Lauf der Dinge

Zellen und der Rest

Zelle trifft auf Zelle- irgendwo wird ein Schalter umgelegt und eine Zeit später gibt es ein neues greifbar lebendiges Wesen auf der Welt.

Warum genau werden wir Menschen geboren?
Ist der Platz zu klein oder das Wachstumsbündnis etwas mit Haltbarkeitsdatum?

Warum genau gibt es Säugetiere, die sofort herumlaufen können und wiederum Säugetiere, die ohne Versorgung von außen sterben?

Woher wissen die Zellen so genau, was sie wann wo wie machen müssen, um zu werden, was sie dann eben werden? Woher wusste das EiSamenzellengemisch, dass es irgendwann zu einem Körper mit all seinen Bestandteilen werden würde?

Woher weiß eine Schweinezelle, dass sie sich nicht mit einer Hühnerzelle verbinden kann?

Wieso sind manche Tiere von Natur aus Einzelgänger, die sich nur zur Fortpflanzung zusammenfinden und manche Schwarm- oder Herden- oder Rudeltiere? Was genau macht Herdentiere in Einsamkeit krank und Einzelgänger in Zwangsgemeinschaft aggressiv?

Wieso sind Zellen so verdammt klein? Zwei Arm- und Bein- ; eine Rumpf- und Kopfzelle hätte doch auch gereicht.

Und wie kommt es, dass sie alle nach einer Zeit absterben, doch erst immer wieder erneut gebildet werden und dann immer weniger bis gar nicht mehr? Und woher wissen sie, wann es genug oder zu wenig von ihnen gibt? Und woher wissen sie, dass sie am Anfang immer mehr werden müssen- oder sollte es heißen: können?

Welche Zellen genau machen das, was wir Menschen Bewusstsein, Intellekt, Seele nennen?

Wie kommt es, dass wir pulsende Menschzellhaufen uns selbst so genau unter die Lupe nehmen können und doch nichts sehen?
Nie sehen, wo genau das herkommt, was uns fertig-her-dar-stellt. In die Welt macht. Greifbar lebendig macht.

Wir ploppen baumelnd an einem Gewebestrang, der uns mit einem anderen Körper verbindet, in die Welt und sind plötzlich. Immer mehr werdend, immer mehr könnend, je älter wir werden.
Wir bewegen uns, agieren miteinander und reagieren aufeinander. Lernen und vergessen. Entdecken neu, verwerfen Altes und kreieren etwas, das uns hilft erneut ein EiSamenzellengemisch den Schalter umlegen zu lassen.

Geboren, nachgeboren, gestorben, wiedergeboren, nachgestorben, geboren.

Der Schalter wird umgelegt und die volle Palette der Möglichkeiten wird real.
Vom direkten Absterben als Mensch under construction bis zum Menschen mit Berührung aller Empfindungsmöglichkeiten, Entscheidungssituationen, Kämpfe und Schöpfungen im Alter von über 100 Jahren. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Alles ist möglich.216877_web_R_by_Maren Beßler_pixelio.de

Warum erschien mir das gestern alles nur so unreal? So unmöglich, dass es nicht echt, nicht greifbar sein kann?
Welche Zellen haben gestern so fern von mir miteinander gespielt?
Und wann kommen sie wieder zurück?
Tun sie das?
Auch diesmal?

Wir haben einander so schön zusammengehalten. Wieso bleibt immer ein Rest, der nicht mitmacht?

3 thoughts on “Zellen und der Rest”

  1. Deine Fragen an die Welt sind so wunderbar leicht und neugierig. Wir kommen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich und haben Deine Fragen zu den Zellen quasi „gelernt“. Aber all das trockene Fachwissen ist wohl nicht das Ziel Deiner Suche und Deiner Fragen. Ich hoffe, ich biete Dir jetzt keine klugscheißernden Gedanken an, aber die Fragen zum Bewusstsein, der Seele und all das „Ungreifbare“ sind schon so alt und wurden schon vor ewig vielen Jahren diskutiert. Und weil die Fragen zum sogenannten „Leib-Seele-“ oder „Gehirn-Geist-Problem“ so schwer zu beantworten sind, bzw. die angebotenen Erklärungen so großer Denker, wie Aristoteles, Kant oder Descartes so schwer empirisch nachweisbar sind, gibt es keine allumfassende Antwort. Da kann und darfst Du Dir ein eigenes Bild und eigene Gedanken zu machen/(malen). Die Menschen versuchen heutzutage alles an Zellen und Dinglichkeiten festzumachen und bildgebende Verfahren im Bereich der Neurowissenschaften sollen sichtbar machen, was so ungreifbar und vielleicht auch mystisch erscheint. Ich persönlich bin gespannt, wie weit uns die Technik da bringen wird und ob es irgendwann Antworten geben wird: welche Zellen Dein Bewusstsein „machen“. Ich bin sicher…es sind starke, ausdauernde, kräftige Zellen:)
    Deine letzten Fragen sind natürlich sehr speziell. Mir fällt dazu nur ein, dass Dein Körper/Deine Zellen/Deine Seele ein Ziel haben: überleben und die Existenz schützen und sichern. Es wird einen Grund geben, dass Du Dich fern gefühlt hast…nicht eins. Vielleicht kannst Du später erkennen, wozu es gut war. Ich bin mir sicher, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, ob Deine Zellen den Weg zurück finden…es sind sehr schlaue Zellen. Die wissen, wo sie hingehören.

    Alles Liebe von den Sonnenstrahlen

  2. Vielleicht ist es eine dumme Idee. Ich habe das Bild im kopf wie „die Maus“ (diese Erklärung der Welt für Kinder) so etwas erklärt oder man selbst ein Interview mit einem Forscher dazu führt. Vielleicht hilft dir der Gedanke?

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