Lauf der Dinge

Multimythen Teil 3: “Oh wie süß- ein Innenkind!” oder: Wieso diese Mythenreihe?

Bläschen2verkleinert Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass die Denkleistung zur Verortung der hier aufgeführten Multimythen weiterginge als bis zu: “Die Rosenblätter schreiben über MultifakerInnen.”.
Ich beziehe mich hier auf den doch recht spezifischen Kosmos in Selbsthilfeforen, Mailinglisten und auch mancher Klinikkontexte.
Was “der Rest der Welt” über Multiple denkt, ist wunderbar in Film und Kunst, sowie in den parapsychologischen Ramschregalen jedes Antiquariats zu erforschen.
Hier und da wird sich aber inzwischen auch in der Wissenschaft mit dem Mechanismus der Dissoziation (so objektiv es die Wissenschaft* eben kann) auseinandergesetzt und nach (in Deutschland) inzwischen fast 20 Jahren, in denen das Thema “multiple Persönlichkeit”/ dissoziative Identitätsstörung rein psychologisch (also hochgradig individuell und an der Persönlichkeit und den Erfahrungen der PatientInnen allein verhaftet) aufgegriffen wurde, tat das auch dringend Not.

Es gibt diese zuckersüße Seelendiabetisecke im Multimythenbrutkasten des Internets. Kleine wackelnde Engel und glitzernde Tierchen, die ganze Homepages aussehen lassen wie die MySpaceseite eines Prä-Teenagers, aus den Anfängen des Internets.
Klar Geschmackssache, kann man hier angeben, da sich dies aber mit einer bestimmten Haltung paart, führe ich das mit an.
Genau auf solchen Seiten begegnen mir nämlich gleichsam oft Sätze wie: “Wenn die Seele zerschmettert wird, erwächst daraus eine wunderbare Chance”- als sei Gewalt ein Ding, dass Menschen noch besser machen würde, noch schützenswerter, noch besonderer und ach. (Während die Nachtigall ihre TäterInnendoktrin trapst…)

Klar, wem das hilft bitte- mit der Realität hat das aber nichts zu tun.

Ein durch dieses nach Außen getragene Kindlichsein bestärkter Multimythos ist: “Oh wie süß- ein Innenkind- voll niedlich- gleich mal einen Teddy in die Hand drücken.”
Innenkinder sind ein Garant für Spielkram und oft genug auch eine seltsame Verdrehung der Verhältnisse im Außen. Gleich ploppt überall ein Mamiding auf und wenn man Pech hat- egal, ob man nun wirklich multipel und für diesen Wechsel amnestisch ist oder weniger stark dissoziiert und sich dabei beobachtet, oder die soziale Rolle eines Kindes reflexhaft einnimmt bzw.. bewusst wie ein Kind agiert, weil es noch immer sicherer* erscheint
– mit der Entgegnung, wie einem echtem Kind gegenüber, ist die Chance in diesen Zuständen eine Verbindung dazu zu bekommen, dass sie heute, hier und jetzt, erwachsen sind, kraftvoll, stark und eigenmächtig, geringer, als sie sein könnte und mitunter auch einfach ein Helfer in Sachen: “Ich machs mir hier gemütlich in meinem “Ich kann dies nicht, ich kann das nicht, weil ich bin ein Opfer”-Nest”, ist.

Das heißt nicht, dass ich eine Befürworterin davon bin, Innenkinder gnadenlos zu konfrontieren.
Wenn eines auftaucht, hat das einen Grund, der bewusst werden muss. Und darum gehts.

Viele der Innenkinderstorys im Multimythoswunderland drehen sich darum, dass die Innenkinder Dinge tun, die die Menschen sonst nie tun würden. Nein- wer hätte das gedacht!
Immer geht es darum, Verantwortung abzuwälzen, Dinge zu verdrängen bzw.. mit irgendwas zu überlagern, was mehr oder weniger entfernt ist, von dem, was wirklich schmerzt bzw.. „richtig” mit (evtl.) erlebter Gewalt zu tun hat.
Was kommt da gelegener als das Bild eines Angehörigen einer (inzwischen) Minderheit, die früher wie heute, das am meisten glorifizierte und gleichsam am meisten missachtete Mitglied unserer Gesellschaft ist?
Was ist, früher wie heute, am Sichersten gegenüber Kindern* zu erwarten, wenn nicht der Muttertüddelmodus, den die Nazis zum Ideal hochglühten und die kapitalistische Medienlandschaft in ihrem Verkaufswahn am Glühen hält?

Sich dessen zu bedienen, bedient in meinen Augen auch TäterInnenschaft und Gewalt.
Da geht es um Manipulation, Instrumentalisierung und Unterwerfung, Untermauerung patriarchaler Gesell(en)schaftskonstruktion und Legitimierung der Vermeidung, Mechanismen der Gewalt in personen/befindensunabhängigen Kontexten zu betrachten.
Heißt: Wer immer Muttitüddel (= Hilfe nach Mamis Art) einfordern muss/kann/darf/soll, ist/ macht/ hält kindlich (= schwach) und muss/ lässt sich nicht damit belasten, was es für Auswirkungen auf andere Menschen in einer Gesamtgesellschaft mit all ihrer Verantwortung bedeutet, wenn man “Gewalt” als Ursache dafür angibt, aber nicht als Grund nimmt, dieses Agieren umzulernen bzw. sich dessen Funktionieren bewusst zu werden.

Gewalt in der Vergangenheit, als Ursache gegenwärtiger physischer, wie psychischer Beschwerden, Verhaltensweisen und noch nicht ausreichend wissenschaftlich erklärter Phänomene, ist noch jung. Und immer immer immer gibt es bei so einer Begründung, (macht- oder schlicht Gier-zentrale) Interessen, diese Begründung auszuhebeln.

Der Multimythos von den Kinderinnens, die allerlei Schabernack machen und rundum süß sind und, von deren Agieren, ja dem eigentlich erwachsenen Menschen nichts zu verantworten gemacht werden kann, ist ein wunderbarer Hebel für zum Beispiel die False Memory Bewegung, die bis heute viel strukturierter und finanziell abgesicherter ist, als jede wissenschaftliche Traumaforschung, die sich mit Dissoziation als Überlebensmechanismus in Gewaltsituationen auseinandersetzt, was an sich wiederum so ein übles Unding ist, das mir gleich die Aorta aus dem Hals springt, wenn ich noch länger darüber nachdenke.

Also nein- es geht nicht nur um Menschen, die so tun, als ob sie multipel wären.
Es geht mir um die Konsequenz, die die Mystifizierung von Menschen mit DIS, für selbige bzw.. auch andere Betroffene für Gewalt hat.

21 thoughts on “Multimythen Teil 3: “Oh wie süß- ein Innenkind!” oder: Wieso diese Mythenreihe?”

  1. Ich versteh den Beitrag nicht so richtig .
    Würde es aber gerne . Wie sind denn Innenkinder deines Erlebens nach ?
    Woran erkennst du ob jemand ein Faker ist oder nicht ?

  2. Ich find mich wieder….als Betüddeler und Ersatzmutti, die sich über die lieben Kleinen freut. Dass das falsch sein könnte versuche ich zu überdenken. Nur: Ich hab kein Trauma und mag trotzdem ab und zu AUCH umsorgt werden und das tut mir gut. Kann es generell falsch sein oder nur in seiner Übertreibung und damit der „Hilfe“ zur Verleeugnung von Verantwortung fürs leben.

    Bei deer Überschrift „Ein Innenkind-oh wie süß“ musste ich aber lächeln. Fühlte mich ertappt. Die Gewalt dahinter hab ich im Alltag in der Tat nicht rund um die Uhr auf dem Plan.

  3. Ich bin sehr beeindruckt von deinem Mut über all die Dinge so offen zu sprechen und unser Bewusststein auch für diese Schattenseiten, die sonst gar nicht auffallen bzw zur Geltung kommen zu öffnen. Ich erinnere mich einen Bericht gesehen zu haben indem auch dieser Niedlichkeitsfaktor eines Innenkindes so ausschlaggebend war, dass ich kurzzeitig einfach nur auf dieses oh wie niedlich und den Hilfe Komplex fixiert war… Ich kann deinen Text nachvollziehen und er hat mir viel zu denken gegeben. Vielen Dank für den Impuls! Herzliche Grüße

  4. Ich erlebe meine* Innenkinder ja nicht- da fängts schon an. Ich kann im Nachinein überlegen, was den Wechsel ausgelöst hat oder haben könnte und erkenne, dann meistens im Nachhinein: „Aha, ein Trigger- eine Fehlassoziation, an die sich angepasst wurde, und zwar in dem Selbst- und Umweltwahrnehmungsbereich, der spezifisch ist für „kindlich“.“.

    Und woran ich festmache, ob jemand ein/e FakerIn ist, kommt a) denke ich in dem Artikel eigentlich schon unmissverständlich genug durch und ist ansonsten b) völlig unerheblich in Bezug auf das, worum es mir geht.

  5. Ich glaube auch nicht, dass es wahnsinnig schlimm ist, nett zu Innenkindern/ kindlichen States/ jemandem imit innerem Rollenspiel als Kind/ jemand der sich grad schwach und hilfebedürftig wie ein Kind fühlt, zu sein.
    Ich finde, es ist schlimm, wenn man ihnen niemals vermittelt bzw. ihnen nie die Chance lässt zu spüren/ bewusst zu kriegen/ zu assoziieren, dass sie erwachsen sind und auch die Möglichkeiten haben oder entwickeln können bzw. nutzen können oder dürfen, sich selbst zu helfen.
    So hält man einfach den Erwachsenen an einem Teil immer „schwach“/“kindlich“ und das ist so eine Dynamik, die ich total schwierig wahrnehme.
    So schön betüddelt sein ist- du wirst das ja nicht ewig und für immer für den erwachsenen Menschen in dem das Kind drin ist tun wollen/können, oder?
    (Für mich als Frontgängerin ist das der Horror, zu wissen, dass manche von Innen ohne Hilfe von außen (noch) nicht zurecht kommen und genau deshalb gehe ich ja auch zur Therapie.)

    Insofern- dies mein Senf dazu- letztlich musst du dich da mit „deinem Multi“ 😉 kurzschließen und mal zusammen auch hinterfragen, was als hilfreich erlebt wird und was nicht.

    Viele Grüße

  6. (Danke für das Sehen dieses Mutes- ich rechne grad jeden Moment mit nem dicken Knüppel der mir über die BloggerInnenrübe gezogen wird :mrgreen: )

    Viele Grüße

  7. Auch wenn meine Sicht auf die kindlichen Anteile von uns eine gänzlich andere ist als deine, gibt es da sowas wie Berührungspunkte.
    Das Betüddeln der Kleinen finde ich teilweise auch schwierig, nämlich weil das Abhängigkeit schaft und teils ein Aufwiegeln gegen die erwachsenen Anteile. Wenn XY-Außenmensch mit eigenem Körper so lieb ist und immer alles erlaubt, dann hat XY-erwachesener Innenanteil dagegen keine Chance. Und manch ein Innenkind möchte dann auch nicht, dass es mal anders wird. Halte ich auch für schwierig. Allerdings habe ich inzwischen ein gänzlich anderes Bild davon, wie es für uns einmal sein könnte. Und da wäre ein kindlicher Anteil dann einfach auch eine Seite der Persönlichkeit und somit darf diese Seite dann auch das Bedürfnis danach haben, bemuttert zu werden. Geht meiner Ansicht nach ganz normalen Menschen auch so in Zeiten wo es ihnen schlecht geht, weil sie krank sind oder so. Ich denke nicht, dass Innenkinder erwachsen werden müssen. Sie sind ein Teil von mir, ein kindlicher Teil, der okay ist.
    Aber wenn du die Innenkinder nicht erlebst, kann ich deine Gedanken dazu gut nachvollziehen. In etwa so habe ich auch lange gedacht. Hat sich einfach mit der Zeit und der Weiterentwicklung verändert.

    Liebe Grüße

  8. (Ich glaube auch nicht, dass jedes Innenkind „erwachsen“ werden muss und nie betüddelt werden darf- darum geht es nicht in dem Artikel – es geht überhaupt so null um das, was ich über Innenkinder an sich denke, oder die Menschen in denen welche drin sind.- Trotzdem-)

    danke für den Kommentar

  9. Entschuldigung das ich nach fragte .
    Manche Menschen so wie ich scheinen nicht besonders viel IQ zu besitzen . Sorry .

  10. Mein Kommentar bezog sich auch eher auf deine Antwort auf den Kommentar von Pu. War vielleicht unglücklich, das nicht deutlich zu erwähnen. 😦

  11. Du kannst jederzeit nachfragen, wenn du etwas nicht verstehst- Textverständnis wächst nicht mit höherem IQ- ich kann auch wirklich schwer nachvollziehbar geschrieben haben.
    Ich wollte nicht das Gefühl geben, du wärst dumm.

    Meine Intension in – gerade dieser Artikelmoderation- ist, sogenanntes „Derailing“ (vom Kernthema ablenken) zu verhindern und ergo auch keine Fragen zu beantworten, die für eine inhaltliche Auseinandersetzung kontraproduktiv ist.

  12. Hallo C. Rosenblatt,

    Ich habe den Text und die Erklärungen nun mehrfach gelesen und stehe glaube ich dennoch ein wenig auf dem sprichwörtlichen Schlauch.

    Ich stimme dir insoweit zu, als das die Mystifizierung von Menschen mit DSNNS / DIS zu vielfältigen Konsequenzen für Betroffen führt und diejenigen „stärkt“, die sich zur False Memory Bewegung bekennen.

    Aus meinem Erleben heraus ist es auch so, dass ich normalerweise nicht wahrnehme, wenn ein Innenkind im aussen aktiv wird. Vielmehr ist es so, dass ich im Innen so beschäftigt bin, dass ich das aussen nicht immer im Blick habe. Allerdings bin ich keiner der Frontleute, gehöre aber zum Alltagsteam.

    Was ich weis, ist dass hier Kuscheltiere vorhanden sind, die aber im Regelfall nur zum Einschlafen für die Kleinen im Bett liegen. Manchmal malen die Kleinen, aber auch das nur im geschützten Raum. Ganz selten passiert es mal, dass ein Kleines in einer offenen Umgebung auf einem Bein hüpft oder ähnliches.

    Ich weis, dass die Frontleute die anderen „beobachten“, wenn sie nach aussen kommen und auch eingreifen, wenn irgendetwas aus dem Ruder zu laufen droht. Früher waren solche Mechanismen nicht vorhanden. Durch die Therapie klappt das mittlerweile recht gut.

    Ich werde auch beobachtet, wenn ich mal im Aussen aktiv bin. Nur beim Schreiben sind wir unbeobachtet, aber das ist eine gemeinsame Entscheidung gewesen. Die meisten hier versuchen als Team zusammen zu arbeiten.

    Ich glaube aber auch, dass es nicht „den“ Multi gibt. Jedes System muss seinen eigenen Weg des Umgangs damit finden.

    Hoffentlich ist mein Kommentar nicht am Thema vorbei gegangen.

    Joseph

  13. Es war nicht meine Intension Menschen dazu aufzufordern ihren Umgang/ sich selbst zu beschreiben, aber offenbar hat mein Text oder meine Texte doch diese Wirkung.
    Ich will/ wollte das hier nur so nicht, weil… aaaaah! das hört sich von mir gelesen alles so nach „Glaub mir (oh große C. Rosenblatt du alles Wissende )… “ an 😦

    ( Trotzdem natürlich ein Danke auch an euch, dafür euch/ dich zu äußern und anderen Betroffenen Einblick zu gewähren!)

  14. Sind viele, nicht nur einer. Von daher kann ich gar nicht immer da sein. Nur mal Spitzen rausnehmen. Die Zeit, wo da einer war, der mehr und wichtiger als alles war, weil ich liebte, ist leider vorbei.

  15. Huhu. Denke Rosenblatt hat auch grad Angst vor Reaktionen. Ich find eure Frage ok und Rosenblatts Sicht auch. Ihr seid nicht dumm, R. nicht arrogant oder so…nur beide verunsichert und verletzlich

  16. ich musste den text zweimal lesen und beide male komme ich doch zur zustimmung deines textes, rosenblatt. obwohl selbst betroffen, stößt es mir bitter auf, zu sehen/miterleben wie sich kindliche anteile oftmals anbiedern. ja ich empfinde es wirklich so, frage mich gleichzeitig aber auch ob es nicht zu einem gewissen grad neid ist. neid, sein zu können, zu erhalten was man vielleicht selbst haben wollen würde. aber dann denke ich mir wieder, nein so würde ich es nicht haben wollen und bin froh, um das was ich weiss. nämlich das kindliche anteile hier nicht in solche abhängigkeitssachen rutschen. also sich nicht von aussenstehenden abhängig machen, sondern in erster linie hilfe und unterstützung innen erfragen und nach ausen hin sehr vorsichtig sind und eher als das wahrgenommen werden wollen, was sie sind. nämlich wissbegierig und mit dem wunsch ernst genommen zu werden. wir sind versucht unseren jüngeren zu verdeutlichen, dass sie nicht mehr hilflos sind, wie sie damals waren. vielleicht unterscheidet das einfach – das opfersein aufgeben, aufstehen, auch wenn das sicher nicht immer der einfachste und bequemste weg ist und vor allem nicht permanent etwas hinterherlaufen und einfordern,was DAMALS fehlte.

  17. Ich (DIS) hab den Artikel so verstanden, dass der Verfasserin gegen den Strich geht, dass mit Innenkindern was Niedliches in Vervindung gebracht wird, was an ein paar (vermutlich) Fakern liegt, die ihre angeblich traumatisierten Innenkinder mit Blinkeglitzersternchen schmücken und immer irgendwo ein Knuddelteddy lauert.

    Mir würde das nie einfallen.Traumatisierte Anteile purzeln einfach so heraus, ob es mir gerade in der Situation passt oder nicht. Und immer gehts mir sauschlecht dabei, je nachdem was die Innenkinder da so somatisch individuell typisches mitbringen, nebst Flashback. Von Atemnot bis gelähmt sein, ist alles dabei und ich bin dann erstmal ne zeitlang schachmatt und trotzdem dankbar und froh, dass ich zur Therapie kann, um mit letzten Kräften den Scheiß aufzuarbeiten. Bis zum nächsten Mal. Und dazwischen heißt es, sich stabilisieren, Alltag schaffen, wieder zum Arzt rennen, weil immer noch zig Körpersymptome, wovon immer eins dabei ist, wo einer im Innen wieder Todesängste bekommt. Und nebenher Stärke zeigen, um ja nicht als Opfer zu gelten oder gar als Jammerlappen. Trotz all den Alpträumen, an die man sich übrigens gewöhnen kann. Gibt Schlimmeres. 😉

    Da setz ich mich bestimmt nicht hin und stelle die Innenkinder im Internet auf ein Podest und ziehe ihnen hübsche Kleidchen an, Schleife drum und lass sie, nein mich, nein sie, beniedlichen. Ich könnte kotzen, wenn ich sowas sehe.

    Ich wünschte ich hätte keine … nein, da tue ich ihnen Unrecht. Sie sind ja da, haben das Trauma an meiner Stelle ausgehalten. Dankbar, so dankbar bin ich ihnen. Respekt und Aufmerksamkeit, ein Stück heile Welt haben sie verdient. Auch ihr Stofftierchen oder Eis. Aber keine Zurschaustellung, wie bei diesen Pudeln, deren Fell so komisch geschnitten wird, dass es aus ihnen ein Objekt macht.

    Innenkinder sind keine Objekte, sondern eine psychische Meisterleistung mit traumatiachem Inhalt, mit Eigenleben. Ein Stück von meiner Persönlichkeit, die man mir als Baby, Kind – aus mir heraus missbraucht hat. Wie könnte ich auf diese Weise ein Teil von mir so dermaßen neu missbrauchen? Das würde niemand tun, der betroffen ist und deshalb kann es sich nur um ein Fake handeln.

  18. Es gibt durchaus auch Menschen, die ihre kindlichen Anteile „einsetzen“ und gleichzeitig betroffen von Gewalt bzw. einer dissoziativen Störung sind.
    Da ist dann manchmal nicht direkt das Erleben der kindlichen Rolle bzw. die kindliche Sicht dissoziiert, sondern der Mechanismus der auslöst, dass diese „verwendet“ wird.
    Also ich persönlich komme immer mehr weg davon zu glauben, dass es Fakes im Sinne bösartig/mutwillig/rücksichtsloser Vortäuschung und Manipulation so oft gibt, wie man es in manchen Foren etc. hört.

    Danke für deinen Beitrag 🙂

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