Lauf der Dinge

ein Gestern

das war ein Gestern mit Sonne und Laufen ohne Geländer

Ich hatte einen Termin – ich dachte eigentlich einen Termin mit meiner Rechtsanwältin
und dann saß ich an einem Mittagstisch, arbeitete mich an eingepackten Keksen ab und hörte Gesprächen zu, die so flach, dünn, durchscheinend wie Seidenpapier in meinen Ohren, zwischen meinen Gehirnwindungen knisterten

Wie ein Zombie

eine Bombe

wütend kurz vorm Platzen auf mich selbst.

Raus aus meiner Schneise in diese Menschenwelt gekämpft und dann doch hinter Glas, ignoriert, unberührt, nicht angesprochen

mit Seidenpapier umstopft

So war das.

Aber dann kam ein anderer Mensch und wir fuhren durch die klare Luft und stapelten unsere Themen in die Atmosphäre der letzten Wochen.
Das war schön.
Schön genug um am Abend Sätze wie Farbe aus einer Tube quetschen zu können. In warmen

lieben

Tönen

nicht verzweifeln
raunt es von irgendwo da in mir
aus dieser Breisuppenpampe, die so bittersüßbrühendheiß gefrierend meine Innenwände verätzt

Butterblumenblüte3Nicht aufgeben
tönt es von außen
da, wo ich aufhöre

Ich kann dem allen einfach nicht gerecht sein
nicht entsprechen
keine Dualität herstellen
wie erforderlich

Das ist der Moment, in dem ich die Optionenregale durchgehe
und nichts als Hilfsangebote finde

wo ich nach Rettung suche

Also nehme ich ein Paket Weitermachen mit
falte Schwäne, Schmetterlinge, Blümchen aus Seidenpapier
befestige sie mit klebrigen Fäden Leben darauf

und lasse mich von der Sonne blenden
bis sie mich kaputt brennt

Verschlagwortet mit

1 thought on “ein Gestern”

  1. Ich wünsch dir immer wieder Momente mit Menschen, in denen du dich gesehen (und gefühlt) fühlst und es nicht nur ausreichend, sondern genau richtig ist, wie du bist, wie du’s kannst.
    Und dass die Fäden dieser Momente sich irgendwann zu einer warmen weichen Hängematte flechten lassen, Hängematte am Meer.

Kommentare sind geschlossen.