Die Helfer_Innen und die Hilfe

von Gewaltbetroffenheit, dem Traumabegriff und individueller Schlimmskala

Man wollte keine Differenzierung machen zwischen Gewaltbetroffenheit und Traumatisierung, weil man niemandem sein Leiden absprechen mag. Und soll.
Ich stand in meinem eigenen Workshop und und hatte knäulweise lose Fäden in der Hand.
Ich hatte nicht daran gedacht, dass mein Sprechen direkt ins Englische, Spanische und Russische übersetzt werden würde. Nicht daran, dass die Tür immer wieder auf zu und zu gehen würde. Dass mir mein Hund, als Assistenz inmitten des Inmitten einmal so wahnsinnig fehlen würde. Ich bin geschwommen wie ein Kind auf dem Weg zum Seepferdchen und hatte mir den Faden der Differenzierung aufgespart.

Gestern aber ging erneut die Nachricht einer Gewalttat auf dem Alexanderplatz in Berlin durchs Netz und ich hatte endlich klarer, worum es mir bei der Differenzierung geht.

Mehrmals hintereinander berichteten verschiedene Nachrichtenportale darüber, dass jemand jemanden erstochen habe.
Mehrmals hintereinander wurden Gewaltbetroffene produziert und Erfahrungswunden (Traumatisierungen) dabei unsichtbar gehalten.

Jede Polizeimeldung ist die Meldung von Gewaltbetroffenen und einer Tat.
Jede/r* BeobachterIn* der Situation, jedes medizinische und (notfall)psychologische Personal, der beschriebene Täter (und alle, die für ihn gehalten werden), das verstorbene Opfer und dessen Familie, Freunde, ArbeitskollegInnen* – alle Gewaltbetroffene.
Jeder Mensch, der diese Nachricht gelesen hat, wurde von der Gewalt mit einer Fingerspitze berührt.

Wer hat dabei Seele geblutet?
Die Verwundeten. Die Traumatisierten.

Die, die eben nicht nach Hause gehen; einmal sagen was war; unter der Dusche alles abspülen und am nächsten Tag weiter leben. Um eine Erfahrung erweitert, eine Rille in der Reizverarbeitung vertieft. Angedellt, geknickt, durchgeschüttelt- aber nicht aufgerissen, gebrochen, mit einem Loch in sich selbst.

Es gibt einen massiven Unterschied zwischen dem Erfahren von Gewalt und dem Traumatisiertwerden von Gewalt. Auf jeden Fall.
Was aber bedeutet das für uns* im Umgang mit Menschen, die von Gewalterfahrungen sprechen? Müssen wir da differenzieren? Wozu?
Um zu unterscheiden wer mehr leidet? Wen es am Schlimmsten getroffen hat? Wer jetzt was verlangen darf und gestattet bekommen muss? Wem wir wie viel Opferschaft zugestehen?

Ich habe einen sogenannten Twittertroll am Arsch, der mir genau das immer wieder aufdrücken mag. Immer wieder kommen da Tweets an mich heran, die immer wieder meine Aussagen gegen die Vorstellung des Menschen stellt, was ein Opfer so ist. Was es seiner Meinung nach darf und muss und sollte und könnte und was nicht, wenn es denn kein echtes Opfer (mehr) ist.
Der Mensch merkt nicht und reflektiert offensichtlich nicht einmal, dass er seine Schlimmskala an mich dran hält und mir seine aufdrücken will- was wiederum zwischenmenschliche Gewalt ist.

Es ist die gleiche zwischenmenschliche Gewalt, die passiert, wenn man sagt, ein Trauma sei viel schlimmer, als eine Gewalterfahrung.
Zum Einen, weil man dem Menschen abspricht seinen eigenen Zustand selbst bewerten zu können – das ist was in unserem Gesundheitssystem schon so eklig ist: Niemand ist krank oder leidend bis es ein/e MedizinerIn oder anders Behandelnde/r sagt – und zum Anderen, weil man sich mit jeder Bewertung selbst in eine Position bringt, die Macht beinhaltet (ergo Gewalt inne hat).

Inzwischen wurde viel geforscht, weshalb manche Menschen von ein und demselben Ereignis traumatisiert (erfahrungsverwundet an der Struktur des Selbst) werden und manche nicht.
Aber auch das ist letztlich irrelevant für den Umgang mit diesen Menschen. Nur weil jemand keine offene Wunde von einem Ereignis davon trug, sondern eine Beule, heißt es doch nicht, dass er weniger Schmerzen hat, weniger Schonung braucht, weniger Raum zur Verarbeitung.
So sehr Gewalt als Fakt unsere Gesellschaft auch dominiert, normiert und aufrechthält, so ist sie als Ereignis doch nicht alltäglich in der Form, als das sie die Leib-Seelen-Integrität massiv und direkt erschüttert und auch verletzt. Alle haben immer das Recht zu sagen: “Das und das, war für mich krass/schlimm/arg/erschütternd/belastend/verletzend/traumatisch” – wer sind die ZuhörerInnen*, dass sie Ihnen absprechen wollen, wie etwas für jemanden war?

Ich kann nicht sagen, dass ich selbst diese Haltung immer zu wahren schaffe. Erst neulich las ich einen Artikel über “das Ferientrauma” von jemandem in der Zeitung und wollte einmal drüberkotzen, weil mir der Traumabegriff verwässert erschien. Ich habe den Artikel nicht ganz gelesen. Ergo habe ich meine Wortwutkotze für mich behalten – was weiß ich denn, worum es in dem Artikel am Ende noch ging? Vielleicht ging es ja doch nicht nur um etwas, was ich mit meinem individuellen Erfahrungsschatz als Wohlstandsgenörgel bezeichne.
Wenn jemand zu mir kommt und mir sagt, dass er sich an einem Ferienort so arg abgeschnitten, eingeengt, fremdgesteuert und unfrei gefühlt hat, dass er dort nie wieder sein mag und es als traumatisierend empfunden hat, dann nehme ich das an. Punkt aus.
Ich bin nicht diejenige, die über seine Wunden, Dellen, Erfahrungsfolgen zu beworten hat. Was für ihn schlimm ist, ist für ihn schlimm, egal wie viele Kanister Erfahrungswundwasser Marke “schlimm” ich daneben stellen kann.

Von der Gewalt sind wir beide betroffen, sobald wir unsere Erfahrungen teilen.
An der Stelle hätte ich gern etwas mehr Aufmerksamkeit. Ich fühle mich oft für Menschen (mit)verantwortlich, sobald sie mich ins Vertrauen ziehen und von ihren Erfahrungen sprechen.
Erfahrungen sind, was uns Menschen formt und diese zu teilen und darüber Verbundenheit aufzubauen ist Teil dessen, was uns zu sozialen Wesen macht.
Deshalb spreche ich mich sehr dagegen aus, den Begriff der Gewaltbetroffenheit nur auf Tatanwesende zu verwenden. Das ist ein Mittel Gewalt als eingrenzbares Einzelschicksal und/oder Phänomen darzustellen und gesamtgesellschaftliche Verantwortung an jeder einzelnen Gewalttat unsichtbar zu machen.
Außerdem trägt diese Ausdrucks- und Sichtweise dazu bei, dass Erfahrungswunden durch Bystanding noch weiter ins Dunkel rücken- obwohl gerade ZeugInnen, BeobachterInnen (JournalistInnen zum Beispiel, aber auch LiveberichterstattungskonsumentInnen vor dem Fernseher zu Hause! ) und auch notfallpsychologisches Personal durch die (erzwungene) (körperliche) Passivität vor einer Gewaltszene, ein nicht  zu unterschätzendes Risiko haben, vom sinnlich Wahrgenommenen verwundet zu werden.

Ich mag es nicht, wenn Opferschaft limitiert wird und erst recht mag ich es nicht, wenn Opfer erst dann als Opfer gelten, wenn irgendjemand anders sie als solche markiert.
Opferschaft definiert sich allein durch Ohnmacht in einem Machtgefälle (einem (dualen) Gewaltkontext) und wo diese anfängt und wo aufhört, obliegt denen, die sie empfinden.
Für mich bedeutet das übrigens nicht, dass TäterInnen*schaft allein von Macht definiert wird bzw. von einer Aktivität, die in Form einer Tat sichtbar wird (und Wunden schlägt). Für mich wird TäterInnen*schaft davon definiert, dass eine Wahl getroffen werden kann über die Art der Tat bzw. Aktivität. Das sind zwei Dinge, die nicht immer zusammen auftreten und deshalb die Frage nach der TäterInnen*schaft bzw. auch die nach der TäterInnen*opferschaft und der OpfertäterInnen*schaft aufwerfen und das Thema der Gewaltbetroffenheit as a thing markiert.

Ich möchte mich dafür aussprechen von Traumatisierungen zu sprechen, wenn man es mit (Erfahrungs)Wunden und Leiden, an Leib, Seele und Geist (gleichzeitig) zu tun hat, die auch noch lange nach dem Ereignis schmerzen und/oder behindern und diese als übliche Dimension unter dem Begriff (Gewalt)Erfahrung zu belassen.

Für mich ist es wichtig, dass ich und mein Leben weder als Schlimmskala herhalten, noch einer entsprechen muss. Ich leide nicht weniger oder mehr, wenn ich meine Erfahrungen “traumatisch” nenne oder nicht.
Von mir aus mag die Psychologie und die Medizin gerne weiter ausdifferenzieren was ein “traumatisches Ereignis” ist, und was nicht. Welche Parameter, wann und wofür erfüllt sein müssen, damit man in der Psychologie als Wissenschaft noch von einem Trauma sprechen kann. Ich bin keine Wissenschaftlerin.
Von mir aus, mag die Justiz auf die Psychologie hören, wenn es darum geht, die Schwere einer Tat zu beurteilen. Letztlich sprechen wir hier aber von zwei Gewalten, die sich über mein Erleben stellen und das gesellschaftlicher Gewaltennormierung entsprechend auch dürfen.

Sie sprechen Tatsprache – nicht meine als Opfer von Gewalt, die auch traumatisierend war.

Die Schlimmskala und die Worte derer, die zu Opfern wurden sind existent und gültig. Mindestens für diese Menschen.
Und diese nicht unterwandern, zu sabotieren, für falsch und nichtig zu erklären, zu relativieren und als übertrieben darzustellen, ist die Aufgabe derer, die ihnen zuhören*.

 

(*als Teil der Gesellschaft)
(*ich habe an der Stelle eine andere Haltung, wenn ich es mit FakerInnen* zu tun habe, weil sich diese in aller Regel genau daran orientieren, was die Gesellschaft ™ als schlimm wahrnimmt und von mir, als Teil dieser Gesellschaft spezifische Reaktionen erwarten, die mit einer Wertung einher geht, die ich nicht vornehmen will. Sie sind nicht an mir und meinen Reaktionen auf ihre Erfahrungen interessiert, sondern daran, was ich als Symbol für sie wie auch immer bewerte und mit Reaktionen belege. Das ist kein respektvoller Umgang mit mir und ergo ziehe ich mich raus. Kann man drüber streiten, ob das so schlau ist- aber ich lasse mich nicht zu einer Schlimmskala degradieren.)

8 thoughts on “von Gewaltbetroffenheit, dem Traumabegriff und individueller Schlimmskala”

  1. Oh, sehr schöner Beitrag! Danke dafür!
    Ich habe für mich selbst lange gebraucht anzunehmen, dass das was ich als Gewalt erlebt habe, mich verwundet seelisch hat. Lange dachte ich, nur weil es ja eben von der Gesellschaft als nicht unbedingt schlimm betrachtet wird, darf ich das auch nicht als schlimm erlebt haben. So als würde ich übertreiben oder faken. Ich habe immer versucht es mir selbst gegenüber herunter zu spielen. Aber wenn ich dann schaue was es mit meinem Leben, meinem Selbstbild und meinem Körper angestellt hat, dann sehe ich ganz deutlich, dass es das war, traumatisierend.
    Das kostet massiv viel Kraft. Also mehr auf sich selbst zu hören als auf andere. Ich hoffe du weißt was ich meine. Wenn man sich selbst immer misstraut und in sich immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Teile als Relation hat (nein ich habe keine DIS) dann, ist man permanent am Zweifeln was man denn nun wirklich fühlt. Ein diffuses irgendwas ist nun mal schwer in Worte zu fassen, auch für sich selbst. Und ohne einen Namen… sind die Dinge stumm.

  2. Wow, sorry für die ganzen Vertipper und Schreib- und Kommafehler. Ich war gerade ein wenig aufgeregt beimt Tippen LOL 🙂

  3. Dass das massiv viel Kraft kostet mehr auf sich, als auf andere zu achten, erlebe ich auch so. Wir werden ja alle auch von Anfang an darauf sozialisiert und erzogen, Entscheidungen so zu treffen, dass sie anderen gefallen bzw. Gesellschaftsgewalten gefallen. Und wenn schon ale unsere Entscheidungen und ihre Folgen so unterworfen sind, dann ist die Annahme, dass es mit subjektivem wahrnehmen genauso sei, logisch total schlüssig. Aber deshalb noch lange nicht „wahr“ oder „fakt“.

    Viele Grüße!

  4. Jo! Ach! Schöner Text!

    Ich hoffe, die eigene Betroffenheit von Gewalt die andere unmittelbar erlebt haben anzuerkennen, kann gut dazu beitragen, dass die Minimierung von Gewalt angestrebt wird. Wenn ich merke dass es mir nicht gut tut in einer Gesellschaft zu leben in der *so etwas* passiert, werde ich mich vielleicht eher dafür einsetzen, dass es nicht mehr passiert.

    An der Skala finde ich auch problematisch, dass manchmal Menschen instrumentalisiert werden, um das leid anderer Menschen (oder das eigene, also das der Sprecher_in) zu bagatellisieren. Weil was hat eine Person davon, wenn einer anderen nicht geholfen (zugehört, medizinische oder sonstige Versorgung bewilligt, Anerkennung geschenkt) wird, weil es ihr schlimmer geht? Ich habe das zumindest mal so erlebt und fand es sehr unangenehm, danach ist mir erst augegangen wie wenig es anderen bringt, wenn ich diese Strategie selbst verfolge. Ich finde die Forderung sollte sein, dass die die Hilfe brauchen, auch welche bekommen. Und nicht dass die dass die die Opfer von Gewalt geworden sind, sich um die Bröckchen/das Ranking streiten.
    (Ähm… wobei es natürlich jedem und jeder freigestellt sein sollte wem er_sie zuhört und wem er_sie Anerkennung zollt, wem gegenüber er_sie sich verantwortlich fühlt…. *auchsehrwichtigfind*)

    Leider etwas konfuse, aber sehr freundliche Grüße
    spunk

  5. Ich erlebe genau in dem letzten Punkt „Wem hört man zu und wem nicht- und warum?“ auch wichtig und hab an der Stelle selbst oft einen Konflikt, weil mir meine eigene Wahl oft willkürlich erscheint oder eben auch als zwangsläufig sehr (eigen)mächtig. Manchmal erschreckt mich das und manchmal bin ich froh um diese Macht. Die Mitte zu finden und zu halten- ganz bewusst und vor mir selbst klar zu halten, wieso ich manchen Menschen zuhören mag und warum manchen nicht, finde ich oft schwierig.

    Danke für deine Kommentare hier 🙂

  6. ja das mit der frage nach wem wird zugehört beschäftigt mich auch oft. wenn ich mich nach zugeschriebenen stereotypen verhalte (so und so sind traumatisierte) erfolgt eine größere anerkennung meiner erfahrungen, als wenn ich das nicht so tu. gleichzeitig merke ich, wie mein blick auf andere davon geprägt ist, wie ich auch skaliere und denke „ah, die kommt doch gut klar“ zb und welche umgänge mir leichter fallen (zb drüber reden).
    jetzt wird es jedenfalls auch wirr in meinem kopf.
    danke für den text und die diskussion!! das hat mich nach dem Workshop auch länger beschäftigt, tut es immer noch.
    lg,
    das steinmädchen

  7. Freu mich über das Danke. 🙂 Wenn ich mal nerve, bitte auch sagen. 😉

    Hmmm…. ich glaube ich fand das mit dem „zuhören noch mal bewußt freistellen“ so wichtig, weil es gesellschaftlich oft sehr eindeutig verteilt ist, wer zuhört. Und deswegen finde ich es für mich wichtig auf dem Schirm zu haben, dass ich aus irrationalen Gründen wie z.B. Antipathie oder Errinnerungsscheiß (wegen früherer Momo-Rolle in der Familie) oder weil ich grade aus eigenen Kämpfen heraus keine Kapazitäten habe mich aus dem Zuhören lösen darf. Völlig ab von der Forderung dass den Menschen denen ich das verweigere irgend jemand zuhören sollte. Ich glaube es ist wichtig weder sich selbst noch anderen aus eventuellen grenzen die eine_r dort verspürt einen Vorwurf zu machen sondern sie wie ihr Rosenblatts schon schriebt bewußt zu balancieren.
    Aber die Beobachtung die du gemacht hast Steinmädchen habe ich auch schon gemacht. Auch in Bezug auf Grenzen setzen. Ich werde (nach außen hin) schnell wütend wenn meine persönlichen Grenzen verletzt werden. Und dann fühlt sich schnell jemand angegriffen und ist zurück wütend, während hingegen wenn ich mich in ein Häschen verwandeln würde ich bestimmt mehr Verständnis kriegen würde. Das Häschen sitzt dann bei mir, grade wenn ich dem umfeld nicht vertraue (was in dem Moment wo ich mich überrumpelt fühle begünstigt ist) aber eher innen und erwartet mit Zähnen und Klauen verteidigt zu werden. Das hat schon manchmal dazu geführt, dass meine Grenzen noch weiter überschritten wurden, indem ich mich z.B. dafür rechtfertigen musste dass ich welche habe, oder mir anhören musste wie gemein ich bin, dass ich jetzt so böse auf xy bin, wo die das doch nur lieb gemeint hatte. (Vielleicht ist das aber auch mein persönliches Problem mit Schwäche zeigen bzw. umschlagen von Angst in Wut. Und vielleicht ist das auch total Off Topic. In dem falle: Sorry!!!)

  8. Ich finde das gar nicht off-topic, sondern mega in-topic.
    Auch, weil man sich selbst ja in eben diesen (gesellschaftlichen) Kontexten bewegt, die überhaupt Reaktionen auf Konflikte oder Unstimmingkeit (Nicht-Gleichheit = Uniformität) normieren.
    Ich habe dieses Häschen vs. Feuerlöwin -Dings ja auch vorallem immer dann als Problem (gehabt) in Kontexten in denen ein offenes oder verdecktes Dominanz/Abhängigkeitsdings herrscht. Entweder, weil die Menschen es generiert haben oder, weils einfach schon untereinander da war. Bin ich selbst „Herrscherin“ oder werden von jemandem als die Situation dominierend erlebt, nutzt Hasihuschverhalten nichts, weil ich es nicht mag. Ergo werde ich öfter eher angebrüllt, bis ich selbst das Huschhasi werde.
    Deswegen finde ich das wichtig (und habs halt als Thema für mich) vor vornherein weder als das eine noch als das Andere anzukommen oder mich so zu verhalten. Da ist dann aber wiederum das Ding, dass ich das zwar zu wahrnehmen und ich mich selbst so verhalten kann- dass das aber ja noch lange nicht bedeutet, dass das Gegenüber das auch so wahrnimmt und fühlt und anerkennt.

    Was für mich „klassisches Opfer/TäterInnen*/OpfertäterInnen*/TäterInnen*opferverhalten ist, muss für sonst niemanden welches sein.
    Traurig daran ist halt, dass dieses Verhalten als Stereotyp bzw. nicht sehr variabel gilt- deshalb wünsche ich mir ja, dass Opfer mehr gehört werden und offen sein dürfen. Dann würde das sichtbarer werden und die eigenen Reaktionen auf „Opferverhalten“ und Co. „dürften“ ganz legitim variabler sein.

    Achso- und: eigene Grenzen= immer immer immer wichtig
    Mies, wenn man sich dafür entschuldigen soll oder muss und sehr traurig, wenn man sich ihretwegen schämt.

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