Die Helfer_Innen und die Hilfe, Lauf der Dinge

Zahlenkrieg

Respekt und Miteinander.

Diese Begriffe umschwirren mein Denken zur Zeit wie ein Schwarm Schmetterlinge. Lange hingen sie von den Verästelungen meiner Nervenenden herab. In kleinen Puppen herumschwappend- weder Raupe von Schmetterling. Reine Ursuppe mitten im Prozess.537400_web_R_by_Dirk Röttgen_pixelio.de

Nun sind sie frei und stoßen an das Innere meiner Schädeldecke. Einen Ausgang suchend um ihre Flügel auszubreiten.
Wenn ich den Mund öffne, meine Zunge zu einer Startrampe werden lasse, dann ist es, als würden sie sich überlegen, ob sie nun abspringen oder sie nicht vielleicht doch lieber erst mal die Puppenreste rauswerfen. So ist es vielleicht kein Kommunizieren dieser Begriffe… doch in jedem Fall das, was sie umgab und schützte. Es ist ein Versuch.

Wir waren bei einem den Beruf des Mediziners ausübenden Menschen und es war furchtbar.
Nicht, weil es da um etwas Intimes ging oder um das Ausmaß unserer Zerstörung, sondern weil wir verloren hätten, egal ob und wie verletzt und zerstört wir sind.

Es ist nichts Besonderes. Ja. Für Frauen die einmal im Jahr dahin gehen oder sogar noch öfter, weil sie chemisch verhüten, ist es das auch nicht. Sie lassen sich mehr oder weniger regelmäßig ausmessen, etikettieren, anfassen, begucken und irgendwie ungreifbar auch bewerten.
Ob sie noch normal sind.
Ob DA auch noch alles in Ordnung ist.

Ich habe das mal recherchiert- im Schnitt geht ein biologisch weiblicher Mensch mit 16 Jahren das erste Mal dorthin.
Frage: Was verdammt noch mal hat so eine Fehleranfälligkeit, dass es mit 16 Jahren schon kaputt sein kann? Und wie oft liegt tatsächlich eine so krasse Veränderung vor, dass die mehr oder weniger schallende Dauererinnerung an alle biologisch weiblichen Teenager gerichtet, “dann langsam mal da hin zu gehen”, gerechtfertigt ist? Seid wann geht man zu einem Heiler, wenn alles heil ist und nicht wenn etwas zum Heilmachen da ist? Und was ist das für eine Auffassung, in der Normalität- Gesundheit- ein potenzielles Verfallsdatum hat? Und wieso gilt das Gleiche nicht für biologisch männliche Teenager?

Als ich da so im Wartezimmer saß und mir ab und an die kalten Tropfen von der Oberlippe wischte, dachte ich, dass ich eigentlich tatsächlich an einem Ort sitze, der einfach insgesamt irgendwie schief ist.
Neben mir saß ein weiblicher Mensch, deren Fötus sich im Bauch bewegte.
Ich mag sowas. Man sieht es nicht bei allen schwangeren Menschen so gut, deshalb nahm ich es als Geschenk auf. Eine Art Lichtblick.

Und dann hörte ich dem Menschenpaar zu. Zahlen, Werte, Normen, Ängste, Sorgen, Anspannung.
Genau wie ich.
Meine Anzahl weißer Blutkörperchen war zu hoch, so ziemlich alle Werte in meinem Blut  sind einfach  schief. In meinem Körper tobt eine Entzündung und das schon eine ganze Weile.
Da ist Krieg in mir. Biologisch und seelisch gleichzeitig.
Ich bin nur hier, weil dabei eventuell etwas zerstört wird, was mir den Bauch auch so füllen könnte. Irgendwann. Vielleicht.

Dr Mensch neben mir hatte auch Krieg.
Obwohl er doch gerade eigentlich mit etwas Besserem beschäftigt sein könnte. Den ganzen Tag diesem Wackeln zugucken zum Beispiel. Sich schön finden so kugelig. Dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht. Dass man sich gut fühlt.
Statt dessen saß er da und dachte über die Zahlen nach.

Wenn wir zu einem den Beruf des Mediziners ausübenden Menschen gehen, ist das Erste das uns abschmiert die Sprache.
Das ist ein klassisches Merkmal von Panik.
Unser Gehirn hat gelernt trotzdem einigermaßen zu funktionieren. So ist es dann nicht so, dass wir noch der Ratio oder der Fähigkeit zur Bewegung hinterher winken müssen. Doch es ist ein stumpfes, roboterartiges Existieren und ich kann mir nicht vorstellen, dass das aussen nicht auffällt und etwas ist, das ein gesondertes Fachwissen zur Erkennung erfordert.
Wir wissen das von uns und, weil wir mit dem Menschen, der Medizin studiert hat, zusammenarbeiten wollen- miteinander sein wollen und unsere Verantwortung am Gelingen dieser Zusammenarbeit übernehmen wollen- bereiten wir uns peinlich genau vor.
Es ist eine Bedienungsanleitung im Grunde.
Dort steht alles drauf. Von “Ich kann nicht sprechen, weil ich in einem Zustand von Panik bin” (- sie haben gerade eine Macht über mich) bis “Sagen sie mir jeden Handgriff den sie tun- zeigen sie mir jedes Instrument mit dem sie das tun” (- erschrecken sie mich nicht noch mehr und zeigen sie mir, dass sie wissen, dass sie eine Grenze berühren).
Es steht alles drauf. Mit rotem Stift. Alarmfarbe. Unterstrichen wie wichtig das ist.
Mit dicken Ausrufezeichen, dass wir Hilfe brauchen werden, um uns zu orientieren. Dass sowas ganz Basales, wie der Name- der Ort in dem wir leben, die Funktion des Menschen, für mein Gehirn Informationen sind, die es in dem Moment nicht abrufbar hat- selbst wenn die Untersuchung an sich schon längst vorbei ist.

Doch es ist Krieg.
Menschen mit Kriegen in sich gegen Menschen die nicht merken, vielleicht nicht beachten, dass sie Krieg mit Zahlen machen.
Der Mensch dort vor uns hat die Karten nicht lesen wollen. Nur den Kurzbrief aus der Ambulanz. Den Laborzettel mit den Zahlen drauf.

Viele grüne spitzzähnige Rosenblätter lagen verstreut, wie tot, da herum, stießen wie die leeren Worte an die Decke des Raumes oder verkrochen sich in den Ritzen der Fensterfüllungen.
Der Mensch hat keine unserer Grenzen wahrgenommen und geachtet.
Wir verwandelten uns in das Plastikmodell eines Intimbereichs eines weiblichen Menschen und haben seelisch überlebt.
Die Worte gehört, das Unverständnis wahrgenommen. Wir spürten die Grenzen des Menschen und dessen Zahlen, Normen und Werte sehr deutlich. Und hätten wir sprechen können, hätten wir uns entschuldigt. Und wenn wir uns im Verlauf vernünftiger hätten bewegen können, hätten wir den Menschen umarmt und gesagt, dass es nicht so schlimm ist, dass er aufhören kann zu schimpfen.

Heute, zwei Tage später, denke ich, dass wir uns damit trösten müssen, dass es daran lag, dass der Mensch die Karten nicht gelesen hat. “Alles wäre sicher anders gekommen, wenn die FRAU unsere Karten gelesen hätte. Alles wäre vielleicht anders gekommen, wenn wir der FRAU gesagt hätten, dass wir ein Opfer von Gewalt wurden und sowohl Schäden davon, als auch die Schäden die vom Innen zugefügt werden, zu sehen sein werden.”

Doch dann fällt mir auf, dass noch keine der Frauen mit denen ich über ihre Erfahrungen mit Menschen die den Beruf des Gynäkologen- oft genug auch des Mediziners einer anderen Fachrichtung- ausüben, jemals davon gesprochen hat, dass es eine Zusammenarbeit gab. Ein Miteinander.
“Ja, sie hat gemeint…”; “Und dann hat sie…gesagt” , “Er hat …gemacht”, “Er sagte, ich soll…”, “Sie warnte mich, dass….”
Dass alle Frauen dort in einer Welt landeten die von Zahlen und Werten… vielleicht dem Status des unantastbaren Heilers oder auch Retters dominiert wird. Nicht so oft von dem Menschen, die sich zum Instrument dessen macht oder sich in der Rolle des Retters gefällt. Und erst recht nicht von dem Menschen, der dort mit einem Heilungs- oder Rettungswunsch hinkommt.

Ich denke, vielleicht ist es ein Krieg wie bei Hartz4 oder beim OEG oder bei der Krankenkasse…
Zahlen gegen Menschen.
Zahlen, Normen, Richt- und Lei (d) tlinien die wir Menschen erschufen wie dereinst Frankenstein sein Monster, die sich nun gegen uns richten.

Von den meisten Menschen hingenommen, akzeptiert als Werkzeug und Gradmesser. Die Art, wie man zu ihnen kommt wird nebensächlich, denn wenn man oft genug- und früh genug draufhaut, dann tut es irgendwann nicht mehr weh. Und falls doch einer heult, dann kann man ihm ja immer noch sagen, er sei selbst schuld.
Das funktioniert ja immer bei biologisch weiblichen Menschen, deren Grenzen gerade verletzt wurden.

Denn das sind ja nur Frauen.

17 thoughts on “Zahlenkrieg”

  1. Ja, ja, JA JA JA!!!

    DANKE 😀

    Du bist eine Heldin. Eine der letzten. Oder eine der ersten? Es wäre uns allen zu wünschen.

  2. hallo,
    meine ärztin in bremen war gleichzeitig pschotherapeutin die hat immer gefragt und gewartet und so. hat nix am ausgeliefert sein geändert aber ich hab mich sicherer gefühlt. eine freundin in dortmund hat auch eine „feministische“ ärztin, die da sehr hinter her ist dich als ganzes wahrzunehmen und deine rechte zu achten. es braucht dringend eine liste mit medizinstudierten die so ein minimum an emphatie mit bringen…
    danke fürs aufschreiben ich konnte das dem vater vom kind immer nicht erklären was ich an (schwangerschafts)vorsorgen so schrecklich finde…

  3. ja, denke bei vielen ÄrztInnen ist es so. Leider!
    Wir ahben eine Hausärztin und eine Zahnärztin wo es anders ist, aber sonst? Die haben wir auch lange gesucht…

    Ich weiß nicht wie man es ändern kann. Bekannt machen, radikale Rückmeldungen geben? Meiden?

    Senden euch einen lieben Gruß!

  4. Doch, ich habe so ein Exemplar an Frauenarzt gefunden. Einen, der das Miteinander und die Zusammenarbeit sucht, weiß, dass es ohne gar nicht geht, kein Heiler, kein Retter, und Zahlen als genau das wertet, was sie sind, nämlich nur Zahlen. Einer, der seine Grenzen und die Grenzen seines Faches kennt und zumindest meine Grenzen noch nie überschritten hat.

    So, jetzt „kennst“ du mindestens eine Frau 😉

    Mein Zahnarzt ist da etwas „grenznäher“, was ich aber noch aushalten kann und will, weil er ein handwerkliches Ass ist.

    Ich kämpfe aber natürlich auch nicht mal im Ansatz eure Kämpfe …

    Liebe Grüße

  5. Ich frage mich ob es wirklich „feministische Ärzte“ braucht.
    Ich hab hier ja nicht umsonst so gestelzt formuliert- es sind Menschen die einen Beruf ausüben und ich habe den Eindruck, dass die Menschen an sich immer gar nicht soooo schlimm sind, aber das was ihr Berufsbild- ihre MIttel und die ganzen Sachen drum herum mitbringen irgendwie immer.
    Ich denke, dass viele Menschen in diesem Beruf chronisch überarbeitet, unter Zeitdruck und irgendwie auch einer Art Anpassungsdruck unterlegen sind.
    Das ist irgendwie so eine ferne Welt.
    Ich wusste das nicht richtig einzuschätzen, weil ich da im Wartezimmer halt schon so herumschwebte, aber es ist irgendwie einfach total weit weg von dem was die Menschen so normalerweise umgibt. Irgendwie denke ich gerade, dass vielleicht auch viele andere Menschen dann geschockt sind- vielleicht nicht wie ich- aber ein bisschen halt. So dass sie nicht mehr hinterfragen und machen lassen- und es dann einfach irgendwie auch ein bisschen dieses Schiefding macht…
    Naja, es war ein erster Versuch das zu kommunizieren. 😉

  6. Meiden ist schonmal ungünstig ^^ Kann ich sagen jetzt – macht dass man sich Medizinern wiederfindet, die total selbstverständlich Zeit für Akutleute und ein fast leeres Wartezimmer haben…
    Kommunizieren und hoffen Glück zu haben.

    Wir haben jetzt den Plan ein Casting zu machen. Vielleicht mit Begleitung mal sehen- aber nicht wieder so mit Akut und dann schnell IRGENDWO… -.- nee nee nicht nochmal

  7. Ui, wie gut ich so Arzterfahrungen kenne, wo man wie eine Nummer „abgehandelt“ wird. Man ist nur noch der „Unterleib“, das „Fieber“ oder sonst was.
    Ich habe für jeden Arzt (insbesondere Hausarzt und Gyn) ein regelrechtes Arzthopping veranstaltet. Ich bin von einer Praxis zur nächsten getingelt. Ich habe mich da hin gesetzt und gesagt, daß ich eine neue Ärztin suche und ohne Untersuchung und Beschwerden einfach mal ein Gespräch führen möchte.
    Und was soll ich sagen? Ich habe die weltbesten zwei Ärztinnen gefunden!
    Meine Thera hatte ich irgendwann gebeten, meiner Gyn telefonisch eine „Bedienungsanleitung“ zu geben. Nämlich: viel reden und wenn ich abwesend erscheine einfach schnell weitermachen und mich dann ansprechen und mir notfalls auch mal etwas fester auf den Arm oder das Bein klopfen.
    Die Ärztin hat doch glatt zu meiner Thera gesagt, daß sie es versucht, aber daß sie sicher nicht über ihre eigenen Grenzen geht. Wenn sie das Gefühl hätte, sie würde mir in dem Moment gerade echt was antun, würde sie nur noch das allernotwendigste machen und dann abbrechen, um auch ihre Grenzen zu wahren. Huch!!!!! Ärzte? Grenzen? Ich fand das genial 🙂
    Meine Hausärztin kennt meine Sprachlosigkeit. Erst letzte Woche war ich da und hatte ihr gesagt, daß das bereits der 4. oder 5. Termin ist, bei dem ich nicht ansprechen kann, warum ich da bin. Sie meinte: „Kein Problem, das kriegen wir hin. Soll ich raten?“
    Es wurde ein Quiz da raus und wir haben beide viel gelacht 🙂
    Es gibt also wirklich offene, menschliche Ärzte. Und wenn du jetzt so etwas wie ein „Casting“ startest, wirst du sicher fündig werden.
    Viel Glück dabei!

  8. Wow ich hatte ja „die Sache“ hier bisschen im Blog* mitverfolgen wollen aber das ist ja Schrecklich!
    Er hat die Bedinungsanleitungszettel nicht mal *angeschaut*?
    Das ist so so schlimm.
    Da machst du dir schon die Mühe ne Bedienungsanleitung zu schreiben!!!
    Das ist doch echt so scheisse, so viel innerlich rumgekämpft und all das, und dann noch so.

    Irgendwo bin ich dir auch dankbar, dass du das so aufgeschrieben hast, weil ich mich gestern, als ich das las, mich an meinen ersten Gynbesuch erinnert sah
    Und statt das wie sonst als beschämende Erinnerung abzuspeichern, hab ich mich erstmalig so innerlich bisschen drüber empört, dank dir.

    Eigentlich ist meine Gyngeschichte so rundum gruselig.
    SO viele Gruselfaktoren, mich gruselts echt biem ganzen Thema.
    Erster Gruselfaktor: ich, so um die 20, erster Freund (endlich, wie es sich gehört, in die Reihen der „normalen Menschen“ eingetreten denn es wurde ja nun wirklich Zeit… usw).
    Internalisierte Scheisse galore.
    Und also Schmerzen beim Sex (und allgemeines schrecklich fühlen dabei und so). Andere Betroffene schalten da einfach ihren Körper aus oder so, aber ich war noch nie besonders gut im dissoziieren! (ich schlechte, ich). Mächtiger Gruselfaktor hier: Ich machte eine Selbstwertsache drauss dass ich „nicht mal“ in der Lage bin wie andere das einfach über sich ergehen zu lassen, nein ich muss ja Schmerzen und emotionales Drama dann anschleppen, nä! Was meiner Meinung nach mich *noch schlechter* macht als wenn mans einfach aushalten könnte, und ich würde, ja, wirklich, aber ich kann einfach nicht. (OMG ist das gruselig.)
    Ich als pflichtbewusste Frau möchte natürlich in der Lage sein dem Mann seinen Sex zu bieten, gehe also zum Frauenarzt mit diesem Problem.
    Freundin hatte mir einen empfohlen, ist aber eine Gemeinschaftspraxis und ich kam zum jungen Kollegen.
    Beim Warten macht sich schon leichte Panik breit, von Imaginationsübungen und Reddemann hatte ich damals noch nie was gehört, aber was ich mache ist nicht viel anders: Ich stelle mir vor wie ich gemütlich am Strand sitze, die Wellen an den Füßen, usw. So wirklich die Angst wegmachen tuts nicht.
    All das ist mir ja auch ziemlich peinlich! Muss ich doch erst mal meine Schmach zugeben, erster Freund mit 20, Schmerzen beim Sex, pah, erbärmlich!
    Aber es werdne zum Glück nicht viele peinliche Fragen gestellt, sondern schnell mal untersucht.
    Wie ich da also halb nackt auf diesem Stuhl sitze mit offenen Beinen geht meine „Psychonummer“ los: Es tut sauweh, ich bin völlig unentspannt und ich weine, so richtig, so ein peinliches hechelndes Schluchzen. Reden kann ich nicht, sonst würde ich wohl beteuern dass alles okay ist und versuchen durch „souverän tun“ irgendwie erfolglos meine Würde zussammen zu lesen.
    Ich möch niemanden unrecht tun, weil ich nicht 100pro erinner wie ich da wieder rauskam, und was *nach* der Untersuchung so an Worten und Empfehlungen ausgesprochen wurden, so aufgewühlt wie ich war, aber eins ist klar: Der Arzt hat sich beholfen indem er möglichst schnell da weitermachte, und so ne Arzthelferin stand hilflos dumm rum.
    Das war für mich das beschämenster, da hocke ich da halbnackt und weine hysterisch, was ja echt peinlich ist, mit Haltung bewahren war da nichts, und die steht da und glotzt.
    Zwischen drin geht der Arzt mal weg und ich bin da allein im Zimmer mit der und weine und die steht in der Ecke und macht irgendwas und wow war die Stimmung unentspannt!
    Ich dachte mir, wenn die mir mal auf der Straße übern Weg läuft und mich erkennt, wie schrecklich.
    Mich getröstet oder mit mir geredet oder *schock* vielleicht erst man angboten aufzuhören und mich erst mal nicht weiter angefasst oder mich wieder anziehen lassen oder sonst was hat auf jeden Fall keiner.
    Organisch war alles okay, und naja wenn Problem bestehen bleibt soll ich halt wieder kommen oder so. Bin ich natürlich nicht.

    Das ist doch eigentlich echt alles ne riesengroße Frechheit.

    So jetzt hab ich meine Geschichte da dran gehängt, und weiss nicht ob das genau der Sinn der Sache ist
    (Einerseits sollen ruhig paar zusammen kommen, so Aufschfrei mässig und Leute es lesen und sich denken „was für ein scheiss“ und sich vielleicht mit-empören)!
    Oder obs dumm kommt (Andererseits ists ja deine Geschichte hier und da meine aufdrängen…).

    Aber so – mir hat ja grad geholfen von anderen zu lesen, also….
    beim schlechte Gyn Erfahrungen sammeln klar bin ich dabei!
    GLaub hab das so auch noch nie aufgeschrieben.
    Und echt, ich fühl mich so ein bisschen empört, udn ich finds auch empörend dass ICH mich so sehr geschämt habe für alle das, ich meine wie traurig ist das, dass *ICH* diejenige bin die sich da schämt… tssst.

    Und was du da schreibst ist SO empörend, dass die Empörung gleich auf meine Erinnerung mit übergeschwappt ist sozusagen. Also hast grad gezeigt so was ist empörend.

    Und eignetlich ist mir die Mediziner Welt ja vertraut. Ich fühl mich „zu Haus“ in nem Krnakenhaus. Und unsere Uniformen und unsere Sprache und die Aufnahmeriten und was weiss ich. ALso es stimmt es ist ne andere Welt, aber irgendwie auch nicht – oder irgendwie lege ich mich auch aufm Rücken und reagiere genauso wie die, für die die Welt fremd ist…. vll so aus nem Zusatzwunsch heraus „Also es gibt ja genug schlimme anstrengende Patientin, da will grad ich ganz solidarisch (mit euch) mal eine der angenehmen sein“ oder so – oder keine Ahnung.

  9. Ja, habt natürlich Recht…. vonwegen Meiden! So ein Casting wäre da auch ein Job für uns…. ist übrigens eine sehr gute Idee das jetzt so zu machen! Denke bei uns dauert es noch nen bisschen^^ aber wird noch kommen (müssen)

    Euch jedoch drücken wir dann erst mal die Daumen für das Finden einer für euch guten Ärztin!
    ♥ anja und die sterne

  10. Hey Niffi- man fühl ich mich voll beehrt hier von dir :mrgreen:
    Schön!

    Deine-meine Geschichte ist die von zig Frauen. Ich bin froh um alles was den Blog bereichert- also auch dies.

    Ich hatte, nachdem „so viele“ jetzt hier schrieben sie hätten so tolle Ärzte irgendwie schon gedacht: „Äh Hallo?! Hab ich scheiß Einheitsbubble oder was?“, weiß aber dass das nicht stimmt.

    Ich finde es halt so… mit mehr Abstand der jetzt kommt und halt eben durch meine Fokusveränderung auch durch Aufschrei und soweiter, fällt mir natürlich auch immer mehr auf, dass die Frauen in meiner Umgebung alle bombensicher Auftreten, wenn es um ihren Hausarzt oder Facharzt für andere Bereiche geht. Dass da auch echte Zusammenarbeit mit dem MENSCHEN in dem Berufskorsett passiert.
    Ausser bei dem Bereich der Gynäkologie- FrauenHEILkunde. Soweit ich das beurteilen kann sind die Frauen in meiner Bubble alle HEIL…

    Und ja- jemand hatte grad in der Therapiestunde gebrüllt: „Jaaa wenn ich meine Patientin wär ich würd nen roten Teppich ausrollen und mich auf Rosen betten!“ (schade ich weiß den Code nicht für Augenrollende Smilies) Aber sie hat schon recht ein bisschen.
    Die Karten zu lesen wäre kein Akt gewesen. Und besser zu behandeln auch nicht.

    Aber es hätte erfordert, dass der MENSCH rausgekommen wäre- nicht der Arzt.
    Und ich weiß nicht warum, aber gerade das ging wohl nicht.

  11. Ich weiss gar nicht, ich denk da ist ein Arschloch-Mensch rausgekommen?

    Also wo der Arzt rauskommt ist wo man nem dicken Menschen sagt er sei selbst schuld an (quasi egal welche Krankheit) und sollte mal abnehmen, weil wir im Studium lernen dass dick-sein Schuld ist an Krnakheiten und in Praktika sozialisiert werden dass alle (inkl selbst dick) auf fette Patienten schimpfen.
    Wo der Arzt rauskommt ist wo wenn jmd Selbstverletzung hat auch andere Probleme nicht mehr so beachtet werden, organische Probleme anders behandelt werden und Angaben des Patienten anders vrestanden werden, weil wir in allen Praktika immer von den „psychisch überlagerten Patienten“ gewarnt werden, uns da nicht verarschen zu lassen.
    Auch der Arzt rauskommen würde diese ganze Frauen-Vorsorgen-Nummer elementar wichtig finden, und Frau HAT da hinzugehen, weil es als ist-halt-nötig-so im Studium als Fakt beigebracht wird.

    Patient der nen Zettel mitbringt mit wichtigen Hinweisen zu sich, die nicht mal zu lesen, das seh ich nicht mal als die Arzt-Sozialisierung. Also echt nicht mal.
    Patientne haben ständig Zettel zu sich dabei. Mit ihren Medikamenten, Allergien und sonstigen „Betriebshinweisen“.
    Beigebracht, dass man so was gar nicht erst zu lesen hat oder so bekommt man nicht. Eher: Voll gut, wenn der nen Zettel dabei hat. Frag ihn doch mal, ob er da nen Zettel dabei hat dazu. Und so.

    Also da seh ich nicht mal: Da war der Mensch weg, und der Arzt hat gehandelt, sondern da war durchaus der *Mensch* da, und dieser Mensch ist ein Arsch.
    Also dieser Arzt hat einen echt miesen Charakter!!

    Mir fällt es überhaupt schwer mir die Situation vorzustellen. Du stehst da und gibst den Zettel, was dann? Liest sie den nicht? Legt den nur beiseite? Echt ist kann mir grad die Szene kaum überhaupt vorstellen vor meinen Augen,…. so unfassbar find ich das. Was für eine radikal eindeutige Missachtung.

    Es gibt denke ich Menschen, die denken, was jmd nur mit Zetteln ausdrücken kann; das ist meiner Beachtung gar nicht wert.
    Wer nicht reden kann, der hat wohl auch nix zu sagen….

    Das ist so menschlich unter aller Sau.

    Okay wobei, im Grunde –
    Das ist schon auch ein Arzt-Welt-Problem, das mit dem „wer nicht klar reden kann mit mir…..“
    klar, weil diese Überzeugung dass Menschen, die grad nicht reden wohl nix zu sagen haben ja da auch vorhanden ist.
    Oder die Geduld fehlt.

    Müsste man mal die zig Schlaganfallpatienten fragen die sich nicht mehr gut ausdrücken können, wie sich nicht wirklich um Kommunikation mehr bemüht wird, vor allem nicht wenn eh die Frau von dem dann daneben steht mit der man eher reden kann, und Pflege und so kann man auch einfach mal „machen“.

    Keine Ahnung (hier der Smiley mit den Fragzeichen über den Kopf)

    Ja ich kenn den Blog eigentl schon seit der in Mädchenmannschaft verlinkt war, dann dach ich mir hä ist das nicht der Blog von m das müsste doch da der Blog von ihr sein oder Schreibstil was sie erzählt alles mhm.
    und dachte mir boah soll ich dir jetzt ne PM schreiben oder so dass ich den Blog kenn vll will sie das nicht usw
    Bis ich dann sah naja der ist im Forum verlinkt, also wirds schon Recht sein, und als du mir neulich perösnlich nen Link hier her gesetzt hast im F hab ich mich mal eingeladen gefühlt 😉

  12. Ich weiß nicht- es kam halt „Wieso soll ich das lesen, sie sitzen ja vor mir“
    und so Arschmensch… arschige Menschen beherrschen sich irgendwie- dieser hier war irgendwie überfordert- ja vielleicht komisch sozialisiert vielleicht komisch ausgebildet was weiß ich. Es war einfach ganz viel Oh scheiße (DAS war super mega ober so ziemlich das Letzte was ich noch über meinen Körper- der nun echt einfach so schon- ohne das wir das dran rumracken- hin ist, zu hören aushalten kann) und eben Versuch von ihr da irgendwie drauf zu reagieren.
    Ich weiß ja nicht- vielleicht sitzt ja dann irgendwann nach Praxenschluss irgendwie doch da ne Frau und denkt über ne Frau nach…
    Wenn das Arztkostüm und der ganze Kram dann im Schrank hängen.
    Ich mag hier nicht so werten, weil mich nur das Verhalten verletzte und ich den Eindruck hatte nicht mit einer fühlenden Person zu tun zu haben (war ich doch selbst alles- nur nicht lebendig) sondern mit einem Status bzw einem Zahlenkorsett…

    Ich muss das irgendwie noch ein bisschen ventilieren lassen…
    mach dich gerne breit hier :mrgreen:
    ist genug Platz

  13. Hmmm, ich muss jetzt echt überlegen. Ich bin – bis ich zu meinem jetzigen Frauenarzt kam – ausbildungs- und berufsbedingt relativ viel umgezogen und glücklicherweise nur ein Mal an einen ziemlichen Idioten geraten. Dadurch kam es zwangsläufig zu einem gewissen Ärztehopping, musste aber sowieso glücklicherweise nur recht selten hin.

    Der jetzige war wieder eine Empfehlung einer Freunding (Obwohl ja die Sache mit den Ärzte Weiterempfehlen bekanntlich recht heikel ist.) und für den fahre ich, trotz erneutem Umzug – mittlerweile auch relativ weit, aber das ist er mir wert.

    Über den Daumen gepeilt, dürften das (abgesehen von den Ärzt/innen im Krankenhaus bei den Geburten der Kinder), 6 bis 7 gewesen sein, also gar nicht so viele. Wobei die Ärztin vor meinem jetzigen Arzt auch toll war, aber nach dem Umzug definitiv zu weit weg.

    Aber wie gesagt, ich schleppe nicht euer Paket mit mir rum.

    Liebe Grüße!

  14. Ja stimmt ein Arschlochmensch würde den Zettel nehmen, höflich danke sagen, halb überfliegen (weil innere Einstellung: unwichtig) und mit einer lässigen, unauffälligen Verächtlichkeit so beiseite legen und dann so zum „eigentlich wichtigen“ kommen hier.
    So ein bisschen wie „jaja“ sagen.

    Das klingt schon nach irgendwie überfordert, ja.
    So oh sie müsste aus dem üblichen Skript aussteigen und mhm.
    Ich geh eigentlich von aus, dass irgendwann eine Frau da über eine Frau nachdenkt, weil denke so Begegnungen beschäftigen ja dann doch.

    Es ist halt echt immer noch so unnötig. Echt, so unnötig, das ist das, was mich so ärgert dran, weil sie so ja all das machte, was sie eben nicht machen sollte „Oh Scheisse“ rufen und so und das wär ja auf dem Zettel gewesen, und hätt sie einfach bloß den Scheiss Zettel gelesen.
    Aber vll bild ich mir das ein und hätte sie den Zettel gelesen wär sie ja immer noch überfordert und hätt immer noch doof reagiert, also was weiss ich.

    Aber ja, bin auch für Ventilieren lassen ^^

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