Lauf der Dinge

“diese veganerische Sache”

 Zungenah2 Am Ende ist es ein Rotmarderpinsel, der mir “diese veganerische Sache” vorerst komplett vermiest.

Ich behaupte jetzt einfach mal von mir eine Tierfreundin zu sein.
Hunde, Katzen, Nager, Fische, Wildtiere- alle unentgeltlich, ehrenamtlich aufgepäppelt, vermittelt bzw. in die Natur entlassen. Ich protestiere sowohl online als auch “in echt” – you know diese Sache mit den Schildern und Transparenten, gegen Massentierhaltung, Tierversuche, Wilderei und Umweltverschmutzung.

Mein Hund bekommt jeden Tag 250gr rohes Fleisch.
Ich habe eine ganze Weile Mäuse für Pflegekatzen getötet, die mit Dosen und Trockenfutter nichts anfangen wollten.
Ich habe Raupen an Vogelküken verfüttert und Mückenlarven an Fische.

Ich selbst ernähre mich omnivor und ich lebe auf Kosten anderer Lebewesen.
Und niemand, der auf diese eine besondere Art vegan lebt, will das verurteilen.

Nein nein- ich soll von alleine drauf kommen, dass ich mich zu schämen habe für mein ignorantes Morden, mein rücksichtsloses Fressen, mein ekelhaftes Verlangen nach Leder, mein herzloses Kuhkindertränenleugnen.
Ich soll an den Planeten, das Klima, meine Verantwortung, meine Moral, das ganze Leid, das nur wegen Menschen wie mir passiert, denken.
Ich soll eine Entscheidung treffen und Verzicht üben- Gutes tun, indem ich etwas lasse.
Alles hängt an mir.
ICH BIN DAS ZENTRUM DES LEIDS!

Ich bin Schuld. Ich bin die Ursache für Schmerz und Qual. Für mich bluten andere. Ich verhindere nicht, dass andere ihr Elend in den Himmel schreien.

Ganz ehrlich- ich würde auch heute nur noch Dinge essen, die mich in freier Wildbahn nicht angreifen können, wenn ich mir zusätzlich zu meinen Internalisierungen von Schuld und Schande über meine bloße Existenz, auch noch immer diesen Klotz auf den Teller legen würde.

Es sind genau diese inneren Wahrheiten, mit denen ich jeden Tag kämpfen muss, um mir mindestens 2 von 5 Grundbedürfnissen am Tag zugestehen zu können:
Essen und Ausscheiden
Ich kann es mir auf so vielen Ebenen nicht leisten, mich auf diese moralisierende und hochgradig emotionalisierende Art mit Veganismus (und anderen Formen spezieller Ernährung) auseinanderzusetzen bzw. ihn zu leben, dass ich mich manchmal schon frage, ob das gerade bei den Veganerinnen um mich herum (und auch in meinen sozialen Netzwerken übers Internet) einfach nicht präsent ist, oder einfach grundsätzlich gar keinen Platz in ihrer Entscheidung hatte und entsprechend nicht weitergetragen wird, wenn sich mit mir darüber unterhalten wird.

Kaum ein Thema schafft es gleichsam zu polarisieren, wie Veganismus und warum?
Weil (weiße) Rettungsmoral und Weltbilderkartographie polarisiert ist in Gut und Böse, Arm und Reich, Stark und Schwach, Gesund und Krank und so weiter.

Unsere kapitalistische Gesellschaft lebt von Ausbeutung, die auf Leben zur Ausbeutung basiert.
Im Kapitalismus bin ich als Mensch genauso wie als Nutztier, geboren, um verwertet zu werden und nichts weiter.

Das ist immer wieder so ein Punkt, an dem es heißt: Ja, und weil der Mensch ja auch eigentlich ein Tier ist… – äh- nein Stopp.
Tiere stellen sich nicht vor mich und sagen: “Ich bin ein Tier und du ein Mensch.”
Tiere knallen uns weder Flughäfen in die Lebensräume, noch Atomkraftwerke, die unsere gesamte Existenz bedrohen.

Menschen
sind
keine
Tiere

Menschen sind Lebewesen, wie Tiere auch.
Nicht mehr und nicht weniger.
Die Macht der Menschen Tiere töten zu können (aber nicht zu müssen), verpflichtet zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dieser Macht. Diese Verantwortung enthebt nicht von der Pflicht das Leben der Tiere gut zu gestalten und den Tod nicht qualvoll herbei zu führen, sondern hat sie (meiner Meinung nach) selbstverständlich inne.

Ich sehe derzeit keine Möglichkeit an irgendeiner Stelle unseres Systems, die Verhinderung von Tierleid einzuklagen oder aktiv herbeizuführen, ohne den Staat in seiner derzeitigen Form und Ausprägung zu bestätigen (was ich nicht will, weil er Kackscheiße an Tieren zulässt- ergo der Verpflichtung, die seine Macht inne hat, nicht in meinem Sinne nachkommt).
Ich sehe aber auch keinen Sinn im Veganismus als Mittel diese Veränderungen herbeizuführen, denn dieser hat durch den Verzicht auf Konsum von Fleisch und tierischen Produkten, nur noch indirekt mit den Tieren und ihren Leben zu tun. Es ist meiner Meinung nach, ein Signal, das wahrgenommen werden muss, aber letztlich verändert sich durch Nichtstun – bloßes sein lassen und Verzichten – gar nichts. Alles, was Veganismus tut ist: sich frei (von tierischen Produkten und der Schuld am Leiden, der Tiere) sprechen.

Das heißt nicht, dass ich meine Bodenhaltungs 99 Cent Eier weniger bewusst in meinen Einkaufswagen lege, weil ich keine Veganerin bin.
Ich lege mir 99 Cent Bodenhaltungseier mit dem Bewusstsein in den Korb, dass ich sie mir leisten können muss und verbeuge mich dann als Zeichen tiefster Dankbarkeit vor einer Gesellschaft, die sich gut fühlt, weil sie mich auch noch durchfüttert, obwohl ich für ihre Verarbeitungszyklen wertlos bin.

Das ist das Grundgefühl, dass (Dauer-) Hartz 4 EmpfängerInnen  krank macht.
Der Gedanke, der sich durch Kopf, Herz und Seele frisst: “Ich bin wertlos. Ich habe X und Y und Z nicht verdient.”, der sich über die Zeit in ein quälendes: “Ich verdiene es nicht am Leben zu sein.” verwandelt.

Mein Leben ist mit der eigenen Sicherung beschäftigt.
Für mich spielt es eine Rolle mir alles, was dazu nötig ist, zugestehen zu können und so kommen wir zu Essstörungen im Zusammenhang mit Veganismus
Als ich mit meinen 1,72m bei 49 kg war, habe ich gar nichts anderes mehr gegessen als vegane Biokekse (50gr Beutelchen zum Preis vom 5 kg Sack) und Mineralwasser. In dem Pro-Anaforum, in dem ich damals war, wurde ich für mein Tierleidfreies Verhungern gefeiert.
Ich hatte nichts anderes mehr im Kopf, als gequälte, ausblutende Kühe für mein Wassereis, meine Seife, meine Kleidung, meine Wohnung, der Schminke im Gesicht meiner Mitmenschen. Zu kaum einer Zeit in meinem Leben, war es wahrscheinlicher, dass ich mir das Leben nehme, weil ich es kaum ertragen konnte zu sehen, dass mein doch so offenes Verzichten, so überhaupt gar keine Veränderung am Leiden Anderer herbeiführte.
Ich habe mich als leidreines Strichlein inmitten einer grausamen Welt voller Gewalt gesehen. Lebender Imperativ an eine ignorante Welt.

Essstörungen sind ein ganz ähnlicher stummer Imperativ wie Veganismus zur Verhinderung von Tierleid.
Es ist eine Botschaft, die ernstzunehmen ist.
Doch Botschaften, die an den Körper und seine Versorgung geknüpft sind, nennen sich im Kontext medizinisch/psychologischer Deutungshoheit “Psychosomatik” und in anderen Kontexten “Instrumentalisierung”.
Der medizinisch/psychologische Kontext hat mein Leiden unter der Botschaft des Verzichts aufgegriffen, wohin gegen andere Kontexte das nicht taten. Mir hat es geholfen die innere (auch und vor allem Gewaltbedingte!) Kette “Ich sehe Leid (außerhalb von mir- nämlich an Tieren, Kindern in Armut etc.)
-–-> ich fühle Leid (in mir) weil in mir Gefühle aus Situationen angetriggert sind, in denen ich wie ein Tier, ein Kind in Armut etc. gelitten habe
—> also muss ich alles tun, um das verschwinden zu machen [denn ich bin ein Mensch mit Macht, Kontrolle, einem gewissen Wirkungsradius (Menschen sind ja eh omnipotent und omnipräsent…)]
—> und da ich eh ein wertloses Schwein bin, kann ich dabei auch bis über alle Grenzen hinaus gehen- es ist nicht schlimm, wenn ich sterbe”
zu sehen und aufzulösen und letztlich darüber in die Lage (die Fähigkeit) zu kommen, mir Nahrung nach meinem Wunsch und Willen zuzugestehen.

Das bedeutet nicht, dass ich in jeder vegan lebenden oder nur essendem Person jemanden sehe, der essgestört ist.
Aber ich sehe Argumentations- und Handlungsketten, die in Essstörungen hineinführen bzw. zu bestehenden Essstörungen Facetten hinzufügen und vertiefen.

Da war dieser eine Moment, als wir mit jemandem in der Kälte auf der Suche nach einem Cafè oder Bäckerei waren, in dem es auch vegane Produkte im Angebot gibt.
“Das darf ich nicht essen- das ist nicht vegan.”
Kann sich mal bitte kurz jemand vorstellen, was mir in dem Moment durchs Herz gefahren ist? Alle Lampen strahlen auf “Verbote sind keine Entscheidungen” und “dieser Veganismus ist keine Entscheidung, sondern eine Botschaft” und mir war klar, dass wir jetzt noch sehr viel Zeit damit verbringen würden, das richtige Cafe zu finden, damit das richtige Lebens(erhaltende)mittel zu sich genommen werden durfte.
Ich wurde zur Empfängerin eines Imperativs, der nichts mit mir und meinen Möglichkeiten zu tun hatte- dem ich aber folgen musste, wollte ich einen Konflikt vermeiden.

Was das jetzt alles mit dem Rotmarderpinsel zu tun hat?
Jemand der vegan lebt, sagte, als ich von meinem Wunsch nach einem zweiten (größeren) Pinsel zum Aquarellieren erzählte: “Du darfst das nicht.”.

Und in meinem Kopf brüllte mich ein Vielfaches dieses Satzes an und verbot mir alles, bis auf mein bloßes Existieren in Schuld und Schande.
Ich sah meine Überlegungen und Suchen nach Alternativen nicht gesehen, ich fühlte mich nicht nur schlecht, sondern auch gedemütigt, wie ich als Kind gedemütigt wurde, wenn ich meine Wünsche oder auch Bedürfnisse mit einem bloßen “du darfst das nicht” verwehrt sah.

Natürlich muss ich nicht, weil ich als Kind Hunger hatte und mal in einem veganen Schuldwahn magersüchtig war, heute jeden Tag Fleisch essen oder keine Rücksicht auf vegane oder auch vegetarische Lebensstile nehmen.
Aber ich muss auf meine Kindheit, Jugend und mein Leben heute, das von Verzicht und aufgezwungener Entbehrung von außen durchzogen ist, verweisen, als Grund genau diese Lebensstile für mich abzulehnen.
Ich bin gestört in meinem Verhältnis zu Nahrung, denn wenn Süchte eines können, dann ist es sich selbst immer wieder zu bestätigen.
Ich bin schwer- und komplex traumatisiert und deshalb gestört in meiner Selbst- und Umweltwahrnehmung, lebe mit Lebensschuld und händle echte reale Armut jeden Tag.

Das Leid der Gequälten, egal ob Mensch oder Tier, geht mir nicht nur nah, sondern in der Regel auch mitten in mich hinein.
Und genau deshalb trenne ich meine Ernährungsweise von Botschaften ab, die meine ausbeutungsbasierenden Lebensumstände nicht im Mindesten beeinflussen würden.

Ich könnte vegan essen, und vegan leben- trotzdem würde ich noch andere Lebewesen ausbeuten.
Nicht, weil ich das entscheiden kann, sondern weil unsere Gesellschaft darauf fußt.

 

Leider.

10 thoughts on ““diese veganerische Sache””

  1. Mal davon abgesehen das ich besser den Mund halte weil ja kritische Kommentare oft zu seltsamen Reaktionen führen können .. Wieso tötest du Mäuse für pflegekatzen ? Die können das eigentlich selbst . Sind ja Raubtiere .

  2. Ich würde dem Bild, das Du vom Veganismus bzw „den“ Veganer_innen zeichnest, gerne zumindest ein paar Facetten hinzufügen. Nicht nur haben nicht alle Veganer_innen Essstörungen oder Schuldgefühle, sondern sehr viele verzichten nicht einmal auf etwas.
    Ich spreche mal nur von mir und meiner Sicht auf meinen Veganismus. Ich bin weder der Meinung, dass ich persönlich das bestehende Tierleid (und weiteres vielfältiges sonstiges) irgendwie verursacht oder zu verantworten habe, noch glaube ich ernsthaft, dass ich durch mein Konsumverhalten irgendetwas an den bestehenden (Ausbeute-)Verhältnissen verändere. Ich lebe vegan, weil Tiere für mich schlicht und ergreifend kein Nahrungsmittel sind. Ich lehne Tierhaltung und das Töten von Tieren grundsätzlich ab und empfinde folglich das Benutzen von Tieren (ihren Körpern, Körperflüssigkeiten, Körperabfallprodukten, etc.) schlicht nicht als normal oder als etwas, was ich tun möchte. Ich verzichte dabei auf nichts, sondern esse/kaufe/verwende einfach das, was sich für mich okay anfühlt (also wie ein Nahrungsmittel, Kleidungsstück, Badutensil, etc). Mir ist dabei klar, dass ich dennoch reichlich Produkte konsumiere, die durch das Leid anderer Lebewesen entstanden sind und die ich mir nur deshalb leisten kann, weil andere dafür ausgebeutet wurden.
    Ich finde nicht, dass ich mich dadurch von irgendetwas frei spreche, ebenso wenig, wie ich denke, dass ich „Schuld“ habe an den bestehenden Verhältnissen und dem omnipräsenten Leid von Tieren und Menschen, denn ich habe die bestehenden Verhältnisse nicht gemacht, obgleich mir bewusst ist, dass ich an vielen Stellen von ihnen profitiere und das selbst beim allerbesten Willen nie ganz vermeiden können werde.
    Ich empfinde meinen Veganismus als (m)eine Entscheidung, für die ich es übrigens sehr leid bin, mich permanent rechtfertigen zu müssen, denn in meiner Erfahrung sind es nicht Veganer_innen, die Verbote aufstellen (wie Du ja auch geschrieben hast, haben sie dazu ja weder Möglichkeiten, noch die nötigen Machtstrukturen), sondern die Norm anderer, die mich ständig dazu befragt, warum ich es denn nicht auch als normal empfinde, alles zu kaufen, was es an „Lebensmitteln“ in Supermärkten so gibt (ich kaufe übrigens auch üblicherweise keine veganen Chips, Pommes, Gummibärchen, Schokoküsse, Oreokekse usw, einfach weil ich das nicht essen möchte). Warum ich mich denn so anstelle und etwas NICHT konsumieren möchte.
    Ich verstehe viele Deiner Punkte aus dem Text, besonders das Schuldthema, das in der Tat mit Veganismus eng verknüpft ist und oft in diesem Kontext als Instrument genutzt wird.
    Aber ich empfinde die Darstellung von einem Versuch, sich bestimmten Ausbeutungsmechanismen der Gesellschaft zu entziehen und sie nicht mitzumachen, als undifferenziert und sehr niedermachend. Generell halte ich keinen Versuch für prinzipiell schlecht, anderen Lebewesen weniger zu schaden. Nichts anderes ist Veganismus für mich. Ein winziger Bereich, den mensch sich aussuchen kann, um irgendwo einen Anfang zu machen. Wie viel kann an diesem Wunsch falsch sein?
    [Tut mir leid, dass der Text so lang wurde – Du musst ihn natürlich weder lesen, noch freischalten, voll okay, wenn Du das einfach löschst, aber ich musste das gerade aufschreiben.]

  3. Weil ich nicht in einer Wohnung (bzw. einem Haus) gewohnt hab, in der die (kranken schwachen und genau wegen jagdunfähigkeit bei mir gelandeten) Katzen hätten auch keinen Erfolg haben können,
    Ich weiß nicht, wie andere Pflegestellen gesichert sind oder andere Menschen das gehändelt hätten, hätte sich rausgesellt, dass ein Kammerjäger für das ganze Haus gebraucht wird, weil sich die Mäuse verkriechen und im Zwischenraum von Boden bzw. Decke vermehren…

    Nicht zuletzt ist ja auch Tierschutz bzw. das Päppeln von verletzten Wildtieren auch eine Sache wegen der man von anderen Menschen verachet werden kann, weil sich dieser Biologismus von „fressen und gefressen werden- das Leben hart Baby“ mit Mitgefühl oder auch Mit-leid beißt.

    Also- ich verbiete dir nicht deinen Mund- du musst wissen, ob du auch damit zurecht kommst, wenn ich einfach nicht deiner Meinung bin und das auch ausdrücke.
    Macht doch nichts. Keine/r von uns beiden wird davon sterben 😉

    Viele Grüße

  4. Hm, also erst einmal, habe ich von einer ganz speziellen Art Veganismus gesprochen- das finde ich wichtig noch mal zu unterstreichen. Ich lese schließlich auch bei Twitter und Facebook, von VeganerInnen, die weder das Verzichtvokabular noch die Schuld und Schandegeschichte in ihre Ernährung bzw. das Sprechen davon reinmischen).

    Das heißt- du oder schlicht einer echten Entscheidung folgende VeganerInnen sind gar nicht gemeint.
    Und auch eine Wertung im Sinne von „gute Wahl“- „schlechte Wahl“ passiert für mich nicht, geschweige denn die Aufforderung sich vor mir zu Rechtfertigen für seine Entscheidung zu essen, was man isst und wieso. Nee nee- das sollen mal schön andere untereinander tun- ich will genau das von meinem Teller fern halten- genau darum geht es mir.

    Es ist in meinen Augen ein Privileg seinen Teller nicht nur mit Nahrung voll machen zu können sondern auch noch Werten, Normenkritik und Moraldebatten, ohne seinen eigenen Wert dabei aus den Augen zu verlieren.
    Ich kanns nicht- und im Moment will ichs auch gar nicht, weil es mir wichtig ist zu spüren, was ich will und mir das auch ganz unabhängig von Äußerem zu erlauben.

    Es geht mir darum zu sagen: Hey- es ist ein fucking Privileg als Mensch auch noch an andere Lebewesen denken zu können. Nicht jede/r hat das und VeganerInnen, die ausschließlich aus Schuld und Schandemechanismen vegan essen bzw. leben, verzichten darauf sich dieses Privileg klar zu machen bzw. im Leben anderer Menschen zu suchen (und auch mal als fehlend anzuerkennen).

    Insofern- danke für die Länge des Textes- ich hätte sonst nicht gemerkt, dass ich offensichtlich nicht für alle klar genug unterstrichen habe, dass es mir nicht um alle VeganerInnen geht.
    (Wobei ich schon ein bisschen beleidigt bin- ich meine- ich schreibe hier nie für gesamte Personengruppen oder im Namen von mehr Menschen als mir selbst … aber gut das ist mein BloggerInnenegodings *hust*)

    Viele Grüße

  5. Danke für die ausführliche Antwort.
    Zu allererst: Ich wollte Dich sicher nicht beleidigen und habe auch klar, dass Du für Dich(-Euch) schreibst und für keine Gruppe, das wollte ich mit dem Kommentar bzgl einer Normengesellschaft, von der ich mich unter Rechtfertigungszwang gesetzt sehe, auch überhaupt nicht sagen, da ging es mehr um mich, als um Dich. Sorry, wenn ich das falsch ausgedrückt habe.
    Die Sache mit dem Privileg verstehe ich, auch wenn ich sie vllt nicht ganz so präsent hatte, deshalb ist es sehr gut, dass Du das nochmal ansprichst – danke für den Hinweis.
    Wen oder welche Veganer_innen Du genau mit Deinem Text meinst, war mir bis zu Deiner Erklärung tatsächlich nicht ersichtlich. Ich habe zwar das „niemand, der auf diese besondere Art vegan lebt“ gelesen, aber welche besondere Art des Veganismus Du meintest, war mir nicht so richtig klar. Vielleicht hab‘ ich die Erfahrungen, die Du beschreibst nur nicht komplett verstanden und/oder Dinge im Text als pauschalisierend empfunden, die ich im mich-angesprochen-fühlen pauschalisiert habe.

    Anyway – Danke für den Anstoß und liebe Grüße

  6. Nach der Antwort muss ich gar nichts mehr schreiben , weil ich’s jetzt besser verstehe 🙂 und somit die Kritikpunkte die ich hatte wegfallen . Es waren zu Zuviele verschieden Themen für mich in das veganismus Thema drinnen so das es mir da leicht fällt dem Überblick zu verschaffen .
    Ich finde es immer nur total bescheuert das alles immer auf Schuld und Scham geschoben wird . Es ist immer so klischeehaft und polarisierend .

  7. Wieso sollte sie Pflegekatzen (denen es eben nicht so gut geht, dass sie draußen den Tiger machen können) nicht ihre natürliche Narhung zukommen lassen?
    Ich finde das bewundernswert straight.

  8. Und wieso sollte ich das nicht fragen dürfen Brutalo Barbie ? Ich habe es weder be noch verurteilt ! Es hat mich interessiert und darauf habe ich eine Antwort bekommen !

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