Die Helfer_Innen und die Hilfe, Lauf der Dinge

Multimythen Teil 1: “Wir können alle unterschiedlich krank sein”

BläschenverkleinertVor ein paar Wochen trug ich mich in eine Mailingliste von und für Menschen mit DIS ein.

Natürlich ist es das Internet. Natürlich weiß ich nie, was für ein Mensch mit welchen Intensionen am anderen Ende sitzt und Dinge ins Internet reinschreibt… lalilalialaaa
Mir war das egal.
Die örtliche Selbsthilfegruppe in real hat mich ausgeschlossen, mein Selbsthilfeforum hats auf vielen Ebenen durchgerüttelt und mein eigenes Forum stirbt seit Jahren einen mehr oder weniger quälenden Tod- nun denn- irgendwann muss auch ich mich irgendwo mal austauschen, ohne, dass Teile meines Kopfinneren einen Kontakt bereits okkupiert oder vergiftet haben.

Weshalb ich das schreibe ist, dass mir manche Themen gehäuft auftretend auffallen und ich mal in Ruhe aufschreiben will, was mir dazu einfällt.
Also dann.

Thema 1: “Wir können alle unterschiedlich krank sein.”

Manchmal, wenn ich so etwas lese, schwanke ich zwischen:
Hand-> Stirn
Buch “Grundlagen der (Mikro)Biologie/ Stressphysiologie/ Psychotraumatologie” –> Stirn des Menschen
und
“OrrrkönntihrmalaufhöreneuchsoblödeauszudrückenwassollenLeutedenkendiekeineAhnunghaben?!” mitten reinblöken

Ganz früher, als die Diagnose bei mir noch frisch war, hatte ich einen Text vor der Nase, in dem ein ähnlich unscharfer Nebensatz zu unterschiedlichen Krankheiten bei unterschiedlichen Innens stand.
Mir hat das damals richtig Angst gemacht.
Immerhin war ich gerade in der Pubertät- ALLES an diesem blöden Körper hatte sich dauernd irgendwie anders angefühlt- obwohl ich immer ich bin und niemals ein anderes Innen. Ich konnte und kann bis heute nur schwer artikulieren, wenn sich Körpergefühle verändern und vielen Innens geht das genauso.

Es gibt einen Grund, weshalb sich auch viel aus meinem Innenleben immer wieder so metaphorisch ausdrückt- meistens geht es darum, zu kompensieren, dass Worte/ Begriffe oder Empfindungsvergleiche fehlen.
Woher soll ich wissen, wie sich mein Kopf ohne Kopfschmerzen anfühlt, wenn ich das Gefühl dazu dissoziiere, ohne es zu merken bzw.. mir nie jemand die Chance gab Worte zu finden oder Bespiele zur Vergleichsfindung nannte?
Mein erstes Mal “eigene Kopfschmerzen”: ich dachte, ich hätte einen Tumor (= einen Fremdkörper) hinter “meinem Sehen” (meinem Sichtfeld = mein Kopf).
Ich hatte Schmerzen und aufgrund der Unsicherheit, ob der Lokalisation auch noch Angst (ohne es bewusst als “Angst” einzustufen)
„DingDingDingDing!“, macht das Triggerradar

Und genau an der Stelle hätte ich einen (man made trauma-) kompetenten Hausarzt gebraucht.
Der hätte nämlich auf Zack sein und meine Angstphysiologie auch als solche einstufen können- genauso wie meine Schwierigkeiten klare Angaben zu machen.
Und damit meine ich keine Unfähigkeit, auf die Frage: “Wo tuts weh?” antworten zu können, sondern meine Unfähigkeit vor einer Autoritätsperson klare Angaben über ein mich ängstiges Gefühl zu machen, das ich nicht anders als schwammig benennen konnte.
Triggerschwelle überstiegen- bäng- Wechsel- bäng Kopfschmerzen “weg”.
“Is nix Doc- ich weiß nicht mal wieso ich überhaupt gekommen bin. Schicke Krawatte, tolle neue Blume. Tschuldigung fürs Zeitfressen schönen Tag noch!”, lächeln beim Rausgehen.

Für meinen damaligen Arzt war ich (vermute ich) eine der Patientinnen, die aus psychischer Intension immer wieder zu ihm kam, ohne ernstlich etwas “zu haben” und immer wieder fast zu spät vorstellig wurde, wenn sie “richtig ernsthaft etwas hat”.
Es ist kein großes Können, eine Wundinfektion so richtig zu verschlüren, wenn einem die Stelle, an der sie sitzt, sowieso ständig und aus unterschiedlichen Gründen (die alle nichts mit Wunden zu tun haben) wehtut und am besten eh noch irgendwie peinlich/ Trauma belegt oder “einfach so” verdisst ist.
Das heißt auf einer Ebene aber auch, dass er Umgang von Innen zu Innen damit unterschiedlich ist.

Wir hatten letztes Jahr eine potenziell bedrohliche Infektion.
Fieber? Schmerzen? Irgendwelche Krankheitsgefühle?
Ich habe nichts davon gespürt und hätte ich es nicht gewusst, hätte ich jedem gesagt, dass ich nichts habe. Das heißt aber nicht, dass ich eine andere Krankheit hatte oder kein Fieber oder Schmerzen oder Schwäche. Es bedeutet nur, dass ich die Wahrnehmung dessen dissoziierte.
Andere Innens haben einen anderen Körperbezug und reagieren anders.
Sie sind aber auch anders gestrickt und interagieren anders mit ihrer Umwelt.

Sie spüren vielleicht Fieber und Schmerzen, können es aber nicht benennen, oder mit Viren, Bakterien oder einer Verletzung (von heute) in Verbindung bringen, oder mit Menschen interagieren, ohne sich zu unterwerfen o. Ä.
Sie fühlen die Schwäche und siechen vielleicht ewig vor sich hin, alleine, in unserer Wohnung, bis der nächste Termin ansteht, der wiederum für sich so einen Trigger hat, dass es Innens wie mich hochditscht, die den Körper schlicht nicht spüren.

Wir sind dann nicht unterschiedlich krank- wir nehmen nur unterschiedlich wahr, benennen unterschiedlich, haben unterschiedliche Strategien.

Heute, wo mein Körper den Zenit der Zwanziger überschritten hat und das mit der Pubertät vorbei ist, gibt es eine gewisse Kontinuität für mich was das Gefühl angeht.
Wenn ich dran denke und es mir gut geht, versuche ich zwischendurch mal meinen Körper zu fühlen, um mir ein Gespür für “gesund”/ “heil”/ “normal”/ “nicht akut” zu geben. Das klappt ganz gut- immerhin ist es auch eine Übung in “Assoziation statt Dissoziation”, neben “Konzentration statt Diffusion” und “Los-lassen statt Kontrolle”. (Zum Nachmachen: Anleitungen zu Autogenem Training umwandeln oder div.. Imaginationsübungen)

Es ist dieser Multimythos, der mich an diese Geschichte mit den “unterschiedlichen Krankheiten” stört.
”Der eine hat eine fiebrig eitrige Infektion- der andere nicht”
”Der eine hat Masern- der andere nicht”
”Der eine hat ein gebrochenes Bein- der andere nicht”

Keine Frage- irgendwie wird man schon zu der Formulierung gekommen sein und die Gefühle oder Gedanken des Moments- das jeweilige subjektive Empfinden dazu, will ich gar nicht absprechen. Wie oft ich völlig beschwerdefrei bei irgendeinem Arzt saß, um dann 2 Stunden später und kurz vor knapp von einem anderen Innen getragen in die Notaufnahme zu torkeln, beweist ja einfach auch, wie überzeugend die Vermittlung der subjektiven Wahrnehmung in alle Richtungen wirken kann.

Das Ding ist:
Eine Infektion ist eine Infektion
und ein Körper ist ein Körper
und ein psychophysischer Zustand ist ein psychophysischer Zustand

Wenn ein Keim auf eine offene Wunde trifft, wird von einer Infektion gesprochen und der Körper wird darauf reagieren- das tut jeder Körper und immer- es sei denn, er ist tot.
Wenn sich ein Körper in einem immunsupprimiertem Zustand befindet- etwa aufgrund einer Autoimmunerkrankung, (chronischem) (Trauma bedingtem) Stress (der, und das ist schon das ganze “Geheimnis” hinter dem Wechsel von Innens- bei uns einfach richtig schnell auszulösen ist) dann ist die Reaktion auf Infektionen natürlich auch unterschiedlich.
Nachgewiesen wurde bereits sogar klinisch, dass Stress einen  gewaltigen Hebel stellt, wenn es um das Immunsystem geht.

So heilen Wunden schlechter, wenn man die PatientInnen stresst und kann positiv auf die Genesung eingewirkt werden, wenn man die PatientInnen ausruhen lässt.

Stress ist für Menschen mit DIS/ Traumafolgestörungen allgemein etwas, das etwas komplexer ist als: “Boa heute war aber viel los.”
Ein Trauma geht mit toxischem Stress einher, an den sich angepasst wird und der – je öfter, je länger… etc.. nicht zu bewältigen/ verarbeiten ist und ergo auch immer wieder getriggert werden kann.
Als ich das erste Mal ein wissenschaftlicheres Buch über Traumafolgen las, empfand ich das noch unglaublich defizitär und war richtiggehend gekränkt, als ich mich da so als “Zustand” beschrieben sah. Doch es hat mir einfach viel erklärt und einen sehr viel logischeren Schlüssel zum Verständnis des Problems “krank sein”/ “etwas haben” gegeben, als diese seltsam waberige Formulierung: “Du bist viele- du bist nicht krank- aber jemand anders von dir.”.

Ich war auch krank- es ist auch mein Körper. Wenn Innen XY Fieberschwäche spürt, Schmerzen hat und nach Schonung bettelt, dann muss ich dem nachkommen und eben auch wissen, dass ich genau das nicht fühle, weil mein Gehirn gerade aus irgendeinem Grund so in den Stress(überlebens)modus geschaltet hat, dass ich überhaupt “da” bin.
Irgendwas ist dann gerade als gefährlich und von mir (über)lebbar und zwingend vor der Genesung von einer Krankheit zu erledigen, eingestuft.

Inzwischen habe ich mit meinen Übungen den Körper zu fühlen und auch dem Wissen darum, wie das Wechseln- zumindest in der wissenschaftlichen Theorie- funktioniert, die Klarheit: “Ah- in meinem Tagebuch steht irgendwas von krank und hier steht ich habe einen Termin.
Nee nee ist schon okay. Ja- alle anderen Menschen sind größer/ stärker/ besser/ haben Macht über mich und irgendwas in mir denkt, wir werden einen qualvollen Tod sterben müssen, wenn wir dem nicht nachkommen. So läuft das aber nicht mehr. Heute ist heute…”.
Ich verwende meine Überlebensstressanpassungskraft, die aus der Todesangst vor Nichtentsprechung herauskommt, nicht mehr in Entsprechung in solchen Momenten, sondern in den Umgang. Heißt also, statt mich stumpf und körperlos zu einem Termin zu begeben und den einfach irgendwie durchzuziehen (mich am Besten noch fertig zu machen, weil ich “irgendwie nicht in die Gänge komme”), rufe ich an und sage ab.
Krank ist krank.
Und nein- entgegen Krankenkassenhaltung und vorgegebenem Raum für Erkrankungen von ArbeitgeberInnen, gibt es kein echtes Limit fürs Krankseindürfen. Es hat auch nichts mit genetischer oder natürlicher Abartigkeit oder Schlechtigkeit oder Nichtswertigkeit zu tun. Oder damit dann auch gar nichts mehr können zu müssen oder dürfen, eben weil man ja “Krankenstatus” hat.
Diesen Reigen von Internalisierungen musste ich klar kriegen- muss ich bis heute immer wieder dekonstruieren in dem Moment. Aber als Dank, als Ergebnis merke ich nach einer Zeit selbst auch, wie das Körpergefühl dann ist und kriege mich selbst aus diesem Stresslevel heraus.

Klar, Krankgefühle sind nicht toll. Das sind nicht die Empfindungen, um die ich mich reiße. Aber sie sind Teil des Heilens.

Mit “wir sind alle unterschiedlich- also auch unterschiedlich krank”, wird getrennt und getrennt gehalten.
Das ist in meinen Augen nicht konstruktiv.
Eigentlich sollten wir Kranksein feiern, weil es uns beweist, dass wir weder tot noch so gestresst sind, dass unser Körper denkt, es ginge um Leben und Tod.

Ich denke manchmal, dass dieser Satz oder diese Trennung darin auch ein Ding von Selbstbetrug zur Selbstberuhigung ist.
“Jaja- ich weiß ein anderes Innen ist krank- aber guck mal wie stark ich bin- immer noch!- Ich bin nicht krank. Ich kann trotzdem dieses und jenes tun! Ich bin Supermulti- total kaputt aber immer noch leistungsfähig.”
Und das ist das Moment in dem sich meine Handinnenfläche mit meiner Stirn zum Abklatschen trifft. Denn es ist diese Art “Knapp daneben ist auch vorbei”, auf die eigentlich auch hingewiesen werden könnte.

Doch in meiner Mailingliste passiert das nicht.

8 thoughts on “Multimythen Teil 1: “Wir können alle unterschiedlich krank sein””

  1. Danke für diesen Beitrag. Sehr gut und verständlich geschrieben. Endlich habe ich das auch verstanden wie genau das gemeint ist, dass jemand anderes krank ist.

  2. Guter Beitrag, häufig aufkommendes Thema und wie immer gut Geschrieben.

    Mir gefällt sich Sicht, dass Krankheit zwar nicht das genialste Gefühl auf Erden ist, aber ein unweigerlicher Prozess für Körper (und NATÜRLICH auch Psyche) etwas zu heilen. Ich finde es wunderbar formuliert.

    Einiges der letzten beiden Beiträge beschäftigt mich gedanklich noch, wohl weil es hier auch um mein Selbstbild und meine mentalen Abkürzungen geht. Finds sehr gut.

  3. Hi,

    ich verstehe das schon. Aber ich verstehe Phänomene der Sorte nicht, dass die Brillenstärke sich ändert, die Augenfarbe oder plötzlich Beulen auftauchen, die nur da sind, wenn bestimmte Personen da sind. Und zwar von Außenstehenden wie mich sichtbar. Da scheint es mir doch schon ein bischen mehr noch zu geben als nur ein anders wahrnehmen….oder wie erklärt ihr sowas?

  4. Wenigstens das mit der Brillenstärke habe ich mittlerweile (und nach Diskussion mit einem FA) verstanden. IdR beruht eine ungenügende Sicht auf Abnormalitäten an Augapfel, Linse oder Hornhaut. Wir „sehen“ aber in der Hauptsache mit unserem Gehirn. Ist die Sicht ungenügend, so wird kompensiert. Es gibt eine Vielzahl von Muskeln, helfen diverse Fehlsichtigkeiten, wie z.B. Kurzsichtigkeit zu kompensieren. Ist der Augapfel zu kurz, wird die Linse einfach stärker gestreckt.

    Unterschiedliche Innenpersonen scheinen unterschiedlich stark zu kompensieren. Ich habe gerade die Geschichten über die unterschiedliche Sichtigkeit ins Reich der Multimärchen und -mythen verbannt, bis ich selbst nicht mehr um ein paar geschliffene Kunststofflinsen auf meiner Nase herumkam. Es stellte sich heraus, dass die Sicht durch die Brille doch leicht unterschiedlich war. Wir lebten ja nun schon sehr lange mit der Fehlsichtigkeit und es haben sich die unterschiedlichsten Methoden der Kompensation (vom angestrengten Fokussieren mit unterschiedlicher Stärke/Verbissenheit bis hin zum allgemeinen Weitblick und dem optischen „auf Durchzug schalten) herausgebildet. Diese waren natürlich nach der Zeit recht automatisiert. Die von uns, die die Brille regelmäßig tragen, sehen damit gut. Wer seltener draußen ist, es noch eher gewohnt ist die Fehlsichtigkeit auf seine eigene Art zu kompensieren, hat mehr Probleme und wird die Brille wohl eher absetzen, weil er ohne sie doch besser sieht als mit.

    Dieses angestrengte Fokussieren, was ich ansprach und das gewohnheitsmäßige entspannte unschärferstellen der Linse kann bei einem Sehtest sehr unterschiedliche Ergebnisse hervorrufen.

    Ich wage zu bezweifeln, dass bei Innenperson X auf einmal der Augapfel schrumpft oder Person Y eine perfekt geformte Hornhaut hat. Ich denke unsere Physis bleibt weitestgehend gleich.

    Wir lernen aber immer mehr darüber, was die Psyche auch physisch zu bewirken vermag. Damit lassen sich meiner Meinung nach einige der mysteriösen Phänomene, die Multiplen in den letzten Jahrzehnten zugeschrieben wurden, erklären.

    Diese Mystifizierung hat der Glaubwürdigkeit von hoch dissoziativen Menschen nicht gut getan. Ich bin froh, dass Menschen wie die Rosenblätter hier, sich dem Thema annehmen.

  5. Ein guter Artikel!
    Ehrlich gesagt sind erst bei uns viele „Ja, aber…“ gewesen – und teils auch noch da. Aber letztlich ist es wie Du geschrieben hast – es ist ein Körper und alles Unterschiedliche geschieht diesem einem Körper – unabhängig davon, wer was wahrnimmt.
    Bei den meisten Dingen oder besser Erkrankungen kann ich es genau so verstehen wie Du geschrieben hast, aber manches erscheint mir auch schwer verstehbar – alles was auch von Ärzten unterschiedlich gemessen werden kann (Allergien, Fettleber, Blutwerte…?) Eigentlich wäre das Augenthema auch dabei, aber da hat Pandora einen Ansatz geboten… Ich hab zu diesem Thema speziell noch nicht viel gelesen, sicher wird alles irgendwann oder auch schon derzeit erklärbar sein.

    Mir ist es eher unheimlich, wenn was da ist und dann plötzlich weg ist… ein „prahlen“ damit wäre mir auch fremd – eher ist es dann ein herausfinden müssen, was denn jetzt stimmt…

    Naja – ein paar Gedanken dazu.

    Seid ganz lieb gegrüßt von uns
    anja und sterne

    (Wir haben bei den vorherigen Posts nichts geschrieben, weil wir bei einem heraus gelesen hatten, das ihr das nicht möchtet – ich hoffe, es war so richtig verstanden worden. Waren da unsicher etwas.)

  6. Also Brillenstärke und Augenfarbenveränderungen hat mir mein Augenarzt mal gut erklärt.
    Wir haben eine Verletzung im einen Auge, die inzwischen vernarbt ist und sind halt biologisch betrachtet sehschwach.
    Angstphysiologie ist ein Faktor bei uns, wenn sich selbige verändert.
    Der Blutdruck steigt und verengt die Gefäße- der Augeninnendruck verändert sich ebenfalls und damit auch die Linse bzw seine Position vor dem Sehnerv (und damit ergo die „Qualität“ der Bilder die aufgenommen werden)
    Und – das hab ich vorhin so überlegt, da weiß ich nicht ob das so stimmt- wenn ich da bin (und ich bin halt eine von denen mit so nem Hyperviglianzding als Grundzustand) dann ist halt irgendwas. Also es ist irgendwie immer so wie ich schrieb, dass mein Gehirn auf: „Leben oder Tod“ geschaltet hat. Ich merke Sachen viel deutlicher als andere Innens- was ja Sinn hat und früher hatte.
    Das würde halt bedeuten, dass die Angstphysiologie mich rausträgt und nicht ich die Angstphysiologie mitbrächte, wie es halt immer wieder diese komischunscharfe Sprache rund um Multiplsein impliziert. Erstes würde gut erklären, wieso ich mein „Weggehen“ gut „selbst machen kann“ bzw. mache Wechsel beeinflussen kann: Ich weiß jetzt: ah Körper „denkt“ Alles oder nix- ich überprüfe das, merke: Äh nee- ist nur fehlinterpretiert/falsche Assoziation- fange an sowas wie „Heute ist heute“ reinzubringen, reguliere dabei von selbst Blutdruck und Co. runter und merke dann wie halt der Dissomodus runter geht (so wie grad jetzt, wo ich von „voll da“ zu „jemand anderes schreibt diese ganzen schlauen Sachen hierhin“ depersonalisiere und später nacher vermutlich irgendwie ganz dissoziiere, was wir so treiben/ was jemand anderes mit weniger BÄNG im Hintern so treibt.

    So ähnlich könte man vielleicht auch Allergien (die ja nichts weiter Immunsystemantworten sind- Immunsystem mag Stress nicht besonders…) erklären, die schwanken.

    Ach und die Augenfarbe hängt an einer Menge Pigmente, die sich in der Menge verändern bis etwa zur Pubertät (da gehts halt schon los: Multi* guckt auf Kinderfoto von sich und sagt: Guck mal früher hatte ich hellere Augen- das auf dem Foto bin ich nicht, weil ich erinnere mich ja eh auch nicht (Hand—> Stirn). So das ist schon mal so eins und dann hängen halt noch Lichteinfall auf die Iris, Menge der Tränenflüssigkeit in sowohl dem Auge des Betrachteten als auch der des Betrachtenden und auch wieder Stress/Angstphysiologie dran.
    Die Augen sind so ein komplexes Gebilde aus Sehen und Bindegewebe, das diffizil durchblutet wird, das Ding lebt und verändert sich entsprechend in einem bestimmten Rahmen. (Da gabs mal so ein Interview mit Michaela Huber und Ursula Gast in 39° glaub ich- ZDF- da gings ums Viele- Sein und da haben sie auch darüber geredet und diese Veränderungen noch mal gut objektiviert.)

    Ich weiß halt nicht, was für Erfahrungen Menschen so machen, ne, und ich weiß ja auch nicht wie es dazu kommt das sowas wie mit den Beulen die nur bei einzelnen auftreten, wie anderen aber nicht. Ich weiß aber inzwischen, dass es wirklich verzweifelte Menschen da draußen gibt, die glauben durch solche Unerklärlichkeiten auf der sicheren Seite für Nähe zu Menschen zu stehen. (Ich kannte mal eine, die sich echt immer so Reizzeugs in die Augn gesprüht hat, damit es aussieht als wären ihre Augen anders oder so, damit sie als „echte Multiple“ galt- wie furchtbar ist das bitte? Sich verletzen für ein Umfeld von dem auszugehen ist, dass sie nur als echte Multiple* angenommen wird- was ist das bitte für ne Selbstverbiegung und/ oder Anpassung an ein Außen, dass es eigentlich voll nicht verdient* hat)

    Also das hat alles so viele Facetten und ich hab in dem Artikel versucht halt erstmal nur bei einem Fädchen zu bleiben, damits noch lesbar bleibt und eben nicht so ankommt, als könnte ich alles erklären oder wissen oder definieren was „echt“ ist und was nicht.

    Viele Grüße
    und danke für deine/ eure konstruktiven Kommentare

  7. Boa, das ist gerade voll komisch …
    wir haben diesen Beitrag von euch schon ganz lange gespeichert als Link und sehen erst jetzt, dass wir euch jetzt folgen und euren Blog schon länger kennen, weil das irgendwie gar nicht present war xD
    das ist gerade soooo komisch ^^

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