Die Helfer_Innen und die Hilfe, DIS?, Innenansichten

ein paar Fragen an mich, als “multiple Persönlichkeit”

Es ist mir eine Freude etwas hier wiedergeben zu dürfen.
Dies ist ein (leicht bearbeiteter) Mitschnitt von einem Austausch mit einer Leserin dieses Blogs. Ich werde sie im Folgenden “Martha” nennen.

Es begann damit, dass wir den Sendungsausschnitt von Frau TV, in dem die multiple Frau Liza von sich erzählt, gemeinsam anschauten.
Für alle, die ihn noch nicht kennen: hier kann man ihn sich ansehen.

C. Rosenblatt: Ich finde den Begriff „Persönlichkeiten“ immer so irreführend … das werd ich irgendwie auch mal noch aufnehmen im Blog
Martha: Oh, ich würde gern wissen warum ?
C. Rosenblatt: Weil die Innens keine Persönlichkeiten an sich sind. Also bei keinem Multiplen. Also klar- jetzt halt die Frage „Was ist Persönlichkeit?“ Es ist ja so, dass jeder Mensch irgendwie Abneigungen, Vorlieben, Begabungen und seine „Macken“ hat-  sein Sein halt einfach
Martha: Ja.14519_web_R_by_danii_pixelio.de
C. Rosenblatt: Okay. Nehmen wir mal eine Discokugel. Wenn man sie sich genau anguckt besteht sie aus vielen Spiegeln. Das coole Glitzern kommt von den Lichtstrahlen, die jeweils einzeln reflektiert werden. Bei nicht multiplen Menschen könnte man sagen- da gibts keine kleinen einzelnen Spiegel, sondern so ineinander fließende Dellen, Beulen und Huckel- manchmal auch Risse. Wenn eine Lampe draufleuchtet, wird nicht die ganze Kugel jeweils zurückreflektieren, aber auch nicht nur ein minikleiner Teil davon
Martha: Ja.
C. Rosenblatt: Bei Multiplen ist es so, dass eine Lampe auf so eine aus vielen Spiegelteilen (die jeweils voneinander getrennt sind) leuchtet und nur diese reflektiert. Das heißt, es ist ein Anteil der Gesamtpersönlichkeit der dort wie autark aussieht- es aber nicht ist.
Martha: Wow. Gut erklärt. Schreib das. Das ist wirklich nachvollziehbar- ich mein das ernst
C. Rosenblatt: Okay wow
Martha: Ich bin ja nun eine dellige beulige Huckelkugel und ich versteh’s
C. Rosenblatt (ein in sich freudig hopsendes Innen spürend): ^^
Martha: Und es macht auch Sinn…weil bei mir an manchen Stellen def. große Risse sind. Da wo der böse Mann war. Ja. Nein du zuerst
C. Rosenblatt: Hm- ich wollte nur einwerfen: Ja und da, wo so ein Splitter ist, da so am Riss- da würdest du ja auch nicht von dir sagen, dass das eine andere Persönlichkeit ist. Da fehlen einfach so ganz viele Aspekte, an denen man gemeinhin „Persönlichkeit“ festmacht.

Das ist zum Beispiel auch ein Punkt, der die Therapie und die Kommunikation so schwer macht. Es ist schwer für Menschen ohne DIS die Flachheit seines Gegenübers zu erfassen. Also wenn ich etwas sage, dann meine ich auch nur genau das- ohne große Emotion oder Intension. Manche Menschen sagen mir aber trotzdem, nachdem ich ihnen etwas erklärt habe, dies sei eine tolle Begabung oder ich wäre ja so lieb, ihnen das zu sagen. Ich bin aber weder lieb, noch begabt. Ich gebe einfach eine Information weiter.
Dass mir eine Dimension fehlt im Erleben, ist mit so ein Knackpunkt an der DIS. Und deshalb mag ich auch den Blog so. Es ist ein flaches Medium- ich wirke „dicker- globaler“ als ich bin und komme so leichter in Kontakt.
Ich bin jetzt fertig 🙂

Martha: Ok, da würde ich gern einhaken hehehe
C. Rosenblatt: Okay
Martha:  Also: wenn zum Beispiel Leute dir sagen, du wärst so lieb ja…dann gibt /gab es ja eine Interaktion und das ist einmal die Dimension der Person, die dich als lieb interpretiert und deine.
Erstmal hat natürlich eine andere Person das Recht auf ihre jeweiligen Gefühle und Eindrücke…es kann also schlicht bedeuten…du warst lieb zu mir, das hat sich wohlig angefühlt, stimmig…dieses Gefühl gehört dann der Person…unabhängig davon, ob du diese Intention dabei hattest oder eben nicht, wie du sagst.
Dann bist da du. Du hast dieses Gefühl eben nicht in dem Moment, sondern warst schlicht ganz und gar Informationsträger und Weiterleiter…hab ich das soweit richtig verstanden ?
C. Rosenblatt: Ich habe diese Gefühle nie. Sie sind schlicht nicht in mir drin. Also das ist so… hm… wie eine kartographierte Discokugel- ich bin ein kleiner Spiegel der ganz weit weg und durch viele Barrieren von dem Bereich der Gefühle getrennt ist. Aber zum Beispiel ein anderes Innen „sitzt“ vielleicht direkt in mitten dieses Gefühlsbereichs und kann ausschließlich diese Gefühle reflektieren- aber nicht das wo ich draufsitze (Ratio) Dieses Innen kann (eigentlich fast ausschließlich) lieben und mögen- aber nicht sehen, ob das schlau ist
Martha: Ja. So habe ich das auch verstanden. Als Abgetrennt-Sein.

Stehst du dann mit dem jeweiligen Innen (um beim Beispiel zu bleiben hier mit jenem, das gerade liebt und mögt) im Kontakt oder kannst zumindest versuchen, Kontakt herzustellen und ist das von Fall zu Fall verschieden ?
C. Rosenblatt: In der Regel haben wir keinen Kontakt. Aber zum Beispiel werden die Aussenpersonen manchmal zu sowas wie einer dieser „Ums Eck“-Spiegel. Zum Beispiel in der Therapie die Therapeutin oder Gemögte im Alltag, die viel mit uns zu tun haben.Zum Beispiel hm.. ich erkläre gerade etwas und das Gegenüber sagt oder fragt oder macht etwas, das ein bisschen Licht über die ganzen Sperren bringt und das andere Innen auch anleuchtet. Dann nimmt die Aussenperson manchmal etwas wahr und meldet es mir zurück (z.B. Du weinst ja- bist du traurig?)
Ich kann dann versuchen nachzuvollziehen, was wohin geleuchtet hat und so dann sehen: Aha es kommt von Innen XY. Und manchmal ist es auch so, dass ich etwas merke- aber das Gegenüber nicht. Dann sage ich: Oh, ich merke, da kommt gerade ein Herzklopfen und ein Zittergefühl in den Muskeln (oder: Ich merke da ein Innen, “hinter mir”) und das Gegenüber kann mir helfen, indem es mir hilft einzuordnen was das ist (z.B. Angst) und mit mir reinleuchten, wo es her kommt
Martha: Verstehe.

Weißt du eigentlich wie viele Innens und bämms (sind das eigentlich auch Innens, spezielle Innens?) du hast ? Falls nicht, ist es wichtig rauszufinden wieviele es gibt?
C. Rosenblatt: Also die BÄÄÄMs sind Täterintrojekte und täterloyale Innens. Eigentlich sind sie Innens wie wir alle. Aber dadurch, dass sie so bedrohlich empfunden werden und (also die Introjekte) ganz genau den Tätern nachgebildet sind, bilden sie eine eigene Gruppe für sich. Wir sind heute nur  noch XYZ Innens (als “ganze Innens”), und hm, zu wissen wieviele es gibt, ist eigentlich (ganz streng genommen) irrelevant. Wichtig ist nur zu wissen, wer bzw. was alles da ist. Das ist zumindest unsere Erfahrung. Es gibt ja noch ganz viele Zwischenstufen auf dem Weg zu Heilung. Da werden aus einzelnen klar umrissenen Innens irgendwann einfach so „Huckel und Dellen“ und so. Wenn man dann immer so eine Zahl im Hinterkopf hat, stelle ich mir das kontraindiziert vor.  Es schürt eine Angst zu sterben oder zu verschwinden
Martha:  Ja, das ist nachvollziehbar.

Liza hat ja gesagt, sie händele all das wie eine innere WG. Hast du auch so ein Bild  oder passt das nicht für dich?
C. Rosenblatt: Das passt nicht für uns. Wir haben mal für die Therapeutin ein Bild gestaltet in dem wir den „Ecken“ innen so symbolisch gezeichnet haben. (Also die BÄÄÄMs wohnen zum Beispiel in einem furchteinflößendem Gebäude mit Wassergraben und hohen Mauern das dauernd brennt, der Schwan wohnt in einer besonders sicheren, warmen Umgebung, manche Prä-Teenie-Innenkinder in so einer Höhle… ) Wir sagen einfach immer „das Innen“ und benutzen Metaphern für die „Umgebung“/“die Gefühle“ um die jeweiligen Innens herum. Früher haben wir auch mal diese „Hausgemeinschafts-Metapher“ verwendet, doch sie passt nicht, weil manches einfach zu sehr auf der Metaebene ist. Da geht das Bild zu schnell dran kaputt.

Martha: Du sagst, ihr habt keinen Kontakt zueinander…wie kommuniziert ihr ? Geht das dann immer nur mit einer spiegelnden Außenperson ?
C. Rosenblatt: Nicht nur. Es ist am Effizientesten (da mehrere Ebenen „bedient“ werden), aber wir schreiben eigentlich ständig etwas auf, was gerade aufwallt oder irgendwie wichtig erscheint. (Zettelwirtschaft Aaaah!) Und so ist dann das Papier ein bisschen Außenspiegel. Und manche Innens haben auch so Kontakt- manchmal sind die nicht so stark von einander getrennt oder- so wie der Schwan ein Innen ist, das „auf der Spitze sitzt“ und über viele Trennungen hinweg schauen kann und so Kontakt machen kann.
Martha:  Ja, Zettel hatte ich irgendwie auch im Kopf…alles aufschreiben…macht Sinn.
C. Rosenblatt: Das ist ein bisschen immer so wie bei Rasenlatscherei- je öfter man über die Grenzen hinweg geht, desto weniger Grün wächst dazwischen und desto mehr Austausch geht dann. Das ist dann eben so etwas Gedanken-impulsiges.

Diese Sache mit dem “alles aufschreiben” Das wird meiner Meinung nach, auch oft vernachlässigt in Büchern. Also das wird zum Beispiel in „Aufschrei“ von Truddi Chase erwähnt- zu Anfang- aber dann nie wieder. Wir hatten früher extrem viele Listen und wehe eine war weg- Hölle!
Inzwischen gibt es nur noch ein-zwei- wenn es uns schlecht geht , vielleicht drei, die so nebeneinander her laufen und aber alle nicht mehr stark voneinander abweichen. Aber wir brauchen sie nachwievor wie die Fische zum Leben. Sonst gibt es Chaos.

Martha: Gibt es das längerfristige Ziel die Innens langsam zu Huckeln und Dellen zu machen, oder ist es so, wie es jetzt ist schon gut lebbar? Wenn meine Freundin zum Beispiel sagt, dass sie durch ein Außen (SPIEGEL) drauf gebracht wurde, dass ein BÄMM besonders dominant auftritt gerade…welche Möglichkeiten hat sie jetzt?
C.  Rosenblatt: Also wir haben dieses Ziel definitiv. Unser „System“ war mal fast doppelt so groß wie jetzt- du kannst dir nicht vorstellen wie verstümmelt man existiert. Bzw. wie krass einem die Verstümmelung bewusst wird, je näher man aneinanderrückt. Wir empfinden es als sehr bereichernd- wenn auch beängstigend diese Trennungen weg zu haben. Aber nicht alle Multiple haben das als Ziel.
Manche wollen und brauchen- gerade wenn sie noch Gewalt ausgesetzt sind, oder eine Familie versorgen müssen oder einen Beruf haben der extrem belastend ist (Arzt, Pädagoge,Lehrer…) auch unbedingt noch diese Trennung. Bei denen gibt es den Wunsch nach einem Funktionsmodus und einem Ende der akuten PTBS (die meistens irgendwie am Anfang der Diagnose steht) und wollen dann einfach „funktionieren“ ohne zu leiden. Das ist zumindest etwas, das ich so mitbekommen habe. Ob das ein Zustand ist, der lange hält weiß ich natürlich nicht.

Die Frage mit den Möglichkeiten nach dem dominanten Auftreten des BÄÄÄMs habe ich jetzt nicht so ganz erfasst, glaube ich. Kannst du die Frage bitte anders formulieren?
Martha: Das bezog sich jetzt explizit auf die Situation meiner Freundin…dass da ein Anteil aufgetaucht ist, der an ein Familienmitglied erinnert (also ein BÄÄÄM)…dieser ist nur in ihr Bewusstsein gelangt, weil eine außenstehende Person sie darauf angesprochen hat. Sie hatte vor allem eins: Erinnerungslücken…ihr hat das große Angst gemacht als sie darauf aufmerksam gemacht wurde…welche Möglichkeiten hat sie jetzt aus deiner Sicht damit einen konstruktiven Umgang zu finden ?215236_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de
C. Rosenblatt: Also jemand schrieb ja neulich schon, ein bisschen „ran zutasten“. Also zu schauen, was genau dieses Innen- oder auch BÄÄÄM das kann ja nur deine Freundin wissen, wo sie dieses Innen einsortieren würde (- nach der Reaktion darauf, denke ich aber, dass es sich um ein Täterintrojekt und damit also ein „BÄÄÄM“ handelt), anleuchten zu lassen oder selbst anzuleuchten.
Nun weiß ich aber nicht wie weit sie schon ist. So wie das klingt, wusste sie noch nichts von diesem Innen und muss sich jetzt erstmal ganz viel darüber erschrecken und schlimm fühlen. Und dann akzeptieren dass es da ist, dann rausfinden, warum es gerade in dieser Situation auftauchte… und bei all dem werden sie und ihre Innens die Mauer dazwischen etwas niedergetreten und können dann einen Umgang mit diesem Innen absprechen. Und wenn das alles respektvoll und im richtigen Maß abläuft, wird das auch klappen.
Jedes Innen, das auftaucht kommt, weil es gebraucht wird. Weil seine Präsenz bzw. die an es gebundenen Handlungsmuster wichtig und sinnig zum Erhalt des Schutzes ist.
Martha: Ja. Das kenne ich ja auch. Das ist grundsätzlich etwas, was alle Menschen entwickeln die von Traumata betroffen sind. Muster. Automatismen. Persönlichkeitsanteile, die die Regie übernehmen. Gewünscht ist eine Kompensation, die das Erleben aushaltbar macht. Die in diesen Moment(en) Sinn mach(t)e und später, wenn die akute Not vorüber ist hinderlich/einschränkend/u.Ä. ist auf irgendeine Art, wenn auch erstmal oft unbewusst weil verdrängt. Ich fand zudem auch einen wichtigen Aspekt in dem Beitrag über Liza, dass all das nur eine gesunde Reaktion darstellt die das Überleben sichert..auf das eigentlich Kranke, das der/die Täter verübt/en…

Hast du manchmal Angst, dass du auch übergriffig sein könntest, irgendwann irgendwo bei irgendwem ? Ich habe diese Angst manchmal…
C. Rosenblatt: Ja.
Obwohl ich inzwischen ziemlich genau spüre, dass es nicht dazu kommen wird, weil es in uns als Gesamtperson (so wie ich sie gerade erahne oder besser gesagt so durch die Rückmeldungen von Außen zusammenstückle) weder eine Neigung zu Sadismus noch zu einer allgemeinen Befriedigung durch Macht über andere Menschen (oder auch Tiere) gibt. Selbst die Täterintrojekte und jene die angeblich bereitwillig anderen Menschen geschadet haben, taten dies, weil sie es mussten- nicht von sich aus.
Das ist zum Beispiel etwas in dem Aspekt der Dimensionalität wichtig ist. Es kann sein, dass ein BÄÄÄM zum Beispiel in einer Situation in dem es von Außen erneut gezwungen wird (oder sich gezwungen fühlt und es keine andere Möglichkeit für das Gesamtsystem gibt, anders zu handeln) etwas zu tun, ganz genauso handelt wie früher und übergriffig wird. Aber sobald auch nur ein einziger Aspekt  deutlich anders ist als früher (und dieses BÄÄÄM in der Lage ist sich zu orientieren in der Zeit), wird es nicht zu dieser Handlung kommen. Das Muster bezieht sich in der Regel auf genau eine bestimmte Art Emotion(s-Befindlichkeitenmischung), Aussensituation und/oder Anspruch von Außen und wird dann quasi abgespult. Fehlt etwas davon oder ist einfach anders eingefärbt, kommt es zwar zu einem „Triggergefühl“ der ordentlich Schlimmes mit sich bringt, aber switcht dann eher zu einem Innen das mit einer Situationsumgebung wie der sich bietenden assoziiert ist.
Also als Beispiel, mussten wir mal im Biounterricht ein Tier sezieren. An sich ist das etwas, dass jemand schon mal machen musste. Dieses Innen stand auch extrem nah „vorn“ kam aber nicht heraus, weil die Grundsituation (Schule, anderes Sozialgefüge, anderes Grundgefühl, Zwang- aber doch Handlungsalternative…) eine andere war. Das Ergebnis war ein „Ahnungsdonner“ für die Person die gerade in der Schule stand und es gab einen Switch zu einem anderen Innen, das weiter entfernt von sowohl dem „Schul- Innen“ als auch dem „Sezier-kundigen- Innen“ war und weder Gespür für die beiden Innens noch Erinnerung an irgendwas von dem hatte, was gewesen ist,
So in etwa verlaufen inzwischen fast alle Situationen die uns in eine real bedrohliche Situation führen könnten. Es ist noch nie passiert, dass ein BÄÄÄM jemanden tatsächlich aus Spaß oder aus eigenem Antrieb verletzte, wie die Täter früher.
Was nicht heißt, dass es keine aggressiven Innens gibt, die sich auch körperlich wehren bzw. verteidigen- aber da stehen andere Sachen hinter.

Hier endet der Teil des Austauschs, den wir gern mit unseren LeserInnen und BesucherInnen teilen. Vielleicht war die eine oder andere Frage ja auch für meine anderen nicht selbst von DIS betroffenen LeserInnen interessant.

Wie immer wird hier kein Anspruch auf Ausschließlichkeit und das Zutreffen der dargestellten Abläufe und Gegebenheiten bei allen Menschen mit DIS erhoben.
Ich weise außerdem darauf hin, dass es sich hier um einen Mitschnitt unter Betroffenen handelt- nicht um einen Austausch unter professionell mit dem Thema arbeitenden Menschen.
Weiterhin geht es hier nicht um die subjektive Wahrnehmung meines Innenlebens sondern um eine annähernde Darstellung der Struktur des Selbigen.

27 thoughts on “ein paar Fragen an mich, als “multiple Persönlichkeit””

  1. Sehr schön erklärt… Vor allem das „Bild“ der Spiegelstückkugel und im Vergleich dazu die Huckelkugel ^^ So kann man sich das wirklich besser vorstellen. Danke für diesen Beitrag 😀
    Das mit den verschmelzenden (?) Innens habe ich aber nicht ganz verstanden… Ich habe dieses Thema schon mehrmals im Internet gefunden, aber so wirklich verständlich war’s nicht… Wie werden denn zwei Spiegelstücke zu einem Huckel? Kann man das irgendwie beschreiben? Oder liegt das daran, dass die beiden „Stücke“ anfangen, miteinander zu „reden“ und das zu fühlen, was der andere fühlt, wie ihr das ein paar Mal hier beschrieben habt? Merkt ihr das, wenn ihr „weniger“ werdet und verändert sich dann irgendwie das Empfinden eines Innens?
    Oh mann, jetzt baller ich euch mit Fragen ja nur so zu o.O

  2. Wow, danke! Danke, dass ihr uns an diesem Austausch teilhaben lässt. Es hilft mir nochmal total, mich in eure Welt ein Stück weit einzudenken und versuchen zu verstehen.
    Das Spiegelhuckelkugelbild ist wirklich total gelungen, damit kann mensch das glaube ich gut erklären. Und auch die Bäääms und die Innens und die Unterscheidungen und „Wohnorte“ derer ist nochmal deutlicher geworden für mich.

  3. Freut mich, dass es etwas erklärt und das Bild so gut verständlich ist!

    Und…
    ich merke, dass es auch freut, dass du auch so ein Interesse daran hast, mich- uns zu verstehen. 🙂

  4. Hallo 🙂
    Hm, in der Kurzfassung könnte ich die Frage auch mal beantworten- aber ich merke, es gefiele mir, sie ausführlich und auch „mit Innenansicht“ aufzugreifen.
    Darum sage ich mal, dass ich mich jetzt hinsetze und es im Artikel morgen darum gehen wird.

    Für eine „Einstimmung“ schau mal hier:
    https://vieleineinemblog.wordpress.com/2011/09/29/selbstgeburt-fusion-integration/

    haha Cliffhänger meets Interview
    seltsam komisch schön beBÄÄÄMst
    mal wieder typisch Blog XD

  5. Das freut mich 😀 Dann warte ich schon mal gespannt auf den Artikel morgen!
    Ach, ist der verlinkte Artikel schön *.*

  6. Danke für diesen interessanten Einblick in eure Wahrnehmung von euch selbst 🙂

    Uns geht es da mit uns selbst anders, von daher ist es sehr faszinierend zu sehen, dass es _das_ multiple System nicht gibt, dass jedes System genauso unterschiedlich aufgebaut und individuell ist wie jeder andere einzelne Mensch und jeder anders, aber dennoch auf seine Weise effizient auf das Erlebte reagiert hat…
    Deswegen auch danke für den Disclaimer, der untendrunter steht ^^

  7. Schreib mal wie das bei euch ist! (Also… wenn ihr das wollt und könnt und so… irgendwie… mee- toll -.- Jetzt will ich das wissen *Neugiernudel* ^^ )

  8. Wir schleichen schon die ganze Zeit um diesen Artikel rum. Überlegen etwas dazu zu schreiben oder es lieber zu lassen. Da aber ein Teil dessen was hier geschrieben wurde starke parallelen zu unserem Beitrag von vor ein paar Tagen aufwirft und wir und auch andere diese Parallelen beim lesen sofort gesehen haben, möchten wir uns ein bisschen davon auch hier distanzieren. Wir haben deshalb auch in unserem Blog nochmal einen Artikel zu unserer Wahrnehmung von Innenpersonen geschrieben, davon wie wir und andere uns wahrnehmen, wie wir uns fühlen. Wir können uns nicht mit dem identifizieren, wie ihr es beschrieben habt und das ist uns wichtig zu erwähnen.

  9. Ich finde das völlig in Ordnung und gut, wenn ihr das tut.
    Merke aber auch, dass mir wichtig ist zu sagen, dass es hier nicht um euch geht oder ging. Wir lesen euch nicht regelmäßig und kennen euch nicht persönlich.
    Entsprechend nehmen wir uns zurück und verweisen auf den den fettgedruckten Teil unter dem Artikel.

    Wenn es euch wichtig ist richtig gesehen und verstanden zu werden und Erklärungen für Außenstehende zu verfassen, tut das. Es wird helfen! 🙂

  10. Hi Rosenblatt, also mir ist das sofort aufgefallen, dass in dem Beitrag paralellen zu dem Blog von den Mosaiksteinchen sind, wenn es um das Thema Innenperson, die einem Verwandten ähnlich ist, geht und habe mich auch gefragt, warum das jetzt hier geschrieben wird. Jetzt schreiben sie selbst, dass sie das so sehen. Ich meine das ist schon ein ganz schöner Zufall, dass es binnen ein paar Tage in dem Blog dort und dann hier darum geht. Das Thema hat für mich auch iwi gar nichts mit dem sonstigen Beitrag hier zu tun. Es verwundert mich das dies ein Zufall sein soll. Wäre ja auch gar nicht schlimm, wenn dem so wäre. Habe das Gefühl, das Du das gerade unbedingt verneinen magst.

    Ansonsten haben Mosaiksteinchen ja in ihrem Beitrag geschrieben, dass sie in ihrem Blog erklärt haben, wie das bei ihnen mit der Wahrnehmung von Innenpersonen ist. Das Thema wie man Innenpersonen wahrnimmt ist sehr komplex und finde ich auch gut, wenn darüber gesprochen wird.

  11. Und ich wundere mich ehrlich gesagt, warum du oder auch Mosaiksteinchen zu glauben scheinen, nur sie hätten Innens die Ähnlichkeiten mit Familienmitgliedern haben.

    Wie gesagt, das was hier steht ist ein Austausch mit einer Leserin von hier und (wie vielleicht ersichtlich ist) geht es um eine Freundin von ihr. Sie ist an mich heran getreten damit und ich habe meine Gedanken dazu geäussert. Fertig.
    Ich bin niemand der sich über andere Menschen auslässt, die er nicht kennt oder von denen er absolut nichts weiß. Schon gar nicht ungefragt. Es ist sowohl mir als auch „Martha“ klar gewesen, dass ich nur vermuten kann und meine Gedanken dazu formuliere. Vielleicht hätte ich das noch definierter darstellen müssen. Okay- nächstes Mal.

    Wenn jemand ein anderes Empfinden und eine andere Metapher für sein Innenleben hat, ist das völlig in Ordnung. Deshalb steht dort auch fett gedruckt, die Wiederholung, dass dieser Mitschnitt und die getroffenen Aussagen nicht den Anspruch erheben, für alle Menschen mit DIS zu gelten und auch, dass es sich nicht um die Rede von Profis handelt.

    Wir haben nicht die Kraft alle Blogs aller anderen Btroffenen von DIS zu lesen und zu verinnerlichen, entsprechend kann es auf jeden Fall zu Synchronizität kommen, die ich in einem anderen Kontext vielleicht gezielt verhindert hätte.
    Vielleicht ist es auch meine oft gleiche Wortwahl- denn ich kommentierte den Artikel von den Mosaiksteinen auch mit den Worten „mal ran-zu tasten“ was da so ist.
    Es ändert nichts an dem Umstand, dass erst den Austausch mit Martha gab und dann den Artikel der Steinchen.

    Ich muss mich hier nicht rechtfertigen warum ich etwas wie formuliere oder welches Thema ich wann aufgreife. Zufälle gibt es- so oder so.
    Genau so gibt es aber auch den Umstand, dass manche Dinge einfach nicht so selten sind, wie man meinen mag, so dass sie sich auch „einfach so“ doppeln und spiegeln.

  12. Es geht uns nicht darum euch anzuprangern, das möchten wir nochmal klar betonen.
    Da nicht nur wir diesen Bezug wahrgenommen haben, war es uns einfach wichtig, unsere Sicht darzustellen und eine Abgrenzung zu schaffen. Nicht mehr, nicht weniger 😉

  13. Es war nicht meine Absicht Dich anzugreifen. Ich wollte nur meinen Eindruck schildern. Nicht mehr und nicht weniger. Soviel zu dem Thema der betreffenden Innenperson.

    Wegen dem Wahrnehmen der Innenpersonen. Das ist denke ich von Niemandem hier in Frage gestellt worden, dass Du das so wahrnimmst und jeder andere Mensch nimmt sich anders war. Also damit meine ich. dass es ganz normalist, dass man sich unterschiedlich wahrnimmt. Menschen sind Individuen. Und es ist doch super spannend sich darüber auszutauschen. Finde ich. Hoffe das kam jetzt richtig an und nicht wieder negativ.

  14. Noch etwas vergessen. Nein wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass nur wir Innenpersonen hätten, die einem Familienmitglied ähnlich sind. Dafür haben wir uns schon viel zu viel auch mit anderen beschäftigt und auch allgemein mit dem Thema, um zu wissen warum diese Anteile entstehen etc.

  15. Als allgemeinen eigenen Senf: hier steht nicht wie wir uns gegenseitig- also wir Innens uns gegenseitig wahrnehmen!

    Ich verwendete eine Metapher die die Struktur der DIS (im Zusammenhang mit der Gesamtpersönlichkeit) zu unterstreichen versuchte und nahm diese durchgehend als Referenzrahmen.

    Vielleicht nimmt das auch nochmal den Druck raus mir unbedingt mitteilen zu müssen, wie falsch ich liege.

  16. Ich glaub ich red chinesisch oder sonst irgendeine fremdsprache, habe ich eben doch gesagt, dass es sehr unterschiedlich ist wie menschen sich und ihre innenwelt und innenpersonen wahrnehmen. da gibt es kein „wie falsch“ und damit bin ich aus dieser Diskussion raus.

  17. Und wenn ich hier in diesem Posting über die subjektive Wahrnehmung von Innens geschrieben hätte, wäre das auch angemessen gewesen.
    Da ich dies aber nicht tat, sondern versuchte die Theorien um die Struktur der DIS näher zu erklären, ist es das eben nur bedingt.

    Wie ich meine Innens wahrnehme kann man in jedem persönlicheren Posting von mir-uns nachlesen. Und daran hat bisher auch noch niemand Anstoß genohmmen. Eben weil es etwas hochgradig Subjektives ist.

    Und DAS ist das Missverständnis.

  18. Tut mir leid, ich hab eben etwas überreagiert. Wollte mich dafür entschuldigen.

  19. Hm ich schreibe auch und ich Bämme auch, allerdings noch nicht öffentlich- trotzdem habe ich im Austausch mit Family Rosenblatt schon bemerkt, dass sie öfter zur gleichen Zeit an gleichen Themen schreiben(bzw kurz danach, weil mein Manuskript fertig ist und nur überarbeitet wird). Können sie aber gar nicht bei mir gelesen haben ;-).
    Ihre Ansichten sind oft ähnlich, wenn auch nie identisch und ich denke da sollten wir mal ansetzen:
    Trauma traumatisiert uns alle. In unserem Fall spaltet das Trauma auch fröhlich durch das Ich. Wir haben uns entschlossen, den Kampf aufzunehmen.
    Und letztendlich, hoffentlich heilt die Heilung uns alle bzw. können wir irgendwann so leben, dass es lebenswert ist. So blöd es für das/die Ego(s) ist: Heilung ist ein Prozess von a nach b mit Einbrüchen. Für uns alle.
    Wir haben ähnliche Ziele.
    Und da soll es komisch sein, wenn sich Beiträge ähneln?
    Und es soll komisch sein, wenn Bekannte oder Leser ähnliche Fragen haben?
    Parallelen? = Hand reichen ;-).

  20. Es ist völlig normal, dass Menschen mit ähnlichen Hintergründen/Problemen/Störungen, ähnliche Themen aufgreifen. Deshalb ist es auch nicht komisch oder schlimm, sondern absolut okay. Wir haben hier niemanden angegriffen, niemandem seine Wahrnehmung abgesprochen, niemanden angeklagt. Das wollen und wollten wir auch überhaupt nicht. Für uns war es wichtig, weil nicht nur wir diese Parallele zu unserem kurz vorher verfassten Beitrag „bedenkliche Entwicklung“ gesehen haben, sondern auch Leser unseres Blogs uns darauf angesprochen haben, uns davon ein wenig abzugrenzen. Hätten wir geahnt zu was das führt, hätten wir es wohl gelassen, vielleicht aber auch nicht, denn für uns war/ist es wichtig.
    Es gibt nichts was dagegen spircht voneinander zu lernen, aufeinander aufzubauen, miteinander zu sprechen/diskutieren, sich auszutauschen. Nein, genau das Gegenteil! Wir finden es gut und wichtig. Wir haben nicht das Gefühl die Hand reichen zu müssen, weil wir sie gar nicht weggezogen haben 😉
    Wir alle schreiben öffentlich im Internet, mit dem Wunsch uns mitzuteilen, anderen einen Einblick in das eigene Erleben und Erlebte zu ermöglichen, um uns auszutauschen, um Themen an die Öffentlichkeit zu bringen, um nicht mehr im Verborgenen zu verharren, um uns zu wehren, um zu verarbeiten, um zu heilen. Deshalb ist alles gut und in Ordnung!

  21. Auch wenn die Diskussion schon gelaufen ist: Rosenblätter: euer Blog, eure Regeln, da müsst ihr euch nicht rechtfertigen und entschuldigen ;-).

  22. Ich weiß- aber solche Sachen ärgern mich.
    Ich beschreibe eine strukturelle Sache- eine/r missversteht (und denkt ich würde subjektives stellvertretend für alle Betroffenen beschreiben- obwohl fett drunter steht, dass dem nicht so ist) und schwupp ist mein Postfach voll mit Mails die auf mich eintreten.
    Das ist einfach so… keine Ahnung. Ja vielleicht ein Irrglaube, wenn ich jedes Mal von Neuem denke, es würde etwas bringen, wenn ich erkläre, was ich versuche zu erklären -.-

    Vielleicht sollte ich mir auch einfach die Nummer mit dem Pauschalverständnis abgewöhnen.

  23. Hallo,

    ein sehr schöner Beitrag mit schönen Erklärungen. Besonders den Teil mit der Discokugel finde ich auch sehr anschaulich. Es ist oft schwierig anderen etwas zu erklären, da ist es schön, wenn Leute schon gute, anschauliche Beschreibungen formuliert haben 🙂
    Danke!

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