Lauf der Dinge

Hänschen und Gretchen

Es gibt keine Mädchenversion von „Hänschen klein, ging allein, in die weite Welt hinein“.
Gretchen gehen ja auch nicht allein in die weite Welt hinein.
Und wenn doch, dann ist etwas an ihrem Selbsterhalt kaputt.

Hänschens Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr- wird vermutlich so Vieles dahinziehen sehen, was ihr Gretchen nicht an sich hat.
Versorgung und Schutz. Familientraditionspflege.

Gretchen hat keine Hörner zum Abstoßen mehr, wie Hänschen. Vermutlich schon wurden ihr die als Baby schon mit einem Helm in den Kopf gedrückt, oder mit Gewichten, bestehend aus Rollenanspruch und Demütigung, behängt, bis sie abrissen.

Hänschen besinnt sich und kehrt zurück. Wird offenen Armen empfangen.
Gretchen besinnt sich und hat nichts davon. Sie will niemand mehr haben.

Mir dämmert, wieso die Mädchenversion kein Lied für Kindchens erste Jahre ist.
Die Realität der Gretchens ist ja sogar für Erwachsene so traurig, dass sie sich lieber die Köpfe davor verschließen.

3 thoughts on “Hänschen und Gretchen”

  1. Da fällt mir ganz spontan Hänsel und Gretel ein 😉 die Oper ! Da ist ja Gretel eher die Heldin , dadurch das sie meint zu klein zu sein fällt die Hexe in den Ofen . Weiß nicht ob das jetzt überhaupt sinnvoll ist , irgendwie kamen diese Gedanken .

  2. Mir fiel auch nur die zupackende Gretel als möglich weibliches Gegenstück für ein Hänschen ein- insofern haben wir wohl einfach die Gleiche „Kindergeschichten“-Denke 😉

  3. ….und ich muss grad an Anne Kaffeekanne denken: „da flog sie, oh pardon, auf dem Besenstiel davon“ (wobei auch in diesem Lied eine recht bedenkliche „Heidi“ vorkommt, aber gut, die kann ja noch lernen…)…

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