Lauf der Dinge

jupp, Menstruation matters

Hashtag des Tages: #MenstruationMatters und #PeriodTalk

Ich habe letztes Jahr einen Artikel übers Bluten aus dem Uterusgeschrieben, nachdem ich zum ersten Mal seit Jahren wieder auf Wegwerfprodukte angewiesen war.
Inzwischen ist knapp ein Jahr vergangen und meine Hygienepraxis steht nun auf drei Säulen.
a) freie Menstruation
b) Stoffeinlagen
und c) der Mooncup

Nach dem Artikel erschienen zahlreiche Suchanfragen auf das Blog, die mich zwischen: “Oh, hm- also das will ich jetzt auch wissen” mit teils irgendwie doch angeekeltem “Irk” und “Oh- äh ja, das hätte ich vielleicht mal näher erklären sollen” schwanken ließen. Ersteres bezieht sich auf Sexfantasien und Letzteres auf Anfragen bezüglich der freien Menstruation.

Freie Menstruation meint im Grunde nichts anderes, als zur Toilette zu gehen, wenn sich eine gewisse Menge Blut und Schleimhautgemisch angesammelt hat.
In dem Buch dazu steht zwar, dass man seinen Muttermund so beeinflussen kann, dass er sich öffnet oder verschließt, ich habe das aber an mir so noch nicht überprüft,
Bei mir funktioniert das freie Bluten einfach über die Muskulatur des Beckenbodens und der Vagina selbst.
Da es sich bei Menstruationsblut, nicht um Blut wie beim Nasenbluten oder aus einer Wunde heraus handelt, funktioniert es mit weit weniger Kraftaufwand, als ich am Anfang gedacht hatte.
So zu menstruieren erfordert viele passende Faktoren, die für viele Menschen nicht immer und überall, vielleicht auch nie da sind oder sein können.
Da stehen am Anfang zum Beispiel die Bereitschaft sich seinem Körper soweit zu nähern und in der Nähe zu halten- mehrere Tage am Stück. Die doch auch gewisse Disziplin (hustzwanghaftigkeithust) im wahrsten Sinne des Wortes nicht locker zu lassen und die Möglichkeit auch ohne weiterführende Probleme zu scheitern und eben doch etwas vom Blut zu verlieren. Außerdem ist es wichtig ein Umfeld zu haben, in dem es keinen Zeitdruck und allgemeine Ruhe und Geborgenheit zur Nutzung der Toilette gibt.

So zu menstruieren hat schon auch etwas von einem Prozess des Gebärens und entgegen aller Abwertung die Menstruationsprozesse bzw. das Gewebe, das kein Leben im typischen Sinne mehr hervorbringt, erfährt, stellt es eben genau diese Ansprüche.
Hier ist die Anforderungspalette also sehr in sich und der eigenen Haltung zu seinem Körper verortet.
In verschiedenen Lebensstilen und Umständen aber, kann sich diese verschieben, weil man sich zum Beispiel an ein Umfeld anpassen muss, in dem die Toilette mit anderen Menschen geteilt werden muss; es nicht die Möglichkeit gibt sich wirklich gründlich zu waschen oder auch die Bedürfnisbefriedigung anderer Menschen mehr Raum einnimmt.
Und, es ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich bin allgemein kein Mensch, der entspannt ist und locker lassen kann; brauche viel Raum allein, um mich zu spüren und eine gewisse Selbst-bezug-sicherheit zu haben. Andere Menschen sind vielleicht nicht so und haben mit dieser Art zu leben und eben auch zu bluten, entsprechend eher Schwierigkeiten.

Zum Glück gibt’s aber noch andere Möglichkeiten.
Ich habe meine Stoffeinlagen nicht weggeworfen. Sie sind ein doppelter Boden, wenn ich mich außerhalb meiner Wohnung befinde und in Kontakte gehe, in denen ich meine Mitte und innere Haltung eventuell aufgeben muss oder mir das unbewusst passiert.
Die guten Stücke sind jetzt auch schon fast 6 Jahre alt und ich habe überlegt, ob und wann ich mir mal neue kaufen möchte.
So habe ich von Blumenkinder.eu erfahren. Einem Onlineshop in dem neben Stoffwindeln und bunten Stoffbinden, auch die verschiedenen Modelle der Menstruationstassen erhältlich sind.

Ich hatte ja geschrieben, dass mich die Größennormierung verunsichert hatte. Am Ende hatte ich dann einen Mooncup in Größe A in der Hand und sagte mir, dass ich ihn im Fall, dass er sich doch als zu klein herausstellt in kürzeren Abständen leeren kann.
Und dann: Autschn
Ich hab mir bei den ersten Versuchen wirklich fies wehgetan und mich damit in Grund und Boden getriggert.
Ich brauchte zwei Zyklen und einmal guten tiefenentspannenden Sex vorher, um den richtigen Dreh zu finden und auch zu verstehen, was so schwierig war.

Die Menstruationstassen bestehen aus Silikon, manche Modelle auch aus Latex, und müssen zur Nutzung kleingestopft werden. Im Demonstrationsvideo wird diese Variante gezeigt: 

DSC_1603

Wie man vielleicht erkennt, brauche ich viel Druck auf dem oberen Rand, um den Becher klein zu halten und der Durchmesser des Bechers plus Daumen und Zeigefinger beträgt 3,5cm, die dann einfach mal so, ohne sexuelle Erregung und zwischendurch auf der Toilette in den Körper eingebracht werden sollen.
Bei Narbengewebe, dem eine gewisse Elastizität fehlt, kann das wirklich ein Problem sein. Außerdem ist die Vagina zwar ein Schlauch, trotzdem kein Rohr, das, wie in den anatomischen Zeichnungen der Gebärmutter, ganz senkrecht von Vulva zu Cervix reicht. Es gibt diesen klitzekleinen Knick am Schambein entlang, der mit dieser Faltmöglichkeit auch noch umschifft werden muss. Und zwar relativ schnell dann nicht nur mit 3,5cm für Becher und Finger, sondern auch mit dem Rest der Hand.
Für mich bedeutete also die erste Zeit des Herumtestens nicht nur zu probieren, wie ich mit einem neuen Hygieneprodukt zurecht komme, sondern auch, wie ich ein neues Hygieneprodukt mit den Folgen der Gewalt an mir vereinbart bekomme.
Es ist halt eben doch nicht alles, wie es hätte sein können.

Ich fand dann ein YouTubevideo, in dem eine Frau* folgende Faltmöglichkeit zeigte:

DSC_1604

Hier beträgt der Durchmesser nur noch knapp 2cm und der benötigte Druck auf den unteren Teil des Bechers ist kleiner.
Menstruationstassen basieren auf dem Prinzip des Vakuums. Deshalb sind die kleinen Löcher unter dem dickeren oberen Rand bei der Reinigung und der eng zusammengefaltete untere Teil des Bechers wichtig. Im Körper entfaltet dieser sich und die Löcher oben sorgen dafür, dass der Becher “fest sitzt”. (Das tut übrigens nicht weh, fühlt sich aber überraschend seltsam an ^^ )
Ein weiterer Vorteil bei der zweiten Faltmöglichkeit ist, dass man nur mit einem Finger auf dem Becher in den Körper eindringen muss und das auch nicht besonders weit. Menstruationstassen werden sowieso nicht so weit eingebracht wie Tampons, weshalb man beim Mooncup auch das kleine Stäbchen am unteren Teil für sich zurechtschneiden muss. Andere Modelle haben kein Stäbchen, sondern eine Kugel oder einen Ring, ein Modell hat dort gar nichts.
Ich finde das Stäbchen als Lösung sinnig, weil es einen Referenzpunkt bei der Entfernung bietet. Um die Tasse zu entfernen, muss man den unteren Teil zusammendrücken, um das Vakuum zu lösen- nicht am Stäbchen ziehen!
Ich bewege das Produkt immer ein bisschen nach vorn und hinten, um die kleinen Hautfalten im vorderen Scheideneingang nicht zu quetschen. Ich weiß nicht, ob das bei Körpern anderer Menschen auch wichtig ist, aber ich erspare mir damit weitere (Mikro)Risse.

Irgendwo habe ich gelesen, dass man den Becher nach der Verwendung einfach auswischen kann, wenn man unterwegs ist. Ich habe das Gewebe jetzt immer einfach in die Toilette geschüttet und direkt im Waschbecken daneben ausgespült, weil “auswischen” auch “Schleim abwischen” bedeutet und damit eine Einführhhilfe für mich wegfiele. Aber es ist ein praktikables Vorgehen.
Es gibt Menschen, die Menstruieren für eine “blutige Angelegenheit” halten. Tatsächlich ist es eine “blutiger Schleim – Angelegenheit”. Deshalb spritzt auch kein Blut irgendwo wild durch die Gegend, wenn man die Tasse entfernt oder reinigt. Aber deshalb ist es auch schwierig sich sauber zu halten, wenn das Waschbecken weiter von der Toilette entfernt ist. Schleim tropft halt nicht wie Flüssigkeit einfach ab, sondern zieht Fäden.

Und so kommen wir zum Hygieneaspekt, auf den sich auch der Menstruationshygienetag am 28. 5. bezieht.
Dabei geht es darum über die Menstruation aufzuklären, Mythen aufzudecken, Scham und Schandepraxis sowohl zu benennen, als auch zu beenden. Außerdem werden Aspekte der Umweltverschmutzung und Gesundheitsrisiken thematisiert.
Auf der Internetseite dazu gibt es jede Menge Tools und Materialien zum kostenlosen Verteilen.

Unter dem Twitterhashtag #MenstruationMatters finden sich viele interessante Links, (Werbung für verschiedene Produkte) aber auch Stimmen, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Ich habe bei der Recherche zu dem Artikel letztes Jahr, übrigens einen Artikel gefunden, der sich auf die Hygienepraxis der Menschen im Altertum bezog. So haben sich die Menschen des alten Ägypten angeblich weiche Pflanzenfasern zu einer Art Tampon gerollt oder als eine Art Binde in die Wäsche gelegt, etwas anders wird hierdarüber geschrieben.
Ich schreibe hier übrigens auch ausdrücklich “angeblich”, weil die Geschichtsschreibung bis heute (bzw. mindestens überwiegend) von Menschen gemacht wird, die selbst nicht bluten und gerade dieser Aspekt der Hygiene bis heute nicht wertungsneutral aufgebracht wird.
Selbst das moderne Aufklärungstum zum Thema “Frauen*hygiene” kommt nicht ohne rassistische Konnotation und Kulturbashing aus, was ich schwierig finde.
Natürlich ist es eine verachtende Praxis, wenn Frauen* tagelang in Menstruationshütten vor dem Dorf ausharren müssen (ohne vor Gewalt geschützt und allgemein gut versorgt zu werden), es ist aber Bestandteil einer Kultur, die es zusätzlich dazu gibt und die mindestens auch respektiert und in Bezug auf Wissensvermittlung eingebunden werden muss.

Gerade in Ländern in denen HIV und AIDS so allgegenwärtig ist, wie bei uns Grippe und Allergien, ist die Aufklärung über die Menstruation wichtig und zwar nicht nur, weil Menstruationsblut eine Körperflüssigkeit ist, sondern auch, weil der besonders gefährdete Personenkreis für eine Ansteckung eben menstruierend, arm und ohne Bildung ist.
So geht es bei diesem Hashtag und der Kampagne dahinter, nicht nur darum die gesellschaftliche Ächtung bzw. die schamhafte Belegung der Menstruation abzuschaffen, sondern auch um Entwicklungshilfe.

Es gibt Menschen auf dieser Erde, die sich Sand, Gras, (zweifelhaft saubere) Kleidungsstücke in die Unterwäsche legen oder in ihren Körper hineinstopfen, um sich “sauber” zu halten und keinen Zugang zu Alternativen haben, weil wir* unseren Müllberg aus Ressourcen, die wir* diesen Menschen stehlen- für die wir* sie ausbeuten in ihrer ganzen Lebens- und Arbeitskraft!, vergrößern müssen.
Weil Tampons so hübsch unsichtbar sind, weil Wegwerfbinden weniger peinlich sind, weil Menschengeruch nicht Freshnessgeruch ist, weil synthetische Stoffe so praktisch und auch billiger sind… weil wir uns schämen (sollen).

Ich war und bin es leid mich für mich, meinen Körper, seine Gerüche und sein Bluten zu schämen und nicht für die Ausbeutung, die ich hier im reichen weißen Kartoffelland anderen Menschen ganz weit entfernt antue.
Auch deshalb sage ich “Menstruation matters!”

31 thoughts on “jupp, Menstruation matters”

  1. Vielen, vielen Dank für diesen Artikel!

    Jedes Mal, wenn ich meine Tage habe, mache ich mir Gedanken über Müllberge und die unrealistischen Hygieneanforderungen an Frauen. Was den körperlichen Wohlfühlaspekt anging, so habe ich das erste Mal in meinen Körper hineingehört, als ich wegen einer Erkrankung auf Tampons verzichten musste. Plötzlich hatte ich kein tagelanges Jucken mehr nach meiner Menstruation. Frauen wachsen mit so vielen Normen auf, über die sie sich keine Gedanken mehr machen, weil eine Abweichung davon automatisch in die „Natur-igitt-Ecke“ geschoben wird (bspw. Körperbehaarung, Körpergeruch). Natürlich bin ich unendlich dankbar dafür, die Möglichkeit (und das Geld) zu haben, Tampons/Binden benutzen zu können, aber langsam findet ein Umdenken in mir statt. Über eine Menstruationstasse denke ich deshalb schon länger nach. Danke nochmal für deine Tipps.

    Herzgruß
    Aurelie

  2. Bitte gerne 🙂
    Ich habe den Zusammenhang zu Infektionen auch so mindblowing in Erinnerung. So plötzlich und einfach verschwand dieses oberpeinliche Jucken an oberpeinlicher Stelle über das man ja peinlicherweise nur mit MedizinerInnen sprechen darf …. Aaaaah

    Ich drück dir die Daumen, dass sich etwas für dich findet

  3. Herzlichen Dank für diesen tollen Artikel ! Es ist tatsächlich so, daß man sich erstmal ganz vorsichtig an das neue Hygieneprodukt herantasten muss. Denn es werden einfach viele „das ist so“ und „das muss so sein“ auf einmal umgeworfen und man beginnt im Prinzip wie ein Teenager nochmal von neuem, zumindest fast. Aber dann ist es so, daß eigentlich alle Frauen die auf Menstruationstassen umsteigen wirklich positive Dinge berichten. Ganz besonders zu nennen: weniger Neigung zu Pilzerkrankungen und anderen Hautproblemen und auch das (mit etwas Übung) wesentlich leichtere Einführen und Entfernen an den leichteren Tagen.
    Ich danke Ihnen für diesen wundervollen, sensiblen, ausführlichen Artikel !
    Herzliche Grüße
    Birgit Klingelhöfer

  4. Liebe Rosenblätter,

    ja, das Thema ist super wichtig und das Gespräch darüber ist das Wichtigste. Zum Glück befinde ich mich in einem Umfeld (Freund_innenkreis), in dem das kein Tabu ist und ich auch gemeinsam mit meinen Leuten da Dinge über mich erfahren und Erfahrungen austauschen und Normen reflektieren kann. Aber bis ich selbst überhaupt mal so weit war, mich mit meinem Körper so vertraut zu fühlen und das alles nicht mehr eklig und unangenehm und versteckenswert zu finden…das hat seine Zeit gedauert. Gerade deshalb auch nochmal: Danke, dass Du-ihr darüber schreibt und sehr Persönliches und Intimes öffentlich macht!

    Eine Kritik habe ich aber: Das eingefügte Poster finde ich aus mehreren Gründen recht problematisch. Zum einen empfinde ich persönlich schon die farbliche Trennung zwischen Männern* und Frauen* oben bei dem Erdbild (und dann auch noch ganz stereotypisch in blau und rosa!) als störend weil heteronormative Bipolarität reproduzierend. Zum anderen noch problematischer die Übernahme der Farben rosa und blau für die Trennung zwischen „gute Zustände“ – in BLAU (männlich konnotiert) und „schlechte Zustände“ in Rosa (feminin).

    Am problematischsten finde ich aber, dass es nur um Probleme in Regionen und Ländern geht, die allgemein als „rückschrittlich“, „hilfebedürftig“, „arm“, im besten Fall noch als „Entwicklungsländer“ gesehen werden. Zum einen wird da meines Erachtens ein Stigma reproduziert, ein mit dem Finger drauf zeigen „Guck‘ mal, wie schlecht es DENEN DA geht, die haben nicht mal sauberes Wasser, Toiletten, Aufklärung, etc., zum anderen wird dadurch so getan, als sei in den „westlichen“ (= „zivilisierten“) Ländern ja alles Bestens und „der Westen“ hätte nun nur damit zu tun, dem armen Rest der Welt mal unter die Arme zu greifen.

    Der Aspekt, dass auch in Europa und den USA sicher nicht alles zum Besten steht mit der Aufklärung über Mens und genitale Körperlichkeit allgemein, dass auch hier viele Frauen die von Dir beschriebenen gesundheitlichen Probleme haben aus Angst und Scham, sich richtig über ihren Körper und die angebotenen Produkte zu informieren, dass es zu heftigen Diskriminierungen führen kann, wenn die Mens einer Frau* von außen bemerkt wird (es gibt an meiner Uni einen Prof, dessen Sexismus sich einmal darin geäußert hat, dass er in einer Vorlesung ernsthaft sagte, er bäte generell darum, dass sich menstruierende Frauen in seinen Veranstaltungen nicht in die forderen Reihen setzen sollten, ihm werde von dem Geruch schlecht), bleibt alles unbenannt.

    Ich habe mich aber nicht näher über die Aktion informiert und das ist ja vielleicht trotzdem eine tolle Veranstaltung und/oder ich kenne die Hintergründe dieses Plakat nicht. Nur so, wie es da steht, hat es für mich einen sehr bitteren Beigeschmack.

    Liebe Grüße
    Alex_a

  5. Ja, ich kann zu der Kritik sehr nicken (und habe eine ähnliche Rückmeldung schon hingemailt) und gleichzeitig fehlte mir eine Alternative.
    Zum Beispiel hätte ich auch lieber Zahlen aus Deutschland oder Europa gehabt (und mehrere Sprachen zur Auswahl).

    Der Tag ist aber noch nicht genug etabliert und hier in unseren Breiten noch gar nicht als Thema da.
    Aber für nächstes Jahr könnten wir ja eins entwerfen, das weniger Ausschlüsse produziert und deine Punkte mehr beachtet.

    Ich habe das Plakat reingenommen, weil es platt ist und der Rest des Blog(artikel)s nicht.
    Für manche LeserInnen ist der Artikel schon super offen und alternativ und neu und wow, weil ich von „Nischenprodukten“ und meiner Art mit dem Thema nach der Gewalt umzugehen schreibe.
    Wenn ich den Themenkomplex „Gender“ und „Rassismus“ noch zusätzlich reingenommen hätte, wäre das Thema wieder noch spezieller und weiter weg gelandet und gerade das wollte ich bei eben einem Thema, das auch hier noch gar nicht wirklich offen besprochen wird nicht passieren lassen.

    Ich wachse auch noch an diesen Themen. Vielleicht kann ich das im nächsten Jahr alles noch besser unter einen Hut bringen.

    Viele Grüße

  6. (ich hab das Poster rausgenommen, um der bestehenden Kritik (also sowohl deine als auch meine) mehr Sichtbarkeit zu geben)
    #Infotweet ^^

  7. Wow,danke! Bis eben wußte ich nicht mal, dass es Stoffbinden gibt…und der ganze übliche angebliche „Monatshygiene“scheiß nervt mich schon lange! Eine neue Welt öffnet sich mir(:

  8. Und dass es für das, was ich die letzten Monate beim Menstruieren anstrebe/übe/mache, einen Namen (Freie Menstruation) gibt, ist ja fast noch krasser!

  9. Ich bin gerade total hin und weg. Meine Menstruation hört allmählich auf (vielleicht alle 2, 3 Monate für wenige Tage) und ich suche schon ewig Alternativen zum Tampon. Stefanie schrieb: „eine neue Welt öffnet sich mir“ und mir geht es gerade ähnlich. Auch wenn ich ein wenig Bange habe, diese für mich, neuen Ideen auszuprobieren, finde ich das Thema sehr klar und gut beschrieben. Kannst du vielleicht den Link vom letzten Jahr mit einfügen, ich bin nicht so gefirmt um wirklich das zu finden, was ich im Blog suche 🙂

    DANKE und dir liebe Grüße von der Jo

  10. Ich würde gerne kurz etwas zum Umgang mit dem Mooncup aus meiner Erfahrung heraus ergänzen.
    Ich bevorzuge ebenfalls ein Einstülpen des Materials vor dem Einführen und empfinde dies auch als angenehmer und leichter. Ich habe mir zu Beginn der Nutzung Gedanken gemacht, wie ich das Entleeren und Reinigen unterwegs und zum Beispiel auf Arbeit mache, wo es ja Gemeinschaftstoiletten gibt und kein Waschbecken gleich nebenan ist. Zu Beginn habe ich ebenfalls den Inhalt entleert und dann mit Toilettenpapier ausgewischt. Danach fehlt mir aber auch die Feuchtigkeit zur besseren Gleitfähigkeit beim Einführen. Es war sehr naheliegend, dass ich dann in den Mooncup gepinkelt habe. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das hygienisch einwandfrei ist, aber das schien mir eine gute Lösung. Inzwischen leere ich ihn einfach unterwegs in der Toilette und pinkle danach den Rest sauber. Das klappt erstaunlich gut und ich muss nicht aus der Kabine gehen.

    Liebe Grüße

  11. Danke für deinen Beitrag
    Die Menstruationstassen gehen alle auch bei ganz ganz schwacher Blutung- das hab ich vor Kurzem auch gemerkt. Früher habe ich dann aber auch zu Naturschwämmchen gegriffen (da weiß ich jetzt aber nicht, ob die vegan sind und auch eine Option für dich) und auch gute Erfahrungen gesammelt.

    Viele Grüße

  12. Oh, voll schön, dass Du die gleichen Gedanken hattest und cool, dass Du das auch rückgemeldet hast! Ja, verstehe Dein Anliegen, möglichst viele (auch mal andere, als immer die gleichen) Menschen zu erreichen, sehr gut.
    Super Vorschlag, ein eigenes Plakat zu entwerfen – ich wär dabei! 🙂
    Und ich finde es trotz der Notwendigkeit der Niedrigschwelligkeit und Verständlichkeit gut, dass Du es rausgenommen hast…oft braucht es Kompromisse, aber für mich ist die Grenze immer beim eigenen (wissentlichen) Reproduzieren von *ismen.

  13. Ja, ich hatte ja auch geschrieben, dass mir die Abwertung anderer Kulturen/Länder nicht gefällt- schön blöd, dann trotzdem so ein Medium zu nutzen. 😉

  14. Danke für den tollen Artikel! Bin über die Mädchenmannschaft drauf gestoßen und mal wieder erstaunt, wie wenig Plan ich eigentlich habe zu dem Thema. Ich wusste bisher nicht, dass es Mooncups gibt, das ist sicher viel besser, als teure (gar probiotische) Tampons zu kaufen, wenn eine* zu Infektionen neigt.

  15. Da es sich um deinen eigenen Urin handelt, ist das kein Problem. Urin ist ohnehin „hygienischer“ als viele denken. Es wirkt keimfrei und desinfizierend.

  16. Hallo,

    ich freue mich über deinen Text, weil ich leider ab und zu immer noch merke,wie tabu das Thema „Menstruation“ ist. Mitstudent*innen von mir haben kichernd nach Menstruationstassen gegooglet, als ich erwähnte, dass ich die super finde. Dass das Thema „Menstruationshygiene“ so witzig ist, war mir bisher nicht klar ~.~ Oder es ist halt witzig, wenn es um was anderes gayt als die bunten parfümierten Plastikchemiewegwerfartikel.
    Ich war sehr froh, von ner*m Freund*in von Cups zu erfahren und leite meine guten Erfahrungen auch gern weiter.

    Mittlerweile bin ich bei Stoffbinden angekommen und nutze die Cup nur noch, wenn ich schwimmen oder in die Sauna gehe. Aber auch viele Stoffbinden haben einen „Wäscheschutz“ aus Kunststoff. Da lohnt es sich, gaynau hin zu schauen ^^

    Zum Thema Cup habe ich noch einen kleinen Tipp: Mit einem Tropfen Gleitgel lässt sich die Cup viel leichter einsetzen. Andererseits hat es den Nachteil, dass sie in meiner Vagina „rumflutschte“, wenn ich zu viel genommen hatte. Also, Ausprobieren kann sich lohnen.

    Mit dem blumenkinder-shop war ich übrigens immer zufrieden, kann ich guten Gewissens weiter empfehlen.

    Liebe Grüße!

  17. bei den probiotischen Tampons ist ja auch zusätzlich die Frage, ob die sogenannte Probiotik überhaupt auch dort wirken kann, wo sie gebraucht wird, wenn eine Infektion vorliegt.

    viele Grüße!

  18. ich benutze auch die drauf-pinkel-methode, weil nach dem ausleeren manchmal die löcher verschmiert sind und sich der cup dann nach dem wiedereinsetzen nicht mehr aufgefaltet hat. abwischen wollte ich ihn nicht, unterwegs gibt es ja auch nicht immer klopapier und zu viel rumhantieren finde ich wegen der angesprochenen schleimfadenzieherei schwierig. für mich funktioniert es so jetzt sehr gut.

  19. Ein wirklich schöner Artikel zu dem Thema.
    Leider ist in unserer Gesellschaft das Thema Menstruation immernoch ein schwieriges Thema.
    Ich selbst habe erst vor einigen Jahren eine entspanntere Haltung dazu bekommen.
    Vor einigen Jahren hatte ich schon mal einen Divacup.
    Zwischendurch habe ich auch Schwämme probiert, die haben mich aber nicht überzeugt.
    Sie sind immer sehr tief reingerutscht und waren deswegen nur schwer zu entfernen.
    Jetzt benutze ich einen Lunacup.
    Auf meinem Blog habe ich dazu einen kurzen Beitrag dazu geschrieben.

  20. Ich wollte auch noch Naturschwämme (Levantiner) als Möglichkeit erwähnen. Meistens benutze ich Stoffbinden, aber die Schwämme finde ich super für blutfreie_n Sex_ualität während der Mens. Sie sind auswaschbar & damit wiederverwendbar. Ich habe beides von Kulmine, da haben die Stoffbinden keine Plastikschicht.
    Das Problem mit dem Reinrutschen hatte ich bei den Schwämmen von alleine noch nie. Wenn sie bei Sex (oder so) zu weit nach hinten geschoben werden, bekommt man sie in der Hocke super raus, weil sich der Vaginalkanal dann irgendwie verkürzt.

  21. Danke für den Artikel! Vom freien Menstruieren habe ich bisher nur wenig gelesen, aber das kann ich mir – im Moment – für mein Leben nicht vorstellen. Ich bin sehr glücklich mit Menstruationstasse und Stoffbinden. Ich habe damit angefangen, weil ich Geld sparen und Müll verringern wollte und war dann total überrascht und glücklich, weil es mir jetzt gut geht während meiner Periode.
    Muss allerdings ein bißchen vor den Stoffbinden und Stoffslipeinlagen warnen, es besteht Kaufsuchtgefahr. Es gibt ganz viele Etsyverkäuferinnen und immer wieder sehr hübsche neue Stoffe und Designs.
    Das Problem des Menstruationstasse leeren auf fremden/öffentlichen Toiletten habe ich nicht, da meine Tasse groß genug ist, da reicht morgens und abends leeren.
    Was allerdings wirklich ein bißchen blöd an den Menstruationstassen ist, es kann manchmal etwas dauern bis 1 die passende gefunden hat. Auch wenn 1 ganz viele Bewertungsvideos auf youtube schaut und Größenangaben der verschiedenen Firmen online vergleicht – so richtig wissen wie sich die betreffende Tasse dann eingeführt anfühlt weiß 1 nicht. Ich habe erst mit der vierten Tasse meine perfekte Tasse gefunden.

  22. Hallo Rosenblätter,
    danke für diesen Artikel. Ich bin mittlerweile bei der MeLuna Sport angekommen. Doch das Einführen/entfalten ist schwierig für mich. Habt ihr mir den Link zum YouTube-Video? Ich kenne nur den C-Falz und so nen EinklappFalz….
    Dani

  23. Ich finde das jetzt nicht wieder – aber ich habe auch nur die beiden Faltoptionen gesehen.
    Bei YouTube gibts inzwischen ganz viele Videos dazu – einfach mal suchen und vielleicht den Produktnamen mit eingeben.

    Viele Grüße und alles Gute!

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