sind immer Mediziner_Innen, die es sich ansehen können. Alles, was ich in mir sehen könnte, hat vor mir immer ein Arzt oder eine Ärztin gesehen.
Und noch bevor ich wusste, wie diese Teile bei anderen Menschen aussehen und arbeiten, wurde mir ein Attribut mitgeteilt. Eine Bewertung. Die Position meines Körper.Teils auf einem Spektrum, das mir selbst festzulegen nicht gleichsam gestattet ist.

Vielleicht bin ich in dieser Gesellschaft, diesem Leben eigentlich entleibt und die Paradoxie, die uns durch die Tage taumeln lässt, entstand in dem Moment, in dem mir mein Herz in die Hände gelegt wurde.
In dem Moment als es als krank eingeschätzt wurde, wurde es mit mir verknüpft und nun soll ich es wieder hergeben, um es einer Kardiologin anzuvertrauen, damit es wieder gesund werden kann. Oder in seiner Funktion unterstützt werden kann. Hauptsache, ich halte es nicht allzu lang in meinen unsicheren Händen und trage es mit mir herum.

Es ist ein ähnliches Prozedere gewesen, als wir uns entschieden, eine Psychotherapeutin nicht mehr erbeuten zu lassen, was in uns vorging. Wir konnten uns nie zu Vertrauen entscheiden, oder zu einem Moment, in dem wir vortreten und sagen: “Wir sind hier, auch wenn Sie nur Eine sehen.”. Wir haben re.agiert, wie wir konnten, wie wir mussten, wie wir sollten. Wir haben gewollt, wie wir mussten, wie wir konnten, wie wir sollten.
Aber es gab den Moment in dem der Wunsch war, jemandem mitzu.teilen, was und wer dort re.agiert.

Dieser Wunsch kam aus dem Wunsch in sich auch ein Selbst bestimmen zu können.
Es gab den Wunsch der Gleichheit im Selbst mit dem Außerhalb des Uns.
Wir fragen uns, ob wir Seele, Geist oder Selbst sind. Wo beginnt mein Selbst, wo ich doch nicht einmal mein Mich, mein Ich, die Ränder um meine Seele herum, mit dem Körper, der Welt, der Physis des Seins innerhalb dieses Jetzt und Heute in Verbindung bringen kann?
Unser Wir-Gefühl impliziert eine Trennung, die wir selbst nie anders gelebt und gefühlt haben. Sie ist in sich vollkommen und befindet sich doch in den gleichen Entwicklungsprozessen, die Menschen ohne Wir-Ich erfahren.

Auch unser Selbst wurde uns in die Hände gelegt, nachdem es als krank markiert war. Nachdem eine äußere Person es statt meiner angeschaut und eingeordnet hat.

Dies alles in den Händen zu halten erscheint paradox.
Es muss uns paradox erscheinen, denn plötzlich, wo es krank ist – plötzlich wo es in einem Kontext krank ist, in dem Krankheit mit Schwäche und Schwäche mit Abwertung und Gewalt belegt ist – da liegt es bei uns und hat nur mit uns allein zu tun. Wir sollen es halten und tragen. Am besten von einem Ort zum Anderen. Von einem Blick zum Anderen. Von einem Kontext zum Anderen innerhalb eines bestehenden Gesamtkontextes, in dem wir existieren, doch uns entleibt und entselbstet sehen. So schwach und zart, weil ohne Konsistenz eines bewussten Selbst.

Genau wie damals, als …