Die Helfer_Innen und die Hilfe, Lauf der Dinge

übers Schweigen reden (5)

Es war ein Zufall.
Mein dummes Gestammel am Telefon mit der Therapeutin mit dem aus Versehen- Schlafrealitätsgeständnis, ihrer Nachfrage und dann die Email mit dem Glückwunsch zum Schweigenbrechen.

Hatte ich mein Schweigen kaputt gemacht, als ich etwas zugab, das ich sonst wie ein kleines Privatgeheimnis mit mir herumtrug?
Wann ist ein Schweigen kaputt? Wann ist ein Schweigen gebrochen?
Wer bestimmt wann ein Schweigen beendet ist und wann nicht?

Weil für jemand anderen meine Nichtverleugnung mit Offenheit gleichgesetzt ist- ist dann schon ein Schweigen gebrochen?
Weil ich für einen Moment über eine Schamgrenze gestolpert bin- ist dann schon mein Schweigen beendet?

Muss ich jetzt reden, weil ich sage, dass ich etwas verschweige?
Muss ich mein Schweigen verschweigen, damit es nie zerbrochen werden kann?

Fortsetzung folgt

2 thoughts on “übers Schweigen reden (5)”

  1. Ähh ich versuche mal aus meiner Sicht zu „antworten“

    Schweigen kann nicht kaputt gemacht werden. Schweigen kann nicht zerbrochen werden. Schweigen kann nur beendet werden. Was nichts anderes ist, als das Schweigen zu brechen. Es sind nur andere Worte für die gleiche Tatsache = Schweigen beenden.

    Zerbrechen und brechen sind zwei verschiedene Dinge – für mich, im Zusammenhang mit Schweigen. Zerbrechen ist die Zerstörung von etwas. Schweigen darf und kann man nicht zerstören. Man kann es nur beenden = brechen.

    Derjenige der etwas zu sagen hat, bestimmt, wann das Schweigen beendet ist. Wenn es sich beim Schweigen um das Verschweigen eines „Geheimnisses“ (Ich nenne das jetzt mal so) handelt, dann bestimmt derjenige der dieses „Geheimnis“ in sich trägt, wann das Schweigen beendet ist. Ein Nachfragen der Gegenseite beendet das Schweigen nicht. Ein Verschweigen von etwas hat Gründe, wie Ängste, Scham etc. Ob diese Gründe berechtigt sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber nur, wenn man bereit ist zu vertrauen und sich den Gründen des Verschweigens zu stellen, nur dann kann man sich komplett offenbaren. Und diesen Moment kann nur derjenige Bestimmen, der etwas verschweigt. Weil es seine Ängste etc. sind.

    In dem Zusammenhang. Mir sage mal jemand, es gäbe etwas in seinem Leben, was ich nicht wüsste. Es ist über 10 Jahre her. Ich habe nie nachgefragt. Wenn er bereit ist, sich zu offenbaren wird er es tun.

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