Die Helfer_Innen und die Hilfe, DIS?, Innenansichten

ein paar Fragen an mich als "multiple Persönlichkeit" die Zweite

Einer unserer BlogleserInnen hatte vor ein paar Tagen auf den Artikel „eine multiple Persönlichkeit ansprechen“ mit Fragen kommentiert. Es geht um die Art, wie wir Innens einander wahrnehmen und „organisieren“.

Mir ist bei den Fragen aufgefallen, dass es klingt, als wären wir eine Menschengruppe in einem Saal.
Alle wissen, wo und wann sie sind, wie sie sich fühlen (bzw. sind in der Lage alles wahrzunehmen), wie es außerhalb des Saales aussieht, wer die Anderen sind und jeder kann mehr oder weniger leicht mit den anderen Menschen darüber in Austausch gehen. Innerhalb der Gruppe gibt es eine Art Rangordnung und eine gewisse interne Politik der jeweiligen Belange.

Bei uns ist das nicht so.
Vielleicht für die neueren Leser hierzu als „Vorlektüre“ noch der Artikel „ein paar Fragen an mich als multiple Persönlichkeit“ und die FAQ´s.
Wir sitzen nicht in einem Saal, sondern in einer Art Kammersystem, dass sich reaktiv auf die Lebensumstände und Situationen passend an manchen Stellen öffnet oder auch schließt.
Manche Innens sitzen isoliert, manche in Gruppen darin. Manche sind schon ewig Kammernachbarn- wissen aber nichts voneinander (aber jemand Drittes, den beide nicht kennen, oder nur einer von ihnen). Manche kommunizieren über Morsezeichen, manche können auch von Kammer zu Kammer gehen. Manche Kammermauern sind sehr dick, manche sehr dünn und fast durchsichtig. Manche haben auch einen Tunnel durchgegraben und können einander die Hand reichen und es langsam erweitern. Manche haben auch nur noch einen Flattervorhang zwischen sich und ihrem Nachbarn. Und manche haben ihre Kammern zu einer werden lassen.

Zu Anfang kannte niemand einander. Oder hatte nur so eine dumpfe Ahnung, dass dort noch jemand ist. Oder hat die Klopfzeichen von nebenan, als Flüstern im Hinterkopf, ein „komischer Impuls“, ein „sich dabei beobachten, wie man etwas tut, dass einem selbst fremd ist“, ein „Ahnungsdonner“ und so weiter.

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Jeder war (und ist bis heute) konkret für eine Lebenssituation oder bestimmte Umstände ausgerüstet.  Entwickelte sich und seine Strategien dem entsprechend, was ihm geboten wurde. Erlebte jemand schöne Momente mit anderen Menschen, konnte aktiv in einem Bereich sein (Schule oder Sportbereich zum Beispiel) so erlernte und internalisierte es diese Dinge. Entwickelte darüber ein Konzept zur Welt und eigene Werte.
Erlebte jemand ausschließlich Gewalt oder Vernachlässigung, erlernte dieses Innen Strategien um dies zu überstehen und auch darüber wieder ein eigenes Konzept.

War ein Innen (physisch wie psychisch) überfordert und erlebte Todesängste, entstanden neue Kammern und entsprechende Mechanismen im Gesamtreaktionssystem über die Öffnung und Schließung.

Ich merke beim Schreiben, wie unbefriedigend es vielleicht wirkt, wieder nur eine Metapher für diese inneren Prozesse zu lesen zu bekommen, aber anders ist es zu schwammig.
Wenn ich an meine Jugend denke, habe ich nichts weiter als einen wirren, unklaren Wisch im Kopf. Ich hatte damals kein Bewusstsein über mich als Mensch- als Einsmensch. Noch nicht einmal das Bewusstsein dafür, dass ich eines haben sollte. Für mich ging die Kammer auf, wenn ich in der Schule saß. Zuhören und Gesagtes wiederholen- fertig. Kammer zu und Punkt. Mehr war da nicht. Klassenkameraden, LehrerInnen, soziale Interaktion, mein Elternhaus, Hobbies, Wünsche, Ziele, was ich mag und was nicht, das alles war einfach nicht in meinem Kopf drin. Was ich wusste war, dass ich XY heiße, so und so alt bin (nicht das Körperalter) und es mag, wenn ich eine gute Note für eine Arbeit bekomme und genau weiß, was ich dafür tun muss.

Inzwischen habe ich einen größeren Bewusstseinsradius. Geholfen hat mir, dass mich Menschen mit Fragen auf diese Dinge aufmerksam gemacht haben und mir aufgezeigten, was noch von mir als Einsmensch kommt. Dass mein Körper, wenn ein anderes Innen darin aktiv ist, Sachen tun kann, von denen ich für mich meilenweit entfernt bin- sie mir nicht zutrauen würde oder die mir peinlich sind.
Oder auch, dass mir Menschen gesagt haben, dass mein Körper, während ein anderes Innen darin aktiv war, viel weinte und von einer Belastung sprach, oder sich sehr über etwas gefreut hat, oder etwas von seinem Erleben- unseren Lebensumständen als Einsmensch früher wie heute erzählt hat.

Das Konzept des Einsmenschen meint den Menschen „H. C. Rosenblatt“, der für alle Menschen sichtbar ist und vor jedweder Entität Verantwortung für seine Lebenssicherung und sein Handeln übernehmen muss.
So ist dieses Blog zum Beispiel der Blog „der Rosenblätter, die den Namen H. C. Rosenblatt als Nutzernamen angaben“ – also von allen von uns, da wir alle zusammen dafür sorgen müssen, dass hier nichts steht, das illegal ist oder gegen die Nutzungsbedingungen von WordPress verstößt. Die einzelnen Artikel hingegen, kommen von einzelnen oder einem kleinen Verbund von Innens.

Bei sozialen Kontakten ist es ähnlich. Natürlich haben wir als Einsmensch Kontakte (und sind auch hier verpflichtet nicht verletzend zu handeln und Verantwortung für unser Tun zu übernehmen) doch nur einzelne Innens sind auch tatsächlich zur Interaktion fähig. Bei unseren Gemögten sind meistens die Innens da, die gut an die Art und Weise des Umgangs angepasst sind, gleiche Themen wie das Gegenüber haben, Aufgaben gut meistern können und so weiter.
Der lesende Mensch, der die Fragen an uns richtete, fragte, ob wir untereinander um die sozialen Kontakte konkurrieren. Da kann ich wohl sagen: Nein.
Zum Einen wissen manche Innens gar nicht wer welche Kontakte knüpft und pflegt (und erlebt sie nicht) und zum Anderen, gibt es nicht bei allen Innens die Fähigkeit überhaupt Menschen auszuhalten. Sie sind in ihren Kammern geschützt davor und die Tür dazu nach außen geht nur auf, wenn es eine Verwechslung gibt (etwa, weil ein Triggerreiz das Reaktionssystem dazu veranlasst auf einen Umstand zu reagieren, der aber gar nicht wirklich geschieht).

Oft genug wissen wir Alltagsinnens nicht, wenn es jemandem von uns schlecht geht und agieren nicht so, dass es eine Entlastung geben kann. Wenn dann jemand von unserem Viele-sein weiß und uns sagt: „Hm, ihr Alltagsinnens macht ja wieder ganz schön viel- ich habe vorhin mit XY gesprochen und dem geht es nicht gut damit.“, dann kann ich (und auch die anderen Alltagsinnens) versuchen den Blick nach innen zu richten. Vielleicht mal hinfühlen, reinhören, welche Kammer es ist und was für Impulse daraus hervordringen. Was gebraucht wird, wie ich/wir mein/unser Verhalten verändern könnte/n. Manchmal geht das schon ganz gut, manche Kammermauern sind aber auch so dick auf meiner Seite, dass ich von dort nichts wahrnehme und es auf gut Glück versuchen muss (wofür ich viel Mut und ein gutes Umfeld brauche).

Eine Politik für unsere unterschiedlichen Belange haben wir nicht. Zum Einen, weil eine Demokratie von einer Mehrheit lebt, die es bei uns nie gibt (und auch nicht hergestellt werden kann, weil es noch immer zu wenig Mauerdurchbrüche zwischen uns gibt) und zum Anderen, weil die verschiedenen Verbünde und auch einzelne Innens, unabhängig von inneren Absprachen oder „Gesetzen“ autark nach außen handeln können, sobald das Reaktionssystem einfach anspringt und ihre Kammern aufgehen.
Unsere Struktur ist die Struktur der Dissoziation als Reaktion auf äußere Umstände.
Es wird weniger je länger wir in Therapie sind und sich diese Struktur verändert, aber im Grundsatz ist es noch immer so. Das Außen- unsere Lebensumstände als Einsmensch- bestimmen, wer von uns „da“ ist. Nicht die eigene Entscheidung oder eine mehrheitlich beschlossene Wahl. (Wobei einzelne Innens das auch können, aber auch das bis jetzt nur einem freien Umfeld, wie in der Therapie zum Beispiel.)

Eine Frage des lesenden Menschen war auch, wieso sich einzelne Innens nicht angesprochen fühlen, wenn man alle von uns anspricht.
Ich bin nicht die Anderen. Fertig.“, das war das Erste, das ich dazu dachte.
Ich kann nie umfassend wissen oder sagen, was alle Anderen denken, fühlen, oder tun, in was für Filmen sie sich gerade bewegen, wenn sie außen sind. Es ist immer defizitär und für mich noch unbeeinflussbar. Was die anderen Innens tun, hat zwar in der Wahrnehmung des Außen mit mir als Einsmensch zu tun, aber nicht für mein Empfinden.
Wäre dem so, könnte ich es beeinflussen- was ich aber nicht kann.

Schönes Beispiel die Frage: „Wie geht es euch?“
Wir beantworten sie immer wie eine Wettervorhersage: alle Angaben ohne Gewähr.
Wir bemühen uns, uns vor Augen zu halten, dass im Innen andere sind, fühlen rein und können sagen, wo welcher Impuls von Emotion ist und versuchen es durch unser Handeln zu beeinflussen. Doch nur allzu oft ist genau dies ein „Trial and Error“, ein ewiges Jonglieren auf einem Bein.

Und auch ein ständiges Kompensieren.
Zeitverluste zum Beispiel, versuchen wir wenigstens zu spüren und auf der kognitiven Ebene auszubalancieren. Etwa mit Listen und dem Tagebuch Nachfragen bei bekannten Gemögten, die wissen, dass wir Viele sind, auch wenn man nicht das Innen ist, das normalerweise im Kontakt selbst da ist.
Vielleicht kann man sich so auch gut vorstellen, wie viel Mut es jedes Mal aufs Neue von uns abverlangt überhaupt Kontakte zu knüpfen. Immer wieder kann es sein, dass jemand im Außen eine liebe verhuschte „H. C. Rosenblatt“ kennt, dann aber am Telefon von einer „H. C. Rosenblatt“ ohne Bezug zum aktuellen Beziehungsstatus, gemeinsamen Themen oder eigenen Lage etwas gefragt wird. Oder die bekannte „offen freundliche H. C. Rosenblatt“ einen keines Blickes würdigt, wenn man sich im Supermarkt oder auf der Straße trifft.

Wir können dort nur immer wieder erklären, wie das subjektive Erleben ist, was wahrgenommen wurde und was nicht und weiter daran arbeiten, die dissoziativen Barrieren zwischen uns (die Kammermauern) durchlässig zu machen. Wenn das Gegenüber uns verstanden hat, uns hilft, indem es uns bei der Kompensation von Wahrnehmungs-, Orientierungs- und Zeitverlusten unterstützt, dann bröckelt diese Barriere jedes Mal ein bisschen mehr und auch die Gesamtreaktionsstruktur verändert sich. Einfach schon dadurch, dass hier und da neue Möglichkeiten zur Umgestaltung Platz haben.

Ich weiß nicht, ob die Fragen nun wirklich gut beantwortet sind.
Es kann sein, dass der Umstand nicht meine -naja ich schreibe es nun doch nochmal- defizitäre Wahrnehmung als Einsmensch von sich zu kennen, das Ganze wirklich schwierig macht.

Aber eins kann ich noch einmal unterstreichen.
Nur, weil wir uns als viele komplette Individuen fühlen und dem äußeren Anschein nach auch so verhalten können, heißt das nicht, dass es auch so ist.
Wir für uns haben klar, dass unsere Wahrnehmung durch die Dissoziation unvollständig ist- jedem von uns fehlt ein Stück, das andere haben und später hilfreich sein kann, weniger Verlust kompensieren zu müssen und irgendwann so integriert werden muss/ kann/ soll(te). So lange, bis sich ein tatsächlich ganzheitliches, nicht durch dissoziative Mauern getrenntes Empfinden, Wissen und Handeln entwickelt und wir auch als innere Einheit sagen können: Ich bin H. C. Rosenblatt mit der und der Persönlichkeit, den und den Fähigkeiten und dem und dem Wissen.

 

Es gibt Menschen mit DIS, die das anders empfinden und andere Ziele haben. Die andere Methapern verwenden, sich anders erleben und einschätzen. Es gibt hier nicht an Anspruch für alle diese Menschen zu sprechen.

18 thoughts on “ein paar Fragen an mich als "multiple Persönlichkeit" die Zweite”

  1. Vielen Dank! Ich finde das wirklich eine sehr hilfreiche und verständliche Beschreibung. Ich wünsche Euch noch viele erfolgreiche Mauerdurchbrüche.

  2. Das Lesen eurer Zeilen erinnert uns ein wenig an die „Cube“-Filme.
    Eine Frage zum Verständnis. Ihr schreibt:

    „Sie sind in ihren Kammern geschützt davor und die Tür dazu nach außen geht nur auf, wenn es eine Verwechslung gibt (etwa, weil ein Triggerreiz das Reaktionssystem dazu veranlasst auf einen Umstand zu reagieren, der aber gar nicht wirklich geschieht).“

    Verstehe ich das richtig dass dieses „Reaktionssystem“ bei (vermutetem) Bedarf Kammern öffnet und dadurch die Bewohner der Kammern in Kontakt mit der Außenwelt bringt?
    Wenn ja, dann sind diesem „Reaktionssystem“ alle Anteile bekannt, die in der Außenwelt Aufgaben erledigen könnten.
    Ist da ein Knotenpunkt in eurem System?
    Wenn ja dann ließe sich der vielleicht auch als Kommunikationsweg benutzen.
    Welche Natur hat dieses Reaktionssystem?

    Liebe Grüße
    Wintertanz

  3. Hallo,

    ich kann mit dem „Kammersystem“ und dem darum gefassten „Gesamt-Einsmensch“ viel anfangen. Vor einiger Zeit habe ich in meinem Blog etwas zu dem Thema „Zimmer bauen“ geschrieben, denn meine Therapeutin versuchte mit einem ähnlichen Bild zu erklären was es mit dem Thema Dissoziation auf sich hat.

    Ich bin ehrlich gesagt froh, das Du das hier geschrieben hast, weil es mein Bild von dem was bei Menschen mit dissoziativer Störung grundlegend für Mechanismen greifen bestätigt. Ausserdem finde ich dort Ansätze für die Theorie der Systemverantwortung trotz individuell handelnder Innenpersonen wieder.

    Danke für diesen Beitrag.

    VG Seelenlabyrinth

  4. Auch wir sagen Danke, wir fühlen uns in einigen Dingen ähnlich, wir wünschen euch von Herzen dass ihr immer mehr zu einem guten Team werdet und euch mehr und mehr kennenlernt

  5. Hallo,

    vielen lieben Dank für den Post! Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie genau
    die Analogie dein Erleben wiedergibt, aber ich finde sie keineswegs
    unbefriedigend. Im Gegenteil, möchte ich mich den anderen kommentierenden
    Menschen anschließen: Ich finde die Erklärung toll und bewundere dein Talent
    oder Fähigkeit dich so klar in Bildern auszudrücken.

    Ich … uhm muss aber leider gestehen, dass weitere Fragen hinzugekommen sind.
    Ich weiß nicht so Recht, aber ich hab‘ das Gefühl zuviel Raum zu okkupieren.
    Und ich befürchte, dass auch weitere Fragen auf falschen Annahmen und
    Vorstellungen meinerseits beruhen werden und ich weiß nicht, ob sowas für dich
    bzw. euch nicht auch unbefriedigend ist. Daher möchte ich mal vorfragen,
    inwieweit so eine Kommunikation überhaupt gewünscht ist und ob ihr auch klar
    kommuniziert, falls euch etwas zu anstrengend oder nervig oder ähnliches ist.

    Grüße
    Kinch

  6. Hallo Wintertanz
    die Fragen machen mich gerade aufmerksam für einen Schwachpunkt in dem Artikel- vielen Dank dafür.

    Das Reaktionssystem meint das Gehirn bzw. seine biologischen Möglichkeiten sich an traumatische Erlebnisse anzupassen bzw. zu reagieren.
    Die Reaktion ist die Dissoziation selbst, welche bei uns strukturell geschieht (dissoziative IdentitätsSTRUKTUR).
    Falls diese Begrifflichkeit unklar ist, hilft vielleicht ein Blick in die FAQs dieser Seite (dort ist auch ein Link zum Infonetz Dissoziation, falls die Erklärung dort noch nicht reicht).

    Als grundlegende „Natur“ dieses Systems kann man von „Schutz vor neuronaler Überlastung“ sprechen und im Fall dissoziativer Störungen von einer Art „Unfähigkeit zur spontanen (normalen) Assoziation“.
    Um vor Überflutung zu schützen, werden alle Reize, die das Gehirn aufnimmt dissoziiert (bei jedem Menschen) und dort assoziiert (zum Teil des Welt-, Selbst-, Umgebungsbildes). Absolut überfordernde Erfahrungen, die zum Beispiel mit Todesangst verbunden waren, bleiben unbearbeitet oft „im Zwischenspeicher“(dissoziiert).
    Das ist so die „Ultrakurzversion“ zur „Natur des Reaktionssystems“.

    Viele Grüße

  7. System verantwortung ist leider auch ein Begriff, der verwirrend ist.
    Freut mich, dass du hier ein paar Ideen finden konntest.

    Viele Grüße

  8. Hallo Kinch,

    scroll mal ein bisschen hoch… da ist so ein kleines Monsterchen, nicht wahr?
    Die Schrift da heißt übersetzt: Wenn Fragen sind- fragen, sonst hab ich nichts zu schreiben 😉

    Bei uns ist gerade viel los und natürlich kann es sein, dass wir nicht alle Fragen beantworten können oder auch wollen.
    Aber es kostet nichts und hier ist Platz. Es ist das Internet- wo bitte gibts mehr Raum? 😉

    Viele Grüße

  9. Hallo du,

    das freut mich sehr zu hören!

    Eine weitere Frage beschäftigt mich schon länger und da der Punkt hier erwähnt wurde greife ich ihn mal auf: Es wird mehrmals eine Fusion oder Integration von Innen erwähnt. Und an dieser Stelle muss ich vielleicht erklären, wieso das für mich so schrecklich klingt: Für mich ist die Separatheit meiner
    Persönlichkeit und meines Körpers, im Grunde genommen, das einzige was mich definiert. Die Vorstellung mit irgendwas zu verschmelzen, was nicht ich ist, ist für mich identisch mit der Vorstellung mich aufzulösen und aufzuhören zu existieren.

    Aber so wie ich das lese, ist diese Integration (oder Reintegration) ein gewünschter oder zumindest neutraler Vorgang für euch. Aber … hast du keine Angst? Angst, dass da ein anderes Innen ist, das dich quasi verschlingt? Und du quasi abgelöst wirst durch eine andere Persönlichkeit? (Bah, die Vorstellung finde ich wirklich gruselig)

    Möglicherweise, das gebe ich zu, ist meine Vorstellung dieses Vorgangs noch zu sehr von der Vorstellung von euch als disjunkte Persönlichkeiten geprägt.

    Apropos: Zumindest du hast ja einen sehr neurowissenschaftlichen Standpunkt zur Dissoziation. Die größte Analogie der dissoziativen Identitätstruktur die ich in meinem Leben finden kann, ist die simple Feststellung, dass mein Denken, Fühlen und meine Wahrnehmung abhängig ist vom Kontext. Ich bin auf der Arbeit anders als zu hause, alleine anders, als in Gesellschaft. Nun, nach der Kammer-Metapher würde ich die Dissoziation, die ihr habt, verstehen als eine extremeren Varianter dieser — ich nenns mal — kontextsensitiven Persönlichkeit. Dass bei euch verschiedene Erinnerungen, Fähigkeiten und andere kognitive Ressourcen exklusiv, in einem spezifischen Kontext, zur Verfügung stehen.

    Würdest du dem zustimmen, dass ihr daher im Grunde in der Summe aller Innen lediglich eine Persönlichkeit darstellt? Dann wären die Innen quasi idealisierte Facetten dieser Persönlichkeit?

    Eine weiterere und vermutliche letzte Sache an dieser Stelle: Ich denke, ich
    habe begriffen, dass das euer Blog ist, weil ihr gemeinschaftlich
    dafür verantwortlich seid. Aber ich muss zugeben — vermutlich aus egoistischen, zumindest aber egozentrischen Motiven — tue ich mir schwer damit, dass ihr nur unter einem Namen publiziert. Ich will euch selbstverständlich in dieser Sache nicht reinreden. Aber für mich ist das ein Problem, das vielleicht eine etwas generalisierte Fassung des Singular ./. Plural Problems ist und ebenso aus meiner Unwissenheit heraus geschaffen wird.

    Puh, das ist etwas schwer zu erklären. Die Sache ist, wenn ich nicht weiß, welches Innen schreibt, bzw. welches Innen antworten wird, weiß ich auch nicht, wie ich etwas zu nehmen habe oder wie ich bestimmen kann, was ich sagen kann und was ich besser nicht sagen sollte, bzw. wie ich etwas sagen sollte und wie nicht. Vielleicht gibt es ja ein Innen, dass den neurowissenschaftlichen Standpunkt der Dissoziation ganz schrecklich findet; dann würde ich Fragen in dieser Richtung meiden. Vielleicht hat ein Innen einen ausgeprägten Sinn für Ironie, dann würde ich Sachen eher ironisch gemeint lesen, bzw. antworten. Vielleicht finde ich ein Innen völlig unsympathisch und möchte lieber gar nicht mit diesem Innen kommunizieren.

    Das Problem ist also, denke ich, das Botschaften für ein spezifisches Innen nicht auch an ein spezifisches Innen adressierbar ist und umgekehrt. Nun, ich denke in eurem „Real-life” ist das weniger ein Problem, weil ihr Menschen immer in einem spezifischen Kontext begegnet (bzw. der Mensch den Kontext definiert) und daher immer das selbe Innen habt, das mit diesem Menschen interagiert (wenn keine „Unfälle” passieren). Aber führt das nicht in einem gemeinschaftlichen Blog zu Problemen, wenn ihr gemeintschaftlich mit Menschen interagiert?

    Puh, ich glaube ich kann mir einfach nicht kurz fassen^^.

    Ich wünsche euch eine angenehme Nacht!

    Viele liebe Grüße
    Kinch

  10. Hallo Kinch

    Zum Thema Integration- es gibt bereits einen Artikel zur Wahrnehmung dessen:
    https://vieleineinemblog.wordpress.com/2013/02/02/die-sache-mit-der-integration/

    Zur Frage: Seid ihr alle zusammen eine Persönlichkeit?: Ja, ich glaube schon irgendwie (Wobei der Begriff der „Persönlichkeit“ als solcher natürlich ausgiebig definierbar ist)

    Seid ihr idealisierte Facetten einer Persönlichkeit? Muahaha- idealisiert? Du meinst (hoffentlich) eher spezifisch angepasst? (Diesen Vergleich mit den „Seiten/Rollen“ und den Unterschied zu unserem Erleben wurden in den FAQs schon geschrieben. Also Ja- irgendwie ist es so- aber nochmal anders, da es jeweils Funktionsniveauabfall, Amnesien und unterschiedliche Selbst- und Fremdwahrnehmung gibt)

    Die neurobiologischen Erklärungen haben uns sehr Vieles greifbarer gemacht.
    Als die Diagnose gestellt wurde (wir waren da gerade 16/17 Jahre alt) gab es Erklärungsversuche unserer Behandlerinnen, die alle nebulös und schwer nachvollziehbar waren. Etwa: „Du hast etwa Schlimmes erlebt (MÖÖÖP- ICH habe nichts Schlimmes erlebt! Hallo?! Was wollen Sie mir hier erzählen?!) und deshalb musste sich deine Psyche (Psyche… was ist genau die Psyche…?) schützen und ein anderer Teil hat es übernommen (Äh… o.O) „.
    Als Erwachsene mit eigenem Konto konnten wir uns endlich Fachbücher kaufen und BING!
    Biologische Grundlage—> Ursache—-> Wirkung—> klare Einschätzung über Möglichkeiten der Veränderung.

    Zum letzten Punkt: Du meinst, wenn du unsere Namen wüßtest, könntest du dich besser auf uns jeweils einstellen und entsprechend agieren bzw. reagieren.
    Leider vergisst du dabei, dass du dir dies nur wünschen kannst, weil du weißt, dass wir viele sind.
    Laut einer Prävalenzstudie ist 1 von 100 Menschen multipel. Es kann also durchaus sein, dass du bereits mit Multiplen Kontakt hattest, ohne dies zu wissen oder sogar jemand in deinem Umfeld multipel ist, ohne es selbst zu wissen.
    Keinen anderen Menschen würdest du fragen: „Äh sag mal- wie bist du denn grad so drauf- ich will mich dir umfassend anpassen, damit wir uns richtig verstehen“. Grundsätzlich ist die Intension schön, aber die Frage ist im Alltag unnötig, weil du über die Informationen die das Gegenüber bewusst und unbewusst aussendet (sowie den Situationskontext), eigentlich schon weißt, wie es dem Gegenüber geht und wer er ist bzw. in welcher Position er zu dir steht.
    In Blog in denen tatsächlich mehrere Menschen (Einsmenschen) schreiben, kannst du vom Schreibstil und den jeweiligen Themen ableiten.
    Ich glaube hier in Blog ist es ähnlich. Eher lyrisch anmutende Texte kommen von jemand anderem als die politisch motivierten und so weiter.
    Im Umgang- deiner Reaktion kannst du immer so reagieren, wie es bei dir ankommt. Die Information, die darüber dann bei uns als Einsmensch ankommt, löst eine mehr oder weniger „gut“ passende Reaktion im Sinne eines Wechsels oder spürbaren Impulsen von innen, die dem Innen „vorne“ Hinweise geben.

    Es ist nicht wichtig in dem Kontext hier im Blog zu wissen wer von uns hier was schreibt. Wichtig ist, was dort steht. Darum geht es den jeweiligen Innens und darauf sind Reaktionen gewünscht.

    Unsere Gemögten wissen auch nicht alle wie die Innens heißen mit denen sie zu tun haben. (Falls dies ein Trostbonbon ist 😉 )

    Viele Grüße

  11. Hi, ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich da auch noch etwas zu ergänze. Das Kammersystem befindet sich letztendlich im Gehirn des Menschen, um es einmal auf die rein biologische Seite herunter zu brechen. Dort wurden auf Grund von Erfahrungen, wie C. Rosenblatt sie beschrieben hat, bei der Speicherung derselben seelische Schutzmechanismen mit eingebaut, welche bis in die heutige Zeit weiter Bestand haben. So kann es sein, dass eine Kammer z.B. mit dem Geruch eines bestimmten Aftershaves etwas sehr negatives verbindet und wenn nun der Mensch dieses riecht kann das dazu führen, dass Kontakt zu dieser Kammer entsteht oder das dadurch der Kontakt zur Aussenwelt von der einen Kammer spontan zugeht, weil es von dem Geruch überfordert ist und nicht weiss, wass daran so viel Stress macht und eine andere Kammer übernimmt.

    Weiss nicht, ob diese Gedanken hierzu erwünscht oder hilfreich sind. Wenn nicht einfach wieder löschen.

    Viele Grüsse Seelenlabyrinth

  12. Hi!

    Danke für den Link. Meh! Eigentlich wollte ich vermeiden etwas Fragen zu, was schon auf dem Blog geschrieben steht, aber wegen Zeitgründen habe ich erst circa die Hälfte durch. Also verstehe ich das richtig, dass die Integration für euch etwas positives darstellt? Ist es eigentlich euer Wunsch zu einer gesamtintegrierten Persönlichkeit zu werden oder gibt es auch Innen, die lieber „für sich” sein wollen?

    Ja, mit idealisierten Facetten meinte ich schon so etwas spezifisch angepasste Innen. Also ich dachte eigentlich, dass ein Innen halt für eine (oder auch mehrere) Facette einer Persönlichkeit steht. Idealisiert dem Sinne, dass ein es nur wenig Überlappung zwischen den Innen gibt, d.h. jedes Innen ist mehr oder weniger ein auf die spezifische Facette (Mutig, Kreativ, Sozial, Deprimiert, …) reduzierte (daher idealisiert) Persönlichkeit.

    Neurologie ist so ein wenig ein Interessengebiet von mir. Ich wollte daher auch mal nachfragen, ob ihr vielleicht ein Fachbuch empfehlen könnt, das für einen Einsteiger zu dem Thema der neurologischen Grundlagen der DIS geeignet ist. (Es gibt ja den Mechanismus des state-dependent learning und context-dependent memory und ich frage mich, ob es da Zusammenhänge zur DIS gibt. So ein Grundlagenbuch fänd‘ ich wirklich spannend.)

    Ehrlich gesagt, fände ich die Information, wie eine Person drauf ist, bevor ich mir ihr interagiere sehr praktisch^^. Um meine Sozialkompetenz ist es leider nicht allzu gut bestellt. Aber wie auch immer, ich werde mich in Zukunft einzig auf den Inhalt des Gesagten konzentrieren und nicht, von wem es gesagt wurde.

    Aber … hm, wie verteilt ihr eigentlich Wissen? Ich habe gelesen, dass ihr Tagebücher und Notizbücher dazu verwendet. Schreibt ihr da auch auf, wie ihr die verschiedenen kommentierenden Menschen einschätzt und was für ein Interaktionverlauf bereits vorausgegangen ist? Als einfaches Beispiel: Ist dir jetzt klar, dass ich auch die Person bin, deren Fragerei zu diesem Artikel führten, weil das irgendwo aufgeschrieben wurde? Oder bringt sich jedes Innen selbst auf den neusten Stand, indem es alle neuen Artikel und Kommentare durchließt? Oder ist der Kontext für euch generell nicht von Bedeutung?

    Oh und, was mir gerade einfällt: Die meisten Multis haben ja auch destruktive Innen und ich glaube ihr auch, oder? Wenn ihr ein externes System zur Wissensverteilung benutzt, müsst ihr das irgendwie vor Manipulation schützen? Also ich stelle mir das so vor, dass da ein Innen existiert, das euch sabotieren will und deshalb Fehlinformationen verbreitet.

    Viele liebe Grüße
    Kinch

  13. Hallo Kinch,

    die neurologische Grundlage von DIS ist im Grunde die Gleiche, wie die von Stress. Traumafolgestörungen sind fast alle auf eine (chronische) (Stress-)Verarbeitungsstörung zurückzuführen. Die DIS zeigt im Grunde nur den Schweregrad dessen an.
    Wir haben den Einstieg dazu in dem Buch von Michaela Huber „Trauma und die Folgen“ gefunden, kamen über das Literaturverzeichnis darin zu Wissenschaftlern, die sich damit befassten. Vielleicht eignet sich dieser Weg auch für dich?

    Für uns ist der Prozess der Integration positiv besetzt, ja.
    Es hat ein bisschen was damit zu tun, dass wir uns, je mehr wir von einander erfahren und spüren auch unsere Defizite als Einzelinnens wahrnehmen. So zum Beispiel in der Krisenzeit jetzt. Es gibt ein erhöhtes Stresslevel, also sind viele „Kammern“ zwischen uns verschlossen und viele Innens nicht spürbar. Waren vorher Dinge wie Alltagsstruktur, Selbstfürsorge etc. zwar schwierig aber einigermaßen schaffbar, ist es jetzt fast unmöglich.
    Es ist eine Bereicherung, wenn wir verwachsen. Das eigene Dasein bekommt mehr Tiefe- eine greifbarere Dimension.
    Natürlich gibt es auch Innens, die sich dagegen verwehren und sich das nicht vorstellen können. Doch das sind genau die Innens die auch noch wenig oder auch gar keinen Kontakt zu anderen Innens haben. Sie wissen nicht „was ihnen entgeht/ fehlt“ oder was sich verändern könnte oder sind vielleicht einfach noch nicht „stark genug“ um sich dem zu stellen, was andere Innens statt ihrer selbst erlebt haben.

    Wie wir uns über Außenkontakte austauschen.
    Ja, über das Tagebuch vornehmlich und Überprüfung der Spuren im Außen (Blog, Mailpostfach, Chatprotokolle, Foreneinträge, Twitter- und Facebooktimeline). Aber ich zum Beispiel schreibe jetzt nicht ins Tagebuch: „Da ist so ein nerviger Fragesteller im Blog“, sondern: „21.7. 2013 von 1.30 Uhr bis 3.30 Uhr Blogkommentare beantwortet. 4.00 Uhr ausgeschaltet. Keine besonderen Vorkommnisse. Blogartikel muss fürs Buch etvl. umgeschrieben werden. Notizen im Manuskript.“
    In eine Bewertung der Menschen um uns herum ergebe ich mich in der Regel nicht. Ich sehe mich nicht in der Position, die eine Bewertung meiner Mitmenschen berechtigt. Andere Innens machen das schon auch, aber an dem Punkt ist die unterschiedliche Wahrnehmung jeweils unterschiedlich und für die Innens selbst subjektiv. Also nur weil ein Innen mir schreibt: „Boa ich hab da so ne Trantüte an der Backe- nervt voll“, heißt das nicht, dass ich es auch so empfinde.

    Ja wir haben auch destruktive Innens. Auch welche, die unser Tun manipulieren oder zur Selbstzerstörung einsetzen. aber auch dort gibt es ein Muster, dass wir in den Bereichen (zum Beispiel hier im Blog) gut einhalten können.
    Zum Beispiel indem wir hier einfach nicht so formulieren, dass es diese Innens antickt und sie sich in der „Pflicht“ sehen unsere Worte zu löschen. (Etwas, dass bei manchen beschützenden Innens auch wichtig ist übrigens: Würden wir Artikel im typischen „Misery-armes- armes- Opfer-Stil“ schreiben, kämen, diese niemals im Internet an. Schaffen wir aber eine Mitte, bleiben sachlich und einigermaßen neutral, klappt es).

    Außerdem haben die „bösen“ Innens ein eigenes Blog, dass wir gemeinsam besprochen haben bis sie das annehmen konnten. Also wir haben ihnen erklärt, dass ihre Ansichten wichtig sind und wir es gut finden, wenn sie sie aufschreiben wollen (was sie im Tagebuch zum Beispiel bis heute nur in hingeworfenen Sätzen oder mit Zerstörungsakten tun), aber, dass die Öffentlichkeit (des Internets) vieles nicht richtig verstehen würde, so wie wir und uns alle damit in unangenehme Situationen bringen könnte.
    So ist der Blog nur für uns zugänglich und die haben unser Versprechen dort alles was sie wollen schreiben zu dürfen und auch auszudrucken und z.B. der Therapeutin oder HelferInnen zum Lesen zu geben, wenn sie es erlauben oder wollen. Das klappt ganz gut und ich habe den Eindruck, dass es seitdem manchen auch weniger Druck macht, dass wir „anderen“ einen Blog führen.

    Viele Grüße aus der Dachsauna

  14. Hallo C,

    vielen Dank, für die Buchempfehlung! Ich werds mal darüber versuchen.

    Ich bin beeindruckt vom Organisationsgrad, den ihr entwickelt habt. Mit redigierenden Beschützerpersönlichkeiten hätte ich wirklich nicht gerechnet. Fühlst du dich nicht bevormundet, wenn da so ein Beschützerinnen dich zensuriert? Hm… vermutlich kommt man um Kompromisse in so einer Situation nicht rum.

    Dass es euch aktuell so schlecht geht, tut mir leid. Dass die Gesamtsituation beschissen ist bekomme sogar ich mit, aber ich dachte ehrlich gesagt, dass sei die Normalsituation, mit der ihr euch halt arrangiert habt. Na ja, rückblickend hätte der Hinweis, dass ihr euch für eine Klinik bewerbt ein klares Indiz sein müssen.

    Das geht sicherlich stark ins persönliche und ich will nochmal das (für mich) Selbstverständliche klarstellen, dass ich keine Antworten erwarte, aber mich freue, wenn sie doch kommen. Also hm, ist jetzt echt naiv gefragt: Warum geht’s euch aktuell so mies? Hat sich was in den äußeren Lebensumständen geändert?

    Eine Frage, die ich beim letzten Artikel hatte: Nehmt ihr Anteilnahme durch eure Leserschaft für gewöhnlich (ich nehm‘ an, dass ist Innen-abhängig) positiv auf? Also hilft euch das Gefühl, dass Menschen sich für euer Wohlbefinden interessiert?

    Viele Grüße aus der kühlen Kellerwohnung.
    Kinch

  15. Hallo,
    Ja,“drum herum kommen“ gibt es wahrlich nicht. Es ist ein Balanceakt: Entweder habe ich Probleme Artikel zu veröffentlichen und muss auf die Mitte achten, oder das „sich nicht gut fühlen“ wird so stark, das ich im Alltag Probleme bekomme. Dann lieber etwas Achtsamkeit nach innen 😉

    Warum es uns schlecht geht ist, glaube ich, einfach mit unserer Freiheit, die langsam überall im Innen bewusst wird verknüpft. Genau weiß ich es nicht, aber ich hoffe, dass wir nach dem Klinikaufenthalt in der Hinsicht etwas mehr verstehen.

    Viele Grüße

    P.S. Wenn du noch einen Kommentar schreiben möchtest, klicke bitte nicht auf „antworten“ sondern auf „einen Kommentar senden“. Die Antworten werden sonst zu schmal und lang nach unten.

  16. Hi,

    ich danke euch vielmals für eure Auskunftsbereitschaft und Geduld.

    Leider (:-P) sind, denke ich, erstmal die meisten Unklarheiten bei mir beseitigt. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich sage, dass ich euch sehr interessant und zumindest die von euch, die ich soweit kennenlernen durfte, ausgesprochen sympathisch finde.

    Ich hoffe, dass die aktuelle Tiefphase rasch überwunden wird. Und wenn deine Vermutung richtig ist, dass die aktuelle Krisenzeit durch die erwachende Freiheit verursacht wird, wünsche ich euch sehr, dass die Krise geht und die Freiheit bleibt (wenn sie für euch etwas positives darstellt natürlich).

    Viele liebe Grüße
    Kinch

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